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Die fantastische Abenteuer des Raumschiffs Hydra Kapitel 7

G
Gelöschter User
4. März 2021(bearbeitet)
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Das Böse ich



Nachdem wir die gesamte Station durchforstet hatten, waren wir enttäuscht. Kein Hinweis auf brauchbare Ressourcen, keine Antworten auf unsere drängenden Fragen. Also blieb uns nichts anderes übrig, als weiterzuziehen. Das nächste System, das wir ansteuerten, hatte lediglich einen einzigen Planeten vorzuweisen. Doch irgendetwas an ihm zog uns an, wie das mysteriöse Flimmern einer entfernten Galaxie. „Setzt Kurs auf den Planeten, aber haltet Abstand – 300.000 Kilometer", befahl Jane mit ihrer gewohnt ruhigen, aber bestimmenden Stimme. „Ich will mehr Informationen, bevor wir uns nähern." Die Hydra, unser treues Schiff, glitt elegant durch den leeren Raum, fast als würde sie ahnen, dass dies kein gewöhnlicher Planet war. Während die Stille des Alls uns umgab, durchbrach plötzlich Josie, unsere stets aufmerksame Ortungsspezialistin, die Spannung. „Der 5D-Orter hat was aufgefangen!", rief sie. „Das ist 5-dimensionale Energie! Die haben ein verdammt hohes Technologie-Niveau." Jane starrte nachdenklich auf die Anzeigen vor ihr. Ihre Stirn legte sich in Falten, während sie darüber nachdachte, ob wir riskieren sollten, Kontakt aufzunehmen. „Da ist Strahlung", meldete Bob, unsere KI trocken. „Die scannen uns." Ein Lächeln huschte über Janes Gesicht. „Also sind die neugierig, was?" „Ja, das gefällt mir nicht", sagte Skorpi, der auf Janes Schulter hockte, „Ich bin in den Tarn-Modus", flüsterte er mit einem besorgten Zischen. Doch bevor Jane antworten konnte, flackerte der Raum vor uns. Ein Raumschiff kam aus dem Hyperraum und kam direkt vor der Hydra zu stehen.

„Bob, Schutzschirm hoch! Eva, Feuerleitstand! Josie, sofort das andere Schiff auf Schwachstellen scannen!" Janes Stimme durchdrang die Spannung auf der Brücke wie ein scharfes Messer. Sie wusste, dass jede Sekunde zählte. Die Crew, trainiert für solche Momente, sprang in Aktion. Eva übernahm die Feuerkontrolle, ihre Finger glitten über die Bedienelemente, während sie die Waffen auf maximale Bereitschaft brachte. Sekunden zogen sich in die Länge, während die Spannung unerträglich wuchs. Endlich, nach einem Moment, der sich wie eine Ewigkeit anfühlte, hob Josie den Kopf. „Ortung abgeschlossen… das andere Schiff… es ist die Hydra." „Was?" Jane fühlte, wie ihr Herz einen Schlag aussetzte. „Das kann nicht sein. Bist du sicher?" Josies Stimme zitterte leicht, als sie weitersprach. „Aussehen, Kennung, Energiesignatur – alles passt. Es ist... unsere Hydra." „Das gibt's doch nicht...", murmelte Jane ungläubig. Doch sie wusste, dass die Realität im Weltraum oft grausamer war als jede Vorstellung. Bevor sie die Worte richtig verarbeiten konnte, erhellten grelle Lichtblitze den Raum vor ihnen. Das andere Schiff – die andere Hydra – eröffnete das Feuer. Explosionen rüttelten an der Hülle der Hydra, das Schiff bebte unter dem Aufprall der Energiegeschosse. „Gegenfeuer!", schrie Jane, ihre Stimme dröhnte durch die Kommandozentrale, während Eva die Waffen abfeuerte. Die Impulsstrahlen zischten durch den Weltraum und trafen das feindliche Schiff mit brutaler Kraft. Beide Schiffe bewegten sich wie mächtige Krieger in einem tödlichen Tanz; jeder Angriff wurde mit gleicher Härte beantwortet. Schweiß rann Jane über die Stirn, die Anspannung war kaum auszuhalten. Jede Sekunde war ein Wechselspiel zwischen Leben und Tod, und niemand konnte sagen, wer diesen gnadenlosen Kampf gewinnen würde. Plötzlich meldete sich Josie erneut; ihre Stimme durchdrang die infernalische Geräuschkulisse. „Jane! Wir werden vom anderen Schiff gerufen." Janes Kopf ruckte herum, ihre Augen schmalten sich. „Verbindung auf den Panoramaschirm!" Der Bildschirm flackerte, und für einen Moment war nur statisches Rauschen zu sehen. Doch dann klärte sich das Bild – und was Jane sah, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Auf dem Bildschirm stand eine Frau, die ihr bis ins letzte Detail glich. Es war, als würde sie in einen Spiegel blicken, doch die Augen ihres Gegenübers funkelten gefährlich, voller Hass. Die andere Jane knurrte bedrohlich, ihre Lippen verzogen sich zu einem grausamen Lächeln. „Ich werde euch vernichten", zischte sie. „Eine Jane und eine Hydra sind in diesem Universum zu viel." Für einen Moment war es, als würde die Zeit stillstehen. Jane starrte in die Augen ihres Doppelgängers, unfähig zu begreifen, was hier vor sich ging. Doch sie wusste eines mit erschreckender Klarheit: Dies war kein Missverständnis, kein Irrtum. Es war ein Kampf um das Überleben, und nur eine von ihnen würde ihn überstehen.

Die andere Kommandantin fixierte Jane mit einem eiskalten Blick, der so durchdringend war, dass er einem das Blut in den Adern gefrieren ließ. Die Situation hatte sich von angespannt zu tödlich gewandelt. In der nächsten Sekunde stürzte die Hydra ins Chaos. Ohne Vorwarnung fielen alle Systeme aus – bis auf die Lebenserhaltung und den Funk. Die Kommandozentrale, eben noch voller Lichter und Geräusche, war plötzlich in Dunkelheit gehüllt, nur das rote Notlicht flackerte unheilvoll. „Was zum...?" Jane fluchte leise, während sie versuchte, einen kühlen Kopf zu bewahren. Sie warf einen schnellen Blick auf die Anzeigen vor ihr. Bob war offline, seine Konsole dunkel, und die Waffensteuerung reagierte nicht mehr. Der Schutzschirm, ihre letzte Verteidigungslinie, war ebenso ausgefallen. Selbst die Triebwerke streikten – sie waren ein treibendes Ziel im Weltraum, ausgeliefert wie Fische im Netz. Neben Jane stand Alita, die sich instinktiv auf die ungewisse Gefahr vorbereitete. Ihre Augen glitten über die Kommandozentrale, und mit leiser Stimme flüsterte sie, „Skorpi, auf meine Schulter." Mit einem flinken Sprung landete der kleine, aber hochintelligente Roboter-Skorpion auf Alitas Schulter, seine scharfen Augen aufmerksam auf die Umgebung gerichtet. „Skorpi, warst du getarnt, als wir gescannt wurden?", fragte Alita, ihre Stimme kaum mehr als ein Hauch. „Klar", erwiderte er ruhig. „Bleib im Tarn-Modus und auf meiner Schulter", befahl Alita. „Vielleicht rettest du uns den Allerwertesten." Skorpi nickte, sein kleiner Körper angespannt, als er antwortete: „Verstanden. Also bin ich das legendäre Ass im Ärmel." „Ja, das bist du", sagte Alita mit einem Hauch von Humor, der in der kalten, bedrückenden Atmosphäre fast verloren ging. Doch sie fügte mit strenger Stimme hinzu: „Und wenn du weiter nervst, droht dir Messer kitzeln." Skorpi verstummte sofort, seine sonst so lebhafte Art verschwand. Plötzlich durchbrach Josie die angespannte Stille. „Wir bekommen eine Audio-Nachricht rein. Kein Video, keine Datenübertragung. Nur eine Stimme." „Dann lass mal hören", entschied Jane, ihre Augen schmal, die Stirn in Falten gelegt. Die Lautsprecher knisterten, und eine tiefe, bedrohliche Stimme erfüllte die Kommandozentrale. „Meine Damen", begann die Stimme mit einer unheilvollen Höflichkeit, die Jane sofort misstrauisch machte, „hört auf, im All zu kämpfen. Ihr werdet sofort auf unseren Planeten kommen. Ein Shuttle pro Schiff. Jede von euch Janes darf eine Person mitnehmen." Die Stimme sprach weiter. „Ich sende einen Peil-Strahl. Ihr habt zwei Stunden. Sonst gehen beide Hydra's in Rauch auf." Die Bedrohung hing in der Luft wie eine dunkle Wolke, und bevor Jane oder irgendjemand anderes reagieren konnte, verstummte die Stimme, und die Verbindung wurde abrupt unterbrochen. Jane starrte auf den Lautsprecher, wo eben noch die schneidende Stimme des unbekannten Feindes erklungen war. Das Adrenalin schoss durch ihre Adern, doch sie zwang sich, ruhig zu bleiben. „Das klang nicht nach einem Vorschlag", murmelte sie, mehr zu sich selbst als zu ihrer Crew. „Das war ein Befehl." Alita, die immer noch angespannt neben ihr stand, nickte langsam. „Und er meint es ernst. Wir haben keine Wahl." Jane schloss kurz die Augen, sammelte sich und traf dann eine Entscheidung. „Wir werden tun, was er sagt. Bereitet das Shuttle vor." Sie atmete tief durch, die Anspannung in ihr verwandelte sich in Entschlossenheit. „Alita, du kommst mit mir. Josie, halte die Funkverbindung zu uns aufrecht. Eva übernimmt die Hydra, bis wir zurück sind. Aber vorher möchte ich noch eure Meinung hören."

Als wir uns um den Kartentisch versammelten, hingen die Schatten unserer Sorgen schwer in der Luft. Die sternenübersäte Weite des Universums, die normalerweise unsere Gedanken in die Ferne trug, fühlte sich plötzlich eng und bedrohlich an. Jane brach die Stille, ihre Stimme klang wie das Zischen eines Laserstrahl durch die Dunkelheit. „Was denkt ihr?", fragte sie, ihre Augen musterten uns nacheinander, als könnte sie die Antworten in unseren Gesichtern lesen. Nora, die Physikerin unserer Crew, legte die Stirn in Falten und sprach ihre Stimme brüchig vor Besorgnis. „Die Bedrohung ist real. Diese Planetenbewohner... sie haben tatsächlich eine zweite Hydra geklont. Und die Hydra 2.0 ist nicht einfach nur ein Mythos. Sie existiert wirklich. Aber mit welcher Technologie sie das geschafft haben – das entzieht sich meinem Verständnis." Soraja, unsere scharfsinnige Kosmos-Psychologin, lehnte sich vor, ihre Augen glänzten mit einem Hauch von Vorahnung. „Die zweite Jane… Sie war düster, fast bedrohlich. Es scheint sich ein klassischer Showdown anzubahnen, das alte Lied von Gut gegen Böse. Warum sie das tun? Das ist mir schleierhaft. Aber eine Sache ist klar: Diese andere Jane sieht nicht nur aus wie du, Jane. Sie weiß auch das Gleiche, sie hat deine Fähigkeiten. Es fühlt sich an, als würdest du gegen deinen eigenen Klon kämpfen müssen." Ein nervöses Lächeln huschte über Janes Gesicht, doch die Sorge schimmerte in ihren Augen. Bob, die KI, während er seine Berechnungen durchging. „Mit 93 % Wahrscheinlichkeit hat Soraja recht. Meine Daten bestätigen Ihre Einschätzung. Ein Konflikt zwischen dir und deinem Klon ist so gut wie unausweichlich." Jane zuckte mit den Schultern, ein Hauch von Galgenhumor in ihrer Stimme. „Das wird ja ein Spaß", kommentierte sie scheinbar gelassen, aber wir alle spürten die Anspannung hinter ihren Worten. Die Vorstellung, sich selbst gegenüberzustehen, das eigene Spiegelbild als Feind… Es war der Stoff aus Albträumen. Ein leises, fast unmerkliches Nicken von Soraja ließ uns alle aufhorchen. „Es könnte tatsächlich zu einem ultimativen Duell kommen", sagte sie. „Jane gegen Jane. Zwei Seiten derselben Münze. Und nur eine kann gewinnen." Wir alle blickten zu Jane, der wahren Jane, die sich nun darauf vorbereiten musste, gegen das schärfste Schwert anzutreten, das sie jemals gekannt hatte – sich selbst.


Jane und Alita saßen angespannt im Shuttle, das mit beunruhigender Präzision durch den kalten, leeren Raum flog. Der Planet, den sie ansteuerten, lag dunkel und bedrohlich vor ihnen. Mit an Bord war Skorpi, er war ihre Geheimwaffe, sollte es notwendig werden. Das Shuttle landete mit einem sanften Ruck auf dem fremden Planeten, unweit einer großen Stadt, deren Silhouette gegen den düsteren Himmel ragte. Die beiden verließen das Shuttle über die Rampe. Kaum hatten sie den Boden berührt, trat ein gewaltiges Wesen auf sie zu. Es war humanoid, aber deutlich größer – mindestens 2,20 Meter. Ohne jegliche Behaarung, dafür mit zwei großen, durchdringenden Augen und vier muskulösen Armen, die eine beeindruckende Präsenz ausstrahlten. „Ich bin Tau, euer Ansprechpartner", verkündete das Wesen mit tiefer, resonanter Stimme, die wie ein Donnern in ihren Ohren widerhallte. „Ich werde euch zu eurem Trainingslager führen. In fünf Tagen steht dein großer Kampf bevor, Jane." Jane stockte der Atem. „Welcher Kampf?", fragte sie. „Du wirst in der großen Arena der Stadt gegen die andere Jane kämpfen, zum Vergnügen unseres Herrschers und unseres Volkes", erklärte Tau, als sei dies die selbstverständlichste Sache der Welt. ,,Auf Leben und Tod." Alita spürte, wie ihre Muskeln sich anspannten, ihr Blick wanderte zu Jane. „Kann nicht ich gegen die andere Jane kämpfen?", fragte sie, ihre Stimme fest und entschlossen. Doch Tau schüttelte seinen massigen Kopf. „Nein, Jane wird kämpfen", sagte er mit einer Endgültigkeit, die keinen Widerspruch duldete. Jane konnte es nicht fassen. Ihr Herz raste, und sie fühlte, wie Panik in ihr aufstieg. Mit einem Anflug von Nervosität und einem verzweifelten Versuch, die Situation zu entschärfen, fragte sie schließlich: „Tau, ganz im Ernst, ich habe heute Morgen meine Fingernägel gefeilt und es wirklich gut gemacht. Was passiert, wenn ich mir bei dem Kampf einen Nagel abbreche?" Ihre Stimme war weinerlich, und für einen Moment schien die absurde Frage in der bedrückenden Stille zu verhallen. Doch Tau ignorierte sie einfach, wandte sich ab und deutete ihnen, ihm zu folgen. Im Trainingslager angekommen, zeigte Tau ihnen die spartanische Einrichtung. Das Lager war kalt und unpersönlich, gebaut für den alleinigen Zweck des Überlebens. Schließlich führte Tau sie in eine Waffenkammer, die voller beeindruckender und tödlicher Waffen war. „Diese Waffen darfst du benutzen", sagte er zu Jane, während er eine Reihe von Messern, Schwertern und futuristischen Waffen präsentierte, die sie sowohl faszinierten als auch einschüchterten. Jane konnte kaum atmen, als sie die Waffen musterte, und die Realität dessen, was vor ihr lag, sank schwer auf ihr Herz. Als Tau sie verließ, drehte er sich mit einem letzten warnenden Blick um. „In fünf Tagen hole ich euch für den Kampf ab." Dann verschwand er, und die düstere Stille des Trainingslagers legte sich wie ein bedrückender Schleier über Jane und Alita. Jane sah ihre Freundin an, Unsicherheit und Angst in ihren Augen. Die Uhr tickte, und in fünf Tagen würde sie um ihr Leben kämpfen müssen – gegen sich selbst.

Alita mit einem konzentrierten Blick in die düstere Waffenkammer. Das gedämpfte Licht reflektierte sich auf den blank polierten Klingen und ließ die tödlichen Waffen fast lebendig erscheinen. Schwerter in allen erdenklichen Formen und Größen hingen an den Wänden, ihre Schneiden schimmerten bedrohlich im schwachen Schein der Lampen. Neben den Schwertern reihten sich Schilde, deren Oberflächen von unzähligen Schlägen zeugten, Äxte mit mächtigen Klingen, Speere, deren Spitzen scharf genug waren, um Knochen zu durchdringen, und Morgensterne, deren Stacheln wie hungrige Raubtiere wirkten. Sogar ein Arsenal an messerscharfen Dolchen lag bereit, jedes einzelne davon darauf ausgelegt, einen Gegner lautlos auszuschalten. Alita ließ ihre Finger über die Griffe einiger Schwerter gleiten, spürte das Gewicht, die Balance und die tödliche Präzision, die in jedem dieser Werkzeuge des Krieges steckte. Sie hob schließlich zwei Kurzschwerter auf, die perfekt aufeinander abgestimmt waren; ihre Klingen scharf wie die Zähne eines Raubtiers. Sie wog sie in ihren Händen, drehte sie geschickt in einer flüssigen Bewegung, die eine perfekte Kontrolle und jahrelange Erfahrung verriet. Mit einem entschlossenen Blick wandte sie sich an Jane, die inmitten der Waffenkammer stand und die Szenen mit weit geöffneten Augen aufnahm. ,,Ich werde dich mit diesen beiden Kurzschwertern trainieren", verkündete Alita, ihre Stimme fest und unnachgiebig. ,,Der Rest dieser Waffen mag beeindruckend sein, aber im Zweikampf sind sie sinnlos. Wir haben nicht die Zeit, alles zu erlernen. Kurzschwerter bieten die beste Kombination aus Geschwindigkeit, Präzision und tödlicher Wirkung." Jane nickte, ihre Augen huschten über die Waffen, die Alita ausgewählt hatte. Sie konnte die Entschlossenheit in Alitas Stimme spüren, und sie wusste, dass dies kein gewöhnliches Training werden würde. Es war ernst, bitterernst. Alita war nicht hier, um sie zu schonen. Sie war hier, um Jane auf den Kampf ihres Lebens vorzubereiten. ,,Das wird ein hartes Trainingsprogramm für dich", fügte Alita hinzu, als sie die Kurzschwerter Jane reichte. ,,Du wirst schneller, stärker und schärfer werden müssen als je zuvor. Es gibt keinen Raum für Fehler. Dein Leben hängt davon ab." Jane nahm die Schwerter entgegen und fühlte das kühle Metall in ihren Händen. Ein Kribbeln lief ihr über den Rücken. Sie wusste, dass dieser Moment entscheidend war. Der Schmerz, den sie in den kommenden Tagen ertragen würde, war nichts im Vergleich zu dem, was auf sie wartete, wenn sie versagte. Doch in diesem Moment war sie bereit, sich allem zu stellen. Sie würde kämpfen, lernen, überleben. „Ich bin bereit", sagte Jane schließlich, ihre Stimme fest, doch leise, als sie Alitas Blick erwiderte. Eine unausgesprochene Vereinbarung entstand zwischen den beiden. Jane würde alles tun, was nötig war, um zu gewinnen. Die nächsten Tage würden zur Hölle werden. Alita nickte zufrieden. „Dann fangen wir morgen an."


Die nächsten Tage verwandelten sich für Jane in einen nie enden wollenden Albtraum aus Schmerz und Erschöpfung. Alita führte das Trainingsprogramm mit einer unnachgiebigen Härte durch, die Jane an ihre äußersten Grenzen brachte. Jede Stunde war gefüllt mit endlosen Schwertkämpfen, bei denen Alita Jane erbarmungslos durch die Bewegungen peitschte. Es gab kein Erbarmen, keine Pause, die länger als ein paar Augenblicke dauerte, und jede Bitte um Nachsicht prallte an Alitas eiserner Entschlossenheit ab. ,,Du kannst nicht aufgeben, Jane", sagte Alita immer wieder, ihre Stimme kalt und emotionslos, während sie Jane erneut mit den Schwertern anging. ,,In der Arena wird es keine Gnade geben. Du kämpfst um dein Leben." Die Wände der Trainingshalle schienen sich unter dem ständigen Klirren von Stahl gegen Stahl zusammenzuziehen. Alita lehrte Jane nicht nur die klassischen Techniken des Schwertkampfes, sondern auch die dreckigen Tricks, die den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen konnten – ein plötzlicher Tritt in die Kniekehle, ein überraschender Schlag mit dem Knauf des Schwertes gegen die Schläfe. Janes Fortschritte waren beeindruckend. Ihre Bewegungen wurden fließender, ihre Schläge schneller, und ihre Reflexe schärften sich mit jedem Tag. Doch die Anstrengung forderte ihren Tribut. Am vierten Tag war Jane ein Wrack. Ihre Muskeln brannten wie Feuer, jeder Knochen in ihrem Körper schmerzte, und ihre Hände waren rau und blutig von den endlosen Stunden des Kämpfens. Alita bemerkte keine dieser Zeichen von Schwäche oder ignorierte sie bewusst. Für sie zählte nur eins: Jane musste bereit sein. „Alita... ich kann nicht mehr", keuchte Jane abends, als sie nach einer besonders intensiven Trainingseinheit auf die Knie sank. Der Schmerz war so überwältigend, dass es ihr schwerfiel, überhaupt zu atmen. Alita stand reglos vor ihr, das Schwert in ihrer Hand glänzte im schwindenden Licht. Ihre Augen waren hart, fast unerbittlich. „Du hast keine Wahl, Jane", sagte sie, während sie Jane beim Aufstehen half. „Morgen ist Dein großer Auftritt." Diese Worte hallten in Janes Gedanken wider, als sie sich mühsam auf die Füße stellte. Sie wusste, dass es kein Zurück mehr gab. Alles, was sie in den letzten Tagen gelernt hatte, würde morgen auf die Probe gestellt werden. Der Gedanke an den bevorstehenden Kampf ließ eine kalte Welle der Angst durch ihren Körper strömen, aber gleichzeitig war da auch eine Entschlossenheit, die sie zuvor nicht gekannt hatte. In dieser Nacht lag Jane wach in ihrer schmalen Pritsche, ihr Körper erschöpft, doch ihr Geist rastlos. Sie ging jede Lektion, jeden Schwertstreich, jede Verteidigung in ihrem Kopf durch, während Alitas Worte wieder und wieder in ihren Gedanken erklangen. (Morgen ist Dein großer Auftritt). Jane wusste, dass dies der Moment war, auf den alles hinausgelaufen würde. All der Schmerz, all die Anstrengung, all die Angst – sie würden morgen ihre Bedeutung finden. Sie musste sich dieser Herausforderung stellen, musste kämpfen, als hinge ihr Leben davon ab – denn genau das tat es. Mit einer Mischung aus Angst und Entschlossenheit schloss sie schließlich die Augen und zwang sich, zur Ruhe zu kommen. Morgen würde sie in die Arena treten, und alles, was sie gelernt hatte, würde über ihr Schicksal entscheiden. Der Gedanke daran ließ ihren Herzschlag beschleunigen, doch sie wusste, dass sie nicht versagen durfte. Als die Dunkelheit sie endlich in den Schlaf zog, bereitete sie sich innerlich auf das vor, was kommen würde. Die Arena, die Menge, der Kampf – alles lag vor ihr, bereit, sie zu verschlingen. Doch Jane war entschlossen, nicht kampflos unterzugehen.


Die Sonne stand hoch am Himmel, als die beiden Janes die Arena betraten. Es war ein gewaltiger, ovaler Bau, der an das antike römische Kolosseum erinnerte, in dem vor Tausenden von Jahren Gladiatoren um ihr Leben kämpften. Die massive Steinstruktur, verziert mit archaischen Symbolen und Fahnen in den Farben des Herrschers, strahlte eine uralte Macht aus, als wäre sie Zeuge unzähliger solcher Kämpfe gewesen. Die Luft war schwer von Erwartung und die dröhnenden Geräusche der Zuschauer, die die Ränge bis zum letzten Platz füllten, ließen die Arena wie ein lebendiges Wesen wirken, das nach Blut dürstete. Jane spürte, wie ihr Herz schneller schlug, als sie in die Mitte der Arena schritt. Die riesigen, eisernen Tore hatten sich hinter ihnen geschlossen und jeglichen Rückzug abgeschnitten. Vor ihr, nur wenige Schritte entfernt, stand die andere Jane – ihr Spiegelbild, und doch eine Feindin, die ebenso entschlossen war zu überleben. Ihre Augen trafen sich, ein stählerner Blick, der keine Gnade erkennen ließ. Es gab keinen Zweifel, dass dieser Kampf auf Leben und Tod geführt werden würde. Über den Köpfen der Zuschauer erhob sich der Thron des Herrschers, ein prunkvolles Gebilde, das in der Sonne glitzerte. Der Herrscher selbst, in goldene und purpurne Gewänder gehüllt, stand auf, seine Stimme durchdrang die Arena, als er zu den Massen sprach. „Mein Volk! Heute erleben wir einen Kampf, wie ihn die Sterne selten gesehen haben! Zwei Kriegerinnen, beide mit dem Gesicht des anderen, werden hier kämpfen, und nur eine wird diese Arena lebend verlassen. Es geht um Leben und Tod. Der Kampf endet erst, wenn einer von euch das Zeitliche segnet." Jane hob den Kopf und rief zum Herrscher hinauf, ihre Stimme durchdrang die Stille, die auf seine Rede folgte: „Kriegt der Gewinner zumindest 'nen Pokal und 'nen Beutel voll Gold?" Ein Lachen ging durch die Menge, doch der Herrscher lächelte nur kühl und antwortete mit einer Stimme, die keinen Widerspruch duldete: „Nur dein Leben, das deiner Crew und dein Raumschiff." Jane nickte leicht, ein Hauch von Ironie in ihrem Lächeln. „Na, das ist doch schon was", meinte sie, ihre Stimme eine Mischung aus Mut und Galgenhumor. Sie spürte, wie sich eine nervöse Energie in ihr sammelte, bereit, jeden Moment loszubrechen. „Also dann lass den Kampf beginnen", sagte der Herrscher. Ein tiefes Raunen ging durch die Menge, ein kollektives Einatmen, als die Anspannung in der Arena ihren Höhepunkt erreichte. Die Atmosphäre war elektrisch, jeder im Publikum hielt den Atem an, als die beiden Janes sich in Position brachten. Die Welt um sie herum verblasste, wurde bedeutungslos, und es zählte nur noch der Augenblick, das Hier und Jetzt. Die beiden Kriegerinnen umkreisten sich wie Raubtiere, jede Bewegung genau kalkuliert, die Schwerter in ihren Händen bereit, zuzuschlagen. In den Augen beider lag dieselbe Entschlossenheit, derselbe Kampfeswille. Sie wussten, dass es keine zweite Chance geben würde. Jeder Schlag, jeder Schritt, jede Entscheidung konnte den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Die Zuschauer in der Arena, das flackernde Licht der Fackeln, das entfernte Murmeln des Herrschers – all das verschwamm in einem Tunnelblick, der sich nur auf die Feindin vor ihnen konzentrierte. Ein falscher Schritt, ein Augenblick der Unachtsamkeit, und alles könnte vorbei sein. Mit einem letzten tiefen Atemzug sprang Jane vorwärts; das metallene Klirren ihrer Schwerter war das Signal für den Beginn des Kampfes. Die beiden Janes stürzten aufeinander zu, und die Arena erbebte unter dem Aufprall von Stahl gegen Stahl. Der Kampf hatte begonnen, und das Schicksal würde entscheiden, welche von ihnen die Arena lebend verlassen würde.

Jane und die andere Jane waren in einem wilden, erbarmungslosen Tanz gefangen, ihre Schwerter schmetterten aufeinander, Funken sprühten, als Stahl auf Stahl traf. Die Arena hallte wider von den wütenden Schlägen und dem rhythmischen, keuchenden Atem der beiden Kämpferinnen. Jede von ihnen warf alle Tricks in die Schlacht, die sie jemals gelernt hatte – Täuschungen, Finten, plötzliche Wendungen. Die Zuschauer, eine unruhige Masse, die den Atem anhielt, konnten kaum erfassen, was auf dem Sand der Arena geschah. Es war ein Kampf auf Leben und Tod, und jede Sekunde schien die Entscheidung bringen zu können. Plötzlich, wie aus dem Nichts, durchbrach ein gnadenloser Hieb der anderen Jane Janes Verteidigung. Die Schwertspitze der anderen Jane glitt mit tödlicher Präzision auf Jane zu, und bevor sie reagieren konnte, spürte sie einen stechenden Schmerz in ihrer rechten Hand. In einem Moment von grausamer Klarheit sah Jane, wie ihr eigener Finger – abgeschnitten durch die Klinge – wie in Zeitlupe durch die Luft flog, eine groteske Spirale ziehend, bis er schließlich auf dem Sand landete. Ein markerschütternder Schrei entfuhr Jane, eine Mischung aus Schmerz, Wut und Unglauben. „Nicht nur der Nagel", schrie sie verzweifelt, ihre Stimme durch die Arena hallend, „jetzt ist der ganze Finger weg! Ich bin mega sauer!" Adrenalin rauschte durch ihre Adern, und ihre Hand zitterte vor Schmerz, doch ihre Augen blieben fest auf ihre Gegnerin gerichtet. Die andere, Jane grinste kalt, überzeugt davon, dass sie den entscheidenden Schlag gelandet hatte. Doch sie hatte nicht mit Skorpi gerechnet. Der kleine Roboter, der bis zu diesem Moment unsichtbar im Tarn-Modus auf Janes Schulter gesessen hatte, spürte den richtigen Augenblick. Seine schimmernden Augen verengten sich, als er seinen Moment erkannte. Ohne Vorwarnung sprang Skorpi mit einer Geschwindigkeit, die das menschliche Auge kaum erfassen konnte, von Janes Schulter und landete mitten in der anderen Janes Gesicht. Die Bewegung war so schnell, ein winziger, aber tödlicher Blitz von Bewegung, und Skorpis Stachel bohrte sich mit präziser Gewalt in das Auge der anderen Jane. Ihr Schrei zerriss die Luft, ein klagender Laut, der von Schmerz und Panik durchdrungen war. Die andere, Jane griff nach ihrem Gesicht, taumelte zurück, das Blut quoll aus der Wunde, als Skorpi blitzschnell wieder zu Jane zurückkehrte. Dieser winzige Moment der Ablenkung, in dem die andere Jane blind vor Schmerz aufschrie, war alles, was Jane brauchte. Trotz des pochenden Schmerzes in ihrer verstümmelten Hand packte sie ihr Schwert fester und nutzte die Gelegenheit. Mit einem kraftvollen Schrei schwang sie die Klinge in einem präzisen, vernichtenden Bogen. Das Schwert durchtrennte die Luft und traf die andere Jane mit brutaler Genauigkeit am Hals. Ein dumpfer Laut, als die Klinge auf Fleisch und Knochen traf, und dann das Geräusch, als der Kopf der anderen Jane zu Boden fiel. Einen Augenblick lang war die Welt still. Der Kopf rollte über den blutigen Sand der Arena, das Gesicht für immer in einem Ausdruck des Schmerzes eingefroren. Blut spritzte in die Luft, ein Schwall, der Jane und den Boden unter ihr bedeckte. Die Menge, die diesen blutigen Höhepunkt des Kampfes miterlebt hatte, brach in ohrenbetäubenden Jubel aus. Die Zuschauer sprangen auf, riefen ihren Triumph hinaus, während Jane schwer atmend über den leblosen Körper ihrer Gegnerin stand. Ihr Schwert tropfte von Blut, ihre Hand brannte, und das Echo des Todeskampfes hallte noch immer in ihren Ohren. Jane wusste, dass sie gewonnen hatte, aber der Preis war hoch. Sie hatte überlebt – und das Leben ihrer Crew und ihr Raumschiff gerettet – doch der Kampf würde ihr für immer in Erinnerung bleiben. Der Kopf der anderen Jane lag zu ihren Füßen, ein stummer Zeuge des erbitterten Kampfes, den sie gerade überlebt hatte. Jane ließ ihr Schwert sinken, die Erschöpfung überkam sie. Die Menge tobte, und in diesem Augenblick wusste Jane, dass sie ihre Wut, ihren Schmerz und ihre Entschlossenheit in den Sieg verwandelt hatte. Aber der Schatten dieses Kampfes würde sie für immer begleiten.


Jane wachte schweißgebadet auf. Im ersten Moment wusste sie nicht, wo sie war, bis ihr klar wurde, dass sie in ihrem Bett, in ihrem Quartier lag. „Das war mal ein krasser Traum", murmelte sie.


Fortsetzung folgt


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