Am Freitag saß ich von 11 Uhr bis kurz nach 13 Uhr schon in der Halle. Zuvor hatte seit acht Uhr die Frau von der Stiftung – und ehemalige Klassenkameradin aus der Grundschule – bis zu ihrem Physio-Termin die Männer von „Fratufa“ beaufsichtigt und für Fragen zur Verfügung gestanden.
Männer, die
einen exzellenten Job machten.
Sie schafften und schwitzten und bauten innerhalb von fünf Stunden die
komplette neue Anlage in der Turnhalle ein.
Wurde doch
eine neue Sportanlage in der Halle installiert.
So dass nun alle Altersklassen leistungsgerecht dem Sport – den ich auch als
Trainer ausübe – nachgehen können.
Natürlich
kann auch der Schulsport die Anlage nutzen.
Die Trainingseinheiten schwebten zwischen sehr, sehr gut und zufriedenstellend.
Enttäuscht war ich von meiner Sandwichgruppe. Also von der Gruppe zwischen den Jüngsten und Ältesten. Nicht sportlich war ich enttäuscht. Aber zugegeben, ein klein wenig menschlich.
Ein Trainingsteilnehmer vermisste seine Trinkflasche.
Wir konnten die Trinkflasche zuerst nicht finden.
Nach dem Training der Gruppe fragte ich jeden Trainingsteilnehmer, ob er die Flasche versteckt hätte. Alle beantworteten die Frage mit einem klaren:
„Nein.“
In der letzten Trainingsstunde des Freitags fanden Trainingsteilnehmer in einer Ecke des Geräteraumes – als sie Sportsachen wegräumten – die vermisste Trinkflasche.
Es mag mehr Dinge zwischen Himmel und Erde geben, als wir denken. Doch dass die Trinkflasche Füße bekommen hat und selbstständig in eine Ecke des Geräteraumes gelaufen ist, das glaube ich nun doch nicht.
Um kurz nach 20 Uhr 30 war ich zu Hause.
Ich wurde gebeten, noch Fotos für die Vereinsveranstaltung am Sonntag herauszusuchen und zu versenden, so dass diese zur Verfügung stehen, wenn sich der Verein mit seinen Abteilungen jährlich vorstellt.
Mein Glück war, dass die Stuttgarter gegen Köln 4:1 spielten. Das hörte ich mir im Radio an und unterhielt mich beim Heraussuchen der Vereinsbilder gut.
Ab 23 Uhr saß ich in meinem Zimmer.
Während ich in der Halle trainierte oder trainieren ließ und entlaufene Trinkflaschen suchte, spielte die deutsche Basketball-Frauennationalmannschaft ihr erstes WM-Vorrundenspiel gegen Spanien. Das deutsche Team verlor klar mit 53:83.
Am Samstag
gewannen die deutschen Frauen bei der Heim-WM mit 74:56 gegen Japan. Und Mali,
der Außenseiter, schlug die Spanierinnen.
Verrückt!
Ich suchte eine Möglichkeit, meine Tasche in der Wormser Innenstadt einzuschließen. Doch ich wollte nicht zum „Kaufland“ oder „Media-Markt“.
Deshalb kam ich nach vielen Jahren mal auf die Idee, beim Infostand in der „Kaiserpassage“ nachzufragen, ob man irgendwo seine Tasche abgeben oder wegschließen könne.
Tatsächlich bekam ich die Antwort: Auf dem Weg ins Parkhaus der „Kaiserpassage“ – Worms größtes Einkaufscenter – gleich rechts.
Ich musste meinen Ausweis abgeben. Dafür bekam ich einen Schlüssel zu den Spinden ausgehändigt.
Eingetrichtert
wurde mir, bis 19 Uhr 30 müssten sie ihre Tasche und ihren Ausweis wieder
ausgelöst haben.
Gesagt, getan.
Ich wanderte
mit Fotoapparat um den Hals zum Festplatz.
Dort über das Backfischfest. Das bei hochsommerlichem Wetter von
über 30 °C. Ich mochte die Atmosphäre. Fotografierte Begegnungsorte,
Fahrgeschäfte und ein wenig wild in die Menschenmenge hinein.
Auffällig: Die Sommerkleidung war allerseits zurück. Möglicherweise spürten die Backfischfest-Besucher, dass sich der Sommer sehr langsam, aber doch stetig seinem Ende zuneigt.
Die Geisterbahn versetzte mir von außen einen leichten Grusel.
Ein- oder zweimal bin ich in meinem Leben mit der Geisterbahn auf dem Backfischfest gefahren. Damals wurde noch klischeehaft der Wagen von einem elektronischen Chinesen mit Strohhut gezogen.
Die riesige Teufelspuppe vor der Geisterbahn war ebenso klischeehaft, dass sie meinen Vorstellungen vom Herrn der Finsternis genau entsprach.
Apropos
Geisterbahn: Manchmal denke ich, die Spitze kann ich mir gerade nicht
verkneifen, mein Bruder wäre da auch gut aufgehoben.
Menschen erschrecken kann er ausgezeichnet.
Die Menschen feierten ausgelassen das „Backfischfest“. Und ich sah gerne dabei zu. Ob die „Backfisch-People“ nun gemütlich beisammensaßen oder über den Platz wie ich auf Entdeckungsreise waren.
Mit Vater kam ich am Abend nicht aus, wie ich sollte
und wollte.
Kleinere, unnötige, wortreiche Krabbeleien.
Passt auf euch auf, wer immer ihr auch seid!?
