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„Erinnerungen an das Eismännchen“

John Baker Sander
8. April 2020(bearbeitet)
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26,5 C° zeigte das Thermostat am Nachmittag an.
Draußen Sonne pur. Bienchen die summen, Hummeln die brummen, Nachbarskatze liegt im Grass.
Ich sitze einige Meter entfernt und putze den Motorisierten Rollladen von außen. Schweiß fließt mir von der Stirn.
Wenn schon keinen Sport, dann wenigstens hier vor dem Rollladen mit dem Putzlappen in der Hand. ; Strecken und Recken.;

Ich höre ein klingeln von der Straße. Von wem oder was auch immer? – Dennoch löste das Klingeln Augenblicklich in mir eine Erinnerung aus.Nämlich an den fahrenden Eismann aus meiner Kinderzeit.
Vom uns liebevoll Eismännchen genannt.
Der mit seinem Kleinbus durch unsere Straße fuhr und dessen Glocke schrill klingelte.
Der Kleinbus war meiner Gedächtniskraft zufolge zuerst weiß.
Später war der Eiswagen blau. Mit einer unübersehbaren großen Eiswaffel auf der Tür. Aus der verschiedenen Bunte Eiskugeln herausragten. Ich meine auf dem Verkaufswagen stand in dicken roten Buchstaben: EIS!

In meiner Kindheit war es laut meinen verhafteten Erinnerungen durchweg im Sommer heiß. Von Mai bis September brannte die Sonne unablässig.
Sobald der Eismann durch unsere Straße fuhr, stoben alle Bewohner aus ihren Häusern um an ein kühles Eis zu gelangen.
Es war immer wieder aufs Neue ein highlight, wenn das Eismännchen im Hochsommer durch die Gassen klingelnd brauste.


- Der Eismann hatte in meinen Erinnerungen, dichtes dunkles kurzes schwarzes Haar, trug ein kleines Bäuchlein vor sich her und stets eine Sonnenbrille mit Goldumrandung. Darüber machten mächtig buschige Augenbrauen auf sich aufmerksam. Der Fahrende Eisverkäufer hatte eine dicke sympathische Kartoffelnase und trug ein breites einnehmendes Lächeln auf seinem Gesicht. Um des Eismännchens Hals hing eine riesige goldene Kette. Mit dicken Oberarmen portionierte er geschickt die Bestellten Eismengen. Außerdem hatte er immer einen Scherz auf den Lippen. -

Oft saßen wir gerade beim Abendbrot, wenn wir das markante Klingeln hörten, betteten dort bei den Eltern um ein Eis, das gefühlt immer bewilligt wurde.
Oder wir Kinder passten schon lauernd den Eismann bei der Einfahrt in die Straße ab. Geld hatte man uns in diesem Fall schon vorher zugsteckt.
Anderenfalls hatten wir, was nicht häufig vorkam, Tatsächlich welches in unseren Hosentaschen.


Manchmal habe ich das Gefühl, wenn mich so unverhofft Erinnerungen überrennen, sind das mit dem wertvollsten Dinge, die ich besitze. Ich weiß natürlich das Dinge greifbar sein müssen – Für mich fühlen sich diese Rückblicke jedoch ausgemacht greifbar an!


Kommentare (3)

Hasal
09. Apr. 2020, 09:20
Hi John, den Eismann den kannte ich auch noch. Sein Eis schmeckte besonders gut. Ja da kommen dann Erinnerungen hoch, es war im allgemeinen eine schöne Zeit. Ja früher war das Wetter auch noch länger beständig, heute wechselt es zu schnell. Der Winter ist auch schon länger nicht mehr, was er mal war.
Ich dachte , Du hättest Muskelkater , aber Rollos hast auch noch geputzt:D
möchen
09. Apr. 2020, 10:15
ich finde super geschrieben:(angel)
Jenny
11. Apr. 2020, 09:32
Hi John,ja so ein Eismännchen kenne ich selbst auch noch,als ich noch in Duisburg lebte,kam er immer in einem orangefarbenen Wagen,Käsemann hieß der. :D Auch in der Zeit,als ich in Dortmund wohnte kam immer der Eismann,ich glaube,der kommt da auch heute noch.
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