Selbst die schlimmsten Geister hätten gestern Nacht keinen Blog mehr aus mir herausgequetscht. – Ich war Gefangener einer angenehmen Müdigkeit.
Ich hätte auch nur erzählen können: Nudelpampe lecker.
Sechs Stunden in der Turnhalle verbracht und mit den
Trainingseinheiten sehr zufrieden. Zum Ausschmücken fehlten mir in der Nacht
zum Samstag Ansporn und Kreativität.
Ich schlief mit einem Podcast auf den Ohren ein, in
dem sich der „Stucki“ mit dem Menschen unterhält, der den „Atze“ verkörpert.
Das war ein außerordentliches Gespräch. – Ich habe zwar kein „Vodafone“, doch
die Werbung, die „Benjamin von Stuckrad-Barre“ macht, mag ich.
Die hat etwas ironisch Ehrliches und ist so überdreht, dass sie normaler wirkt
als jede andere Werbung im TV oder Radio, die ich kenne.
Der Samstag war nach einer viel zu kurzen Nacht – und
einem viel zu langen darauffolgenden Schlaf – dem Verein gewidmet.
Vereinshalloween. Schön! … und alles andere als gruselig schlimm.
Menschen in meinem Alter und jüngere begleiten ihre
Kinder als „verrückter Hutmacher“ oder tragen Kostüme, die sie wie eine
Discokugel wirken lassen. Meist jedoch tragen sie gar keines. Bei den Mädels
stehen Horror-Schulmädchen und Vampirkostüme hoch im Kurs, bei den Jungs:
Joker, Skelette oder Ninja-Kämpfer.
Zum Fotografieren kam ich erst in den letzten 45
Minuten. Zuvor leitete ich die Spielstation „Dosenwerfen“.
Ich begrüßte die über 130 Kids, die fünf
Spielstationen durchlaufen konnten, um eine kleine Tüte mit Naschwerk zu
gewinnen, an meiner Station immer mit: „Wer kann die Dosen abwerfe, die Nerven?“
Lust zum Dauerbücken hatte ich auch nicht wirklich.
Damit die Kinder ihren Stempel bekamen und ich dabei
kreuzschonend arbeiten konnte, hatte ich mir etwas einfallen lassen.
Ein Junge, der Lust hatte, mich zu unterstützen, half mir dabei. Dafür wurde er
von allen Verantwortlichen, mir und vielen Eltern gelobt.
Ich sagte zu den Kids: „Das sind Zauber-Grusel-Dosen.
Wenn man diese nicht innerhalb einer Minute aufhebt, fliegen sie davon. Was
doch sehr traurig wäre, denn dann müssten wir die Spielstation ja schließen.“
Nein, dass nahmen die Kids nicht ernst. Sie nahmen es als das, was es war: ein Späßchen. – Hatten aber Freude daran, wenn ich sagte: „So schnell hat noch niemand die Dosen je aufgehoben, damit sie nicht wegflogen.“
Somit hätten wir fast ins Rekordbuch gehört, stellten
wir doch mindestens 120 neue Rekorde auf.
Eine Kinderdisco mit einem DJ gab es ebenfalls.
Auch gab es ein Buffet mit Käsekuchen, Donuts und
Schokoladenkeksen. Für die Erwachsenen gab es Glühwein und für alle
Softgetränke und Wasser.
Auch den Gruseltunnel gab es wieder.
Neu in diesem Jahr war neben der bekannten Gruselhexe
ein riesiger Gruselziegenbock, der durch den Tunnel schlich. Die älteren
Jahrgänge neckte und erschreckte er ein wenig, während er sich vor den
kleinsten mutigen Halloween-Tunnelgängern streicheln ließ und sich zahm zeigte.
Die Ausstattung war auch in diesem Jahr toll.
Es gab eine Friedhofsgruft, um die – so wie es aussah – schwarze
Kapuzenmännchen tanzten, Gespenster in den Bäumen, Riesenskelette und Kürbisse.
Riesenmonster, die durch ein Fenster schauten. Kleine Hexen und Monster, die frech
herumbrüllten, wenn man an ihnen vorbeiging.
Ich habe während der dreistündigen Veranstaltung kein
einziges trauriges Gesicht gesehen.
Für mich ging es nach dem Abbau als einer der letzten
drei vom Vereinsgeschehen nach Hause.
Zuhause sah ich mit Papa „das aktuelle Sportstudio“. Nicht von Anfang an, da Papa zuvor mit Mama „Klein gegen Groß“ ansah. Eine Sendung, mit der ich zumindest bisher nicht viel anfangen kann.
In einigen Stunden, gottseidank nicht ganz so früh,
geht es zu einem Auswärtswettkampf mit einem meiner Sportteams.
Was ich mir wünsche, sogar sehr wünsche: einen
Sonntag, der einfach nur Gutes ausstrahlt und nichts Verrücktes in der
Hinterhand hat.
Was so aussieht: 9 Uhr 20 aufstehen. 10 Uhr 20 zum
Wettkampf gehen. Gegen 14 Uhr bis 15 Uhr heimkehren. Ein zusätzliches
Wohlfühlschläfchen bis etwa 17 Uhr. Danach kurz in den Stammchat schauen. Essen
mit der Familie. Bisschen TV, bisschen lesen und dabei im Kopf genesen. Dann
heißt es, wie jetzt auch: Licht aus, Augen zu! – Ruh!
Passt auf euch auf, wer immer ihr auch seid!?
