Eine geschätzte Tante hatte - am Samstag - einen runden Geburtstag.
Da wir in diesem Jahr aufgrund Convid-19 nicht gemeinsam feiern konnten, riefen Eltern & Co selbstverständlich bei der Jubilarin an. Übermittelten Telefonisch ihre Glückwünsche.
Ich war anfangs sogar etwas angefressen, das man meinen Namen nicht bei den übertragenen Gratulationen dranhängte.
Weiß man doch ganz genau, wie wenig ich der privaten Telefoniererei irgendetwas abgewinnen kann.
Ich entschloss mich - der Tante per Smartphone- einige liebe Zeilen zum Ehrentag zum Schreiben.
Wie ich nahestehenden Menschen davon berichtete wurde ich hierfür stark gerüffelt: „Zu unpersönlich"! „Das kann man nicht machen!", „Du bist ein Kasper!".
Ich stelle mir die Frage - vielleicht fehlt mir auch einfach die Empathie dafür - wieso ein Anruf mehr zählen sollte, wie schriftliche Gratulationen?
Zumal schriftliches als sichtbare Erinnerung verwahrt werden kann. – Ob das wirklich keine andere Person so sieht wie ich?
Am Nachmittag sah ich äußerst gechillt den Film „Paper-Man".
Mit Emma Stone, Jeff Daniel, Lisa Kudrow, Kieran Culkin und Ryan Reynolds in den Hauptrollen. Dementsprechend Prominent besetzt.
Diese Tragikomödie wurde bereits 2009 abgedreht. Ein ruhiger Film. Kleines feines Independent Kino. In dem ich durchweg die Story, das tolle Spiel und vor allem die Dialoge – mit starken Sätzen, die zu zitieren lohnen - mochte. Zum Exempel: „Ach, wäre doch nur alles in der Welt mit Butter bedeckt. Das wäre eine wundervolle Welt."'
Im Vordergrund stehen der Autor Richard und die 17jährige Abby, die Freundschaft schließen und in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstufen versuchen, die Dämonen ihrer Vergangenheit zu bewältigen. Sowohl Abby wie auch Richard werden von je einer unterstützenden Halluzination begleitet, die je nach Gefühlszustand auftaucht.
Ich würde den Film mit liebenswert schrullig beschreiben.
Charaktere die mich erreichen, ich will da mitfühlen und mithoffen, dass die Figuren ihr Tief überwinden. – Die Geschichte schafft es mich immer aufs Neue zu überraschen.
Wobei ich glaube, dass mich „Paper-Man" an einem kalten Wintertag - mit einer heißen Tasse Pfefferminztee in der Hand - sogar noch deutlich mehr hätte einnehmen können?
Mein Ostersonntag 2020 fand im allerengsten Familienkreis statt.
Leichte Gespräche. Leckeres Essen. Salat, Nierenbraten, Klöße, Soße. Zum Dessert ein leckeres Schokoladen-Vanille-Ei aus Eis.
Später Kuchen. Für alle Schlemmermäuler gab es am Abend noch bunte abgekochte- oder Schokoladen Ostereier. Danke, Mama & Papa!
Traditionell schaute ich am Ostersonntag Traumschiff. Das genau das tat, was es tun sollte, es unterhielt.
Meine Pläne für den Ostersonntag sind höchst bescheidener Natur.
Ich möchte, ausschlafen. Erneut viel im engen Familienkreis lachen, gute Gespräche mit erwähnter Familie und schriftliche Unterhaltungen mit Freunden (und anderen spannenden Menschen) führen.
Filme schauen, Podcast hören.
Womöglich gelingt es mir, ein wenig an meinem Vorsatz zu arbeiten, wieder selbst auf meine Mitmenschen inniger einzugehen?
