Was ich aus diesen Weihnachtsfeiertagen mitnehme?
Das ich süchtig bin nach Harmonie und Familie. Ich liebe beides sehr. Möchte ohne Beides (meist) nicht sein, und zu Weihnachten erst recht nicht! Vielleicht bin ich zu Zeit zu Gefühlsdusselig (noch mehr wie sonst?)?
Aber ich kann und will es auch nicht ändern! Weil es mir so grandios guttut.
Erst überlegte ich, die Familie alleine zum Weihnachtsspaziergang aufbrechen zu lassen. Anfangs mochte ich nämlich nicht von der Couch und von meiner „Alicia Keys" Biographie, dem Plätzchenteller und aus der warmen Stube weg.
Ich staune, dass ich dazu fähig war, mir einen gedanklichen tritt in den Hintern zu geben und mich meiner Familie anzuschließen.
Lachend und Zotenreißend, ausgesprochen Fröhlich verlief der Weg zum Friedhof. Keine Monsterstrecke und doch brauchten wir in unserer Schneckentempo - da wir alle paar Meter stehenblieben um Lichterketten, bunte Fenster oder fast zwei Meter große aufblasbare Nikolause und Eisbären zu bestaunen - gefühlt ewig.
Mit dem Schritt durchs Friedhofstor änderte sich unsere Stimmung augenblicklich. Von albern auf besinnlich. Wir schauten uns sämtliche Gräber an. Besonders von Leuten, die mit unseren Eltern bekannt waren, länger verweilten wir am Grab der Großeltern.
Bestimmt zwei, drei Minuten in denen keiner ein Wort sprach.
Minuten in denen ich mich an Omas beste Eigenschaften, heimlich gerauchte Zigaretten und ihren unvergessenen, warmen Kartoffelsalat zu Weihnachten erinnerte.
An Opas Festtagsschimpfen, dass seine Tochter mit Familie noch nicht Anwesend war.
Großvaters und meine (fast) allabendlichen Gespräche über Weltgeschehen, Geschichte und Erzählungen aus Opas Leben.
Wie er mit ausschlaggeben für mein Interesse an solche Themen und Menschen weckte.
Was Opa für seine Angehörigen Gebetsmühlenartig wieder und wieder wiederholte: „Wissen ist Macht". – Keiner der mit unserem Großvater zu tun hatte, wird je diese Weisheit aus den Ohren bekommen.
An die Harmonie als wir an Weihnachten als große Familie zusammensaßen. Die Großeltern waren unzweifelhaft der Kit, der uns über Jahre hinweg am stärksten als große Familie zusammenhielten. – Etwas, das ich Jahrelang unterschätzte.
Auf dem Rückweg nahmen wir einen Umweg über das Neubaugebiet.
Dabei blies uns ein eisiger Wind ins Gesicht. Außer uns waren nur wenige Menschen auf den Straßen. Man passierte sich - bei unvermeidlicher Begegnung - mit einem „Fröhlichen Weihnachten".
Zuhause war es pures behagen, wieder ins warme einzukehren. Dann sich wieder Familie, Geschenken und Knabbereien ausgiebig(er) zu widmen.
Wenn man den Zeigefinger seiner rechten Hand und den Zeigefinger seiner linken Hand mit zugewendeten Fingerkuppen berührt, sieht das aus, wie ein kleiner Tannenbaum, wie ich per Zufall soeben feststellte.
Weihnachten klang in diesem Jahr - nachdem sich Eltern ins Bett verzogen hatten und auch vom Bruder nicht mehr zu sehen war – mit dem Film: „Last Christmas" aus.
Eine Komödie mit viel Herz und einen überdurchschnittlichen Soundtrack.
Die Kritiker verdrehen ausschließlich die Augen, finden durchaus böse Worte für den Weihnachtsfilm. Ich hingegen mochte ihn.
Vielleicht sollte ich mir nochmals das musikalische Werk von „George Michael" näher vorknüpfen? Nachdem ich die romantische Komödie „Last Christmas" sah, habe ich durchaus das Bedürfnis.
#Weihnachten 2020 war mächtig. ?
Mit K. ließ ich kurz nach Mitternacht über das Mobilphone etwas unsere jeweiligen Weihnachtsfeste Revue passieren. Auch Sie schien mir erfreulicherweise - wenn ich das richtig interpretiere? - doch sehr zufrieden mit den zurückliegenden Festtagen.
„Guten Morgen! – Wer immer ihr auch seid?!"
