Mit Vorsatz setzte ich mich nicht mehr Samstagnacht an
einen Blog.
Ich war viel zu müde. Von 15 Uhr – und nimmt man eine
kleinere Atempause heraus – bis 0 Uhr 30 habe ich Bilder bearbeitet. Damit ist
auch geklärt, was ich sonst so am Feiertag tat: nix.
Ich fiel ins Bett. War müde und schlief.
Sogar bei meinem Verein erlaubte ich mir, den Aufbau
der Tanzabteilung auszusetzen. Dafür hängte ich zwei zusätzliche Stunden Schlaf
an.
Gute gelaunt, frisch geduscht – und eine Mama, die mich wie einen Schulbuben löcherte, was ich frühstücken mochte, bis ich aß, was sie sich – gefühlt – für mich ausgedacht hatte. Mama ist manchmal zu nett. Und viel zu besorgt um ihre Söhne. Genau den, über den ich manchmal nicht die besten Töne herauslasse. Doch bin ich der Meinung, dass ich insgesamt schon fair mit dem bin, was ich so von mir gebe.
Die Abteilung verdiente Geld für Tanzkostüme.
Sie baute einen Kuchenstand, Würstchenstand und Trinkstand auf. Mit humanen
Preisen.
Es gab Slushys in den Farben Rot und Blau. Das Ganze sieht aus, wie wenn man
den Kühlschrank abtaut und das Eisfach säubert, nur in Farbe.
Ich habe den Slushy bisher noch nicht versucht, doch
die Welt um mich herum – selbst Erwachsene – mögen ihn sehr gerne.
Höhepunkt war jedoch das Maislabyrinth, das genau hinter dem kleinen Plätzchen stattfand, auf dem Kuchenverkauf und Co. aufgebaut waren.
Der Zugang zum Maislabyrinth kostete nichts. Nada –
wer wollte, konnte eine kleine Spende für die Tanzabteilung machen.
Ich lief durch das Maislabyrinth. 25 C und dabei großzügige Wege, um sich durch
das Labyrinth zu bewegen.
Ein mulmiges Gefühl, ob ich den Ausgang finden würde, hatte ich nicht. Eher die stille Hoffnung: Hoffentlich sind da keine Ratten oder anderes Feldgetier. unterwegs. Einige Male hörte ich es nicht menschlich knacken. Gesehen habe ich von unerwünschten Krabbelviechern allerdings nichts.
Die Menschen, die einem im Maisfeld begegneten, waren alle bestens gelaunt. Nimmt man eine Frau aus, die mich finster anblickte und mein allseits bekanntes „Hallo“ mit einem finsteren „Guten Tag“ beantwortete. Sie drehte sich von mir weg und lief in die eine, ich in die andere Richtung davon.
Mais gab es nur wenig zu sehen, die hohen Pflanzen standen dafür Stück für Stück dicht beieinander. Eine eindrucksvolle Rätselkulisse bietet so ein Maislabyrinth.
Man bekam einen Zettel und einen Stift ausgehändigt,
auf dem man ein Lösungswort eintragen konnte.
Im Maislabyrinth suchte man also nicht nur den Ausgang, sondern auch versteckte
Buchstaben, die in die richtige Reihenfolge gebracht das Lösungswort ergaben.
Die Kinder bekamen, als sie aus dem Labyrinth kamen,
sofort eine Kleinigkeit. Stift, Hüpfbällchen, Aufkleber, Haargummi.
Möglicherweise wird noch ein Hauptpreis ausgelost, denn dann bekommt die
ausgeloste Familie einen Preis, wenn sie durch das Aufschreiben des richtigen
Lösungswortes daran teilnimmt.
Sofern man bereit war, seine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse anzugeben.
Außerdem gab es Kinderschminken. Toll, wie viele Stunden die Tanzmädels das anboten. Ein Kind nach dem anderen wurde in eine Fee, einen Schmetterling, ein Monster, einen Roboter oder eine Katze verwandelt.
Auch konnte man Kürbisse für einen schmalen Geldbetrag
erwerben.
Selbst der riesigste Kürbis kostete nicht mehr als 5 Euro.
Von 14 Uhr bis 18 Uhr nahm ich an der sehr gelungenen Vereinsveranstaltung teil.
Danach bauten wir – Tanzabteilung und ich sowie einige
Ehemänner der Tanztrainerinnen – die Verkaufsstände und Sitzgelegenheiten ab.
Wir fuhren die Bänke und Tische zurück aufs Vereinsgelände.
Dabei stellte ich fest: Ich muss ein wenig was für
meine Kraft tun.
Nach Tisch 4 war ich körperlich schon ziemlich platt. Mein Wille ließ mich noch
wesentlich leichtere Sitzbänke stapeln.
Zuhause warteten auf mich Steaks und Kartoffelsalat. Wie schön, wenn einer solche Eltern hat.
Wir sahen als Familie noch ein gutes Remis der
deutschen Fußballnationalmannschaft in Griechenland (0:0). Bruder saß ganz
rechts auf der Couch neben Mama, es folgte Papa und ich auf der benachbarten,
seitlich aufgestellten Couch ganz links. Familienstimmung war okay, weit jedoch
entfernt – zwischen Bruder und mir – von einem Ole.
Das Wochenende war wichtig. Tat gut – ähnlich wie das vorangegangene.
Was ich deutlich festgestellt habe:
Wenn mir auch im Moment die Kraft fehlt, so richtig Tische durch die Gegend zu schleppen,
bin ich doch immer fähig, einen Ausgang zu finden. Egal, welches Labyrinth ich
betrete, ob real oder in Gedanken. Wenn es auch mal länger dauert.
Passt auf euch auf, wer immer ihr auch seid!?
