Datum: Samstag, 27. September 2025
Zeit: 14 Uhr 55
Ort: Adenauerring, Worms
Von Donnerstagnacht auf Freitagmorgen fand ich den Weg ins Bett nicht. Gut, dass ich vom Alltag befreit war. Ich schlief bis in den frühen Nachmittag hinein.
Rief Mails ab, duschte, erledigte kleinere Aufräumarbeiten.
Eine Dreiviertelstunde später stand ich im Hof der Kerbe-Prinzessin. Auch wenn ich das Jahr über für sie aktiv war – eine der Hofdamen aus dem letzten Jahr ist nun die neue Kerbe-Prinzessin – holte ich mir die Absolution, fotografieren zu dürfen.
Die Kerbe-Prinzessin und ihre beiden Hofdamen waren freundlich, ebenso die anderen Majestäten aus der Umgebung, die zum Empfang geladen waren.
Auch über die Feuerwehr, das stark aufspielende Blasorchester oder die übrigen Gäste und Helfer lässt sich kein böses Wort verlieren.
10 °C und herbstlich war das Wetter.
Die Stimmung hingegen, bestens. Auch die fotografierten Bilder sahen beim Durchschauen gut aus.
Hofdamen und Prinzessin wurden – ebenso wie die anderen Majestäten und der Kerbebaum – von Feuerwehr und Blasorchester durch die Straßen vor das Rathaus eskortiert.
Die Straßen leer. Sehr schade!
Vor dem Rathaus jedoch Betrieb. Auch wenn das kühle Herbstwetter sicher viele Familien davon abschreckte an der Kerberöffnung teilzunehmen.
Der Bürgermeister hieß sein Volk und die Gäste willkommen.
Kleine Tänzer aus unserem Verein traten auf. Während der Krönung der neuen und der Verabschiedung der alten Kerbe-Prinzessin setzte leichter Regen ein. Der Platz vor dem Rathaus leerte sich daraufhin in Rekordzeit.
Die Feuerwehr stellte unter den Klängen des Blasorchesters den Kerbebaum auf.
Der Kerbeplatz war trotz des nun nur noch schwachen Regens gut besucht. Die älteste Tanzgruppe aus dem Verein – für den auch ich tätig bin – übernahm einen Getränkestand. Damit finanzieren „unsere Tänzer" ihre Kostüme. Sie alle mit dem Foto einzufangen war nicht einfach, da sie ja mit der Getränkeausgabe beschäftigt waren.
Es gab ein Partyzelt, Entenfangen, einen Bratwurst- und Pizzastand, ein Karussell, Dosenwerfen und weitere Buden. Außerdem einen separaten Bierstand.
Was fehlte, war eine Fahrattraktion für die 12- bis 99-Jährigen. In den letzten Jahren gab es sie mit einem „Free-Fall-Tower".
Um kurz nach halb neun war ich wieder zu Hause.
Ich hörte die Radioreportage des Fußballspiels zwischen Bayern München und Werder Bremen (4:0).
Die Eltern sahen – wie traditionell am letzten Freitag im September – die Wahl der deutschen Weinkönigin. Sie tranken dazu eine Flasche neuen Weins (Federweißer), aßen Nusspralinen und wirkten zufrieden.
Die Sonne strahlt. Bestimmt angenehme 17 bis 20 °C.
Es ist komplett windstill. Der Adenauerring ist gut besucht. Menschen daddeln auf ihrem Handy herum, fotografieren die Blumen und Pflanzen, unterhalten sich und genießen nach den kühlen Tagen alle gemeinsam die warme Sonne.
In dieser Einfachheit und Leichtigkeit wirkt die Welt nahezu vollkommen. Vielleicht so nahe an dem perfekten Platz, der sie sein könnte, wie nur ganz selten.
