Es ist Sonntag, mein festgelegter Nasch-Tag.
Eigentlich mochte ich ja den Naschtage eine kleine Weile zur Seite schieben, doch das habe ich an diesem letzten Januartag 2021 nicht geschafft. Stattdessen lass ich mir aus der Weihnachtszeit übriggebliebene Nuss-Nougat-Trüffel hervorragend schmecken.
In den Tagen zuvor, war ich doch ausschließlich zu Obst und Mineralwasser zurückgekehrt. Sogar auf das gemochte Zuckerfreie Coal verzichtete ich.
Mal sehen wie lange ich diese Euphorie – die sicher von einigen Nasch-Aussetzern begleitet werden wird – beibehalten kann?
Am Abend sah ich den Film: „In Sachen Henry".
Der mich auf eine großartige Art- und Weise ausknockte.
Ich war total geplättet. In dem Film von 1991, der auch mit einer Laufzeit von 103 Minuten alles richtig machte.
Im Mittelpunkt, des Filmes, steht die Wandlung des Staranwaltes Henry Turner („Harrison Ford") zu einem guten Ehemann, Vater und Menschen.
Der Film ist ein Märchen für Erwachsene.
Das Trotz mittlerweile 30 Jahre auf dem Buckel nichts von seinem Charme und seiner Moral einbüßte. „Bekommt man die Chance auf ein neues Leben, sollte man diese auch nutzen." – Außerdem ist der Spielfilm, eine feine Charakterzeichnung einer Familie im Wandel.
Ein Film, in dem nicht nur die Hauptfigur mächtig Dreck am Stecken hat.
Es macht einfach Spaß, den Veränderungen von Henry und seinen Weg – nachdem er an - und in den Kopf geschossen wurde – zu Genesung zu Verfolgen.
Interessant, es gibt auch einige Nebenfiguren, die Henry und Familie beistehen, andere die sie eiskalt fallen lassen, sogar Menschen welche sich über Henry und seinen Anhang lustig machen. Überhaupt machten alle auftretende Filmcharaktere Spaß. Man liebt die Figuren oder man hasst sie , dazwischen gibt es nichts.
Mich hat der Film unerwartet stark berührt.
Würde man mich jetzt, heute am 31. Januar 2021 Fragen, was ist dein Lieblingsfilm?Würde ich vermutlich mit „In Sachen Henry" antworten.
Warum? – Man fühlt nicht nur mit Henry, sondern auch mit seiner Familie mit. Freut sich für die Figuren und leidet mit. Auch, dass die Frage, wer Henry anschießt, obwohl man es zu sehen bekommt, nicht wirklich eine Frage innerhalb des Spielfilmes spielt, gefällt mir.
Meiner Meinung trifft er sogar nochmals Zuhause auf den Täter. Henry und Täter erkennen sich jedoch nicht.
Es sind nicht die schweren Szenen, die in Erinnerung bleiben.
Sondern die Federleichten. Vor allem wenn man erfährt, wie Henry Turner agiert hätte, bevor er Opfer eines Überfalles wurde. Oder die Nähe, die er zu Freunden, Pfleger, Bekannten und besonders zu seiner Ehefrau sucht.
In der vergangenen Nacht, gefühlt nach Ewigkeiten, kam ich Mal wieder dazu mit jemanden – über Stunden hinweg – 1:1 zu chatten.
Ist es nicht schön, wenn man erfährt, dass sich eine vermeidlich sehr in sich zurückgezogene Person als offen, weich und herzlich präsentiert?
Dabei einen völlig anderen Werdegang und Charakter hat, wie man das glauben mag?
Vielleicht war das eine zu einseitige Interviewsituation. Da ich ausschließlich als Fragensteller agierte und mein Gegenüber antwortete.
ABER DAS!
Genau das, versuchen einen Menschen zu erfahren, zu wissen wie er denkt? Was ihn antreibt? Wie sieht sein Alltag aus? Hinter seine Fassade zu blicken, das ist das, warum ich das Medium Chat mag – oder auf Menschen gerne treffe…. Ich glaube ja auch, wenn man mit anderen Menschen spricht oder schreibt immer auch eine Menge über sich selbst erfährt.
Ein Wahnsinn, der erste Monat im Jahre 2021 liegt (morgen) bereits hinter Uns!
Wenn das Jahr weiter so rast, sitzen wir schneller wieder unterm Weihnachtbäumchen wie gedacht.
Sowieso, habe ich Lust, sobald es Abend ist (… und eine noch so schöne Wintergemütlichkeit vorherrscht) komplett vom Alltag abzuschalten.
„Guten Tag! – Wer immer ihr auch seid?!"

Ja, die Zeit vergeht viel zu schnell.:(. Aber je älter man wird, um so mehr spürt man es dann.;)