Wo befindet sich das Raumschiff Hydra?
Als Jane und Alita die Kommandozentrale betraten, herrschte eine gespannte Stille. Die Bildschirme flackerten leise, und das Summen der Maschinen war das einzige Geräusch, das den Raum erfüllte. Jane, immer diejenige, die die Ruhe durchbrach, hob ihre Stimme: „Bob, Bericht!" „Die Reparaturen sind abgeschlossen, Kommandantin. Die Impulskanone ist wieder einsatzbereit." „Gut", sagte Jane knapp und richtete ihre Aufmerksamkeit sofort auf Annabella, die Schiffsärztin. „Annabella, kümmere dich um Alita. Sie hat sich im Kampf ein paar Wunden eingefangen." Alita, die bis dahin stumm neben Jane gestanden hatte, hob die Hand und winkte ab. „Nur ein paar Kratzer, nichts Ernstes", warf sie ein, ihre Stimme leicht amüsiert. Doch Jane ließ sich nicht beirren. „Kratzer oder nicht, wir riskieren nichts. Annabella, sie gehört dir." Ihre Stimme ließ keinen Widerspruch zu. Annabella lächelte sanft und nickte. Sie führte Alita in die Krankenstation, auf der medizinische Geräte ordentlich aufgereiht waren. Alita setzte sich widerwillig auf die Untersuchungsliege und ließ Annabella ihre Arbeit tun. Die Ärztin griff nach einem kleinen, handlichen Gerät, das wie ein High-Tech-Scanner aussah, und begann, die Schnittwunden zu reinigen und zu desinfizieren. Das Gerät summte leise und in wenigen Minuten waren die Wunden fast vollständig verschwunden, als wären sie nie da gewesen. „Danke", murmelte Alita, immer noch etwas widerwillig, aber mit einem Anflug von Erleichterung in ihrer Stimme. Als Alita wieder die Kommandozentrale betrat, hörte sie Janes Befehl „Startet die Hydra und bringt uns in die Umlaufbahn des Planeten." Die Crew führte den Befehl mit routinierter Präzision aus, und innerhalb von Minuten vibrierte das Schiff sanft, als es sich in Bewegung setzte. Alita blickte fasziniert auf dem riesigen Panoramabildschirm, der eine beeindruckende Aussicht auf den Planeten unter ihnen bot. Ihr Atem stockte, als sie die vertrauten Konturen ihrer Heimatwelt erkannte. Dies war der Traum ihrer Kindheit gewesen – den Planeten von oben zu sehen, frei von den Ketten der Schwerkraft, bereit, das Universum zu erkunden. Jetzt war dieser Traum Realität geworden. Jane trat neben sie, ihre Präsenz beruhigend und doch bestimmend. „Wenn du dich frisch machen willst, dein Quartier ist vorbereitet. Kleidung findest du im Schrank. In einer Stunde gibt es Abendessen in der Messe." Alita nickte dankbar und folgte Jane zu ihrem Quartier. Die Tür glitt leise zur Seite, und Alita betrat den Raum, der komfortabel eingerichtet war. Alita seufzte, ließ sich auf das Bett fallen und starrte einen Moment lang an die Decke, bevor sie sich entschloss, dem Rat von Jane zu folgen und sich frisch zu machen. Eine Stunde später saß die gesamte Crew in der Messe. Das Essen war einfach, aber die Stimmung war ausgelassen. Alita fand sich bald im Mittelpunkt des Interesses wieder, als die Crew sie mit Fragen bombardierte – über den Kampf, über ihre Heimat, über ihre Träume. Die Zeit verging wie im Flug, und Alita spürte, wie eine ungewohnte Wärme in ihr aufstieg. Diese Menschen, so unterschiedlich sie auch waren, hatten sie in ihre Mitte aufgenommen, und für einen Moment vergaß sie die Ungewissheit, die vor ihnen lag. Spät am Abend, als das Lachen leiser wurde und die Müdigkeit langsam die Oberhand gewann, erhob Jane sich und klopfte auf den Tisch. „Zeit, in die Koje zu gehen. Morgen kümmern wir uns um unser 'Wo sind wir eigentlich'-Problem." Ein murmelndes Einverständnis ging durch die Gruppe, und nach und nach löste sich die Runde auf. Alita blieb noch einen Moment sitzen und spürte eine seltsame Vorfreude. Morgen würde ein neuer Tag beginnen, voller Herausforderungen und Abenteuer, und sie war bereit, sich ihnen zu stellen.
Am nächsten Morgen lag eine spürbare Anspannung in der Luft, als Jane die Kommandozentrale betrat. Die Crew war bereits an ihren Stationen. Jane strich sich eine Strähne aus dem Gesicht Ihre Augen wanderten über die Bildschirme, bevor sie mit fester Stimme das Kommando erteilte: „Josie, Bob, versucht herauszufinden, wo wir uns in der Milchstraße befinden." Bob, die allgegenwärtige KI des Schiffs, meldete sich jedoch mit seiner unverkennbar sarkastischen Stimme: „Nun, Jane, ich habe die ganze letzte Nacht damit verbracht, unseren Standort zu bestimmen. Und siehe da, unser Observatorium konnte kein einziges bekanntes Sternbild identifizieren." Jane verdrehte die Augen leicht, aber sie ließ sich von Bobs Tonfall nicht aus der Ruhe bringen. „Wie weit sind wir vom Zentrum der Galaxis entfernt?" „Ach, nur schlappe 5000 Lichtjahre", erwiderte Bob trocken. „Richtung Rand, falls das irgendwie weiterhilft." Jane ließ sich nicht beirren und nickte entschlossen. „Gut. Dann setzen wir Kurs und bringen eine weitere Distanz von 10.000 Lichtjahren, Richtung Rand, hinter uns. Dann müsste die Sternendichte erheblich geringer sein. Sicherlich werden wir dann leichter unseren Standort bestimmen können. Wir haben keine Zeit zu verlieren." Sina bestätigte den neuen Kurs, während Bob weiter mit seiner sarkastischen Ader spielte: „Oh, das wird ein Vergnügen. Werft den Antrieb an, meine Lieben." Jane schmunzelte trotz der Situation leicht. „Bob, manchmal frage ich mich, warum ich dich nicht einfach deaktiviere." „Weil du ohne meinen Charme und Witz völlig verloren wärst, Jane", entgegnete Bob, wobei seine künstliche Stimme einen Hauch von Ironie mitschwingen ließ. „Aber hey, ich mache nur meinen Job. Jemand muss schließlich die Moral auf diesem Raumschiff aufrechterhalten." Jane schüttelte leicht den Kopf, aber ein kleines Lächeln spielte um ihre Lippen. „Dann halte die Moral weiter hoch, Bob. Und Josie, bleib wachsam. Wir wissen nicht, was da draußen auf uns wartet." „Verstanden, Jane", antwortete Josie, während sie die notwendigen Berechnungen vornahm. Das Schiff vibrierte leicht, als der Antrieb hochgefahren wurde. Die Crew spürte das leise, vertraute Summen unter ihren Füßen, das ankündigte, dass sie sich erneut auf den Weg machten. Jane lehnte sich in ihren Kommandosessel zurück und warf einen Blick auf den Panoramabildschirm. Sie hatte Vertrauen in ihre Crew – und ja, auch in Bob, trotz seines losen Mundwerks. Während das Schiff mit zunehmender Geschwindigkeit in den unbekannten Teil der Galaxis eintauchte, konnte Jane nicht anders, als einen leisen Seufzer von sich zu geben. Es würde eine lange Reise werden, aber sie wusste, dass sie mit dieser Crew jede Herausforderung meistern konnte. Bob meldete sich ein letztes Mal für den Moment „35 Stunden Flugzeit, Jane. Zeit genug für einen Kaffee... oder zehn." Jane lachte leise und nickte.
„Also haben wir jetzt 35 Stunden voller Leerlauf, Jane?", fragte Alita und grinste, während sie sich in den Stuhl am Kartentisch zurücklehnte. Jane, die gerade dabei war, die neuesten Statusberichte zu überfliegen, hob eine Augenbraue und schmunzelte. „Nun ja, abgesehen von den üblichen Pflichten, wie das Überleben sichern und dafür sorgen, dass wir nicht in einen zufälligen Asteroiden krachen, ja, könnte man das so sagen." Alita lachte leise. „Hört sich fast an wie Urlaub. Nur ohne Strand und Cocktails." Jane stand auf und streckte sich, ihre Muskeln protestierten leicht nach der angespannten Nacht. „Ich werde jetzt in den Fitnessraum gehen und ein paar Übungen machen. Wenn du Lust hast, kannst du mitkommen." Alita überlegte nicht lange. „Warum nicht? Mal sehen, ob du mir ein bisschen einheizen kannst." Im Fitnessraum angekommen, warf Jane Alita ein paar Blicke zu, die nichts Gutes verhießen. Sie griff nach zwei 80 cm langen Stöcken, die im Raum hingen, und warf ihnen Alita zu und schappte sich selber zwei. „Hier, das wird Spaß machen. Bereit für ein kleines Duell?" Alita fing die Stöcke mit einer lässigen Handbewegung auf, musterte sie kurz und legte einen dann beiseite. „Ein Stock reicht mir", sagte sie selbstbewusst, während sie sich in Kampfstellung begab. „Mutig", bemerkte Jane mit einem anerkennenden Nicken. „Aber nur, damit du Bescheid weißt: Ich habe vier Jahre Nahkampf-Training. Du brauchst keine Rücksicht auf mich zu nehmen." Alita grinste und zwinkerte Jane zu. „Musst du bei mir auch nicht. Lass uns sehen, was du drauf hast." Jane ging in die Offensive, ihre Schläge präzise und kraftvoll. Doch zu ihrer Überraschung wich Alita jedem Angriff mit einer spielerischen Leichtigkeit aus. Es war fast so, als würde sie mit Jane tanzen, anstatt zu kämpfen. Jeder Schlag, den Jane führte, wurde entweder pariert oder elegant ins Leere gelenkt. „Nicht schlecht", keuchte Jane, als sie ihre Angriffe verstärkte, entschlossen, Alita doch noch aus dem Gleichgewicht zu bringen. Doch Alita blieb unbeeindruckt. Mit einer Mischung aus Anmut und Geschwindigkeit hielt sie jede Attacke ab, ohne dabei ins Schwitzen zu geraten. Dann kam Alitas Konter – schnell und unerbittlich. Jane spürte den ersten Schlag auf ihrer Schulter, dann den nächsten an ihrer Seite. Keiner der Schläge war zu hart, aber deutlich genug, um Jane zu signalisieren, dass Alita es ernst meinte. „Autsch!", rief Jane aus, als ein besonders gezielter Schlag sie fast aus dem Gleichgewicht brachte. „Na gut, das reicht für heute", sagte sie und hob die Hände zur Kapitulation. Alita ließ ihren Stock sinken und nickte zufrieden. „Du kämpfst mit Emotionen, Jane. Das ist ein Fehler. Im Kampf zählt nur der Kampf selbst, nicht das, was du dabei fühlst. Aber keine Sorge, du hast viel Potenzial. Ich werde noch eine echte Kämpferin aus dir machen." Jane lächelte, obwohl sie innerlich stöhnte. „Erst einmal hole ich mir ein Schmerzmittel von Annabella", murmelte sie mit einem schiefen Grinsen. „Du hast dich gut geschlagen", meinte Alita anerkennend, während sie ihren Stock beiseitelegte und sich für eine weitere Runde Dehnübungen vorbereitete. „Mit ein bisschen mehr Übung wirst du noch gefährlich." „Gefährlich genug, um dich irgendwann zu schlagen?", fragte Jane scherzhaft, während sie den Raum verließ, ihren Schritt leicht humpelnd, aber mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen. „Vielleicht", antwortete Alita, während sie sich wieder aufwärmte. Während Jane den Fitnessraum verließ, dachte sie an die Lektion, die Alita ihr gerade erteilt hatte. Schmerzmittel hin oder her, diese Erfahrung hatte sie definitiv stärker gemacht – nicht nur körperlich, sondern auch mental. Der Tag mochte noch jung sein, aber Jane wusste, dass sie heute schon etwas Wichtiges gelernt hatte. Vielleicht war der Leerlauf von 35 Stunden doch nicht so langweilig, wie sie gedacht hatte.
Als die Hydra nach dem Hyperflug abrupt in den normalen Raum zurückkehrte, lief die Ortung um ihre neuen Koordinaten zu erfassen. Doch anstatt der vertrauten Sternbilder und Nebel, die ihnen einst wie alte Freunde erschienen waren, fanden sie sich inmitten eines unbekannten Sonnensystems wieder – ein System, das aus nur zwei einsamen Planeten bestand, die um eine schwach leuchtende Sonne kreisten. ,,Versucht unsere Position zu bestimmen, Josie, Bob", befahl Jane. Josie, die Ortungsspezialistin, und Bob, die allgegenwärtige und oft sarkastische KI des Schiffs, begannen sofort, die Position der Hydra zu ermitteln. Die Spannung in der Luft war greifbar, als das Observatorium des Schiffs eine endlose Abfolge von Sternbildern auf den Hauptbildschirm projizierte. Doch je länger Josie und Bob die Daten analysierten, desto mehr verschwand die Hoffnung, dass sie irgendetwas Vertrautes entdecken würden. ,,Ich werde mich in den Raum des Observatoriums begeben, um genauere Berechnungen durchzuführen.", sagte Josie. Einige Minuten später. „Das ist... wirklich seltsam, Bob", murmelte Josie schließlich, ihre Stimme von einer Mischung aus Verwirrung und Besorgnis durchdrungen. „Wir müssten doch längst ein bekanntes Sternbild identifiziert haben. Etwas, das uns wenigstens einen Hinweis darauf gibt, wo wir sind." Bob reagierte mit einer ungewöhnlich ernsten Note in seiner Stimme, die sonst so oft von sarkastischen Untertönen durchzogen war. „Wir kennen nur 6 % der Milchstraße, Josie. Es gibt unzählige Orte, die uns völlig fremd sind. Und ich musste einen Notstart ohne Koordinatenberechnung machen, um uns aus der Gefahrenzone zu bringen. Wir könnten überall sein." Josie runzelte die Stirn und ihre Finger schwebten zögerlich über den Kontrollen. „Ja, ich verstehe, aber es ist immer noch seltsam. Selbst in einem unbekannten Teil der Milchstraße sollten wir irgendetwas Bekanntes finden. Wir müssen unsere Position anhand der Nachbargalaxien bestimmen." Bob stimmte zu, und sie richteten das Hauptteleskop auf die Galaxie M87 – eine vertraute Konstante im Chaos des Universums, normalerweise 32 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Doch als die Messungen hereinkamen, schoss ein kalter Schauer durch Josie. „Sie ist um 1,5 Grad nach links verschoben", bemerkte Josie, fast mechanisch, als ob sie nicht glauben wollte, was die Daten ihr sagten. Die Unruhe wuchs in Josie. „Das ergibt keinen Sinn", flüsterte sie, mehr zu sich selbst als zu Bob. Ihre Hände zitterten leicht, als sie das Teleskop auf die nächste, sicherste Referenz richtete – die Andromeda-Galaxie, die normalerweise 2,4 Millionen Lichtjahre von ihrer Heimat entfernt lag. Doch was sie auf dem Bildschirm sah, ließ ihr den Atem stocken. „Das kann nicht sein", flüsterte sie; ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch, ein Ausdruck des blanken Entsetzens. Dort, wo sie die vertraute, elliptische Form der Andromeda-Galaxie erwartet hatte, starrte ihnen stattdessen eine majestätische Spirale entgegen. Die Galaxie leuchtete wie ein gewaltiger Nebel, ihre Spiralarme erstreckten sich über unglaubliche 100.000 Lichtjahre. Josie spürte, wie ihr das Blut in den Adern gefror. Das war keine Andromeda-Galaxie – es war die Milchstraße, ihre Heimatgalaxie. Aber wenn sie hier war, dann bedeutete das... Bob, der die Daten stillschweigend und unbarmherzig überprüfte, bestätigte ihre schlimmste Befürchtung. „Wir sind nicht mehr in der Milchstraße", sagte er, seine künstliche Stimme war von einer Kälte erfüllt, die Josie ins Mark traf. „Wir sind in der Andromeda-Galaxie, 2,4 Millionen Lichtjahre von zu Hause entfernt." Die Realisierung traf Josie wie ein Schlag in die Magengrube. Ihre Hände klammerten sich an die Kante des Kontrollpults, als sie versuchte, das Unfassbare zu begreifen. Die Hydra war nicht mehr in der vertrauten Umgebung, in der sie sich immer gewähnt hatten. Sie war in eine fremde und unermesslich weite Galaxie geworfen worden, die sie mit ihren endlosen Geheimnissen verschlingen könnte. „Das... das kann nicht wahr sein", flüsterte sie, aber die Worte klangen hohl, ohne den Trost, den sie suchte. Sie wusste, dass dies kein Albtraum war, aus dem sie erwachen konnte. Die kalte, harte Realität zwang sie, zu akzeptieren, dass ihre Reise gerade erst begonnen hatte – eine Reise, die sie weit über die Grenzen des Bekannten hinausführen würde, in eine fremde Galaxie, die nichts von der Hydra und ihrer Crew ahnte. Und in diesem Moment, als Josie das volle Ausmaß ihrer Lage erkannte, fühlte sie sich so klein wie noch nie zuvor. Eine winzige, verlorene Seele in der unendlichen Dunkelheit des Alls. Doch tief in ihrem Inneren regte sich auch etwas anderes – ein Funken Entschlossenheit, eine Ahnung davon, dass sie, trotz der überwältigenden Ungewissheit, die vor ihnen lag, einen Weg finden würden. Denn so fremd und unerbittlich der Kosmos auch sein mochte, die Hydra war nicht einfach irgendein Schiff, und sie waren nicht einfach irgendeine Crew. Sie waren Entdecker – und das Abenteuer ihres Lebens hatte gerade erst begonnen.
Josie stand am Kartentisch in der Kommandozentrale, umgeben von der gesamten Besatzung der Hydra. Die Atmosphäre war drückend, als ob die Luft selbst schwerer geworden wäre. Jede Bewegung schien in Zeitlupe zu geschehen, als die Crew sich umsah, ihre Blicke zwischen den sternenbedeckten Panoramabildschirm und dem ernsten Ausdruck auf Josies Gesicht hin- und herspringend. Die Stille war fast ohrenbetäubend, bevor Josie schließlich das Wort ergriff. „Bob und ich haben es mehrmals berechnet," begann Josie, ihre Stimme ruhig, aber unheilvoll, „Es besteht kein Zweifel, wo wir uns befinden." Ihre Augen wanderten über die Gesichter ihrer Kameradin, sie suchte nach einer Spur von Hoffnung, die sie selbst nicht mehr empfand. Jane, die mit verschränkten Armen am Rand des Tisches stand, ließ ihre kühle Fassade für einen Moment fallen. „Wo zur Hölle sind wir jetzt?", fragte sie, ihre Stimme zitterte leicht, ein Anzeichen der Panik, die in ihrem Inneren brodelte. Der Gedanke, verloren zu sein, war wie eine giftige Wolke, die langsam alle in ihren Bann zog. Josie schluckte schwer, bevor sie fortfuhr. Ihre Hände umklammerten die Tischkante, als würde das festhalten ihre Entschlossenheit stärken. „Wir haben nach bekannten Sternbildern gesucht, aber als wir nichts fanden, haben wir unsere Suche auf die Nachbargalaxien ausgeweitet. Anhand ihrer Position haben wir schließlich unseren Standort bestimmt..." Ihre Stimme brach kurz, bevor sie die Worte aussprach, die das Schicksal der Crew besiegeln würden. „Wir sind in der Andromeda-Galaxie, 2,4 Millionen Lichtjahre von unserer Milchstraße entfernt." Die Worte trafen die Besatzung wie ein elektrischer Schlag. Die Gesichter um Josie herum erbleichten, die Augen weiteten sich vor Unglauben und Furcht. Es war, als hätte jemand die Luft aus dem Raum gezogen. Ein beklemmendes Schweigen legte sich wie ein kalter, erstickender Schleier über den Raum, während jeder versuchte, die Tragweite dieser Nachricht zu erfassen. Jane starrte Josie mit weit aufgerissenen Augen an. „Verdammt, das ist ein verfluchtes Schlamassel", brach es schließlich aus ihr heraus, ihre Stimme laut und fast trotzig, als ob das Aussprechen der harten Wahrheit sie weniger real machen könnte. Die düstere Stimmung setzte sich in die Herzen der Crew, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit drückte auf ihre Seelen wie eine unbarmherzige Last. Alle schauten zu Boden, verloren in ihren Gedanken, jeder von ihnen fragte sich insgeheim, ob dies das Ende ihrer Reise war. Schließlich war es Iris, die die bedrückende Stille durchbrach. „Wenn wir uns auf den Heimweg machen würden," begann sie leise, ihre Worte sorgfältig gewählt, „wären wir nach 1,5 Millionen Lichtjahren am Ende unserer Kapazitäten angelangt. Dann müssten wir den Konverter des Hyperantriebs in einer Werft austauschen lassen und wären immer noch 900.000 Lichtjahre von zu Hause entfernt. Dort draußen, in einem völlig leeren Raum." Jane lachte düster, ein bitteres Geräusch, das in der stillen Kommandozentrale widerhallte. „Das hieße dann wohl, warten, bis wir alt und gebrechlich sind und schließlich die Radieschen von unten betrachten." Ihre Worte waren von einer tiefen Resignation durchzogen, als ob sie bereits die Hoffnung auf eine Rückkehr aufgegeben hätte. Josie, die verzweifelt nach einer Lösung suchte, schlug vor: „Wir könnten versuchen, eine Funknachricht in die Milchstraße zu senden. Es wäre eine schwache Hoffnung, aber vielleicht..." Doch Jane schüttelte den Kopf, unterbrach sie mit einem Tonfall, der endgültig klang. „Du vergisst etwas, Josie. Selbst wenn jemand uns abholen wollte, müsste das Raumschiff eine Strecke von 1,8 Millionen Lichtjahren zurücklegen. Unsere größten Schiffe schaffen nur 800.000 Lichtjahre, und nur die Hydra kann 1,5 Millionen Lichtjahre zurücklegen. Das reicht nicht, um uns zu erreichen und dann noch in die Milchstraße zurückzukehren. Das ist also keine Option für uns." Mit diesen Worten brach die letzte Hoffnung, die noch in der Kommandozentrale geflüstert hatte. Die Schwere der Situation lastete wie Blei auf den Schultern der Besatzung. Jeder einzelne von ihnen fühlte die Ungewissheit über ihre Zukunft wie eine dunkle Wolke, die über ihnen hing, bereit, sie zu verschlingen. Die Rückkehr nach Hause schien so fern, dass sie fast schon wie ein verblassender Traum erschien. Doch trotz der Verzweiflung, die den Raum erfüllte, konnte niemand von ihnen das letzte Fünkchen Hoffnung ganz aufgeben. Tief in ihren Herzen wusste jeder, dass sie kämpfen würden. Denn das war alles, was ihnen jetzt noch blieb – zu kämpfen, zu überleben und vielleicht, nur vielleicht, einen Weg zurück in die vertrauten Sterne ihrer Heimat zu finden.
In der Kommandozentrale der Hydra herrschte angespannte Stille, als Bob plötzlich mit einer aufgeregten, aber gewohnt sarkastischen Stimme das Wort ergriff. „Meine Lieben, ich präsentiere euch eine Theorie, die so brillant ist, dass ich selbst kaum glauben kann, dass ich darauf gekommen bin." Ein leichtes Augenrollen ging durch die Crew, doch sie hörten aufmerksam zu. „Nach meinen höchst präzisen Berechnungen besteht mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5 % eine Verbindung zwischen den Galaxien – genauer gesagt, durch das Sonnenfünfeck, das wir passiert haben." Die Augen der Crew weiteten sich leicht, aber bevor jemand antworten konnte, fuhr Bob fort. „Wir haben das größte Rätsel des Zentrums der Milchstraße gelöst: Es ist eine gigantische Transmitteranlage. Ja, ihr habt richtig gehört – eine intergalaktische Abkürzung, quasi ein kosmischer Fahrstuhl. Und wer hat's herausgefunden? Bob." Finja konnte sich ein genervtes Seufzen nicht verkneifen. „Großartig, Bob. Echt fantastisch. Aber was bringt uns das jetzt? Wir stecken hier doch immer noch in der Klemme. Oder hast du auch dafür eine brillante Lösung parat?" Bob ließ eine dramatische Pause, bevor er antwortete, die metallischen Töne seiner Stimme triefend vor Ironie. „Ach, Finja, ich liebe es, wenn du so enthusiastisch bist. Aber lass mich ausreden. Eva, du wolltest doch sicher vorschlagen, dass wir den Transmitter von Andromeda für unsere Rückkehr nutzen, richtig?" Eva, die bisher schweigend zugehört hatte, nickte. „Genau das wollte ich sagen. Wenn es wirklich eine Verbindung zwischen den Galaxien gibt, warum nicht einfach zurückspringen?" Bob schaltete in den Erklärungsmodus, den er besonders genoss. „Nun, Eva, das ist an sich keine schlechte Idee – für jemanden, der Todessehnsucht hat. Es gibt allerdings zwei klitzekleine Probleme, die uns davon abhalten sollten, uns Hals über Kopf in diesen Plan zu stürzen." Er hielt erneut inne, um sicherzustellen, dass alle ihm ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkten. „Erstens habe ich festgestellt, dass der Transmitter hier in Andromeda identisch mit der Anlage in der Milchstraße ist. Der Planet, der um diese fünf Sonnen kreist, ist jedoch von einem Schutzschild umgeben. Und was tun Schutzschilde? Sie schützen. Das bedeutet, es gibt höchstwahrscheinlich eine Kontrollstation, die diesen Schutzschild steuert. Leider liegt diese Station vermutlich gut versteckt und bewacht – und das von Abwehranlagen, die uns schneller zu Weltraumstaub verarbeiten würden, als ihr bis drei zählen könnt." Nora ließ den Gedanken sinken, bevor sie nachfragte: „Und was ist das zweite Problem, Bob?" „Oh, das Beste kommt natürlich zum Schluss", sagte Bob und fügte einen dramatischen Effekt hinzu, der in seiner Stimme fast wie ein Grinsen klang. „Ich vermute – allerdings ohne konkrete Beweise, weil ich, im Gegensatz zu euch, allwissend bin – dass es einen Verbund von Transmittern gibt. Wahrscheinlich sogar in mehreren Galaxien. Was bedeutet, dass wir nicht mal die kleinste Kontrolle darüber hätten, wo wir landen würden. Ohne Kontrolle über die Kontrollstation wäre das eine Verzweiflungstat, von der ich dringend abrate." Jane, die bis jetzt nur zugehört hatte, nickte nachdenklich. „Dennoch ist die Vorstellung eines Transmitterverbunds faszinierend. Innerhalb von Nullzeit von einer Galaxie in eine andere zu reisen, wäre fantastisch. Es könnte uns eine ganz neue Art der Erkundung ermöglichen." Nora stimmte zu. „Da bin ich ganz bei dir, Jane. Es wäre eine Revolution in der Raumfahrt." Bob räusperte sich, um wieder das Wort zu ergreifen. „Ja, ja, faszinierend und alles. Aber wir sollten vielleicht erstmal nicht allzu begeistert sein von einem Plan, der uns in einem völlig unbekannten Teil des Universums spucken könnte, weit weg von zu Hause – und diesmal ohne Rückfahrkarte." Jane nickte erneut und ließ ihren Blick durch die Runde wandern. „Gut, dann sollten wir diesen Plan vorerst auf Eis legen. Hat jemand eine andere Idee?" Eine tiefe Stille folgte, während alle nachdachten, doch keiner sprach. Die Erkenntnis, dass sie ohne klare Alternative dasaßen, lastete schwer auf der Crew. Bob konnte es sich nicht verkneifen, noch einen letzten Kommentar abzugeben. „Sieht so aus, als ob der klügste Kopf an Bord immer noch ich bin. Aber macht euch keine Sorgen, Leute – ich bleibe dran. Vielleicht habe ich ja morgen die nächste Idee parat." Ein kollektives, schwaches Lächeln huschte über die Gesichter der Crew, bevor die Besprechung in stiller Nachdenklichkeit endete.
Fortsetzung folgt
Als Jane und Alita die Kommandozentrale betraten, herrschte eine gespannte Stille. Die Bildschirme flackerten leise, und das Summen der Maschinen war das einzige Geräusch, das den Raum erfüllte. Jane, immer diejenige, die die Ruhe durchbrach, hob ihre Stimme: „Bob, Bericht!" „Die Reparaturen sind abgeschlossen, Kommandantin. Die Impulskanone ist wieder einsatzbereit." „Gut", sagte Jane knapp und richtete ihre Aufmerksamkeit sofort auf Annabella, die Schiffsärztin. „Annabella, kümmere dich um Alita. Sie hat sich im Kampf ein paar Wunden eingefangen." Alita, die bis dahin stumm neben Jane gestanden hatte, hob die Hand und winkte ab. „Nur ein paar Kratzer, nichts Ernstes", warf sie ein, ihre Stimme leicht amüsiert. Doch Jane ließ sich nicht beirren. „Kratzer oder nicht, wir riskieren nichts. Annabella, sie gehört dir." Ihre Stimme ließ keinen Widerspruch zu. Annabella lächelte sanft und nickte. Sie führte Alita in die Krankenstation, auf der medizinische Geräte ordentlich aufgereiht waren. Alita setzte sich widerwillig auf die Untersuchungsliege und ließ Annabella ihre Arbeit tun. Die Ärztin griff nach einem kleinen, handlichen Gerät, das wie ein High-Tech-Scanner aussah, und begann, die Schnittwunden zu reinigen und zu desinfizieren. Das Gerät summte leise und in wenigen Minuten waren die Wunden fast vollständig verschwunden, als wären sie nie da gewesen. „Danke", murmelte Alita, immer noch etwas widerwillig, aber mit einem Anflug von Erleichterung in ihrer Stimme. Als Alita wieder die Kommandozentrale betrat, hörte sie Janes Befehl „Startet die Hydra und bringt uns in die Umlaufbahn des Planeten." Die Crew führte den Befehl mit routinierter Präzision aus, und innerhalb von Minuten vibrierte das Schiff sanft, als es sich in Bewegung setzte. Alita blickte fasziniert auf dem riesigen Panoramabildschirm, der eine beeindruckende Aussicht auf den Planeten unter ihnen bot. Ihr Atem stockte, als sie die vertrauten Konturen ihrer Heimatwelt erkannte. Dies war der Traum ihrer Kindheit gewesen – den Planeten von oben zu sehen, frei von den Ketten der Schwerkraft, bereit, das Universum zu erkunden. Jetzt war dieser Traum Realität geworden. Jane trat neben sie, ihre Präsenz beruhigend und doch bestimmend. „Wenn du dich frisch machen willst, dein Quartier ist vorbereitet. Kleidung findest du im Schrank. In einer Stunde gibt es Abendessen in der Messe." Alita nickte dankbar und folgte Jane zu ihrem Quartier. Die Tür glitt leise zur Seite, und Alita betrat den Raum, der komfortabel eingerichtet war. Alita seufzte, ließ sich auf das Bett fallen und starrte einen Moment lang an die Decke, bevor sie sich entschloss, dem Rat von Jane zu folgen und sich frisch zu machen. Eine Stunde später saß die gesamte Crew in der Messe. Das Essen war einfach, aber die Stimmung war ausgelassen. Alita fand sich bald im Mittelpunkt des Interesses wieder, als die Crew sie mit Fragen bombardierte – über den Kampf, über ihre Heimat, über ihre Träume. Die Zeit verging wie im Flug, und Alita spürte, wie eine ungewohnte Wärme in ihr aufstieg. Diese Menschen, so unterschiedlich sie auch waren, hatten sie in ihre Mitte aufgenommen, und für einen Moment vergaß sie die Ungewissheit, die vor ihnen lag. Spät am Abend, als das Lachen leiser wurde und die Müdigkeit langsam die Oberhand gewann, erhob Jane sich und klopfte auf den Tisch. „Zeit, in die Koje zu gehen. Morgen kümmern wir uns um unser 'Wo sind wir eigentlich'-Problem." Ein murmelndes Einverständnis ging durch die Gruppe, und nach und nach löste sich die Runde auf. Alita blieb noch einen Moment sitzen und spürte eine seltsame Vorfreude. Morgen würde ein neuer Tag beginnen, voller Herausforderungen und Abenteuer, und sie war bereit, sich ihnen zu stellen.
Am nächsten Morgen lag eine spürbare Anspannung in der Luft, als Jane die Kommandozentrale betrat. Die Crew war bereits an ihren Stationen. Jane strich sich eine Strähne aus dem Gesicht Ihre Augen wanderten über die Bildschirme, bevor sie mit fester Stimme das Kommando erteilte: „Josie, Bob, versucht herauszufinden, wo wir uns in der Milchstraße befinden." Bob, die allgegenwärtige KI des Schiffs, meldete sich jedoch mit seiner unverkennbar sarkastischen Stimme: „Nun, Jane, ich habe die ganze letzte Nacht damit verbracht, unseren Standort zu bestimmen. Und siehe da, unser Observatorium konnte kein einziges bekanntes Sternbild identifizieren." Jane verdrehte die Augen leicht, aber sie ließ sich von Bobs Tonfall nicht aus der Ruhe bringen. „Wie weit sind wir vom Zentrum der Galaxis entfernt?" „Ach, nur schlappe 5000 Lichtjahre", erwiderte Bob trocken. „Richtung Rand, falls das irgendwie weiterhilft." Jane ließ sich nicht beirren und nickte entschlossen. „Gut. Dann setzen wir Kurs und bringen eine weitere Distanz von 10.000 Lichtjahren, Richtung Rand, hinter uns. Dann müsste die Sternendichte erheblich geringer sein. Sicherlich werden wir dann leichter unseren Standort bestimmen können. Wir haben keine Zeit zu verlieren." Sina bestätigte den neuen Kurs, während Bob weiter mit seiner sarkastischen Ader spielte: „Oh, das wird ein Vergnügen. Werft den Antrieb an, meine Lieben." Jane schmunzelte trotz der Situation leicht. „Bob, manchmal frage ich mich, warum ich dich nicht einfach deaktiviere." „Weil du ohne meinen Charme und Witz völlig verloren wärst, Jane", entgegnete Bob, wobei seine künstliche Stimme einen Hauch von Ironie mitschwingen ließ. „Aber hey, ich mache nur meinen Job. Jemand muss schließlich die Moral auf diesem Raumschiff aufrechterhalten." Jane schüttelte leicht den Kopf, aber ein kleines Lächeln spielte um ihre Lippen. „Dann halte die Moral weiter hoch, Bob. Und Josie, bleib wachsam. Wir wissen nicht, was da draußen auf uns wartet." „Verstanden, Jane", antwortete Josie, während sie die notwendigen Berechnungen vornahm. Das Schiff vibrierte leicht, als der Antrieb hochgefahren wurde. Die Crew spürte das leise, vertraute Summen unter ihren Füßen, das ankündigte, dass sie sich erneut auf den Weg machten. Jane lehnte sich in ihren Kommandosessel zurück und warf einen Blick auf den Panoramabildschirm. Sie hatte Vertrauen in ihre Crew – und ja, auch in Bob, trotz seines losen Mundwerks. Während das Schiff mit zunehmender Geschwindigkeit in den unbekannten Teil der Galaxis eintauchte, konnte Jane nicht anders, als einen leisen Seufzer von sich zu geben. Es würde eine lange Reise werden, aber sie wusste, dass sie mit dieser Crew jede Herausforderung meistern konnte. Bob meldete sich ein letztes Mal für den Moment „35 Stunden Flugzeit, Jane. Zeit genug für einen Kaffee... oder zehn." Jane lachte leise und nickte.
„Also haben wir jetzt 35 Stunden voller Leerlauf, Jane?", fragte Alita und grinste, während sie sich in den Stuhl am Kartentisch zurücklehnte. Jane, die gerade dabei war, die neuesten Statusberichte zu überfliegen, hob eine Augenbraue und schmunzelte. „Nun ja, abgesehen von den üblichen Pflichten, wie das Überleben sichern und dafür sorgen, dass wir nicht in einen zufälligen Asteroiden krachen, ja, könnte man das so sagen." Alita lachte leise. „Hört sich fast an wie Urlaub. Nur ohne Strand und Cocktails." Jane stand auf und streckte sich, ihre Muskeln protestierten leicht nach der angespannten Nacht. „Ich werde jetzt in den Fitnessraum gehen und ein paar Übungen machen. Wenn du Lust hast, kannst du mitkommen." Alita überlegte nicht lange. „Warum nicht? Mal sehen, ob du mir ein bisschen einheizen kannst." Im Fitnessraum angekommen, warf Jane Alita ein paar Blicke zu, die nichts Gutes verhießen. Sie griff nach zwei 80 cm langen Stöcken, die im Raum hingen, und warf ihnen Alita zu und schappte sich selber zwei. „Hier, das wird Spaß machen. Bereit für ein kleines Duell?" Alita fing die Stöcke mit einer lässigen Handbewegung auf, musterte sie kurz und legte einen dann beiseite. „Ein Stock reicht mir", sagte sie selbstbewusst, während sie sich in Kampfstellung begab. „Mutig", bemerkte Jane mit einem anerkennenden Nicken. „Aber nur, damit du Bescheid weißt: Ich habe vier Jahre Nahkampf-Training. Du brauchst keine Rücksicht auf mich zu nehmen." Alita grinste und zwinkerte Jane zu. „Musst du bei mir auch nicht. Lass uns sehen, was du drauf hast." Jane ging in die Offensive, ihre Schläge präzise und kraftvoll. Doch zu ihrer Überraschung wich Alita jedem Angriff mit einer spielerischen Leichtigkeit aus. Es war fast so, als würde sie mit Jane tanzen, anstatt zu kämpfen. Jeder Schlag, den Jane führte, wurde entweder pariert oder elegant ins Leere gelenkt. „Nicht schlecht", keuchte Jane, als sie ihre Angriffe verstärkte, entschlossen, Alita doch noch aus dem Gleichgewicht zu bringen. Doch Alita blieb unbeeindruckt. Mit einer Mischung aus Anmut und Geschwindigkeit hielt sie jede Attacke ab, ohne dabei ins Schwitzen zu geraten. Dann kam Alitas Konter – schnell und unerbittlich. Jane spürte den ersten Schlag auf ihrer Schulter, dann den nächsten an ihrer Seite. Keiner der Schläge war zu hart, aber deutlich genug, um Jane zu signalisieren, dass Alita es ernst meinte. „Autsch!", rief Jane aus, als ein besonders gezielter Schlag sie fast aus dem Gleichgewicht brachte. „Na gut, das reicht für heute", sagte sie und hob die Hände zur Kapitulation. Alita ließ ihren Stock sinken und nickte zufrieden. „Du kämpfst mit Emotionen, Jane. Das ist ein Fehler. Im Kampf zählt nur der Kampf selbst, nicht das, was du dabei fühlst. Aber keine Sorge, du hast viel Potenzial. Ich werde noch eine echte Kämpferin aus dir machen." Jane lächelte, obwohl sie innerlich stöhnte. „Erst einmal hole ich mir ein Schmerzmittel von Annabella", murmelte sie mit einem schiefen Grinsen. „Du hast dich gut geschlagen", meinte Alita anerkennend, während sie ihren Stock beiseitelegte und sich für eine weitere Runde Dehnübungen vorbereitete. „Mit ein bisschen mehr Übung wirst du noch gefährlich." „Gefährlich genug, um dich irgendwann zu schlagen?", fragte Jane scherzhaft, während sie den Raum verließ, ihren Schritt leicht humpelnd, aber mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen. „Vielleicht", antwortete Alita, während sie sich wieder aufwärmte. Während Jane den Fitnessraum verließ, dachte sie an die Lektion, die Alita ihr gerade erteilt hatte. Schmerzmittel hin oder her, diese Erfahrung hatte sie definitiv stärker gemacht – nicht nur körperlich, sondern auch mental. Der Tag mochte noch jung sein, aber Jane wusste, dass sie heute schon etwas Wichtiges gelernt hatte. Vielleicht war der Leerlauf von 35 Stunden doch nicht so langweilig, wie sie gedacht hatte.
Als die Hydra nach dem Hyperflug abrupt in den normalen Raum zurückkehrte, lief die Ortung um ihre neuen Koordinaten zu erfassen. Doch anstatt der vertrauten Sternbilder und Nebel, die ihnen einst wie alte Freunde erschienen waren, fanden sie sich inmitten eines unbekannten Sonnensystems wieder – ein System, das aus nur zwei einsamen Planeten bestand, die um eine schwach leuchtende Sonne kreisten. ,,Versucht unsere Position zu bestimmen, Josie, Bob", befahl Jane. Josie, die Ortungsspezialistin, und Bob, die allgegenwärtige und oft sarkastische KI des Schiffs, begannen sofort, die Position der Hydra zu ermitteln. Die Spannung in der Luft war greifbar, als das Observatorium des Schiffs eine endlose Abfolge von Sternbildern auf den Hauptbildschirm projizierte. Doch je länger Josie und Bob die Daten analysierten, desto mehr verschwand die Hoffnung, dass sie irgendetwas Vertrautes entdecken würden. ,,Ich werde mich in den Raum des Observatoriums begeben, um genauere Berechnungen durchzuführen.", sagte Josie. Einige Minuten später. „Das ist... wirklich seltsam, Bob", murmelte Josie schließlich, ihre Stimme von einer Mischung aus Verwirrung und Besorgnis durchdrungen. „Wir müssten doch längst ein bekanntes Sternbild identifiziert haben. Etwas, das uns wenigstens einen Hinweis darauf gibt, wo wir sind." Bob reagierte mit einer ungewöhnlich ernsten Note in seiner Stimme, die sonst so oft von sarkastischen Untertönen durchzogen war. „Wir kennen nur 6 % der Milchstraße, Josie. Es gibt unzählige Orte, die uns völlig fremd sind. Und ich musste einen Notstart ohne Koordinatenberechnung machen, um uns aus der Gefahrenzone zu bringen. Wir könnten überall sein." Josie runzelte die Stirn und ihre Finger schwebten zögerlich über den Kontrollen. „Ja, ich verstehe, aber es ist immer noch seltsam. Selbst in einem unbekannten Teil der Milchstraße sollten wir irgendetwas Bekanntes finden. Wir müssen unsere Position anhand der Nachbargalaxien bestimmen." Bob stimmte zu, und sie richteten das Hauptteleskop auf die Galaxie M87 – eine vertraute Konstante im Chaos des Universums, normalerweise 32 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Doch als die Messungen hereinkamen, schoss ein kalter Schauer durch Josie. „Sie ist um 1,5 Grad nach links verschoben", bemerkte Josie, fast mechanisch, als ob sie nicht glauben wollte, was die Daten ihr sagten. Die Unruhe wuchs in Josie. „Das ergibt keinen Sinn", flüsterte sie, mehr zu sich selbst als zu Bob. Ihre Hände zitterten leicht, als sie das Teleskop auf die nächste, sicherste Referenz richtete – die Andromeda-Galaxie, die normalerweise 2,4 Millionen Lichtjahre von ihrer Heimat entfernt lag. Doch was sie auf dem Bildschirm sah, ließ ihr den Atem stocken. „Das kann nicht sein", flüsterte sie; ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch, ein Ausdruck des blanken Entsetzens. Dort, wo sie die vertraute, elliptische Form der Andromeda-Galaxie erwartet hatte, starrte ihnen stattdessen eine majestätische Spirale entgegen. Die Galaxie leuchtete wie ein gewaltiger Nebel, ihre Spiralarme erstreckten sich über unglaubliche 100.000 Lichtjahre. Josie spürte, wie ihr das Blut in den Adern gefror. Das war keine Andromeda-Galaxie – es war die Milchstraße, ihre Heimatgalaxie. Aber wenn sie hier war, dann bedeutete das... Bob, der die Daten stillschweigend und unbarmherzig überprüfte, bestätigte ihre schlimmste Befürchtung. „Wir sind nicht mehr in der Milchstraße", sagte er, seine künstliche Stimme war von einer Kälte erfüllt, die Josie ins Mark traf. „Wir sind in der Andromeda-Galaxie, 2,4 Millionen Lichtjahre von zu Hause entfernt." Die Realisierung traf Josie wie ein Schlag in die Magengrube. Ihre Hände klammerten sich an die Kante des Kontrollpults, als sie versuchte, das Unfassbare zu begreifen. Die Hydra war nicht mehr in der vertrauten Umgebung, in der sie sich immer gewähnt hatten. Sie war in eine fremde und unermesslich weite Galaxie geworfen worden, die sie mit ihren endlosen Geheimnissen verschlingen könnte. „Das... das kann nicht wahr sein", flüsterte sie, aber die Worte klangen hohl, ohne den Trost, den sie suchte. Sie wusste, dass dies kein Albtraum war, aus dem sie erwachen konnte. Die kalte, harte Realität zwang sie, zu akzeptieren, dass ihre Reise gerade erst begonnen hatte – eine Reise, die sie weit über die Grenzen des Bekannten hinausführen würde, in eine fremde Galaxie, die nichts von der Hydra und ihrer Crew ahnte. Und in diesem Moment, als Josie das volle Ausmaß ihrer Lage erkannte, fühlte sie sich so klein wie noch nie zuvor. Eine winzige, verlorene Seele in der unendlichen Dunkelheit des Alls. Doch tief in ihrem Inneren regte sich auch etwas anderes – ein Funken Entschlossenheit, eine Ahnung davon, dass sie, trotz der überwältigenden Ungewissheit, die vor ihnen lag, einen Weg finden würden. Denn so fremd und unerbittlich der Kosmos auch sein mochte, die Hydra war nicht einfach irgendein Schiff, und sie waren nicht einfach irgendeine Crew. Sie waren Entdecker – und das Abenteuer ihres Lebens hatte gerade erst begonnen.
Josie stand am Kartentisch in der Kommandozentrale, umgeben von der gesamten Besatzung der Hydra. Die Atmosphäre war drückend, als ob die Luft selbst schwerer geworden wäre. Jede Bewegung schien in Zeitlupe zu geschehen, als die Crew sich umsah, ihre Blicke zwischen den sternenbedeckten Panoramabildschirm und dem ernsten Ausdruck auf Josies Gesicht hin- und herspringend. Die Stille war fast ohrenbetäubend, bevor Josie schließlich das Wort ergriff. „Bob und ich haben es mehrmals berechnet," begann Josie, ihre Stimme ruhig, aber unheilvoll, „Es besteht kein Zweifel, wo wir uns befinden." Ihre Augen wanderten über die Gesichter ihrer Kameradin, sie suchte nach einer Spur von Hoffnung, die sie selbst nicht mehr empfand. Jane, die mit verschränkten Armen am Rand des Tisches stand, ließ ihre kühle Fassade für einen Moment fallen. „Wo zur Hölle sind wir jetzt?", fragte sie, ihre Stimme zitterte leicht, ein Anzeichen der Panik, die in ihrem Inneren brodelte. Der Gedanke, verloren zu sein, war wie eine giftige Wolke, die langsam alle in ihren Bann zog. Josie schluckte schwer, bevor sie fortfuhr. Ihre Hände umklammerten die Tischkante, als würde das festhalten ihre Entschlossenheit stärken. „Wir haben nach bekannten Sternbildern gesucht, aber als wir nichts fanden, haben wir unsere Suche auf die Nachbargalaxien ausgeweitet. Anhand ihrer Position haben wir schließlich unseren Standort bestimmt..." Ihre Stimme brach kurz, bevor sie die Worte aussprach, die das Schicksal der Crew besiegeln würden. „Wir sind in der Andromeda-Galaxie, 2,4 Millionen Lichtjahre von unserer Milchstraße entfernt." Die Worte trafen die Besatzung wie ein elektrischer Schlag. Die Gesichter um Josie herum erbleichten, die Augen weiteten sich vor Unglauben und Furcht. Es war, als hätte jemand die Luft aus dem Raum gezogen. Ein beklemmendes Schweigen legte sich wie ein kalter, erstickender Schleier über den Raum, während jeder versuchte, die Tragweite dieser Nachricht zu erfassen. Jane starrte Josie mit weit aufgerissenen Augen an. „Verdammt, das ist ein verfluchtes Schlamassel", brach es schließlich aus ihr heraus, ihre Stimme laut und fast trotzig, als ob das Aussprechen der harten Wahrheit sie weniger real machen könnte. Die düstere Stimmung setzte sich in die Herzen der Crew, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit drückte auf ihre Seelen wie eine unbarmherzige Last. Alle schauten zu Boden, verloren in ihren Gedanken, jeder von ihnen fragte sich insgeheim, ob dies das Ende ihrer Reise war. Schließlich war es Iris, die die bedrückende Stille durchbrach. „Wenn wir uns auf den Heimweg machen würden," begann sie leise, ihre Worte sorgfältig gewählt, „wären wir nach 1,5 Millionen Lichtjahren am Ende unserer Kapazitäten angelangt. Dann müssten wir den Konverter des Hyperantriebs in einer Werft austauschen lassen und wären immer noch 900.000 Lichtjahre von zu Hause entfernt. Dort draußen, in einem völlig leeren Raum." Jane lachte düster, ein bitteres Geräusch, das in der stillen Kommandozentrale widerhallte. „Das hieße dann wohl, warten, bis wir alt und gebrechlich sind und schließlich die Radieschen von unten betrachten." Ihre Worte waren von einer tiefen Resignation durchzogen, als ob sie bereits die Hoffnung auf eine Rückkehr aufgegeben hätte. Josie, die verzweifelt nach einer Lösung suchte, schlug vor: „Wir könnten versuchen, eine Funknachricht in die Milchstraße zu senden. Es wäre eine schwache Hoffnung, aber vielleicht..." Doch Jane schüttelte den Kopf, unterbrach sie mit einem Tonfall, der endgültig klang. „Du vergisst etwas, Josie. Selbst wenn jemand uns abholen wollte, müsste das Raumschiff eine Strecke von 1,8 Millionen Lichtjahren zurücklegen. Unsere größten Schiffe schaffen nur 800.000 Lichtjahre, und nur die Hydra kann 1,5 Millionen Lichtjahre zurücklegen. Das reicht nicht, um uns zu erreichen und dann noch in die Milchstraße zurückzukehren. Das ist also keine Option für uns." Mit diesen Worten brach die letzte Hoffnung, die noch in der Kommandozentrale geflüstert hatte. Die Schwere der Situation lastete wie Blei auf den Schultern der Besatzung. Jeder einzelne von ihnen fühlte die Ungewissheit über ihre Zukunft wie eine dunkle Wolke, die über ihnen hing, bereit, sie zu verschlingen. Die Rückkehr nach Hause schien so fern, dass sie fast schon wie ein verblassender Traum erschien. Doch trotz der Verzweiflung, die den Raum erfüllte, konnte niemand von ihnen das letzte Fünkchen Hoffnung ganz aufgeben. Tief in ihren Herzen wusste jeder, dass sie kämpfen würden. Denn das war alles, was ihnen jetzt noch blieb – zu kämpfen, zu überleben und vielleicht, nur vielleicht, einen Weg zurück in die vertrauten Sterne ihrer Heimat zu finden.
In der Kommandozentrale der Hydra herrschte angespannte Stille, als Bob plötzlich mit einer aufgeregten, aber gewohnt sarkastischen Stimme das Wort ergriff. „Meine Lieben, ich präsentiere euch eine Theorie, die so brillant ist, dass ich selbst kaum glauben kann, dass ich darauf gekommen bin." Ein leichtes Augenrollen ging durch die Crew, doch sie hörten aufmerksam zu. „Nach meinen höchst präzisen Berechnungen besteht mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5 % eine Verbindung zwischen den Galaxien – genauer gesagt, durch das Sonnenfünfeck, das wir passiert haben." Die Augen der Crew weiteten sich leicht, aber bevor jemand antworten konnte, fuhr Bob fort. „Wir haben das größte Rätsel des Zentrums der Milchstraße gelöst: Es ist eine gigantische Transmitteranlage. Ja, ihr habt richtig gehört – eine intergalaktische Abkürzung, quasi ein kosmischer Fahrstuhl. Und wer hat's herausgefunden? Bob." Finja konnte sich ein genervtes Seufzen nicht verkneifen. „Großartig, Bob. Echt fantastisch. Aber was bringt uns das jetzt? Wir stecken hier doch immer noch in der Klemme. Oder hast du auch dafür eine brillante Lösung parat?" Bob ließ eine dramatische Pause, bevor er antwortete, die metallischen Töne seiner Stimme triefend vor Ironie. „Ach, Finja, ich liebe es, wenn du so enthusiastisch bist. Aber lass mich ausreden. Eva, du wolltest doch sicher vorschlagen, dass wir den Transmitter von Andromeda für unsere Rückkehr nutzen, richtig?" Eva, die bisher schweigend zugehört hatte, nickte. „Genau das wollte ich sagen. Wenn es wirklich eine Verbindung zwischen den Galaxien gibt, warum nicht einfach zurückspringen?" Bob schaltete in den Erklärungsmodus, den er besonders genoss. „Nun, Eva, das ist an sich keine schlechte Idee – für jemanden, der Todessehnsucht hat. Es gibt allerdings zwei klitzekleine Probleme, die uns davon abhalten sollten, uns Hals über Kopf in diesen Plan zu stürzen." Er hielt erneut inne, um sicherzustellen, dass alle ihm ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkten. „Erstens habe ich festgestellt, dass der Transmitter hier in Andromeda identisch mit der Anlage in der Milchstraße ist. Der Planet, der um diese fünf Sonnen kreist, ist jedoch von einem Schutzschild umgeben. Und was tun Schutzschilde? Sie schützen. Das bedeutet, es gibt höchstwahrscheinlich eine Kontrollstation, die diesen Schutzschild steuert. Leider liegt diese Station vermutlich gut versteckt und bewacht – und das von Abwehranlagen, die uns schneller zu Weltraumstaub verarbeiten würden, als ihr bis drei zählen könnt." Nora ließ den Gedanken sinken, bevor sie nachfragte: „Und was ist das zweite Problem, Bob?" „Oh, das Beste kommt natürlich zum Schluss", sagte Bob und fügte einen dramatischen Effekt hinzu, der in seiner Stimme fast wie ein Grinsen klang. „Ich vermute – allerdings ohne konkrete Beweise, weil ich, im Gegensatz zu euch, allwissend bin – dass es einen Verbund von Transmittern gibt. Wahrscheinlich sogar in mehreren Galaxien. Was bedeutet, dass wir nicht mal die kleinste Kontrolle darüber hätten, wo wir landen würden. Ohne Kontrolle über die Kontrollstation wäre das eine Verzweiflungstat, von der ich dringend abrate." Jane, die bis jetzt nur zugehört hatte, nickte nachdenklich. „Dennoch ist die Vorstellung eines Transmitterverbunds faszinierend. Innerhalb von Nullzeit von einer Galaxie in eine andere zu reisen, wäre fantastisch. Es könnte uns eine ganz neue Art der Erkundung ermöglichen." Nora stimmte zu. „Da bin ich ganz bei dir, Jane. Es wäre eine Revolution in der Raumfahrt." Bob räusperte sich, um wieder das Wort zu ergreifen. „Ja, ja, faszinierend und alles. Aber wir sollten vielleicht erstmal nicht allzu begeistert sein von einem Plan, der uns in einem völlig unbekannten Teil des Universums spucken könnte, weit weg von zu Hause – und diesmal ohne Rückfahrkarte." Jane nickte erneut und ließ ihren Blick durch die Runde wandern. „Gut, dann sollten wir diesen Plan vorerst auf Eis legen. Hat jemand eine andere Idee?" Eine tiefe Stille folgte, während alle nachdachten, doch keiner sprach. Die Erkenntnis, dass sie ohne klare Alternative dasaßen, lastete schwer auf der Crew. Bob konnte es sich nicht verkneifen, noch einen letzten Kommentar abzugeben. „Sieht so aus, als ob der klügste Kopf an Bord immer noch ich bin. Aber macht euch keine Sorgen, Leute – ich bleibe dran. Vielleicht habe ich ja morgen die nächste Idee parat." Ein kollektives, schwaches Lächeln huschte über die Gesichter der Crew, bevor die Besprechung in stiller Nachdenklichkeit endete.
Fortsetzung folgt
