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Die fantastische Abenteuer des Raumschiffs Hydra Kapitel 5

G
Gelöschter User
25. Februar 2021(bearbeitet)
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Die Verwandlung



Die Atmosphäre an Bord der Hydra war von einer bedrückenden Stille erfüllt. Alita spürte die Anspannung in der Luft, als sie die verkniffenen Gesichter der anderen musterte. Die Unruhe war greifbar, jeder schien in Gedanken versunken, auf der Suche nach einem Ausweg aus dieser bedrohlichen Situation. Jane durchbrach die Stille, ihre Stimme zitterte leicht, als sie fragte: „Hat irgendjemand eine Idee?" Ein Hauch von Verzweiflung schwang in ihren Worten mit, als sie die Augen der Crew nach Antworten absuchte. Doch niemand meldete sich, niemand hatte einen Plan. Alita ließ ihren Blick über die Runde schweifen und hob schließlich zögernd die Hand. „Vielleicht könnten wir angeln gehen", schlug sie vor. Es war ein unorthodoxer Vorschlag, das wusste sie, aber sie musste irgendetwas sagen, um die gespannte Atmosphäre zu durchbrechen. Ein verwirrtes Murmeln ging durch die Runde, und schließlich erklang ein Chor der Verwunderung: „Angeln?" Jane sah Alita mit hochgezogenen Augenbrauen an, als wäre sie sich nicht sicher, ob sie richtig gehört hatte. „Ja, angeln", verteidigte Alita ihren Vorschlag, bemüht, ihre eigene Unsicherheit zu verbergen. „Auf dem ersten Planeten, den ich gesehen habe, gibt es jede Menge Gewässer. Beim Angeln kommen mir die besten Ideen. Vielleicht bringt uns das auf eine neue Spur." Ihre Stimme war fest, doch in ihrem Inneren kämpfte sie gegen die Zweifel, ob das wirklich ein kluger Einfall war. Jane runzelte die Stirn, dachte einen Moment nach und zuckte dann mit den Schultern. „Das ist keine schlechte Idee. Wer kommt mit?", fragte sie in die Runde, doch keine Hand rührte sich. Die Crew blieb wie erstarrt in ihren Sitzen, unfähig, sich aus ihrer Lethargie zu lösen. Jane seufzte leise, beschloss jedoch, den anderen etwas Zeit zu geben, sich an die ungewohnte Situation zu gewöhnen. „Dann machen wir uns eben zu zweit auf den Weg, Alita. In zwölf Stunden sind wir zurück." Sie wandte sich an Eva, die mit angespanntem Gesichtsausdruck in der Ecke stand. „Eva, du übernimmst das Kommando." Mit einem letzten Blick zurück auf die apathische Crew betraten Jane und Alita das Shuttle. Der Flug durch die schwarze Weite des Alls schien ewig zu dauern, bis sie schließlich an einem malerischen See auf dem Planeten landeten. Die Landschaft war von einer fast surrealen Schönheit. Schweigend wateten die beiden Frauen knietief ins Wasser, bereit, Speere zu werfen und dabei ihre Gedanken zu sammeln. Die Oberfläche des Sees war ruhig, fast zu ruhig. Die Minuten verstrichen quälend langsam, während sie regungslos verharrten, auf den ersten Anzeichen eines Fisches wartend. Plötzlich knackte das Funkgerät und eine panische Stimme drang durch die Stille: „Wir werden angegriffen..." Evas Stimme war kaum zu erkennen, so sehr wurde sie von Angst und Verzweiflung übermannt. Dann folgten nur noch Schmerzensschreie, die abrupt in Stille übergingen. Jane und Alita erstarrten. „Los, Alita, zurück zur Hydra!", rief Jane. Ihr Herz raste, als sie sich auf das Schlimmste gefasst machte. Doch Alita blieb stehen, ihre Augen schmal zusammengekniffen, während sie die Situation blitzschnell durchdachte. „Nein", widersprach sie schließlich mit einem Nachdruck, der Jane innehalten ließ. „Wenn die Hydra von einem Feind angegriffen wurde, dann schaffen wir es auch nicht, mit unserem Shuttle sie zu retten. Wir müssen warten, bis wir mehr wissen." Jane öffnete den Mund, um zu protestieren, aber Alitas Worte drangen in ihr Bewusstsein. Widerwillig nickte sie, die Erkenntnis traf sie hart. Alita hatte recht. In dieser Situation war überstürztes Handeln der sicherste Weg in den Tod. Ihr Schicksal hing in der Schwebe, und die Stille des Sees wurde nur von ihren flachen Atemzügen durchbrochen.


Kurz zuvor auf der Hydra:

Die Mädchen auf der Hydra waren von einer lähmenden Melancholie erfasst, als die schreckliche Wahrheit erfuhren. Ihre Heimat, die Erde, würde für sie wohl nur noch eine ferne Erinnerung bleiben, unerreichbar in der unendlichen Weite des Alls. Jede von ihnen versuchte auf ihre Weise, mit diesem Schmerz fertig zu werden, doch das Gefühl der Verlorenheit war erdrückend. In dieser Stille der Resignation platzte plötzlich das schrille Heulen der Alarmsirenen. Die Hydra vibrierte unter der Wucht des unvermittelten Angriffs, als ein feindliches Schiff aus dem Hyperraum auftauchte. Ohne Vorwarnung eröffnete es das Feuer, Strahlen durchbohrten die Hülle der Hydra. Das Schiff, das ihnen all diese Zeit Schutz und Heimat geboten hatte, wurde nun selbst zur Zielscheibe. Die fremdartige Strahlung, die das feindliche Schiff aussandte, war so stark, dass die Schutzschirme der Hydra nicht rechtzeitig hochgefahren werden konnten. Die Crew war der Gefahr hilflos ausgeliefert. Eva, die in der Kommandozentrale über die Instrumente gebeugt war, griff panisch nach dem Funkgerät. Ihre Finger zitterten, als sie versuchte, Jane und Alita zu erreichen. Doch alles, was sie herausbrachte, war ein abgehacktes, verzweifeltes „Wir werden angegriffen..." Mehr war ihr nicht vergönnt. Plötzlich durchzuckten unerträgliche Schmerzen ihren Körper, als hätte die Strahlung jede ihrer Zellen in Flammen gesetzt. Die anderen Mädchen in der Kommandozentrale schrien auf, ein Chor des Schmerzes und der Panik, bevor das Bewusstsein sie alle verließ und sie in eine tiefe, unnatürliche Dunkelheit stürzte. Als der Schutzschirm der Hydra endlich aktiviert war, war es bereits zu spät. Das fremde Schiff hatte sich schon wieder in den Hyperraum zurückgezogen und war spurlos verschwunden. Zurück blieb nur die Hydra, ihre Crew bewusstlos und ungewiss, was geschehen war. Es vergingen bange Minuten, bevor die Mädchen langsam aus ihrer Bewusstlosigkeit erwachten. Die Kommandozentrale war erfüllt von der bedrückenden Stille. Finja war die Erste, die ihre Fassung wiedererlangte. Ihre Stimme, leise und zitternd, durchbrach die Stille: „Das kann nicht wahr sein. Das muss ein Traum sein." Ihre Worte schienen in der Luft zu verhallen, als hätte sie selbst kaum daran geglaubt, was sie sagte. Eva, immer noch benommen und mit einem schmerzhaften Kribbeln in ihren Gliedern, wandte sich an Bob, die KI der Hydra. „Bob, wie ist der Zustand der Hydra?", fragte sie mit schwacher Stimme. Die Antwort, die zurückkam, war kühl und emotionslos, doch die Worte schnitten tief: „Die Hydra ist unbeschadet, aber ihr... nun, das ist eine andere Geschichte." Ein schweres Schweigen legte sich über die Mädchen, als sie die Bedeutung von Bobs Worten erfassten und sahen, was passiert war. Annabella, die als Ärztin die Verantwortung für das Wohl der Crew trug, trat nach vorne. Ihre Stimme war fest, doch ein Hauch von Unsicherheit lag darin, als sie entschied: „Das ist jetzt ein medizinisches Problem. Ich verhänge eine Quarantäne über die Hydra, Informationssperre inklusive." Sie wusste, dass die Situation ernst war, und sie wollte nicht, dass Jane und Alita voreilig alarmiert wurden, bevor sie selbst verstand, was geschehen war. Die Minuten zogen sich endlos hin, während Annabella und die restlichen Crewmitglieder fieberhaft daran arbeiteten, die Auswirkungen der Strahlung zu analysieren. Bobs Sensoren scannten die Hydra nach verbliebener Reststrahlung, um sicherzustellen, dass das Schiff für die Rückkehr von Jane und Alita sicher war. Die Ergebnisse waren entscheidend; sie konnten nicht riskieren, dass die beiden denselben mysteriösen Wandel durchmachten, der die restliche Crew erfasst hatte. Nach drei schier endlosen Stunden gab Bob endlich Entwarnung: Keine gefährliche Strahlung war mehr an Bord. Annabella atmete erleichtert auf und hob die Quarantäne auf. Trotzdem lag eine düstere Vorahnung über der Crew. Was auch immer geschehen war, es war tief in ihren Körpern eingedrungen, etwas Unbekanntes, das ihre Existenz für immer verändert hatte. Eva griff erneut zum Funkgerät, diesmal mit klarer Stimme. „Jane, ihr habt grünes Licht zur Rückkehr. Aber..." Ihre Stimme zögerte, bevor sie weitersprach: „Wir müssen reden, wenn ihr zurück seid." Sie wusste, dass es kein einfaches Gespräch werden würde. Das, was sie Jane und Alita zu erzählen hatte, würde ihre Welt auf den Kopf stellen.


Ein paar Minuten säter:

Am Ufer des stillen Sees, dessen Wasseroberfläche in der sanften Brise kaum eine Regung zeigte, hatten Jane und Alita geduldig ausgeharrt. Ihre Gedanken schweiften unruhig hin und her, als plötzlich das Funkgerät in Janes Hand zu knistern begann. Ein leises Rauschen, dann die unverkennbare Stimme von Annabella, die wie aus dem Nichts die Stille durchbrach: „Hier ist Annabella, Protokoll 12-16. Wir melden uns später." Dann war die Verbindung schlagartig unterbrochen. Der Funk verstummte wieder, zurück blieb nur das leise Plätschern des Wassers und das leise Summen des Windes in den Bäumen. Alitas Augen weiteten sich vor Besorgnis. „Was bedeutet das, Jane", fragte sie mit einem Hauch von Angst in der Stimme, während sie Janes Gesicht forschend musterte. Jane, die normalerweise einen kühlen Kopf bewahrte, spürte, wie sich ein Knoten in ihrem Magen zusammenzog. Sie strich sich nervös eine Haarsträhne aus dem Gesicht und antwortete nach einem Moment des Nachdenkens: „Annabella ist unsere Ärztin. In medizinischen Notfällen hat sie das Recht, das Kommando zu übernehmen und Quarantäne zu verhängen. Das bedeutet, wenn ich zum Beispiel durch Krankheit oder einen anderen Grund ausfalle, kann sie mir das Kommando entziehen. Aber nur sie." Jane hielt inne und sah in die Ferne, als würden die Worte schwerer wiegen als sonst. „Aha", antwortete Alita, aber die Sorge in ihren Augen blieb bestehen. „Was mag das wohl für ein medizinischer Notfall sein", wollte sie wissen und konnte ihre Unruhe nicht verbergen. Jane schüttelte den Kopf, ihre Stirn in tiefe Falten gelegt. „Ich habe keine Ahnun", gab sie zu, ihre Stimme klang jetzt angespannt. „Aber es ist sehr geheimnisvoll, und das macht mir Sorgen." Die Minuten zogen sich quälend langsam dahin, während die beiden Frauen am Ufer des Sees verharrten. Der Anblick der malerischen Landschaft, die zuvor noch so friedlich gewirkt hatte, konnte Jane nicht mehr beruhigen. Ihre Gedanken rasten, während sie versuchte, jede mögliche Erklärung für Annabellas kryptische Nachricht durchzuspielen. Sie hatte schon viele gefährliche Situationen erlebt, doch das Ungewisse war es, was sie am meisten beunruhigte. Die Zeit schien endlos zu verstreichen, und mit jeder vergehenden Minute wuchs Janes Nervosität. Was auch immer auf der Hydra vor sich ging, es musste ernst sein. Die Ungewissheit nagte an ihr, ließ ihr Herz schneller schlagen und ihre Gedanken sich überschlagen. Nach quälenden drei Stunden, in denen das Warten fast unerträglich wurde, knackte das Funkgerät erneut. Diesmal war es Evas Stimme, die durch das Rauschen drang, und Jane hielt den Atem an, als sie sprach: „Die Quarantäne ist aufgehoben. Ihr könnt zurückkommen." Die Worte brachten eine gewisse Erleichterung mit sich, aber Janes Unbehagen war noch nicht vollständig verflogen. Sie nickte Alita zu, die bereits das Shuttle vorbereitete, und versuchte, ihre Gedanken zu ordnen. Irgendetwas war auf der Hydra passiert, und auch wenn die Quarantäne nun aufgehoben war, wusste Jane, dass das, was sie dort erwarten würde, nichts Gutes bedeuten konnte. Mit einer Mischung aus Besorgnis und Entschlossenheit stiegen die beiden Frauen ins Shuttle und bereiteten sich auf den Rückflug vor. Während das Shuttle abhob und in den Himmel stieg, konnte Jane das Gefühl nicht abschütteln, dass die Herausforderungen, die sie erwarten würden, weit über das hinausgehen würden, was sie sich vorstellen konnte.


Zurück auf der Hydra konnten Jane und Alita ihren Augen kaum trauen. Die vertraute Kommandozentrale, sonst der Inbegriff von Ordnung und Technik, war nun von einer chaotischen Szene dominiert: Acht Schimpansen starrten sie an. Eva trat den beiden entgegen und versuchte verzweifelt, ernst zu bleiben. „Wir werden echt sauer sein, wenn ihr jetzt lacht", sagte sie mit so viel Autorität, wie sie aufbringen konnte. Aber es war zu spät. Jane und Alita konnten sie sich nicht mehr halten. Ein schallendes Gelächter erfüllte den Raum, das von den Wänden widerhallte. Jane hielt sich den Bauch vor Lachen, während Alita in Tränen ausbrach, unfähig, sich zu beruhigen „Entschuldigung," japste Jane schließlich, ihre Stimme heiser vom Lachen. „Aber ich musste einfach lachen, sonst wäre ich erstickt." Sie wischte sich die Tränen aus den Augen und versuchte, sich wieder zu fassen. „Annabella, was ist der Stand?" Annabella, die in der Ecke stand und mit ihrem neuen, haarigen Erscheinungsbild kämpfte, hob eine buschige Augenbraue. „Erste Untersuchungen zeigen", begann sie und sprach so ruhig wie möglich, „dass die fremde Strahlung unsere Chromosomen beeinflusst hat. Wir sind in den ursprünglichen Zustand von Primaten zurückversetzt worden, etwa 100.000 Jahre in der Vergangenheit, zu den Zeiten, als Menschen noch Affen waren. Aber unser Gehirn ist unbeeinflusst geblieben." „Und was nun?", fragte Jane, die immer noch mit einem Grinsen kämpfte. „Wir wollen auf keinen Fall für immer wie Affen herumlaufen", fügte Iris hinzu. Bob, die KI, meldete sich in seinem typischen, leicht spöttischen Tonfall zu Wort. „Das wäre kein Problem. Zum Glück spuckt der Replikator auch Bananen aus." Jane konnte sich das Lachen nicht länger verkneifen, und Alita fügte trocken hinzu: „Jedenfalls ist das Essen für unsere Affen gesichert." In den Augen der neu gewordenen Affen konnte man deutlich erkennen, dass sie von Bobs und Alitas Äußerungen nicht allzu begeistert waren. Finja zeigte ihnen eine Geste, die auch ohne menschliche Worte deutlich machte, was sie von der Situation hielt. Ein absurder Gedanke schoss Jane durch den Kopf (Sollte sie jetzt Kommandantin einer Affenherde werden?). Bei dieser Vorstellung brach sie erneut in lautes Gelächter aus, während Alita sie stirnrunzelnd beobachtete. „Jane, reiß dich zusammen", murmelte sie, aber ihre Mundwinkel zuckten ebenfalls. Das Abendessen an diesem Abend war ein Anblick für die Götter. Jane und Alita saßen mit ihrem üblichen Essen – saftigen Fleischstücken – vor sich, während die acht Affen genüsslich Bananen schälten und mit erstaunlicher Effizienz verspeisten. Die Atmosphäre war seltsam vertraut und doch völlig absurd. In den folgenden zwei Tagen kämpften Annabella und Bob unermüdlich darum, eine Lösung zu finden, um die Verwandlung rückgängig zu machen. Ideen wurden vorgeschlagen und wieder verworfen. Doch die Sehnsucht nach ihrer menschlichen Gestalt blieb. Jane und Alita gewöhnten sich langsam an die neu aussehende Crew, doch die täglichen Herausforderungen – vom Knöpfe drücken bis hin zur Kommunikation – machten ihnen klar, dass dieser Zustand nicht von Dauer sein konnte. Schließlich rief Annabella alle an den Kartentisch zusammen. Bob konnte es sich nicht verkneifen, einen letzten sarkastischen Kommentar abzugeben: „Ich hoffe, ihr habt eure letzten Bananen genossen. Es wird nicht einfach, wieder mit Messer und Gabel zu essen." Jane konnte aber ein kleines Lächeln nicht unterdrücken. Sie hoffte, dass diese verrückte Episode bald ein Ende finden würde – aber die Erinnerung daran würde sie alle noch lange begleiten.

Die Atmosphäre im Kommandozentrale der Hydra war angespannt, als sich alle um den großen Kartentisch versammelten. Die Crew, nun in Schimpansen ähnlicher Gestalt, musterte Annabella mit einer Mischung aus Neugier und Unbehagen. Auch wenn ihre Gestalten verändert waren, die Anspannung in der Luft war spürbar menschlich. Annabella, die sich ihrer neuen pelzigen Hände noch nicht ganz gewöhnt hatte, holte tief Luft und begann mit ernster Stimme ihren Plan zu erklären. „Bob und ich haben über die letzten Tage fieberhaft nach einer Lösung gesucht. Und nach vielen Berechnungen und Überlegungen sind wir zu dem Schluss gekommen: Wir müssen sterben." Ein kollektives Keuchen ging durch die Runde. Jane, die sich immer noch schwer damit tat, die Situation ernst zu nehmen, riss ihre Augen weit auf. „Sterben?", wiederholte sie, ihre Stimme voller Unglauben. Alita, die an der Seite stand und das Geschehen mit einem schelmischen Grinsen verfolgte, konnte sich einen sarkastischen Kommentar nicht verkneifen. „Soll ich euch Affen die Kehle durchschneiden?", fragte sie mit einem funkelnden Glitzern in den Augen, das deutlich machte, dass sie nur halb im Scherz sprach. Annabella verdrehte die Augen, aber in ihrer nun affenähnlichen Gestalt wirkte das weniger als Frustration und mehr wie eine theatralische Geste. „Nein, Alita, so einfach ist es nicht. Wir müssen... erfrieren." Sie machte eine Pause, um den Effekt ihrer Worte wirken zu lassen. „Die Chromosomen in unseren Körpern haben die fremde Strahlung aufgenommen. Durch Kälte und den Zustand des Todes wird diese Strahlung neutralisiert. Danach werde ich mit einem Defibrillator die Mädchen – also uns alle – zurück ins Leben holen." Ein Moment der betäubten Stille folgte, in dem die Crew versuchte, die Absurdität dieses Vorschlags zu begreifen. Schließlich sprach Jane, ihre Stimme jetzt deutlich ernster: „Das klingt nach einem Plan, den nur eine Ärztin machen würde. Dein Plan ist verrückt, Annabella." Alita, immer für einen ironischen Kommentar zu haben, fügte hinzu: „Eine eiskalte Rettungsaktion, buchstäblich." Sie lachte trocken auf. Annabella nickte, als hätte sie genau diese Reaktion erwartet. „Wir haben Glück", fuhr sie fort, „dass der äußerste Planet in diesem System ein Eisplanet ist, mit einer Durchschnittstemperatur von minus 70 Grad. Hier auf der Hydra haben wir keine Möglichkeit, uns ausreichend einzufrieren. Aber auf diesem Planeten haben wir genau die Bedingungen, die wir brauchen." Die Runde war noch immer von ungläubigem Schweigen erfüllt, als Bob das Wort ergriff. Seine Stimme war, wie immer, mit einem Hauch von Ironie gefärbt: „Die Wahrscheinlichkeit, dass der Plan aufgeht, liegt bei exakt 78 %. Eine typische Rettungsmission unter extremen Bedingungen. Aber ich möchte anmerken, dass die Idee, sich absichtlich erfrieren zu lassen, wohl zu den... kältesten Lösungen gehört, die ich je berechnet habe." Jane musste unwillkürlich lachen, auch wenn ihr das Ganze zutiefst unbehaglich war. „Das ist definitiv kein typischer Lösungsvorschlag, Annabella. Aber in dieser verrückten Situation scheint nichts mehr ungewöhnlich zu sein." Annabella seufzte, ihre Augen auf die Runde gerichtet. „Ich sehe wirklich keine andere Möglichkeit, wie wir uns zurückverwandeln können. Die Strahlung hat uns auf einer so grundlegenden Ebene verändert, dass normale Methoden nicht funktionieren werden." Schließlich sprach Jane das aus, was allen auf der Seele lag. „Es gefällt mir nicht, aber wenn du sagst, dass es funktioniert... dann haben wir wohl keine andere Wahl. Lass uns diesen verrückten Plan durchziehen." Die Entscheidung war gefallen, und trotz der Unbehaglichkeit, die alle spürten, wurde die Mission vorbereitet. Jane hätte nie gedacht, dass ihre Karriere als Kommandantin sie einmal dazu bringen würde, eine Affenherde in den Tod und zurück ins Leben zuführen.


Die Hydra schwebte wie ein stählernes Raubtier über der kargen, eisigen Oberfläche des Planeten. Der Anblick des weißen Wüstenmeers, das sich unter ihnen erstreckte, ließ selbst die mutigsten Herzen an Bord schneller schlagen. Die Kälte, die auf sie wartete, war gnadenlos, eine tödliche Kraft, die sie alle an den Rand des Lebens treiben würde – und darüber hinaus. „Alles ist vorbereitet. Wer traut sich als Erstes in die Kälte?" Annabella stand in der Luftschleuse, ihre Augen ernst und wachsam, als sie die Crew musterte. Die Atmosphäre war von einer fast greifbaren Spannung durchdrungen; jeder Atemzug schwer und bedeutungsvoll. Nora, die ihre pelzigen Arme um sich schlang, schaute Annabella ungläubig an. „In die Kälte, ohne Kleidung? Bist du verrückt?" Ihre Stimme zitterte weniger vor Angst als vor dem eisigen Schicksal, das sie erwartete. Annabella warf ihr einen entschlossenen Blick zu. „Je schneller du erfrierst, desto besser. Vier Minuten – das ist alles, was es braucht." Ein leises Murmeln ging durch die Runde, als sich die Crewmitglieder gegenseitig ansahen. Die Absurdität der Situation ließ keinen Raum für Zweifel; es gab keine andere Möglichkeit. Schließlich trat Eva vor, ihre Haltung fest und entschlossen. „Ich mach's", sagte sie, ihre Stimme ruhig, obwohl ihre Augen die Sorge verrieten, die in ihr tobte. Während Alita in ihren Raumanzug schlüpfte – der mit einer eingebauten Klimaanlage ausgestattet war – bereitete Annabella Eva auf die tödliche Kälte vor. Mit präzisen Bewegungen befestigte sie die Elektroden an Evas pelzigem Körper; ihre Hände zitterten leicht, aber nicht vor Kälte. „Ich werde dich zurückholen", versprach sie, bevor sie Eva fest in die Augen sah. Die Luftschleuse öffnete sich, und ein bitterkalter Wind schlug ihnen entgegen. Alita konnte nicht anders, als über das groteske Bild zu schmunzeln: Ein Affe, der in der Kälte stand, seine Zähne klappernd. Trotz des drohenden Todes begann sie, ein leises, unkontrollierbares Kichern, das in der stillen, eisigen Einöde widerhallte. Eva, deren Atem nun in weißen Wolken vor ihrem Gesicht hing, drehte sich um und schüttelte den Kopf, ihre Stimme brüchig. „Dass du jetzt lachst, Alita, nehme ich dir wirklich krumm. Aber... ich denke, ich würde an deiner Stelle auch lachen, wenn du so mit den Zähnen klappern würdest." Die Minuten schienen sich endlos zu dehnen, während Evas Körper allmählich der Kälte erlag. Ihr Herzschlag wurde langsamer, ihre Bewegungen träge, bis sie schließlich nach 3 Minuten und 12 Sekunden einen Herzstillstand erlitt. Alita, die das Geschehen stumm beobachtet hatte, hob Eva auf ihre Schulter und trug sie mit schweren Schritten zurück zur Hydra. In der Krankenstation wartete Annabella bereits mit dem Defibrillator in der Hand. Ihre Augen verrieten keine Emotionen, nur eine eiserne Entschlossenheit. Sie legte Eva auf die Liege, setzte die Pads an, und der erste Stoß brachte Evas Herz wieder zum Schlagen. Ein kurzer, schwacher Impuls, der genug war, um sie ins Leben zurückzuholen. Eva wurde in ein warmes Bad gelegt, ihre kalten, steifen Glieder tauten langsam wieder auf. Nach einer Minute öffnete sie die Augen und blickte verwirrt um sich. „Verflixt, was ist mir kalt?" Ihre Zähne klapperten immer noch, doch ein schwaches Lächeln spielte auf ihren Lippen. Als sie aus der Wanne stieg, wickelte man sie sofort in Decken ein, und Jane reichte ihr eine Tasse heißen Tee. „Ich bin so erleichtert, wieder ein Mensch zu sein", seufzte Eva, während sie die Wärme des Tees in ihren Händen spürte. Doch es war keine Zeit zum Ausruhen. Einer nach dem anderen durchliefen dieselbe tödliche Prozedur, und einer nach dem anderen kehrten sie als Menschen zurück. Die Erleichterung in der Gruppe wuchs, als sie alle, wenn auch erschöpft, wieder ihre menschliche Form angenommen hatten. Annabella war die Letzte. Wie ein stilles Opfer schritt sie in die eisige Kälte. Doch als sie auf der Liege lag und Soraja, die Rettungssanitäterin, den Defibrillator bediente, schien der Tod nicht mehr bereit zu sein, sie freizugeben. Der erste Stoß – nichts. Der Zweite – immer noch kein Lebenszeichen. Sorajas Hände zitterten, als sie den dritten und letzten Stoß ansetzte. Doch auch diesmal blieb Annabellas Herz still. „Wir haben sie verloren", sagte Soraja mit trauriger Stimme, während der Schock Jane erfasste. Entsetzt starrte Jane auf Annabellas leblosen Körper. Ihre Gedanken rasten, doch bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, drängte sich Alita nach vorne. „Aus dem Weg!", rief sie entschlossen und begann sofort mit der Herzmassage. Ihre Hände, stark und fest, drückten auf Annabellas Brustkorb, während Jane nervös daneben stand. „Pass auf, dass du ihr nicht die Rippen brichst", mahnte Jane, ihre Stimme schwach vor Sorge. Doch Alita ließ sich nicht beirren; ihr Blick war fest auf die leblosen Augen Annabellas gerichtet. Plötzlich, nach endlosen Sekunden des Bangens, schlug Annabellas Herz wieder. Ein schwaches, zitterndes Schlagen, das Jane vor Erleichterung aufatmen ließ. Als auch Annabella zurückverwandelt war, saßen alle acht erschöpft und in Decken gehüllt in der Messe. Die dampfenden Tassen Tee wärmten ihre Hände. Iris, die bisher still war, hob plötzlich den Kopf und sagte mit einem trockenen Lächeln: „Eins ist sicher, ich werde für den Rest meines Lebens keine Banane mehr essen." Dieser Kommentar löste einen Sturm von Lachen aus, der die Anspannung der letzten Stunden endlich durchbrach. Es war ein Lachen der Erleichterung, der Freude und der tiefen Dankbarkeit, dass sie es alle geschafft hatten, dem eisigen Griff des Todes zu entkommen.


Fortsetzung folgt


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