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„Von Frühstückstunden und epischen Götterwunden“

John Baker Sander
9. August 2026(bearbeitet)
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Der Himmel ist ziemlich dunkel. Es sieht gar nicht so heiß aus – eher wie endlich der Tag, an dem die wohlverdiente Sommerabkühlung ins Haus steht. Alle mal von der nicht enden wollenden Hitzewelle der vergangenen Woche aufatmen können.

Dann schaut man, was die kleine hauseigene Wetterstation vermeldet. 36 C. Noch immer passt das nicht zusammen mit dem, was man da draußen mit den eigenen Augen wahrnimmt. Schließlich rascheln alle Hecken und Sträucher und auch die große Tanne, die auf dem Grundstück steht.

Man überzeugt sich selbst davon. Wagt den Schritt ins Freie.
Da ist der Wind, aber auch sofort die Wärme. Keine Abkühlung – stattdessen eher, als würde man unter einem Föhn stehen. Wind, der einen zusätzlich zum Schwitzen bringt.

Noch nie habe ich mich auf vorausgesagte „nur“ 29 C am Dienstag so gefreut.


Am Samstag nahm ich beim nachträglichen Geburtstagsfrühstück meines Bruders teil. In einem Café, das „Ohne Gleichen“ hieß. – Bruder und Freunde waren dort schon öfter frühstücken.
Ich bin bisher nur daran vorbeigelaufen. Es ist in der Nähe des Hauptbahnhofes zu finden. – Wir waren zu acht.

Bruder amüsierte sich hervorragend.

Mama wirkte an der Seite ihres Mannes auch sehr zufrieden. So sehr zieht es sie nämlich, egal zu welchen Unternehmungen, gerade nicht aus dem Familienhaus.


Und Vater war – wie nicht anders zu erwarten – schon ein wenig der Punkt, an dem sämtliche Gesprächsfäden zusammenliefen.

Ich wortkarg, die anderen redseliger.

Dennoch war es sehr okay für mich. Die Bedienungen waren überaus freundlich und in ihren 20igern. Ich nehme an, Studenten, die sich ein Zubrot verdienen.

*Seltsam, wie komme ich denn darauf, dass das „Zugbrot“ heißt?
Minutenlang versuche ich eben, dem Worddokument den Begriff schmackhaft zu machen, doch es lehnte ihn immer wieder ab, wie sich herausstellte, zu Recht. Das heißt wirklich „Zubrot“, was nun sogar in meinem Verstand und in meinen Ohren Sinn macht. *

Aus der Küche schauten ab und an ein, zwei ältere Damen freundlich heraus, die meiner Meinung nach bei Weitem keine 20ig mehr waren, doch mit Feuereifer die leeren Schalen und Körbchen wieder auffüllten. Schön, wenn mehrere Generationen Hand in Hand arbeiten.
Männer als Arbeitskräfte habe ich während der gesamten Zeit gar keine wahrgenommen.

Es gab: Cornflakes, Müsli, Joghurt, Frikadellen, Weißwürste, kleine Grillwürste, Lachsbrote, Schmalzbrote, Schokoladenaufstrich (was ich noch nie zuvor gesehen hatte: Ein riesiges Glas Schokoladenaufstrich war an einer Zapfanlage zur Selbstbedienung angeschlossen), Käse in allen möglichen Varianten, Körnerbrötchen, Milchbrötchen, Tomaten, Gurken, verschiedene Sorten Obst, Schinken, Wurst, Senf, Ketchup, Rührei, Omelett, gekochte Eier und ich meine auch Brot.

Kaffee (in sämtlichen Abwandlungen), Tee (sicher in verschiedenen Sorten), heiße Schokolade (mit und ohne Sahne).

Die Toiletten strahlten vor Sauberkeit.

Es heißt, bei diesem „Ohne Gleichen“ wäre auch ein Biergarten dabei – davon sah ich aber nichts außer einer Tür, die nach draußen führte.

Ich hielt es so zweidreiviertel Stunden aus – bevor ich mich auf meine Wege aufmachte.

Die Stimmung unter Bruders geladenen Gästen in Kombination mit unserer Familie war gut.

Mir war es vielleicht – genau wie Mama – in diesem „Café“ einen Tick zu dunkel – was aber auch mit der Hitze draußen zusammenhängen konnte.

Pappsatt waren wir alle.

Auch wenn es schwerfiel und ich nur auf ausdrücklichen Wunsch daran teilnahm, heißt es hier – Danke, Bruder.



Dass der liebe Gott kleine Sünden sofort bestraft, bekam ich auch mal wieder zu spüren. Ich dachte kurz daran, während ich mich noch im Bad rasierte, doch vom Frühstück fernzubleiben – trotz meiner Zusage.
Schon floss, etwas versetzt auf Höhe des rechten Auges, Blut. Das Blut tropfte aus der Wunde unaufhaltsam, ich sah aus, als wäre ich auf einen Killer aus irgendeinem Horrorfilm getroffen, der mich langsam meucheln wollte.

Gut, dass ich noch einen eingepackten halben Rasierstift fand, der mich zwar heftig aufstöhnen ließ, als ich ihn auf die Wunde drückte, aber auch sofort die Blutung stoppte. – Rechts vom Auge trage ich gerade eine kleine lila Wunde spazieren.

Möglicherweise gebe ich jetzt damit an, dass ich mir diese schwere Wunde zugezogen habe, als ich Prinzessin „Kaffeelinde von Brötchental“ in einen epischen Kampf – ohne Gleichen – gegen den Buffet-Drachen verteidigte.

Das klingt doch ausgesprochen realistisch und glaubhaft.




Passt gut auf euch auf, wer immer ihr auch seid!?


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