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„Mädchenfilme geschaut!“ … und nicht aufs Skateboard getraut!“

John Baker Sander
14. April 2020(bearbeitet)
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Ostern 2020 geschafft!
Nehme ich die Nachrichten aus, die in den letzten Tagen nur eine untergeordnete Rolle für mich spielten, war Covid19 kaum ein Feiertagsthema. – Gott-sei-dank!

Mit einer Ausnahme.
Ich schrieb Online mit einer Bekannten, die als Pflegekraft arbeitet. Sie schilderte gefühlsbetont, wie schwer es älteren Menschen fällt - gerade jetzt zu Ostern - auf ihr gewohntes Familienumfeld zu verzichten. Das etliche Heimbewohner, verständlicherweise, mehr als nur ein Tränchen aus diesem Grunde verdrückten.
Dennoch, ohne das aufmerksam machen, hätte ich garantiert nicht einen einzigen Gedanken an diese Menschen verschwendet.


„Mädchenfilme!"
Gibt es ein scheußlicheres Wort? - Eine Freundin von mir verwendet diesen Ausdruck immer mal wieder. Wenn auch meist um mich kameradschaftlich zu necken, weil ihr meine Abneigung gegen diesen absonderlichen Begriff bewusst ist.
Sie bezeichnet mit der Formulierung Mädchenfilme, alle Filme, wo im Vorhinein feststeht, das Gefühl und Beziehung im Vordergrund der Handlung steht.
Ich bin der Meinung, es gibt nur: „Gefällt mir" oder eben „Gefällt mir nicht".
Meine Person würde sich im Nachhinein in den Hintern treten, hätte Sie denn ein oder anderen „sogenannten Mädchenfilm" nicht gesehen.

Vielleicht bin ich da so völlig aus der männlichen Art geschlagen?
Ab und zu brauche ich was ruhigeres, vorausschaubares für Herz, das auch sicherlich in Zukunft.

Trotzdem werde ich die Freundin bestimmt nicht bitten, diesen Begriff aus ihrem Sprachgebrauch auszumerzen. Ergeben sich doch daraus immer mal wieder herrliche Dialoge über die wir – so glaube ich – schmunzeln können?


Mir fiel gerade eine Ostererinnerung aus meiner Kindheit ein.
Ich muss elf oder 12 Jahre gewesen sein. Ich hatte die Chance mir ein Skateboard oder ein Videospiel zu Ostern zu wünschen.
Obwohl ich innerlich total für das Videospiel brannte, entschied ich mich für das Rollbrett mit Rädern.
Warum? – Einfach nur, weil gefühlt alle meiner Freunde und Altersgenossen Skateboard fuhren.
Ich habe das Skateboard keine 3x ausprobiert. Dem Videospiel, das mir vermutlich mehr Freude gemacht hätte, stark nachgetrauert.
Ich könnte mir durchaus sehr gut vorstellen, dass, das Skateboard noch völlig intakt auf dem Speicher meiner Eltern steht und bis zum heutigen Tage auf jemanden wartet, der es mehr zu schätzen weiß?

Das war prägsam für mich.
Ich glaube, das hat außerordentlich in meiner Schulzeit mitgeholfen, dass ich nie wieder anderen Trends, weil sie alle gemacht haben, blind hinterhergerannt bin. – So hatte auch dieser Fehlwunsch in der Tat – rückwirkend - etwas Gutes!


Kommentare (6)

Fizzy Lemon
14. Apr. 2020, 07:45
In der Kindheit/Jugend rennt man gerne den Trends nach, weil das "alle" machen und man die Angst hegt, was zu verpassen, würde man das nicht haben/machen. Auch bei mir gab es den einen oder anderen Moment, in dem ich dachte, ich bräuchte das auch unbedingt... jedoch war mein Wunsch nach Individualität größer als der Gruppenzwang und so blieb ich mir schon recht früh treu. Was mir nicht nur Freunde bescherte.

Bei manchen Menschen ist das aber heute noch so, dass sie immer allen anderen nachrennen. So muss man unbedingt auf Facebook sein, weil da alle sind... obwohl man selbst gar nicht weiß, was man da eigentlich soll. Essensbilder und Kloselfies posten... na toll. Man muss auch zwingend bei WhatsApp sein. Weil da alle sind, dann kanns ja nicht falsch sein. Hurra, ich bin dabei! Und es ist so schön einfach, nichts denken zu müssen...
Jenny
14. Apr. 2020, 09:22
Hi John,was Klamotten betrifft,war ich auch zu meiner Schulzeit immer auf den neuesten Stand,doch in Sachen Musik fiel ich völlig aus der Rolle,was ich auch heute noch mache :D. Ansonsten renne ich heute keinen Trends mehr nach,was Facebook,Twitter und Co.betrifft,das will und brauche ich alles nicht.
Was die Mädchenfilme betrifft,schaue Dir das an,was Dir gefällt,sieh nur Hausmeister Freundlich,der trinkt seinen Hugo,hört die Flippers,also nichts,was ein echter Kerl machen würde.:p
möchen
14. Apr. 2020, 16:44
:( ich finde es schön geschrieben
möchen
14. Apr. 2020, 16:45
wunder bar geschrieben:(kiss)
Marcus
14. Apr. 2020, 21:38
;)Das hast du sehr schön geschrieben mir kam leicht die Tränen :(
Hasal
15. Apr. 2020, 17:28
John, ich liebe Märchenfilme, solange sie vor 2000 gedreht wurden, die Neuartigen sind nicht so mein Fall. Es sind wunderschöne Märchenfilme dabei --- sie kommen aus der CZ vorwiegend. Ich habe sie , an diesem Oster Wochenende leider alle verpasst, aber sie werden immer wieder mal im Fernsehen gezeigt.
John, gerade älteren Menschen fällt es schwer, niemanden von der Familie als Besuch zu haben. Es ist meist das einzige was Ihnen noch bleibt, wenn sie im Heim leben. Ich habe es ja auch zu spüren jetzt bekommen , liegst im Zimmer und kaum jemand kommt rein , Bettnachbarin gibt es zu Zeit keine und Besuch auch nicht. Wer dann kein Handy hat zum telen , kann einen leid tun.
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