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Regeln

Hibi
22. Januar 2020(bearbeitet)
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​Ein Freund gab mir einmal den Rat: Wenn du dich über etwas ärgerst, dann überlege dir, ob du dich morgen immer noch darüber ärgern würdest und wenn das nicht der Fall ist, dann brauchst du dich darüber auch nicht ärgern. Aber heute war so eine Situation von der ich mir sicher bin, dass ich mich auch Morgen und die Tage darauf darüber ärgern würde.

Ich fuhr heute Morgen ganz normal zur Schule. Zurzeit wird dort auch eine Bushaltestelle erneuert, weshalb die Parksituation sich etwas verschlechtert hat. Glücklicherweise war der einzige Parkplatz vor dem Parkverbotschild frei – perfekt! Ich stand also schon in der Lücke und dann stellte sich noch ein SUV-Fahrer hinter mich, obwohl er dort nicht stehen dürfte. Ja ich muss an dieser Stelle auch zugeben, dass ich Regeln liebe – sie machen das Leben miteinander einfacher; aber ja, es gibt sicherlich auch einige Regeln die dämlich sind. Aber diese eben nicht, denn dieser „gesperrte" Bereich ist die Ersatzhaltestelle der Busse, und soll damit eben auch die Sicherheit der Ein- uns Aussteigenden sichern. Als ich ausgestiegen bin musste ich dann doch tatsächlich mit ansehen, wie dieser Typ das Schild nahm und umgestellt hat, sodass er nun auch auf einem „legalen" Parkplatz stand. Kommentiert wurde diese Aktion mit: „Gut was?" Ne nicht gut, sondern einfach nur total dämlich. Was bilden sich manche Personen ein, dass sie sich nicht an Regeln halten müssen. Vor allem wenn er da nur kurz steht – okay. Aber dann auch noch dreist das Schild umstellen, das regt mich auf. Vor allem, weil er es dadurch anderen Menschen erschwert aus dem Bus auszusteigen, deren Sicherheit gefährdet und auf der anderen Straßenseite wirklich gegenüber eine passende Parklücke frei war. Was wird denn bitte passieren, wenn wir uns alle über Regeln hinwegsetzen?

Solchen Menschen würde ich am liebsten auf die Motorhaube kotzen. 



Kommentare (2)

Fizzy Lemon
22. Jan. 2020, 12:09
Was würde passieren, wenn sich niemand mehr an Regeln hält? Anarchie, das totale Chaos. Man sieht es schon im Kleinen, dass man sich einfach das Recht herausnimmt und ein Schild, das wohl aus gutem Grund dort stand, einfach woanders hinstellt, damit man sich die Welt so macht, wie sie einem gefällt oder momentan in den Kram passt. Leider gibt es Menschen, die sich nicht und nie an Regeln - außer ihren eigenen natürlich - halten würde. Dass einige Regeln auch ziemlicher Schwachsinn sein können und nur aus purer Regulierungswut entstanden sind, ist zwar auch klar und so manche Regel wäre mal zu überdenken, jedoch trifft das nicht auf alle und bestimmt nicht auf die meisten zu. Ja, solche Worte von einem eingefleischten Renitenten, der gerne mal was gegen aufoktroyiertes Müssen macht. Mea culpa.

Dazu sollte ich noch eine kleine Anekdote aus meiner Grundschulzeit ablassen, die ich hier als passendes Bildnis erachte: Wir hatten in der 1. Klasse ein Mädchen, das sich nie an etwas halten wollte, was man ihr sagte und die sich einfach ihre eigenen Regeln machte. Mitunter mit recht drakonischen Strafen. So riss sie mal ihrer Sitznachbarin ein Büschel Haare aus, weil die es wagte mit einer Ecke ihres Heftes das Mäppchen des Mädchens zu berühren. Als unsere Klassenlehrerin mit ihr schimpfte, saß sie da und schaute ganz verwundert, weil ihr offenbar gar nicht klar war, weswegen man nun mit ihr schimpfte. Sie war ja nicht schuld daran... dachte sie. Auch kam und ging sie, wie sie wollte und egal was die Lehrerin sagte, es kam sofort der Einwand: "Von Dir lasse ich mir nichts sagen!" In der Folge gab es noch mehr solcher Vorfälle, aber erst als sie einem Mitschüler in den Hals biss, weil er an ihr vorbei wollte und sie ihn nicht vorbei lassen wollte, worauf er sie einfach zur Seite schob, reagierte die Schulleitung und nahm das Mädchen aus der Klasse.

Ganz verstanden hatten wir das in unseren jungen Jahren nicht. Wir wunderten uns nur darüber, warum sie nicht mehr in die Schule kam. Ab und an sahen wir sie, wie sie mit einem Eis in der Hand durch den Ort lief. Natürlich erkundigten wir uns nach ihr, bekamen aber nur die lapidare Antwort, dass sie krank sei. Nun hieß für uns Kranksein, dass man mit Fieber und Husten im Bett liegt und nicht quietschvergnügt herumspringt. Als wir einmal an ihrem Wohnhaus vorbeikamen, saß sie am Fenster und lachte uns sogar aus, weil wir in die Schule müssten und sie nicht. Da dachten wir: "So eine Krankheit hätten wir auch gerne."^^ Naja, was weiter aus ihr wurde, bekamen wir nicht mit. Man hatte sie nicht mehr gesehen. Kurioserweise musste ich vor ein paar Jahren an sie denken und ich fragte mich, was wohl aus ihr wurde. Kurze Zeit darauf las ich in der Zeitung, dass sie im Alter von nur 32 Jahren starb. Irgendwie spooky.

Was ich damit aber ausdrücken möchte, ist, dass ich dadurch selber einen Eindruck davon bekam, wie es wäre, wenn sich niemand mehr an gesellschaftliche Normen halten würde und das wäre keine Welt für mich. Obwohl es den Menschen wohl danach gelüstet, betrachtet man so manche Dystopie...
möchen
04. Apr. 2020, 14:19
:(wink)
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