Ich werde mich vermutlich nie auf Leitern wohlfühlen?
Schon die drei Sprossen hoch auf denen ich unsicher stand, um die Schrankoberfläche zu erreichen, waren fühlbar drei Leiterstufen zu hoch und zu viel für mich.
Das bekam ich überdeutlich zu spüren, während ich Schrankoberflächen und sämtliche Bücher vom Staub befreite. – Ich bin alles andere als Schwindelfrei und stehe eben am liebsten fest mit beiden Beinen auf der Erde.
Begleitet wurde die Putzaktion von einem Weihnachtspodcast, der mich fröhlich beschallte.
Erst ging es Thematisch um beliebte Weihnachtshits, dann um die Vorweihnachtszeit und das eigentliche Fest, während Corona weiterhin sein Unwesen treibt.
Es war ein Fest, die Bücher einzeln zu betrachten. Viele der Druckwerke hatte ich Jahrelang nicht wirklich angesehen.
Beim Betrachten und vorsichtigen abreiben der Buchdeckel- und Rücken, kamen zahlreiche Leseerinnerungen in mir hoch.
„Dan Brown" auf der Haustreppe, der Großeltern, im Sonnenschein zu Lesen. Mit Blick auf das Straßengeschehen und ihre durchdringenden Geräuschkulisse.
„Paulo Coelho" im Wormser, Adenauerring mir zu Gemüte zu führen.
Mit ehemals Bester Freundin I. im Café, Bistro „Pinnel" zu sitzen, erst zu schwatzen, dann sich beim gegenseitigen Lesen zu beäugen, wenn sich zufällig die Blicke treffen, sich anzulachen, die Nasen wieder in die Bücher zu stecken und beim nächsten Blickaustausch erneut – ohne irgendwelche Veranlassung - zu kichern.
I. war begeisterte Leserin und die geborene Analystin des gelesenen, Stundenlang konnte man mit ihr über „Gott und die Welt" reden.
Besonders erinnerte ich mich daran, während sie „Muscheln in meiner Hand" von „Anne Morrow Lindbergh" las, sie hiervon schwer inspiriert fühlte und ich mich an „Die Möve Jonathan" von „Richard Bach" erfreute.
Wir – I. und ich - hatten zwischen 1. September 1999 und Oktober 2007 einiges an Zeit in den Cafés- und Gastronomieszene, Allgemein in Worms oder bei I. Zuhause verbracht. Auch die Spaziergänge durch Tiergarten, über Feldwege und Wiesen mit den dazugehörigen Unterhaltungen sind unvergessen; Eine ganz wunderbare, intensive, prägende Zeit, die mit am besten – überhaupt - in meinem Langzeitgedächtnis verankert ist.
Die „Muhammed Ali"-Biographie auf dem Weg zum einzigen gruseligen Praktikum, das ich je durchstehen musste zu Lesen; ich bin mir nicht sicher ob ich es ohne die Box-Biographie, die mir half meine Nerven zu schonen, mich positiv pushte durchgestanden und nicht Frühzeitig abgebrochen hätte?
Sensationelle Bilder hatte ich vor Augen, während ich die Bücher säuberte und danach ins Regal mit einem absoluten hoch- und Wohlgefühl wieder einordnete.
Das Ergebnis kann sich vorzeigen lassen. Darauf kommt es ja Schlussendlich an. Alles blinkt und blitzt.
Dem Weihnachtsbaum wurde mittlerweile seinen Platz im Wohnzimmer zugewiesen.
Nie war der Weihnachtsbaum schlichter geschmückt (… und selten schöner anzusehen!)
Dreißig weiße Kerzen und fünfzig – wunderschöne - rote Christbaumkugeln zieren den „Oh Tannenbaum". … und ja, früher war deutlich mehr Lametta.
Der 4. Advent wurde Gottseidank nicht verpennt!
Ich kroch gegen 7 Uhr ins Bett, fand aber knappe fünf Stunden später auch wieder heraus. Wobei mir etwas mehr Schlaf gutgetan hätte.
Eigentlich möchte ich diesen Sonntag vorrangig nutzen um intensiv Weihnachtsstimmung aufsaugen.
„Guten Tag! – Wer immer ihr auch sei?!"

Aber dadurch hast Du wieder Bücher entdeckt, an die Du schon gar nicht mehr dachtest:D.
Ich freue mich auf morgen, wenn wir unseren Weihnachtsbaum aufstellen und ich am Abend noch die Lichtlein sehe, wie sie leuchten ;)