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"Gedanken- und Geduldsspiele"

John Baker Sander
16. Januar 2021(bearbeitet)
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Kaum hatte ich aufräum- und putzarbeiten im Schlafzimmer eingestellt. Die Gerüche und ein Gefühl von Sauberkeit, Winterzeit, Zimmerwärme, Möbelspray und Kerzenduft eingesogen als mein Blick durch das Fenster fiel.

Wo ich interessiert beobachtete wie grau und blau - um die Vorherrschaft der Himmelsfarbe - miteinander rangelten.
Ein winterklares Himmelblau sollte letztendlich die Oberhand behalten.
Währenddessen tröpfelte der Regen. Ab und an verirrte sich auch eine einsame Schneeflocke auf Mutter Erde.
Umso mehr genoss ich es, aus der warmen Gemütlichkeit des Schlafzimmers heraus, die Blicke schweifen zu lassen.


Ich hasse meinen Schreibtischsessel!
Der noch immer – wenn ich nicht exakt in der Mitte vom Sesselbereich sitze – automatisch herunterfährt, so dass ich mehr mit der Tastatur wie mit dem Bildschirm - wie es sein sollte - auf Augenhöhe bin.

Es reizt und fordert mich gleichzeitig heraus, dem Sessel, immer wieder aufs Neue, ein Schnippchen zu schlagen, das der Schreibtischsessel über Stunden hinweg auf Wunscheinstellung bleibt und ich mein Hinterteil, bequem und in optimaler Höhe, darauf betten kann.

Zur Weißglut treibt mich der Schreibtischsessel, wenn ich es Eilig habe, ansonsten nehme ich die Herausforderung zu diesem Geduldsspiel an.


Der Auftakt der deutschen Nationalmannschaft in die Handball-WM ist mit 41:14, gegen Uruguay, durchaus gelungen.

Ich hatte zwar vom gut durchdachten und hochgelobten Sicherheitskonzept des Handballweltverbandes gehört, dennoch irgendwie fühlt es sich nicht richtig an, dass man zu Corona-Hochzeiten die Weltmeisterschaften austragen lässt.

Ich finde es auch nicht so prickelnd, dass die deutsche Mannschaft am Sonntag gegen „Cape Verde" antritt.
Beim ersten Test wurden gleich vier Spieler aus Cape Verde positiv auf Covid-19 getestet.
Beim zweiten Test hingegen – daran sollte man nach offizieller Bekanntgabe nicht (mehr) zweifeln – waren alle Testergebnisse negativ.

Die Ägypter haben zwanzig Jahre auf die Handball-Weltmeisterschaften gewartet. Nun hat die Bevölkerung praktisch nichts davon. Wie man in zahlreichen Interviews von den Einheimischen erfahren konnte.

Krass, Kroatien und Japan trennten sich ebenso wie Brasilien vs. Spanien mit 29:29. Spektakulär.
? … Sport! … und doch ich wiederhole mich (un)gerne, irgendwie fühlt sich die Austragung des Sportgroßereignisses nicht richtig an.

Bleibt zu hoffen, dass die Handball-WM dem ein oder anderen Menschen Ablenkung und Kurzweil verschafft.


Die Einstellung von Mamas Bruder finde ich vorbildlich.
Verriet dieser doch am Telefon, das er in neun Monaten offiziell in Rente gehen könnte, dies für ihn jedoch keineswegs in Frage kommt.
Mamas Bruder möchte gerne noch einige freiwillige Jährchen an sein bisheriges Berufsleben dranhängen. Bevor er seinen Ruhestand genießt.

Ich habe noch mindestens fünfundzwanzig Jahre bis zur Rente vor mir.
Gegenwärtig bezweifele ich, dass ich eines Tages – auch wenn ich den Alltag mag und hoffentlich, immer mögen werde – genauso denken und fühlen könnte?!

Bis ich allerdings wirklich soweit bin und überhaupt einen Gedanken auch nur ansatzweise an den Ruhestand verschwenden sollte, fließt noch unendlich viel Wasser den Rhein herunter.



„Guten Morgen! – Wer immer ihr auch seid?!"




Kommentare (1)

Hasal
16. Jan. 2021, 11:08
Hi John, Euch scheint der Handball zu schauen viel Spass gemacht zu haben :D. So soll es ja auch sein. Auf einer Seite ist jeder Sport verboten, wegen Kontakt und da geht das alles. Verstehe wer will, ich nicht.
Wenn man sich gut fühlt, dann sollte mal schauen, was wichtiger ist , weiter arbeiten oder die Rente. Aber das kann nur jeder für sich alleine entscheiden. ;) Du bist noch viel zu jung, um Dir darüber schon Gedanken zu machen. So wie Du schreibst, da fließt noch viel Wasser den Rhein runter :o .
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