Ein Phänomen, welches mir immer wieder und vermehrt auffällt ist die Hetze und das Gemotze im Netz – und das zu jedem Thema!
Jeder meint seinen Senf in den sozialen Medien mitteilen zu müssen – als ob deren Meinungen so wichtig wären. Meist sind die Kommentare dann auch nicht sehr höflich oder auch oft beleidigend – man ist ja anonym im Internet und das Internet ist auch ein Raum ohne Anstand und Höflichkeit.
Es fängt ganz klein an: die Kochgruppe. Die Kochgruppe ist gedacht als ein Ort für jeden Hobbykoch um Rezepte auszutauschen und Inspiration zu sammeln. Klar kann man sich streiten wo das Kochen beginnt und wo es endet. Koche ich wenn ich die TK-Pizza in den Ofen schmeiße? Oder muss ich wirklich alles selber herstellen, von dem Teig bis hin zur Tomatensoße (bitte die frischen Tomaten aus dem eigenen Garten) oder dem Käse. Ist eine leckere Kniffte zum Abend schon kochen? Darf ich das posten? Wie kommen die Menschen überhaupt darauf bestimmen zu können, was erlaubt ist und was nicht?
Dann sind da natürlich noch jene, die das Bild kritisieren … da ist ein klecks Suppe auf dem Tellerrand, das hätte man doch fürs Foto wegmachen können – Der Teller ist zu überladen – Das Essen schwimmt in Soße usw. Ich glaube manche Menschen wollen einfach meckern ohne das es dafür einen Grund gibt.
Dann habe ich gestern in einer anderen Gruppe zu vermissten Tieren einen Beitrag gesehen, in welchem 2 kleine Welpen vor einem Supermarkt gestohlen worden sind. Das ist wenn man es mal so nennen darf natürlich scheiße – aber was muss man da auch wieder lesen: Wie kann man nur so blöd sein seine kleinen Hunde da anzubinden, selbst schuld usw. Es gibt doch niemandem das Recht die Hunde mitzunehmen, nur weil die da angebunden sind. Natürlich – ich als Hundebesitzerin – würde niemals meine 2 kleinen 8 Wochen alte Malteserwelpen da unbeaufsichtigt festmachen, weil kleine junge Hunde für Diebstahl super geeignet sind. Aber wie viele Hundebesitzer machen ihren Hund beim Supermarkt oder Bäcker fest? Und es ist dann auch egal ob klein und süß oder groß und „gefährlich" man liest doch immer etwas: Hund gestohlen, Hund provoziert bis er zubeißt, Hund gequält, Hund von Jugendlichen mit Böllern beworfen usw. Also einfach NIEMALS den Hund unbeaufsichtigt lassen PUNKT.
Jeder Mensch macht Fehler, ob es der Tropfen auf dem Tellerrand ist, der gestohlene Hund, die Feuerlaterne die in Krefeld katastrophale Folgen hatte.
Können wir nicht versuchen netter und empathischer zu sein und Vorwürfe, Gemotze und Kritik runterzuschlucken? Dann ist da eben der Tropfen auf dem Tellerrand wenn es mich stört scroll ich weiter oder wenn ich sag hey das sieht lecker aus, dann schaue ich mir das Rezept an.
Die Hunde sind jetzt weg und sind wir doch mal realistisch, die Besitzer werden die Hunde zu 98% wahrscheinlich nie wieder sehen. Dann lasst uns doch einfach empathisch sein und hoffen dass es den beiden Welpen gut geht. Den Beitrag einfach teilen und so bei der Suche helfen. Die Frau macht sich doch schon selbst genügend Vorwürfe.
Dann lasst uns doch einfach menschlich sein und um die verbrannten Tiere trauern – die Menschen haben in einem kleinen Moment nicht nachgedacht und das hätte so vielen anderen auch passieren können. Und ich glaube auch, dass diese Menschen an solchen Ereignissen lange zu knabbern haben werden und eventuell auch nie wieder glücklich werden.
Niemand kann sich von unüberlegten Handlungen freisprechen, wir alle versuchen nach unseren Möglichkeiten das Beste, aber wenn jemand mal „versagt" dann ist das menschlich und lasst uns doch einfach mal ohne Häme, Spott und Gemecker einfach mal menschlich sein.

Kommentare sind in Sozialen Netzwerken, Foren oder ähnlichen Portalen sogar erwünscht, aber bitte so, dass sie für alle er- und zuträglich sind. Konstruktive Kritik kann man höflich vorbringen und ist eben was ganz anderes als vulgäres Meckern.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass das Internet nur dazu erfunden wurde die Häufigkeit des Dunning-Kruger-Effekts zu demonstrieren.