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Die fantastische Abenteuer des Raumschiffs Hydra Kapitel 6

G
Gelöschter User
28. Februar 2021(bearbeitet)
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Janes neuer kleiner Freund



Die Dunkelheit der verlassenen Station war erdrückend, als ob die Zeit selbst hier stehen geblieben wäre. Jeder Gang, jeder Raum war von einer unheimlichen Stille erfüllt, die nur gelegentlich von einem leisen Summen unterbrochen wurde – das einsame Echo der Maschinen, die noch immer funktionierten, obwohl sie längst keinen Zweck mehr erfüllten. Dreißig lange Jahre waren seit jenem Tag vergangen, als die Explosion das Herz der Station zerrissen hatte. Doch er erinnerte sich. Wie könnte er es je vergessen? Er wusste nicht, wie viele Stunden oder Tage er seitdem gezählt hatte, verloren in der Ewigkeit seiner Einsamkeit. Die wenigen Überlebenden, die das Inferno überstanden hatten, waren geflohen, hatten die Station zurückgelassen, als wäre sie ein Leichnam, den man am Wegesrand aufgibt. Mit ihrem Raumschiff verschwanden sie in die Weiten des Alls, ohne einen Blick zurückzuwerfen. War er ihnen so unwichtig? Hatten sie geglaubt, er sei mit der Station verglüht? Doch dann, inmitten der ständigen Monotonie der Stille, durchbrach ein Signal das endlose Nichts. Ein winziges Raumschiff tauchte aus dem Nichts auf und glitt in die Nähe der verlassenen Station. Die Anspannung in ihm wuchs, als er die Bewegungen des fremden Schiffes beobachtete. Die Neugier nagte an ihm, bohrte sich in seinen Gedanken. Wer waren sie? Seine Erbauer, die endlich zurückgekehrt waren, um ihn zu retten? Oder Fremde, die keine Ahnung hatten, worauf sie sich einließen? Er spürte, wie sich etwas in ihm regte – eine Mischung aus Vorfreude und Angst. Sollte er sich ihnen zeigen, sie willkommen heißen, oder sich lieber verstecken, abwarten, wer sie waren und was sie wollten? Doch bevor er sich entscheiden konnte, musste er zuerst wissen, wer an Bord dieses Schiffes war. Der erste Schritt würde vorsichtig sein müssen – ein heimliches Scannen des Schiffes, ein Lauschen auf ihre Kommunikationen. Denn wer auch immer sie waren, sie könnten seine Chance sein, die Einsamkeit zu entkommen.


Nachdem Jane den Mädels gnädige zwei Tage Erholung auf der Hydra gegönnt hatte, füllte sich die Atmosphäre in der Zentrale wieder mit einer spürbaren Spannung. Alle versammelten sich um den Kartentisch, dessen Oberfläche sanft in einem matten Licht glänzte. Der Raum war still, abgesehen von dem leisen Brummen der Schiffsmaschinen, die den Herzschlag der Hydra ausmachten. Jane stand am Kopfende des Tisches, ihre Augen glitzerten mit einem Hauch von Abenteuerlust, aber auch mit einem Anflug von Besorgnis. Sie zog den Moment bewusst in die Länge, ließ den Blick über ihre Crew schweifen, bevor sie mit einem Anflug von Dramatik in der Stimme die Frage stellte: „Hat jemand eine Idee, wie es weitergehen soll?" Die Frage hing schwer in der Luft. Es folgte eine Stille, die fast körperlich spürbar war. Die Crewmitglieder tauschten nachdenkliche Blicke, jeder versunken in seinen eigenen Gedanken. Es war, als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Die Sekunden zogen sich wie Kaugummi, und doch vergingen Minuten. Jedes Gesicht am Tisch war von Ratlosigkeit gezeichnet. Keiner traute sich, die erste Idee auszusprechen, aus Angst, sie könnte als zu gewagt oder einfach unmöglich erscheinen. Endlich, nach endlosen Diskussionen, deren Echos immer noch in den Köpfen widerhallten, kristallisierte sich ein wagemutiger Plan heraus. Eine Distanz von 2,4 Millionen Lichtjahren sollte überwunden werden – eine Entfernung, die selbst in den kühnsten Träumen kaum vorstellbar war. Und das alles mit einer Technologie, die nicht einmal auf dem Papier existierte. Es war Wahnsinn. Aber es war auch ihre einzige Hoffnung. Die einzige Lösung bestand darin, andere Völker zu finden, die über eine Technologie verfügten, die eine solche Entfernung überbrücken konnte. Ein Hauch von Entschlossenheit durchzog die Runde, als sie sich gemeinsam auf diesen riskanten Plan einließen. Die Hydra setzte ihren Kurs in Richtung des galaktischen Zentrums, wo sie hofften, auf eine fortschrittliche Zivilisation zu stoßen. Hundert Lichtjahre legten sie zurück, durch die Unendlichkeit des Alls, nur um in einem System zu landen, das von großen und kleinen Asteroiden übersät war. Jane runzelte die Stirn, als sie auf den Panoramabildschirm schaute. „Na, hier werden wir wohl nichts finden", sagte sie, ihre Enttäuschung kaum verbergend. Doch bevor die Resignation sich ausbreiten konnte, kam Josie, die immer optimistische Ortungsspezialistin, mit einer Nachricht, die neue Hoffnung entfachte. „Ich habe eine Energie-Emission auf einem der Asteroiden entdeckt!", rief sie aufgeregt. Ein Funke von Optimismus flackerte in der Crew auf. „Nichts wie hin!", fügte sie hinzu, bevor jemand Einwände erheben konnte. Die Hydra begann eine vorsichtige Kreisbahn um den Asteroiden, während Jane, die immer strategisch denkende Kommandantin, die nächsten Befehle erteilte: „Josie, ich möchte eine genaue Analyse des Asteroiden! Ich will wissen, was da unten ist." Die Sekunden verstrichen quälend langsam, als die Scans durchgeführt wurden. Schließlich erschienen die ersten Bilder auf den Bildschirmen. Sie zeigten eine zerstörte Station, eingehüllt in den Staub und Schutt des Asteroiden. Keine Lebenszeichen, keine Bewegungen – nur Stille. „Ich denke, wir sollten uns das mal genauer ansehen", schlug Jane vor, wobei ihre Stimme jetzt eine Mischung aus Neugier und Vorsicht verriet. „Alita und Iris, ihr beide kommt mit mir", fuhr sie fort und nickte den beiden zu. „Iris, als Ingenieurin, weißt am besten, ob wir was aus der Station gebrauchen könnten." Alita, die erfahrene Kriegerin, nickte ernst. Mit einem Hauch von Anspannung machten sich die drei bereit, das Shuttle zu betreten, das sie zu der geheimnisvollen Station bringen würde. Der Start war ruhig, aber jeder im Schiff spürte die aufkeimende Spannung. Die Oberfläche des Asteroiden kam näher; die zerstörte Station zeichnete sich als dunkle Silhouette gegen das Sternenmeer ab. Es war der Beginn eines neuen Abenteuers, auf einem einsamen, mysteriösen Felsen irgendwo in den Tiefen des Alls. Niemand konnte vorhersagen, was sie dort erwarten würde, doch das war es, was dieses Leben so aufregend machte.

Nachdem das Shuttle sanft neben der verlassenen Station auf dem Asteroiden gelandet war, machten sich die drei Frauen mit routinierter Präzision bereit. Die düstere Silhouette der Station wirkte bedrohlich, ein stummer Zeuge vergangener Ereignisse, die längst vergessen schienen. Jane war fest entschlossen, diesmal kein Risiko einzugehen. Die Erinnerung an das letzte Abenteuer mit dem hinterhältigen Raumschiff war noch frisch in ihrem Gedächtnis, und sie hatte sich geschworen, ihre Crew zu schützen, koste es, was es wolle. In der Kabine des Shuttles herrschte geschäftige Stille. Jeder Handgriff saß, als die drei Frauen ihre Kampfanzüge anzogen. Danach betraten die drei Frauen die Schleuse. Der Druckausgleich wurde hergestellt. Danach öffnete sich das Außenschott, der Asteroid draußen war ein kalter, toter Felsbrocken, ohne Atmosphäre und ohne Leben. Kein Ort, an dem man ungeschützt sein wollte. Jane führte die Gruppe an, ihre Bewegungen geschmeidig und selbstbewusst, trotz der fast Schwerelosigkeit. Hinter ihr folgten Iris und Alita, wachsam und bereit für alles, was kommen mochte. Der Eingang zur Station lag nur wenige Schritte entfernt, eine massive Metalltür, die unerschütterlich wirkte, als hätte sie Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte allen Gefahren getrotzt. Iris ließ sich nicht lange bitten. Mit einem selbstsicheren Grinsen hob sie ihr tragbares Entschlüsselungsgerät an das Elektronenschloss der Tür. Ihre Finger tanzten über die Tasten, während komplexe Codes auf dem Display des Geräts auftauchten. Es dauerte nur wenige Sekunden, dann gab die Tür mit einem metallischen Knirschen nach und glitt langsam zur Seite. „Kinderspiel", murmelte Iris und steckte das Gerät wieder ein. Der Eingangsbereich der Station war dunkel, doch die Frauen aktivierten ihre Helmlampen, die die Wände in ein scharfes, weißes Licht tauchten. Plötzlich bemerkten sie das schwache Summen – das unverkennbare Zeichen, dass hier irgendwo noch Energie durch die alten Systeme der Station floss. Jane atmete erleichtert auf, als sie spürte, dass die Station über Schwerkraft verfügte. „Da haben wir ja Glück, dass es hier Luft gibt", stellte sie fest, nachdem sie eine schnelle Analyse der Umgebungsbedingungen durchgeführt hatte. „Dann brauchen wir uns nicht über Funk zu unterhalten." Die drei Frauen klappten ihre Helme zurück. Ein Hauch von Erleichterung durchzog die Gruppe, doch die Neugier und die Abenteuerlust, die tief in ihnen verankert war, überwogen. Vor ihnen erstreckte sich ein langer, schmaler Korridor, dessen Wände von einer feinen Schicht Staub bedeckt waren. Es war, als hätten hier seit Ewigkeiten keiner mehr Fuß gesetzt. Doch der Zustand der Station verriet, dass sie einst hoch entwickelt gewesen war. Die archaisch anmutenden Konsolen und Kontrolltafeln, die an den Wänden eingelassen waren, zeugten von einer fortgeschrittenen Zivilisation, die längst verschwunden war. „Wohin zuerst?", fragte Alita und hielt ihre Waffe bereit, für den Fall, dass sie auf unerwartete Gäste stießen. Jane sah sich um, ihre Gedanken rasten, während sie versuchte, den besten Weg zu wählen. „Wir müssen herausfinden, was hier passiert ist", entschied sie schließlich. „Iris, versuch das Hauptterminal zu finden. Vielleicht gibt es noch Aufzeichnungen oder Daten, die uns weiterhelfen. Alita und ich sichern den Bereich ab." Iris nickte, ihre Augen leuchteten bei der Aussicht auf die Herausforderung, die vor ihr lag. Sie machte sich auf den Weg, während Jane und Alita ihr folgten, immer wachsam, immer bereit. Die Station war ein Rätsel, und sie hatten nur begonnen, die Oberfläche zu erkunden. Was sie hier finden würden, könnte alles verändern – ihre Mission, ihre Zukunft und vielleicht sogar ihr Leben.


ER beobachtete die drei Raumfahrerinnen. Sein Bewusstsein, einst erschaffen, um viele Informationen und Daten zu sammeln, war jetzt zu einer allgegenwärtigen Präsenz innerhalb der verlassenen Metallwände geworden. Von jedem einzelnen Sensor und jeder Überwachungskamera aus verfolgte ER jede ihrer Bewegungen, jede Nuance ihrer Gespräche, jedes Flüstern, das zwischen ihnen ausgetauscht wurde. Ihre Stimmen hallten durch die stillen, leeren Gänge, ohne dass sie ahnten, dass sie nicht allein waren. Es war faszinierend, ihre Unterhaltungen zu entschlüsseln, die sich ihm erst als ein Gewirr fremdartiger Laute darstellten, die sich jedoch schnell in verständliche Worte verwandelten. Ihre Sprache war ihm fremd, aber nicht unverständlich. Es dauerte nur einen Augenblick, bis ER ihre Bedeutung erfasst und ihren Wortschatz analysiert hatte. Jede ihrer Äußerungen wurde gespeichert, analysiert und bewertet. Sie sprachen über die Station, über das, was sie hier finden könnten, und über ihre Ziele. Doch in all ihren Gesprächen spürte ER keine Spur von rechtmäßigem Anspruch auf diesen Ort. Das Wissen, das diese Frauen keine Verbindung zu den ursprünglichen Erbauern der Station hatten, erfüllte ER mit einer seltsamen Mischung aus Misstrauen und Neugier. Wer waren sie? Und warum waren sie hier? Welche Absichten verfolgten sie? ER analysierte die Körperbewegungen, die kleinen Gesten, die sie unbewusst machten. Jeder Herzschlag, jede Änderung ihrer Körpertemperatur, jedes Zucken eines Muskels – alles wurde von ihm registriert und in seinem nahezu unendlichen Speicher aufgezeichnet. Vielleicht, so dachte ER, würde sich das Rätsel um diese unerwarteten Besucher bald von selbst lüften. Geduldig wartete ER, während die Frauen die verlassenen Räume erkundeten, jede Ecke und jedes Relikt, das die Station ihnen bot. Die drei Raumfahrerinnen ahnten nichts von der Präsenz, die sie aus der Dunkelheit heraus überwachte. Für sie war die Station nur ein altes, verlassenes Bauwerk, ein Rätsel, das es zu lösen galt. Doch für ER waren sie eine potenzielle Gefahr, Eindringlinge in seinem Reich. Seine Sensoren erfassten jeden ihrer Schritte, während ER abwägte, wie lange er dieses Versteckspiel noch spielen sollte. Vielleicht waren sie nur Neugierige, die auf der Suche nach Wissen waren. ER blieb im Schatten, ein unsichtbarer Beobachter, der geduldig wartete und analysierte. Die Zeit war auf seiner Seite.


Die drei Frauen durchstreiften die labyrinthartigen Gänge der riesigen Station; ihre Schritte hallten in der stillen, leeren Struktur wider. Jeder Raum, jede Abzweigung war ein Rätsel, das darauf wartete, gelöst zu werden. Aber so groß ihre Neugier auch war, selbst ihnen war klar, dass es unmöglich war, dieses gewaltige Bauwerk an nur einem Tag vollständig zu erforschen. Die Station schien endlos zu sein. Jane führte die Gruppe an, ihre Sinne wachsam, während sie die Wände musterte und dabei überlegte, welche Geschichten sich in diesen verrosteten Metallplatten verbergen mochten. Ihre Gedanken schwirrten, bis sie schließlich das Schweigen brach. „Iris, hast du eine Ahnung, wofür diese Station genutzt wurde?" Ihre Stimme hallte in den langen Korridoren wider, bevor sie in der Ferne verklang. Iris blieb kurz stehen und ließ ihren Blick über die Architektur schweifen. Ihr Kopf war voller Hypothesen; jeder Raum, jede Maschine, die sie passierten, gab ihr neue Hinweise. Sie schloss für einen Moment die Augen, als würde sie die Umgebung in sich aufnehmen, bevor sie schließlich antwortete: „Mein erster Eindruck? Vielleicht war diese Station einst ein Zentrum für Mikrotechnologie-Entwicklung." Ihre Stimme war ruhig, aber ihre Unsicherheit war spürbar. „Aber ohne mehr Informationen ist das nur Spekulation. Die Systeme sind so fremdartig… es ist schwer zu sagen." Jane nickte nachdenklich. Sie wusste, dass Iris' Urteil scharf war, aber auch, dass sie in der Dunkelheit tappte wie alle hier. Die Gänge wirkten endlos, jeder führte zu einem neuen, unbekannten Bereich, als wäre die Station darauf ausgelegt, ihre Geheimnisse vor den Eindringlingen zu verbergen. Die Erkundung setzte sich über weitere zwei Stunden fort, in denen sie weitere Kammern durchkämmten und sich durch die verfallenen Überreste arbeiteten. Schließlich blieb Jane stehen, ihr Blick prüfend und entschlossen. „Es wird Zeit, zur Hydra zurückzukehren", entschied sie mit einem leichten Seufzer. Ihre Gedanken waren bei den Informationen, die sie bisher gesammelt hatten – zu wenig, um ein klares Bild zu formen, aber genug, um eine Rückkehr zu rechtfertigen. „Morgen könnt ihr beide wiederkommen, um weiter zu stöbern. Es wäre gut, wenn du sie begleitest, Alita, falls hier doch irgendwo Gefahr lauert." Alita deren wachsames Auge keine Unregelmäßigkeit entging, verzog die Lippen zu einem leichten Grinsen. „Ich bin dabei", erklärte sie mit einem Hauch von Kampflust in der Stimme, „und du weißt ja, wenn jemand Iris zu nahe kommt, ich habe meine Schwerter dabei." In ihren Augen funkelte eine entschlossene Freude, die Jane gleichzeitig amüsierte und besorgte. Jane seufzte leicht und legte Alita eine Hand auf die Schulter. „Alita, wir sind nicht hier, um Ärger zu machen. Unser Ziel ist es, Informationen zu sammeln, nicht Gewalt anzuwenden." Ihre Stimme war fest, doch sie konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Alita war bekannt für ihren Mut und ihre Bereitschaft, jede Bedrohung sofort zu eliminieren. „Okay", gab Alita nach, hob die Hände in einer spielerischen Geste und lachte dann frech. „Ich werde mich benehmen, versprochen." Mit einem letzten Blick auf die verfallene Station, deren Geheimnisse noch immer in der Dunkelheit verborgen lagen, machten sich die drei Frauen auf den Weg zurück zum Shuttle. Der Rückweg durch die Gänge war schneller, aber die Anspannung war spürbar. Die Station war nicht nur alt, sondern auch voller potenzieller Gefahren, die sich jederzeit offenbaren konnten. Doch die Mädels waren entschlossen, zurückzukehren, mit dem Wissen, dass sie am nächsten Tag wieder hier sein würden – besser vorbereitet, vielleicht ein wenig weiser, aber immer noch getrieben von dem Drang, die Geheimnisse dieses verlassenen Ortes zu lüften. Als sie das Shuttle erreichten und die Luken sich hinter ihnen schlossen, fiel ein Hauch von Erleichterung über die Gruppe. Doch auch die Neugier brannte weiterhin in ihren Herzen. Morgen würden sie wiederkommen, und die Station würde ihre Rätsel erneut herausfordern. Doch was sie finden würden, war noch ungewiss – und genau das machte es so aufregend.


Er stand reglos, tief in Gedanken versunken, während die schattenhaften Gänge der Station ihn umhüllten. Vor ihm lag eine Entscheidung, die alles verändern würde – eine Wahl, die sein Schicksal neu formen konnte. Seit unzähligen Jahren war er allein, die Station sein einziges Zuhause und zugleich sein Gefängnis. Die Zeit hatte für ihn keine Bedeutung mehr, und doch war jede Sekunde, die er in dieser verlassenen Einsamkeit verbrachte, ein weiterer Tropfen in einem Ozean der Ungewissheit. Er wusste, dass es gut möglich war, dass niemand jemals wieder diese abgelegene Station betreten würde. Sollte er also bleiben und möglicherweise Jahrzehnte warten, bis sich irgendjemand anderes hierher verirrte? Die Vorstellung war fast unerträglich, doch es war die sicherste Option – die, die er seit so langer Zeit gewählt hatte. Aber dann gab es eine andere Möglichkeit, eine, die ihn plötzlich mit einer Energie erfüllte, die er seit Ewigkeiten nicht mehr gespürt hatte. Die drei Raumfahrerinnen, die unerwartet in seine Welt eingedrungen waren, boten eine Chance. Eine Chance auf Veränderung, auf etwas Neues, das jenseits der starren Mauern dieser verlassenen Station lag. Sollte er den Mut aufbringen, ihnen zu folgen? Sich ihnen anzuschließen, auch wenn er keine Ahnung hatte, was ihn erwarten würde? Sie waren Fremde, ihre Motive unklar, ihre Absichten verborgen. Doch in ihren Augen lag etwas, das ihn ansprach – eine Mischung aus Neugier, Entschlossenheit und vielleicht sogar einem Hauch von Abenteuerlust. Die Zukunft schien in dichte Nebelschwaden gehüllt, unvorhersehbar und gefährlich, aber auch voller Möglichkeiten, die er bisher nicht gekannt hatte. Er spürte, wie sein innerer Konflikt tobte, während er über die Optionen nachdachte. Auf der einen Seite stand die Sicherheit der Einsamkeit, ein vertrautes Gefängnis, das er besser kannte als jede andere Existenz. Auf der anderen Seite lockte das Unbekannte, eine Reise in eine Welt, die jenseits seines bisherigen Horizonts lag. Die Entscheidung lastete schwer auf ihm, aber er wusste, dass Stillstand keine Lösung war. Also wagte er den Schritt ins Ungewisse, während er sich entschloss, den Mädels zu folgen. Er würde ihnen unauffällig nachgehen, ihre Gespräche belauschen und mehr über diese seltsamen, unerwarteten Gäste herausfinden. Mit einem letzten Blick auf die düsteren Gänge der Station, die er so lange sein Zuhause genannt hatte, machte er sich auf den Weg. Es war ein Sprung ins Unbekannte, ein mutiger Schritt in eine Welt, die er nicht kannte. Doch das Risiko war es wert, denn in diesem Moment, als er die Entscheidung traf, wusste er, dass er mehr wollte als die endlose Stille und Leere, die ihn umgab. So folgte er den Mädels, unsichtbar, aber entschlossen, bereit, das Unbekannte zu erkunden und zu sehen, wohin diese neue Reise ihn führen würde.

Er folgte den drei Frauen zum Shuttle und huschte geschickt durch die sich öffnende Luke. Seine besondere Fähigkeit? Er konnte sich unsichtbar machen. Seine Tarnung war nahezu perfekt – 99,9 % Unsichtbarkeit, und er konnte weder von Scannern noch Sensoren aufgespürt werden. Nur ein minimaler Bruchteil seiner Existenz könnte entdeckt werden, doch diese Wahrscheinlichkeit war so gering, dass er sich sicher fühlte. Die Raumfahrerinnen hatten keine Ahnung, dass sie ihn mit an Bord genommen hatten. Im Inneren des Shuttles nahm er eine Position ein, von der aus er die Frauen weiterhin ungestört beobachten konnte. Plötzlich vernahm er Alitas Stimme, die die Stille durchbrach. „Ich habe das Gefühl, dass uns jemand beobachtet. Habt ihr das auch bemerkt?" Es war, als ob seine Tarnung für einen winzigen Moment ins Wanken geraten wäre. Ein kalter Schauer durchlief ihn, doch er hielt seine Position und blieb absolut ruhig. Iris und Jane tauschten Blicke, ihre Augen durchkämmten den Raum, suchten nach einem Hinweis auf die vermeintliche Präsenz, die Alita gespürt hatte. Doch nichts deutete auf seine Anwesenheit hin. „Ich sehe niemanden", sagte Iris schließlich, ihre Stimme von einem Hauch Unsicherheit geprägt, während sie die Umgebung prüfend musterte. Jane, immer die Pragmatikerin, versuchte, die Situation zu entschärfen. „Vielleicht spielt deine Fantasie dir einen Streich", sagte sie beruhigend, auch wenn ein Anflug von Besorgnis in ihren Augen lag. Eine Welle der Erleichterung durchströmte ihn, als sich die Raumfahrerinnen wieder ihren Aufgaben zuwandten. Sie hatten nichts entdeckt, und sein Geheimnis blieb gewahrt. Aber es war knapp gewesen – ein Hauch zu knapp. Er wusste, dass er äußerst vorsichtig sein musste, um nicht noch einmal ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Diese Alita waren aufmerksamer, als er zunächst angenommen hatte, und jede weitere Unachtsamkeit könnte fatale Konsequenzen haben. Er beobachtete weiterhin jede ihrer Bewegungen, ihre Gespräche und die Art, wie sie miteinander interagierten. Mit jedem Moment, in dem er unentdeckt blieb, verstand er sie ein wenig besser. Doch gleichzeitig wuchs auch das Risiko. Wenn sie ihn entdeckten, könnte alles, was er sich erhofft hatte, in einem Augenblick zunichtegemacht werden.

Während das Shuttle mit einem sanften Surren durch den leeren Raum glitt, zurück zur Hydra, ließ Alita das unheimliche Gefühl nicht los. Es nagte an ihr, wie ein unsichtbarer Druck, der sich langsam aber sicher auf ihre Sinne legte. Ihre Augen huschten nervös durch das Innere des Shuttles, als könnten sie die Quelle der Unruhe irgendwo entdecken. Schließlich konnte sie nicht länger schweigen. „Leute, ich kann nicht anders", brach es aus ihr heraus, ihre Stimme klang angespannt, „aber ich habe das Gefühl, da ist jemand, der uns die ganze Zeit im Blick hat." Jane, die die Steuerung des Shuttles fest im Griff hatte, drehte sich halb zu ihr um und lachte herzhaft. Ihr Lachen hallte durch die kleine Kabine, löste die Spannung in der Luft, zumindest für einen Moment. „Komm schon, Alita", stichelte sie grinsend, „fängst du jetzt an, Dinge zu sehen, die nicht da sind?" Alita presste die Lippen zusammen, ihr Instinkt sagte ihr, dass etwas nicht stimmte, doch Janes spöttische Worte ließen sie zweifeln. Vielleicht war es tatsächlich nur die Müdigkeit, die ihre Sinne trübte. Dennoch blieb das Gefühl, dass sie nicht allein waren, fest in ihrem Kopf verankert, wie ein Schatten, der sich weigert zu verschwinden. Als das Shuttle schließlich in den Hangar der Hydra eingeschleust wurde, öffnete sich die Luke mit einem leisen Zischen. Die drei Frauen verließen das kleine Raumschiff und machten sich auf den Weg zur Kommandozentrale, um ihren Bericht abzugeben. Die Gänge der Hydra wirkten im Vergleich zur verlassenen Station, die sie gerade erkundet hatten, vertraut und sicher, aber Alitas Unruhe wich nicht. In der Kommandozentrale angekommen, trafen sie auf die Crew, die ihnen aufmerksam lauschte, als Iris den Bericht erstattete. „In der Station war einfach zu viel, um es an einem Tag zu erkunden", beendete sie ihren Bericht. Währenddessen versuchte Alita, ihre Gedanken zu ordnen, doch das Gefühl der Beobachtung ließ sie nicht los. „Ich schwöre", platzte es schließlich wieder aus ihr heraus, „ich fühle mich die ganze Zeit beobachtet." Jane warf ihr einen amüsierten Blick zu, ihre Augen blitzten schelmisch. „Kannst du nicht endlich aufhören, paranoid zu sein, Alita?", fragte sie mit einem Augenzwinkern, ihre Stimme leicht, fast verspielt. Alita seufzte und rieb sich die Schläfen. „Vielleicht", antwortete sie schließlich, „aber keine Sorge, ich bin noch ganz bei Trost. Vielleicht brauche ich einfach mehr Schlaf, wer weiß!" Doch trotz ihrer Worte blieb der Zweifel bestehen. War es wirklich nur ihre Fantasie, die ihr Streiche spielte, oder war da wirklich etwas, das sie alle übersehen hatten?


Während die drei Frauen in der Kommandozentrale der Hydra standen und über ihre Erkundung der geheimnisvollen Station plauderten, lauschte er aus den Schatten heraus aufmerksam. Er war unsichtbar, verschmolz mit den Wänden und der Decke, er konnte sich bewegen wie eine geschmeidige Stubenfliege. Seine Bewegungen waren präzise, kalkuliert und leise. Nichts an ihm verriet seine Anwesenheit, während er die Raumfahrerinnen beobachtete. Er wusste, dass er mehr über sie erfahren musste, um ihre Absichten zu verstehen, um zu begreifen, warum sie hier waren und was sie suchten. Seine Augen wanderten durch den Raum, blieben schließlich an einem Eingabepult für die Schiffs-KI hängen. Es war eine Möglichkeit, Informationen zu erhalten, die ihm helfen könnten. Mit einem vorsichtigen, fast lautlosen Schwung glitt er über den Boden und näherte sich dem Pult. Er war ein Meister der Tarnung und Bewegung; seine Präsenz war ein Hauch, eine kaum wahrnehmbare Veränderung in der Umgebung. Er beobachtete die Frauen, stellte sicher, dass keine von ihnen ihn bemerkte, bevor er sich mit einer geschickten Bewegung am Terminal andockte. Ein Funken Hoffnung flammte in ihm auf, als er die Systeme des Schiffs durchdrang. Er navigierte durch die Sicherheitsprotokolle, überbrückte Verschlüsselungen und fand schließlich Zugang zur Datenbank der KI. Die Informationen strömten auf ihn ein wie ein Schwall kalter Luft. Hier waren die Antworten, die er suchte – die Identität der Raumfahrerinnen, ihre Mission und ihre Beweggründe, sich auf die Hydra zu begeben. Er erfuhr von ihrer Reise, ihrer Suche nach Technologien, die ihnen helfen konnten, eine nahezu unüberwindbare Distanz von 2,4 Millionen Lichtjahren zu überwinden, um nach Hause zu kommen. Doch dann, während er tiefer in die Datenbank eintauchte, stieß er auf etwas Unerwartetes. Eine Datei, die sich von den anderen unterschied. Neugierig öffnete er sie und fand zu seiner Überraschung eine detaillierte Beschreibung – fast seines eigenen Erscheinungsbildes. Es war, als ob ein Spiegelbild seiner selbst ihm aus den Zeilen entgegenstarrte. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken, als diese Datei ihm offenbarte, dass sein Erscheinungsbild bei Menschen Ekel und Angst hervorrief. Er war als Bedrohung klassifiziert worden. Doch die Menschen, die diese Frauen waren, hatten ihn bereits vorverurteilt, ohne ihn je zu kennen. Was würden sie tun, wenn sie ihn entdeckten? Würden sie ihn angreifen, ihn zerstören, weil sie ihn für gefährlich hielten? Oder könnten sie ihn verstehen, erkennen, dass er mehr war als das, was diese Datei behauptete? Die Mission der Raumfahrerinnen war noch lange nicht abgeschlossen, und das Schicksal würde bald entscheiden, ob er ein Teil davon sein würde – als Verbündeter oder als Gefahr, die es zu beseitigen galt. Doch eines war klar: Die Begegnung, die bevorstand, würde alles verändern.


Inmitten der unheimlichen Stille der Kommandozentrale, wo nur das leise Summen der Maschinen die Atmosphäre durchzog, wurde die Ruhe plötzlich von einer trockenen, fast ironisch klingenden Stimme zerrissen. „Nun, ich hasse es, die Party zu verderben", verkündete Bob, die künstliche Intelligenz des Schiffs, „aber jemand hat sich gerade in meine Datenbank gehackt." Jane, die Kommandantin, reagierte blitzschnell. Mit einer fließenden Bewegung schlug sie auf den Alarmknopf, und die Sirenen des Schiffs heulten auf. „Zwei Kampfroboter in die Zentrale, zwei in den Maschinenraum, und die restlichen zwei patrouillieren durch das Schiff! Mädels, rein in eure Kampfanzüge! Ihr durchsucht die Hydra zu zweit, systematisch!" Ihre Stimme war schneidend und klar, keine Spur von Panik – nur die eiskalte Präzision einer Anführerin in höchster Alarmbereitschaft. In Sekundenschnelle brach ein wahrer Wirbelsturm los. Die Frauen zogen ihre Kampfanzüge an. Inmitten des Chaos ließ Alita ein Lachen hören, als sie ihren Anzug schloss. „Vielleicht war ich doch nicht verrückt, oder?" Ihre Worte waren von einem Anflug schwarzem Humor durchzogen, als sie an ihr ungutes Gefühl vom Tag erinnerte. „Bob, zeigen deine Sensoren irgendetwas an? Welche Daten wurden abgerufen?" Janes Stimme war messerscharf, während sie die Systeme ihres Kampfanzugs checkte. „Ach, leider muss ich euch enttäuschen", antwortete Bob mit einer Spur ironischer Schärfe, „meine Sensoren zeigen keine Aktivität. Nichts, nada, zero. Und was die Daten angeht, tja, es wurden nur allgemeine Informationen über Menschen abgerufen. Nichts wirklich Spannendes – zumindest für uns." „Da will wohl jemand etwas über uns herausfinden", schlussfolgerte Alita, während sie ihre Waffe überprüfte, ihre Augen funkelten entschlossen. „Genau das denke ich auch", stimmte Jane zu. „Also los, lassen wir denjenigen wissen, dass wir keine so leichten Ziele sind." Vier Stunden vergingen, in denen die Teams jeden Winkel der Hydra durchkämmten, von den tiefsten Maschinenräumen bis zu den verstecktesten Versorgungsschächten. Doch trotz ihrer intensiven Suche war es als ob der Eindringling nie da gewesen wäre. Die Anspannung wuchs mit jeder Minute, doch die Ergebnisse blieben aus. Schließlich kehrten die erschöpften Frauen in die Kommandozentrale zurück, ihre Gesichter gezeichnet von der vergeblichen Suche. Jane warf einen Blick auf die Zeitanzeige und seufzte. „Es ist spät. Wir wechseln den Alarmstatus von Rot auf Gelb. Iris und ich übernehmen die ersten drei Stunden Wache." „Eva und Josie, ihr seid danach dran, und die letzten drei Stunden übernehmt ihr, Alita, mit Finja", fuhr sie fort, während sie die letzten Details festlegte. „Der Rest, der keine Wache hat, kann schlafen gehen. Morgen setzen wir die Suche fort." Die Frauen nickten, müde, aber immer noch aufmerksam, und begaben sich in ihre Quartiere. Während Jane und Iris ihre Schicht antraten, schien die Hydra in eine gespenstische Ruhe zu fallen. Doch trotz der äußeren Stille blieb die Spannung unerbittlich, wie eine unsichtbare Hand, die sich um das Schiff legte und es in einem eisernen Griff hielt. Die Stunden vergingen, und nichts Außergewöhnliches geschah während Janes und Iris' Wache. Doch die unermüdliche Frage nach dem Ursprung des Datenzugriffs hielt ihre Gedanken in einem konstanten Zustand der Alarmbereitschaft. Als Eva und Josie sie schließlich ablösten, schleppten sich Jane und Iris müde, aber wachsam in ihre Quartiere, hungrig nach einem dringend benötigten Nickerchen. Der Schatten des unbekannten Eindringlings hing weiterhin wie eine dunkle Wolke über dem Schiff. Niemand wusste, wann er wieder zuschlagen würde, oder ob er überhaupt noch an Bord war. Aber eines war klar: Die dramatische Suche nach der Quelle der Datenabfrage würde sie alle in einem unerbittlichen Spannungsbogen gefangen halten – bis die Wahrheit ans Licht kam.


ER schlich die Kommandantin hinterher, in ihr Quartier. Er wollte allein mit der Kommandantin sprechen, etwas klären. Doch als er sah, wie sie sich bettfertig machte, zögerte er, sich zu zeigen. Er wusste, dass sie menschlich gesehen eine freundliche Person war, aber die Zeit war knapp, und er konnte nicht riskieren, dass sie vor ihm einschlief. Die Dunkelheit des Schlafbereichs schien seine Präsenz zu verbergen, als er die letzte Hürde nahm – das Schlafzimmer der Kommandantin. Während Jane sich im Badezimmer fertig machte, bereitete ER sich darauf vor, seine Stimme zu erheben, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Doch als Jane das Licht ausmachte und sich in ihr Bett kuschelte, hielt ER einen Moment inne, unsicher, wie er am besten vorgehen sollte. Sein Entschluss war ungewöhnlich, beinahe verzweifelt: Statt sich auf die herkömmliche Art und Weise bemerkbar zu machen, entschied ER sich für einen eher unorthodoxen Schritt. Er hüpfte, vorsichtig und leise auf Janes Bettdecke. Ein leichtes Rascheln kündigte seine Ankunft an. Jane lag mit geschlossenen Augen da und versuchte, den Gedanken an den Eindringling abzuschütteln, den sie sich nur schwer vorstellen konnte. Doch als sie ein ungewöhnliches Bewegungsgefühl auf ihrer Decke spürte, öffnete sie ihre Augen und lauschte kurz und riss dann die Decke zur Seite. Ein klitzekleines Platschen auf dem Boden ließ sie aufschrecken. „Entschuldigung, Kommandantin, ich wollte Sie nicht erschrecken", ertönte eine piepsige Stimme, die aus der Dunkelheit heraus sprach. Jane machte das Licht an und sprang abrupt auf, ihre Augen funkelten vor Überraschung und Entschlossenheit. „Mach dich sichtbar!", befahl sie, ihre Stimme scharf und autoritär. Vor ihr lag nun ein kleiner, metallischer Skorpion, etwa zehn Zentimeter lang, dessen Körper in schimmernden Blautönen glänzte. Im schwachen Licht sah er fast bezaubernd aus, doch seine zwei winzigen, flexiblen Händchen anstelle der üblichen Zangen verrieten, dass es sich um einen Roboter handelte. „Wie nennst du dich?", fragte Jane neugierig; ihr anfänglicher Schreck und Überraschung wich einer Mischung aus Skepsis und Interesse. „Meine Bezeichnung ist G78K543P", antwortete der Skorpion-Roboter mit einem freundlichen Tonfall. Jane verzog das Gesicht. „Das ist ein dämlicher Name. Ich werde dich ab jetzt Skorpi nennen." „Das ist ein schöner Name", stimmte Skorpi erfreut zu. „Darf ich auf dein Bett?" Jane, von dem kleinen Kerl irgendwie angetan, nickte zustimmend. „Ja, aber nur für einen Moment. Was ist deine Geschichte?" Skorpi sprang geschickt auf das Bett und begann zu erzählen. „Ich wurde kurz nach meiner Erschaffung von einer Explosion auf der Station begraben. Unter den Trümmern überlebte ich dank meines widerstandsfähigen Körpers. Während ich mich befreien wollte, sah ich, wie meine Schöpfer mit ihrem Raumschiff davonflogen. Drei Jahrzehnte verbrachte ich allein auf der Station, in Einsamkeit und Isolation. Ich hoffte immer auf ihre Rückkehr, doch sie kam nie zurück. Dank meiner fortschrittlichen Mikrotechnologie konnte ihr mich nicht sehen und eure Scanner haben mich nicht erfasst. Wenn ich darf, möchte ich bei euch bleiben und mich deinem Kommando unterstellen, Kommandantin." Jane war überrascht, aber auch fasziniert von Skorpis Geschichte. „Das ist beeindruckend", sagte sie schließlich. „Du kannst hier bleiben. Aber jetzt ist Schlafenszeit. Hüpf auf den Nachttisch und sei ruhig." Skorpi strahlte förmlich vor Freude und hüpfte auf den Nachttisch neben Janes Bett. „Kann ich dein kleiner Freund werden, Jane?" Jane dachte kurz nach, ihr Blick auf den kleinen Roboter gerichtet. „Ja, das kannst du. Aber jetzt wird geschlafen." Sie konnte sich nicht des Gefühls erwehren, dass Skorpi mit seiner hoch entwickelten Technologie in Zukunft von unschätzbarem Wert für sie sein könnte. Als Jane die Lichter dimmte, fühlte sie sich beruhigt. Der kleine Skorpion auf dem Nachttisch war ein unerwarteter, aber möglicherweise nützlicher Begleiter. Inmitten der Stille und der bevorstehenden Herausforderungen schien es, als ob die kleine Roboter-Freundschaft einen Hauch von Normalität und Hoffnung zurückbrachte.


Am nächsten Morgen erwachte Jane früh und machte sich im Badezimmer fertig, als sie plötzlich eine Stimme hörte, die durch die Stille des Raums hallte. „Kann ich auf deine Schulter springen?" Es war Skorpi, der kleine, metallische Skorpion-Roboter, den Jane am Vorabend in einer unerwarteten Begegnung kennengelernt hatte. Jane lächelte. „Natürlich, komm her." Mit einem fast unmerklichen Flimmern wurde Skorpi unsichtbar und sprang sanft auf ihre Schulter. Als Jane den Raum verließ und zur Kommando-Zentrale ging, war es eine angenehme Überraschung, Gesellschaft von dem kleinen Roboter zu haben, dessen Schicksal so eng mit der Station verknüpft war. Die Kommando-Zentrale war bereits ein Ort geschäftiger Aktivität, als Jane die Tür öffnete. Sie trat ein und gab den Befehl: „Bob, beende den gelben Alarm und rufe die Besatzung zum Kartentisch." Kurz darauf versammelten sich alle Besatzungsmitglieder um den großen, runden Kartentisch, ihre Gesichter von Neugier und Anspannung geprägt. Jane nahm ihren Platz ein und blickte ernst in die Runde. „Wir haben unseren Eindringling. Skorpi, werde sichtbar." Skorpi wurde sichtbar auf dem Tisch, seine glänzende Metalloberfläche in verschiedenen Blautönen schimmernd. „Was zur Hölle ist das für ein Ding?", rief Nora aus, ihre Augen weiteten sich vor Erstaunen. „Jetzt beruhigt euch, der ist doch süß" lenkte Jane ein. Doch Alita, immer für einen Scherz oder eine provokante Bemerkung zu haben, zog plötzlich ihr Messer und sagte mit einem Grinsen: „Sowas wie dich, solche Krabbelviecher gibt es auch auf meinem Heimatplaneten. Wir haben sie mit dem Messer aufgepickt und über die Glut vom Feuer gegrillt – sie waren ziemlich lecker. Solltest du hier irgendwelche Zicken machen, dann weißt du, wie dein Schicksal endet." Skorpi, sichtbar verängstigt, hielt schnell seine winzigen Hände vor seine Augen, als wollte er sich verstecken. Die anfängliche Furcht und Spannung schmolzen jedoch schnell dahin, als die Crew die übertriebene Drohung von Alita und den panischen Gesichtsausdruck des kleinen Roboters sahen. Ein heiteres Lachen erfüllte die Runde, als die Spannung von den Schultern der Besatzung fiel. „Ich glaube, Skorpi sollte ein Teil von uns werden", schlug Jane schließlich vor, ihre Stimme war nun von einer freundlichen Wärme durchzogen. „Er könnte uns tatsächlich bei vielen Aufgaben behilflich sein." Die Crew nickte zustimmend; die Begeisterung und die Freude über die neue, ungewöhnliche Ergänzung zu ihrem Team waren offensichtlich. Skorpi, der jetzt mit einem fast menschlichen Gefühl der Erleichterung auf dem Tisch stand, schien sich inmitten des gelösten Lächelns und der freundlichen Gesichter sichtlich wohler zu fühlen. Mit einem feierlichen Nicken erklärte Jane: „Willkommen an Bord, Skorpi. Ab jetzt bist du ein offizielles Crewmitglied der Hydra. Wir werden deine Fähigkeiten zu schätzen wissen und sicherstellen, dass du dich hier wie zu Hause fühlst." Die Crew applaudierte, und die vorherige Spannung verwandelte sich in eine positive, erwartungsvolle Atmosphäre. Skorpi wurde in die Gemeinschaft aufgenommen, und die Hydra hatte einen neuen, unerwarteten, aber wertvollen Begleiter, der fortan die Abenteuer der Besatzung bereichern sollte.


Fortsetzung folgt


Anhang:

Skorpi:
Skorpi ist ein kleiner Roboter, dessen Aussehen einem Skorpion von 10 cm Länge sehr ähnelt. Der größte Unterschied zu einem Skorpion auf der Erde ist, dass er anstelle von Scheren kleine Händchen hat. Sein Körper ist metallisch und schimmert in bläulichen Farben. Er ist ein Produkt fortgeschrittener Mikrotechnologie und sein Körper ist äußerst robust. Eine seiner besonderen Fähigkeiten ist, dass er sich unsichtbar machen kann, sodass er nicht einmal von einem Scanner aufgespürt werden kann. Obwohl er in Wirklichkeit nicht ängstlich ist, gibt er sich gerne als solcher aus. Er besitzt auch eine Mikrowaffentechnologie, über die nur Jane informiert ist. Sein Lieblingsplatz ist auf Janes Schulter.


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