Bereits um 6 Uhr, am Sonntagmorgen, bewaffnet mit Schneeschieber und Besen, stand ich dick eingemummelt auf der Straße, um den Schnee zuerst von unserem Zuständigkeitsbereich der Straße und im direkten Anschluss die Wege zu den Häusern freizuräumen.
Die kalte Luft tat mir sensationell gut.
Zog auch, dass allerletzte Fitzelchen Müdigkeit sofort aus meinem Körper. Ich fühlte mich lebendig. (Wann war ich aber auch zuletzt an einem Sonntag um 6 Uhr schon auf den Beinen?)
Die Straße lag mit ihren Häusern noch vollkommen im Dunkeln.
Rundum wohltuende Stille, bis auf einen Filmpodcast, nicht weniger wohltuend, der mich fröhlich über das Mobilphone beschalte.
Der Schnee, nicht immer gemocht von mir, wird in diesem Jahr nur als Federleicht wahrgenommen.
Ich bin immer noch erstaunt, wie viel mir das immer wieder gibt, vom Kalten ins Warme zu wechseln und mich sofort dabei wohlzufühlen.
Besonders wenn sich unmittelbar daran ein unbekümmertes Frühstück mit den Eltern anschließt. Toast, Waffeln mit Schokolade, Erdbeere und Vanillefüllung, Christstollen, heißer Kaba. Vergnüglich, ohne Zeitdruck Unterhaltungen zu lauschen, daran teilzunehmen und versuchen, Mal mit großen Mal mit gar keinem Erfolg, Menschen - die man mag – ein gutes Gefühl zu übermitteln.
Ich versuche meine Menschen; Familie, Freunde, Bekannte und Verwandte; so gut zu lieben, unterstützen und in mein Herz zu lassen wie es mir möglich gewesen wäre.
Wieso ich das so hervorhebe?
Ich denk manchmal, es gab Jahre, da war ich zu sehr mit mir beschäftigt, da habe ich das (möglicherweise, ziemlich sicher?) verpasst!
Im Anschluss hörte ich mir eine Online-Radio-Show an.
Dachte nur, dass „Freundchen", dass da moderiert macht seine Sache ausgezeichnet.
Zumindest mich hat er mit seinen Ideen, kleinen Moderationen, besonders aber mit seiner abwechslungsreichen Playliste (vorerst) überzeugt.
Währenddessen stellte ich fest – alle Musikliebhaber werden mich Gedanklich dafür lynchen - wie oft ich die Musiklegenden „Sting" und „Bryan Adams" miteinander verwechsle.
Am Abend, völlig unerwartet aus dem Nichts.
Besonders, da ich mit Ausnahme Juni/Juli kaum Fotoaufträge in größerer Serie annahm, wurde mir angeboten, sofern das Möglich sein sollte, ein „Open Air" offiziell zu fotografieren.
Meine Freude natürlich überschwänglich. Mehr als ein Jahrzehnt bin ich diesem Traum hinterhergerannt, eine Veranstaltung in solcher Größenordnung Fotografieren zu dürfen.
Kurzzeitig hatte ich das Gefühl, das Herz hüpft mir aus der Brust.?
Auch sonst war ich mit diesem Sonntag zufrieden.
Draußen fielen immer wieder dicke Schneeflocken und im Haus, ob bei Unterhaltungen, beim Sport im TV, am Esstisch fühlte sich der Sontag auch Atmosphärisch wie ein Wintersonntag an.
Was auch nicht immer der Fall war! Es gab Sam- und Sonntagtage, wenn ich nicht freigehabt hätte, der Wecker mich nicht später wie Normal aus dem Schlaf gerissen hätte, ich hätte nicht wahrgenommen, dass Samstag oder Sonntag ist, es hätte genau so gut Dienstag oder Mittwoch sein können.
„Guten Tag! – Wer immer ihr auch seid?!"

Bewahre dir diese Zeit so lange es geht.
Ich finde es toll dass du uns so ein bisschen in dein Inneres blicken lässt...