Am späten Nachmittag saß ich am elterlichen Küchentisch.
Auf dem Schokoladensahnetorte, Marmorkuchen und Christstollen zum Verzehr bereitstand.
Mamas Cousine, die früher nie Zeit fand - auf keinem Familienfest bleiben (wollte) oder teilnehmen konnte - besuchte erneut die Eltern.
Auffällig!
In den letzten acht Wochen schon zum dritten Mal. So oft bekamen wir (zumindest ich) sie früher in Jahren nicht zu sehen.
Solange ihr Ehemann lebte, wäre diese Anzahl an Besuchen undenkbar gewesen.
Für Mama freut es mich sehr, ist doch die Cousine innerhalb der Familie aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft sehr beliebt.
Obwohl sie selbst eine Familie mit u.a. zwei erwachsenen Kindern, mehreren Enkeln, eine Schwester hat, zusätzlich in Freizeitgruppen aktiv ist, wirkt sie auf mich etwas verloren.
Vielleicht verändert auch so ein Schicksalsschlag, wie der Tod des Ehepartners, nochmals komplett, die (eigene) Sicht auf die Familie und die Dinge, die wirklich zählen?
Es war interessant, während die Unterhaltung am Küchentisch lief zu lauschen, wie die ältere Generation miteinander agierte, sich immer wieder – Gegenseitig - beim Austausch von zusammen verlebten Erinnerungen mit spürbarer Zuneigung ergänzten.
Besonders hörenswert fand ich eine (Wein)Anekdote. Die Mamas Cousine zum Besten gab.
Sie fand volle Weinflaschen von ihrer Hochzeit. Der Wein war über fünfzig Jahre alt. Die Neugier trieb Mamas Cousine und einen ihrer Söhne dazu, auszuprobieren, ob man diesen Rebensaft noch trinken könnte?
Die meisten mussten sie leider wegwerfen, da der Wein ungenießbar war. Eine der alten Weinflaschen war jedoch unversehrt. Schmeckte überragend.
Wie der süße Wein, die Kehle hinunterrann, so Mamas Cousine, waren auch sofort wieder vereinzelte Erinnerungen an ihr Hochzeitsfest greifbar nahe.
Ich sah die Bestsellerverfilmung des Romans: „Die Bücherdiebin" von „Markus Zusak".
Der Film berührte mich sehr. Diese stetige Abwechslung zwischen heiteren Lebensmomenten, Schrecken und Tot schlug mich für fast zwei Stunden in seinen Bann.
Von der ersten Minute fiebert man mit den Figuren mit. Besonders mit Liesel Memminger. Aus deren Blickwinkel, nebst Gevatter Tot die Geschichte erzählt wird. Ich finde es erfrischend, dass man sich nicht nur auf die Schreckensherrschaft der Nazis und den Horror-Auswirkungen des Krieges konzentrierte. Sondern auch viele fröhlichen Augenblicken Platz einräumte um herauszustechen.
Die Wochenmitte ist schon wieder erreicht!
Ich werde jetzt gleich den Rollladen hochziehen, dabei vorsichtig hinausschmulen, mir dabei selbst die Daumendrücken, das da draußen über die vergangene Nacht kein Neuschnee gefallen ist. Zu nichts hätte ich gerade weniger Lust, wie Schnee an einem kalten Dezembermittwochmorgen zu schaufeln.
„Guten Morgen! – Wer immer ihr auch seid?!"

Ich hoffe ja,du hast nicht alles von diesen köstlichen Kuchen gegessen,da muss man sich ja Sorgen um deine Figur machen.:p