Dass die Fastnacht – aufgrund von Corona - ausfällt tut mir im Herzen weh!
Gewusst habe ich das ja schon länger, Verstanden jedoch erst in den vergangenen Stunden. In einigen Tagen wäre es wieder losgegangen. Die sogenannte fünfte und vielleicht schönste Jahreszeit.
Das ist für mich – Normalerweise - die intensivste Foto-Zeit des Jahres.
Erst jetzt wird mir das bewusst, dass ich erstmals seit elf Jahren keine Altweiber-Fastnacht, Prunksitzungen, Lumpenball, Kräbbelkaffee, Straßenumzüge, Fotoshootings weder privat noch auf Auftrag fotografieren werde.
Auch werden mir viele liebgewonnene Menschen fehlen.
Wie Fastnachtsbekanntschaften, die sich über Jahre aufgebaut hatten, Personen, die ich nur zu diesem speziellen Tagen sehe.
Nach der Fastnacht– vorerst - keine Rolle mehr in meinem Leben spielen, ein Jahr später jedoch wieder wie Phoenix aus der Asche darin sehnlichst auftauchen.
Worauf ich mich neben diesem allumfassenden fröhlichen, lebhaften Gefühl wie auf vielen anderen Klein- und Großartigkeiten immer ganz besonders freue.
Bei meinen Eltern durchstöberte ich das Bücherregal.
„Fuck!" - Entfuhr es mir Gedanklich. Stand da doch im Regal, die „Alica Keys Biographie", ein Buch, das ich mir gewünscht hatte. Das Buch war ein Weihnachtsgeschenk meiner Eltern. Dass ich dummes Ding dort achtlos stehen lassen hatte.
Was mir besonders leid tat, las ich doch über die Weihnachtstage inbrünstig darin.
Zuhause führte ich umgehend das Leseabenteuer fort.
Ich mag den Leidenschaftlichen Erzählton, der in der „Keys-Biographie angeschlagen wird, sehr gerne.
Dabei alles andere als abgehoben wirkt, und über Verstellung, Echtheit, Bekanntschaften, Kollegen, Familie, Fehler, Trauriges und Glücksmomente sinniert.
Einfach Mal Sachen packen und nach Ägypten fliegen, dem Instinkt folgen, Marathon laufen und sich das Land ansehen, um allem zu entfliehen, wird's bei mir voraussichtlich weniger geben?
Aber ich habe ja – trotzdem - auch meine kleine Ruheinseln um die Seele völlig baumeln zu lassen.
Ich mag ihre Liedtexte gerne. Starke Geschichten mit Aussagekraft. Was nichts daran ändert, dass sich die Musik, die wunderschöne Stimme von „Alicia Keys" auch weiterhin in meinen Gehörgang nicht auf größte Gegenliebe stößt.
Mich reißt dafür umso mehr mit, wie diese Frau Dinge offenbar das Leben und Menschen Wahrnimmt.
Vor einiger Zeit berichtete ich, das andere fanden, ich hätte mit meinem Dreitagebart wie ein wildes Stachelschwein ausgesehen.
Naja, Mittlerweile sehe ich, aufgrund des rundum dichten Bartes, aus wie ein Holzfäller. Noch das Lumberjack-Karo-Hemd und die Axt fehlen mir um das Erscheinungsbild zu vervollständigen. – Oder eben wie ein ausgewachsenes, wildes Stachelschwein.
Ob ich jemals mehr Bart getragen hatte als derzeit?
Ich mag es! Bin verwundert, besonders von der holden Weiblichkeit, die mir bestätigt, dass ich meinen Holzfällerbart zurecht mag (… und nicht als einziger).
Ich würde Lügen, wenn ich behaupten würde, mir gefiele diese Bestätigung nicht.
Zusammen mit meinem Bruder beredete ich Vaters Geburtstag.
Während eines intensiven Gedankenaustauschs überlegten wir, ob uns nicht noch eine kleine witzige Geschenkidee für unseren Papa einfiele?
Das merkwürdige ist nicht, dass uns tatsächlich noch etwas einfiel, sondern wie rund dieser Gedankenaustausch lief.
Schnell, unkompliziert, geprägt von Lust und Laune. Das Beste in einer umfassenden brüderlichen Gemeinsam- und Zugehörigkeit.
Ich möchte abschließend über meinen Lieblingszaubertrick berichten.
Der geht so:
Ich schreibe einen Blog und poste diesen auf dem Blogportal meiner Wahl.
Gehe danach meist in mein Bett. Wache auf, steige aus dem Bett, knipse den Computer an, rufe das Portal mit meinem Blog auf, und siehe: „Tada", da stehen Kommentare.
Von Fremden und vom Gefühl gar nicht Mal mehr so fremden Menschen, die auf meine Einträge, gespickt mit meinen Gedanken, Einstellungen und Stimmungen reagieren.
Obwohl ich im reiferen Erwachsenenalter bin, Blog seit einige Jährchen schreibe, freue ich mich - wirklich jedes Mal - wie ein Kind über die Kommentare.
Was mich daran total fasziniert?
Ich bereite den Zaubertrick nur vor und andere, die Kommentarschreiber, vollenden mit ihren Meinungen den Zauber. – Ist das nicht magisch?
„Guten Morgen! – Wer immer ihr auch seid?!"

Ich glaub zum Bart , hatte ich schon mal meine Meinung geschrieben , jeder muß sich selbst damit gefallen , sonst bleibt nur eine Rasur übrig ;). Ich hoffe, Dein Bruder und Du , habt Euch jetzt was für Euren Papa einfallen lassen.
Zu Deinen Zaubertrick , den kannst Du auch am morgen sehen, wenn Du ausgeschlafen hast. Nicht immer alles in Nacht :o