Mein Vater erzählte beim Abendbrot eine Anekdote, dich mich doch sehr zum Schmunzeln brachte.
Noch vor wenigen Jahrzehnten trafen sich die Herren des Ortes – Samstags - in der Kneipe, um Gesellig miteinander zu sein und natürlich um zu essen und zu trinken. Außerdem um die Sportschau, mit der Zusammenfassung der Spiele - der 1. Fußball-Bundesliga - zu verfolgen.
Bevor die Sportsendung begann lief dort „Familie Feuerstein", „Nils Holgerson" oder ähnliche Zeichentrickserien.
Meist hätten sich die Herren schon früher in der Kneipe eingefunden.
Um auch diese Zeichentrickserie sehen zu können.
Früher war es vielmehr verpönt, dass sich – vermeidlich - Erwachsene Menschen Zeichentrickfilme ansahen. Wie gut, die auch immer produziert wurden, spielte natürlich auch nur eine untergeordnete Rolle.
Da das Fernsehgerät aber bereits in der Gaststätte lief, fühlte sich niemand beim Blick auf die Mattscheibe ertappt oder unwohl.
Im Gegenteil, man genoss, das Vorprogramm zur Sportschau.
Bei der Übertragung der Zeichentrickfilme wäre es Grundsätzlich weitaus konzentrierter zugegangen wie bei der anschließenden Bundesligaberichterstattung.
Hinter mir liegt ein echt stimmiger Abend.
Ich hörte über Stunden hinweg (… und höre) Advents- und Weihnachtslieder.
Fühlte mich pudelwohl.
War teilweise online. Hatte zwischendurch einen kurzen Austausch mit K.
Mein Körper brummte innerlich, meine Beine wippten, nicht nur im Kopf, sang ich, die Weihnachtsliedchen laut mit.
Besonders hatten es mir: „Fröhliche Weihnacht überall", „Oh du Fröhliche" und „Engel auf den Feldern singen (Gloria in excelsis Deo)" angetan.
Während ich nach den Klassischen und den Neusten Lieder dieser besinnlichen Zeit suchte, stieß ich auf eine Satire, des von „Phillip von Bartsch" verfassten Weihnachtssong: „Morgen Kinder wird´s was geben (1791)".
Mit dem wenig christlichen Titel „Morgen Kinder wirds nichts geben".
Ich war sehr erstaunt nach dem ich u.a. folgende bissige Lyrics aus besagtem Text las:
„Doch ihr dürft nicht traurig werden
Reiche haben Armut gern
Gänsebraten macht Beschwerden
Puppen sind nicht mehr modern
Morgen kommt der Weihnachtsmann
Allerdings nur nebenan"
…
„Stille Nacht und heil'ge Nacht
Weint, wenn's geht, nicht, sondern lacht
Stille Nacht und heil'ge Nacht
Weint, wenn's geht, nicht, sondern lacht"
Wer der ominöse Verfasser war? - „Erich Kästner".
Ich kenne natürlich die bekanntesten Werke „Kästners".
Wobei die „Pünktchen und Anton", „Das doppelte Lottchen", „Emil und die Detektive", „Das fliegende Klassenzimmer" – Lese- und Filmzeit liegt Jahrzehnte hinter mir.
An diese ironisch Satirische Seite von „Erich Kästner" kann ich mich nicht erinnern. Die hatte ich damals (noch) nicht wahrgenommen.
Was in mir umso mehr Lust auslöst, nicht Alle, aber vielleicht eins, zwei Werke nochmals unter anderen Gesichtspunkten mir heutzutage zu Gemüte zu führen.
Gerade hat der Zufallsmodus, des Videoportals, über das ich die Weihnachtslieder anhöre und teilweise sogar die dazugehörigen Clips anschaue, „Stille Nacht" angefangen zu spielen.
Finde ich ausgesprochen passend.
Denn ich verkrümele mich jetzt umgehend - nachdem hochladen dieses Blogeintrages - ins Bett. Dann herrscht Endlich auch hier „Stille Nacht".
„Guten Morgen! – Wer immer ihr auch seid?!"
