Langsam arbeitest du dich in mir voran, zeigst auf wo die Grenzen sind. Machst mir bewusst das ich doch nicht alles kann, doch nicht so stark bin. Ich spüre dich wie einen Schleier, der auf meinem Leben liegt. Kletterst sachte und leise meine Handspitzen entlang. Wirst lauter, deine Präsenz fordert ihren Raum, wanderst den Tag bestimmend meinen Arm hinauf.
Womit habe ich das verdient, was habe ich getan? War ich nicht immer ein guter Mensch? Warum ich, was soll das?
Wieder haust du mich um und ich liege Tage nur da, regungslos auf dem Sofa, im Bett, halbsitzend am Speisetisch. Zwingst mich zu schlucken, schlucken, schlucken. Während ich weiter nur vor mich hin atme und warte bis du wieder gehst. Oder eben weil du immer da bleiben wirst wie ein Schleier endlich schweigst.
Jeder hat sein Leid, ich eben dieses. Jeder sein Päckchen, ich würd sie euch gerne nehmen, wer nimmt mir meines?
Selbst hinfort gegangen scheinst du mich zu bestimmen, bin Grenzenlos in allem was ich tue, wie ich lebe, lache und liebe. Dennoch gefangen in deinen Ketten und Fesseln. Überall wo ich dabei sein will geht es nicht. Teilnahme unmöglich, alle anderen Leben geordneter und bodenständiger als ich.
Ich bin auch wer, auch ein jemand, auch wenn ich nicht kann wie ihr. Ich bin dafür nicht verantwortlich, ich wäre sie gern los. Doch sie hat mich ewig und wahrscheinlich erst nicht mehr wenn ich weg bin.
