Das Raumschiff Galaxie II und die Androidin Lunaria
Inmitten der endlosen Weiten des Alls näherte sich die Hydra einem neuen System. Auf dem Panoramaschirm funkelte die majestätische blaue Sonne, deren Strahlen sich auf acht Planeten verteilten. Die Ortung wurde aktiviert, während Josie jeden einzelnen Himmelskörper gründlich untersuchte. „Das ist einfach atemberaubend", hauchte Jane, die Kommandantin der Hydra, als der sechste Planet als erdähnlich identifiziert wurde. Ihre Augen leuchteten im Glanz der Entdeckung. „Keine Bedrohungen. Es sieht gut aus. Ein grünes Licht also, um zu landen und ein paar Tage da zu verbringen. Wir werden den Planeten zweimal umrunden und genaue Ortungen vornehmen, damit wir sicher sind, dass der Planet wirklich so paradiesisch ist, wie es scheint", entschied Jane mit einem entschlossenen Nicken. Nach vier Stunden intensiver Überwachung und Analyse kam schließlich die Bestätigung: Der Planet war fast ein Paradies. Eine Welle der Aufregung erfasste die Crew der Hydra. Jane strahlte, als sie das Ergebnis verkündete. „Wir landen! An einem See oder Meer schließlich wollen wir baden." „Oh, fantastisch. Ich hoffe, der See ist nicht gerade ein magmatisches Inferno", kommentierte Bob sarkastisch, „Aber ich bin sicher, dass alles genauso wunderbar sein wird, wie es auf den Scans aussieht." Die Hydra richtete ihren Kurs auf den erdähnlichen Planeten aus, alle an Bord berauscht von der Vorfreude auf das, was kommen mochte. Doch kurz vor der geplanten Landung meldete sich Josie mit einer überraschenden Entdeckung. „Ich habe etwas in der Ortung gefunden, das aussieht wie ein altes Raumschiffswrack – und zwar in Kugelform", sagte Josie, und die Spannung an Bord stieg merklich. „Ein altes Raumschiff, hmm? Da könnten sich interessante Dinge finden lassen", sagte Jane nachdenklich. „Iris, was meinst du? Sollten wir in der Nähe des Wracks landen?" Iris, die begnadete Ingenieurin der Crew, schmunzelte. „Ein bisschen Forschung schadet nie. Außerdem könnte es ja sein, dass wir dort etwas Wertvolles oder Aufschlussreiches finden." „Das klingt nach einem Abenteuer", stimmte Jane zu. „Dann landen wir neben dem Wrack, nicht weiter als 500 Meter entfernt." „Toll", „Jetzt hoffe ich nur, dass das Wrack nicht von irgendwelchen intergalaktischen Piraten bewacht wird, die uns nicht auf dem Planeten haben wollen." Mit einem letzten, sarkastischen Kommentar richtete die Hydra ihren Kurs und setzte sanft neben dem Wrack in der Nähe eines glitzernden Sees auf. Die Crew war gespannt, was ihnen dieser scheinbar perfekte Planet noch bieten würde.
Die Atmosphäre um das alte Raumschiffswrack war von Spannung und Neugier geladen. Die ersten Scans hatten enthüllt, dass das Wrack etwa 1200 Jahre alt war. Ein altertümliches Relikt aus einer längst vergangenen Ära. Jane, die Kommandantin, war entschlossen, nichts dem Zufall zu überlassen. „Bob, wir brauchen Sicherheit. Lass zwei Kampfroboter ausschleusen, wir wollen keine bösen Überraschungen", befahl Jane mit ernster Miene. „Wenn die Roboter ihre Patrouille beendet haben und keine Gefahren melden, dürfen wir die Hydra verlassen. Aber denkt daran, nicht zu weit von der Hydra wegzugehen", verkündete Jane. Die beiden Kampfroboter verließen die Hydra und positionierten sich um das Wrack. Nach einer gründlichen äußeren Inspektion meldeten sie, dass keine unmittelbaren Bedrohungen sichtbar waren. Jane gab das grüne Licht zum Verlassen des Raumschiffs, „Bleibt in Reichweite der Hydra. Iris, sollen wir das Wrack von außen inspizieren?" „Ja, das klingt nach einem Plan. Alita, kommst du mit?", fragte Iris. „Natürlich", antwortete Alita und schloss sich den beiden an. Zusammen machten sie sich auf den Weg zum Wrack, das geheimnisvoll und unheilvoll in der Nähe des Sees stand. Als sie das Wrack halb umrundet hatten, rief Iris plötzlich: „Jane, da oben! Schau dir die Kennung an!" Jane blickte hinauf und erblickte die verwitterte Schrift auf dem Wrack. Trotz der Jahre war die Kennung noch klar lesbar -Galaxie II-. Die Schrift war in irdischer Sprache. „Das kann nicht sein... irdische Schriftzeichen?", sagte Jane fassungslos, während sie den Blick nicht von der Kennung abwenden konnte. „Zurück zur Hydra", befahl Jane entschlossen. „Bob muss in der Datenbank nachsehen, ob es irgendwelche Informationen über ein Raumschiff namens Galaxie II gibt." In der Kommandozentrale angekommen, wandte sich Jane an Bob. „Was kannst du mir über die Galaxie II sagen?" Im Bruchteil einer Sekunde hatte Bob was in seiner Datenbank gefunden. „Nun, wir haben einen Treffer. Im Jahr 2023 startete eine Rakete namens Galaxie II von der Erde. Aber diese war keine Kugel, sondern eine klassische Rakete. An Bord war eine sechsköpfige Crew. Die Rakete gilt als verschollen, nachdem ein Testflug für ein neues Triebwerk schiefging." „Das kann kein Zufall sein", murmelte Jane, während sie die erschütternde Nachricht verarbeitete. „Morgen werden wir uns das Innere dieses Kugelraumers ansehen. Heute ist genug Aufregung gewesen." Bob, konnte sich einen letzten Kommentar nicht verkneifen. „Oh, ich freue mich schon auf das, was wir da entdecken werden. Vielleicht finden wir dort den verlorenen Entwurf für den perfekten intergalaktischen Cocktail. Man weiß ja nie." Jane lächelte leicht, doch ihre Gedanken waren bereits auf das Geheimnis des Raumschiffs gerichtet. Die Nacht verging, und während die Hydra ruhig am Rand des Seeufers stand, brannte in den Köpfen der Crew das Rätsel des alten Raumschiffs – und die Frage, was für Geheimnisse es wohl noch zu offenbaren hatte.
Am nächsten Morgen stand das Team bereit, bestehend aus Jane, Skorpi, Alita,Finja und Iris. Doch bevor sie sich auf den Weg machten, entschied Jane, dass ein ausgiebiges Frühstück unerlässlich war. „Ein voller Magen macht mutig", pflegte sie immer zu sagen. Sie setzten sich an den Tisch der Messe, und die Atmosphäre war entspannt – zumindest für den Moment. Der Duft von frisch gebratenem Speck und dampfendem Kaffee durchzog die Luft, eine angenehme Ablenkung von der bevorstehenden Aufgabe. Nachdem das letzte Krümelchen Brot verschwunden war, lehnte sich Jane zurück, wischte sich den Mund ab und richtete sich an Skorpi: „Skorpi, gehe vor und versuch, eine Schleuse zu öffnen, wenn es möglich ist." „Ich? In so einem alten Wrack? Vielleicht spukt es da drinnen!" Seine Augen weiteten sich, als er sich die düsteren Szenarien in seinem Kopf ausmalte. Jane lachte, ein herzliches, aber leicht genervtes Lachen. „Du hast zu viele Horrorfilme mit uns gesehen, wenn wir freihaben. Das tut dir nicht gut." Alita, die sich gerade ihr Messer überprüfte, grinste breit. „Wenn da drin Geister sind, Skorpi, keine Sorge, ich kümmere mich um sie." Skorpi zog den Kopf ein wenig ein, „Ja, klar, Alita. Aber wenn ich einen Geist sehe, renne ich als Erster." „Das wage ich zu bezweifeln," antwortete Jane trocken, bevor sie ernster wurde. „Aber im Ernst, Leute, bleibt fokussiert. Das Wrack ist uralt, wer weiß, was wir darin finden. Es könnte gefährlich werden, aber ich erwarte von jedem, dass er seinen Job macht." Mit einem Nicken standen sie auf, bereit für das Unbekannte. Während die Crew in Richtung des unheimlichen Wracks marschierte, war Skorpi schon längst verschwunden. Das Wrack selbst lag wie ein schlafender Riese vor ihnen, seine einst mächtigen Strukturen nun vom Zahn der Zeit gezeichnet und von der Vegetation des Planeten zum Teil überwuchert. „Da wären wir", sagte Jane und ihre Stimme hallte in der gespenstischen Stille. Kurz darauf öffnete sich ein kleines Schleusentor und eine kleine Gangway klappte auf. Irgendwie hatte Skorpi es geschafft, die Schleuse zu öffnen. Jane vermutete, dass er den Notmechanismus des Schiffes aktiviert hatte. "Das ist ähnlich wie auf unserer Hydra," erklärte Jane, der Gruppe. "Wenn die Energie ausfällt, übernimmt die Notbatterie die Gangway." „Gut gemacht, Skorpi." Skorpi lächelte erleichtert, als wäre eine riesige Last von ihm abgefallen. „Ich habe trotzdem ein ungutes Gefühl." „Das Gefühl wird dir jetzt noch oft begegnen, wenn wir weitermachen", meinte Jane ernst, bevor sie in die Dunkelheit des Wracks vordrang. Aber mit dem Wissen, dass hinter jeder Ecke Gefahren lauern konnten.
Die Atmosphäre im Inneren des Wracks war nahezu erstickend, als die vier Mädchen – Jane und Skorpi auf ihre Schulter, Alita, Iris und Finja – das düstere Innere des alten Raumschiffs betraten. Jedes Geräusch, jeder Schritt hallte durch die leeren, metallischen Korridore, als wären die Wände selbst lebendig und lauschten ihrem Eindringen. Die Worte hallten in der gespenstischen Stille nach, und ein kalter Schauer lief ihnen allen über den Rücken. Die Dunkelheit schien sich förmlich um sie zu schließen, als sie tiefer in das Herz des Wracks vordrangen. Mit jedem Schritt wurde die Luft kühler, und der Geruch von Metall und etwas Undefinierbarem, lag schwer in der Luft. Als sie die finstere Kommandozentrale erreichten, schienen die Schatten lebendig zu werden, als würde das Wrack selbst sie beobachten. Iris zog ihren Scanner hervor, und das leise Surren des Geräts schien in der gespenstischen Stille ohrenbetäubend laut. „Hier ist etwas", flüsterte Iris, ihre Stimme vor Anspannung kaum mehr als ein Hauch. Der Scanner zeigte eine kleine Energiequelle an, die von einem unscheinbaren Pult in der Ecke des Raumes ausging. Es schien das Logbuch zu sein. „Versuch es anzuschalten, Iris", sagte Jane, während die Spannung in der Luft beinahe greifbar wurde, wie elektrische Ladung vor einem Gewitter. Jede Bewegung schien in Zeitlupe zu erfolgen, als Iris vorsichtig die verblassten Tasten des Pults drückte. Der Bildschirm flackerte kurz, als wäre er seit Jahrhunderten unberührt geblieben, und dann erschien das Antlitz eines alten Mannes auf dem Bildschirm. Seine Augen waren müde, aber in ihnen lag eine stille Entschlossenheit, die Geschichte seiner letzten Tage zu erzählen. „Mein Name ist John", begann der alte Mann mit rauer Stimme, die durch das Alter und die lange Isolation brüchig klang. "Dies wird mein letzter Eintrag sein. Vor 35 Jahren strandeten wir auf diesem Planeten. Wir hatten eine glückliche Zeit, Paulchen, der Kater, Lunaria und ich. Leider starb Paulchen vor 18 Jahren und nun ist meine Zeit gekommen. Lunaria wird sicherlich noch..." Plötzlich durchzuckte eine helle Stichflamme das Logbuch. Das Gerät explodierte in einem Funkenregen, und die wertvollen Informationen, die sie sich so sehr erhofft hatten, gingen in Flammen auf, unwiederbringlich verloren. Rauch und der beißende Geruch von verbranntem Kunststoff erfüllten den Raum. Jane sprang zurück, ihre Augen vor Überraschung weit geöffnet. „Verdammt", rief Jane aus, ihre Stimme vor Frustration zitternd. „Das Logbuch hätte uns so viele Antworten liefern können. Und was zum Teufel, wer ist Lunaria?" „Keine Ahnung", sagte Alita, die sofort ihr Messer gezogen hatte, als das Logbuch explodierte. Ihre Augen huschten wachsam durch die Dunkelheit des Raumes, als würde sie erwarten, dass hinter jedem Schatten eine weitere Gefahr lauerte. „Sollen wir weiter suchen?" „Ja", entschied Jane nach einem Moment des Nachdenkens. „Wir müssen mehr herausfinden. Irgendwas auf diesem Schiff birgt die Antworten, die wir brauchen." Sie verließen die Kommandozentrale und machten sich auf den Weg zum Maschinenraum. Der Gang, der dorthin führte, unheimlich. Das Licht ihrer Helmlampen schnitt durch die Dunkelheit, enthüllte rostige Bolzen und lose Kabel, die wie tote Schlangen von der Decke hingen. Jede Ecke, jeder Schatten schien potenziell gefährlich. Als sie den Maschinenraum erreichten, waren sie überrascht, einen noch funktionierenden Generator zu finden. Iris, die sich sofort an die Arbeit machte, schaltete ihn vorsichtig ein. Ein tiefes Brummen erfüllte den Raum, als der Generator zum Leben erwachte, und nach einigen Sekunden flackerten die Lichter im gesamten Schiff auf. Sie tauchten das Wrack in ein schwaches, flackerndes Licht, das die trostlose Verlassenheit des Ortes nur noch verstärkte. „Jetzt haben wir zumindest Licht", seufzte Jane erleichtert. Doch die Erleichterung war nur von kurzer Dauer. Sie durchkämmten Raum für Raum, immer auf der Hut vor unvorhersehbaren Gefahren. Jeder Fund – ob ein halb verfallenes Bett oder ein verlassener Aufenthaltsraum – erzählte die stumme Geschichte derer, die einst hier gelebt hatten. Doch keine der Geschichten schien vollständig, alles wirkte fragmentarisch und hinterließ mehr Fragen als Antworten. Als Iris schließlich eine massive, schwere Tür öffnete, hallte ihr überraschter Ausruf durch das Schiff. Die anderen drei eilten sofort zu ihr, ihre Waffen bereit. Doch was sie vorfanden, ließ sie alle innehalten. Auf einem Podest in der Mitte des Raumes lag eine junge, wunderschöne Frau. Ihr Gesicht war friedlich, fast wie in einem tiefen Schlaf, und ihre Augen waren fest geschlossen. Ihr Gesicht und die feinen Züge gaben ihr ein ätherisches Aussehen. Die Spannung stieg ins Unermessliche. Wer war diese Frau? Wie konnte sie hier sein, in diesem verlassenen Raumschiff? War sie Lunaria, die geheimnisvolle Figur aus dem zerstörten Logbuch? Die Antworten, die sie suchten, lagen vielleicht direkt vor ihnen, auf diesem Podest, in diesem vergessenen Raumschiff.
Die Luft im Raum war zum Zerreißen gespannt, als Iris sich vorsichtig der reglosen Gestalt auf dem Podest näherte. Das fahle Licht ließ die Konturen der Frau geheimnisvoll schimmern. Iris zögerte einen Moment, bevor sie ihren Scanner zückte. Ihre Hände zitterten leicht, während sie den Strahl des Geräts über die rätselhafte Gestalt gleiten ließ. „Es ist eine Androidin", sagte Iris schließlich, ihre Stimme leise und mit einem Hauch von Erstaunen. „Der Scan kann ihre Haut nicht durchdringen. Könnte das Lunaria sein?" Ihr Blick suchte Jane, doch Jane hielt ihren Fokus auf die reglose Androidin, ihre Augen scharf und wachsam. Iris fuhr fort, während sie nach einem möglichen Schalter suchte, um die Androidin zu aktivieren. Jede Berührung war vorsichtig, als wäre sie sich bewusst, dass sie eine schlafende Bestie wecken könnte. „Ich finde keinen offensichtlichen Aktivierungspunkt", murmelte Iris, ihre Stirn in Konzentration gefurcht. Doch bevor sie weitermachen konnte, geschah es. Plötzlich, in einer blitzschnellen Bewegung, zuckte die Androidin und ergriff Iris mit einer Kraft, die niemand erwartet hatte. Ein Messer blitzte in der Dunkelheit auf, und bevor Iris reagieren konnte, spürte sie die kalte Klinge an ihrer Kehle. Ihre Augen weiteten sich vor Schreck, und der Raum schien für einen Augenblick stillzustehen, als die Androidin ihre Augen öffnete, ihre irrealen, blauen Augen, die so viel Wissen und Kälte gleichzeitig ausstrahlten. Alita reagierte instinktiv und blitzschnell. Es dauerte nur einen Bruchteil einer Sekunde, und sie stand hinter der Androidin, ihre Klinge scharf und unbarmherzig an der Kehle des Wesens. „Du gefällst mir", sagte die Androidin in einem ruhigen, fast bewundernden Ton, während sie keinen Moment den Griff um Iris lockerte. „Du bist schnell mit deinem Schwert." Alita drückte ihre Klinge fester an die Kehle der Androidin. „Weg mit dem Messer", sagte sie mit kalter Entschlossenheit, „oder du wirst in Zukunft ohne Kopf durch die Gegend laufen müssen." In diesem Moment trat Jane vor, die Situation unter Kontrolle nehmend. „So, Mädels, jetzt hatten wir genug Spaß", sagte sie, ihre Stimme fest und gebieterisch. Ihr Blick war auf die Androidin gerichtet, die keine Anstalten machte, sich zu rühren. „Bist du Lunaria?" Die Androidin hielt inne; ihre Augen durchbohrten Jane, als ob sie ihre Seele durchdringen wollte. Dann, nach einem Moment, der wie eine Ewigkeit schien, antwortete sie mit einem einfachen „Ja." Langsam ließ sie von Iris ab, die sich hastig zurückzog und nach Atem rang. Alita senkte ihre Klinge, behielt die Androidin aber weiterhin misstrauisch im Auge. Ein unerwarteter Moment der Ruhe trat ein, und es war, als ob die Spannung, die soeben noch den Raum erfüllt hatte, für einen Augenblick verschwand. Jane trat näher und stellte sich der Androidin vor, während sie ihre Bewegungen genau beobachtete. „Welches Jahr haben wir?", fragte Lunaria plötzlich, ihre Stimme kühl, aber mit einem Hauch von Neugier. "Das Jahr 3225", antwortete Jane, und in Lunarias Gesicht zuckte ein Ausdruck, der einem Menschen Trauer oder Schock entsprochen hätte. Sie erfuhr, dass sie jahrhundertelang in einer starren Starre verharrt hatte, während die Zeit an ihr vorbeigegangen war. „Das Ortungssystem... Ich hatte es so eingestellt, dass es mich wecken sollte, wenn ein Raumschiff sich diesem Planeten nähert", erklärte Lunaria, ihre Stimme nun nachdenklich. „Sicherlich ist das System im Laufe der Jahrhunderte ausgefallen." Lunaria musterte die Gruppe vor ihr, und Jane spürte, dass hinter den kalten Augen der Androidin ein Funke Neugierde lag. Jane erkannte diesen Ausdruck und nutzte den Moment. „Komm mit zur Hydra", sagte Jane ruhig, aber bestimmt. „Erzähle uns deine Geschichte." Lunaria betrachtete Jane einen Moment lang, bevor sie zustimmend nickte. „Sehr gut," sagte Jane. Mit einer Anmut, die einer Kämpferin würdig war, griff sie nach einer Truhe am Fuß des Podests und öffnete sie. Darin lagen ihre Waffen, sorgfältig gepflegt und bereit, als hätte sie erst gestern niedergelegt. Jeder Handgriff war präzise, als sie ihre Waffen aufnahm, und ein schwaches Lächeln huschte über ihr Gesicht, das menschlich wirkte. Alita, immer noch auf der Hut, beobachtete Lunaria skeptisch. „Warum brauchst du diese Waffen?", fragte sie, ihre Augen schmal vor Misstrauen. Lunaria sah zu ihr auf, während sie zwei elegantes, aber tödliches Schwerter auf ihren Rücken befestigte. „Meine Hauptaufgabe war es, Gefahren von der Besatzung abzuwenden", erklärte sie in einem Tonfall, der keinen Zweifel an ihrer Entschlossenheit ließ. „Ich war für den Schutz verantwortlich." Jane konnte die Kraft spüren, die in dieser Androidin verborgen lag. Aber eines war sicher: Diese Begegnung würde vieles verändern.
Die Atmosphäre in der Hydra war zum Zerreißen gespannt, als Jane die mysteriöse Androidin Lunaria an den Kartentisch führte. Die Crew war um den großen Kartentisch versammelt, jeder von ihnen mit einer Mischung aus Neugier und Vorsicht in den Augen. Und jetzt stand sie vor ihnen, bereit, ihre Geschichte zu teilen. Was würde diese Androidin, die seit Jahrhunderten im Ruhestadium verharrt hatte, zu berichten haben? Lunaria ihre Augen funkelten geheimnisvoll im Licht. Sie trat näher an den Kartentisch heran, und begann mit leiser, aber fesselnder Stimme zu sprechen. „Clark und Lexa," begann sie, "waren zwei wissenschaftliche Genies, ihrer Zeit weit voraus. Im Jahr 2023 erschufen sie mich. Ihr Meisterwerk war die Entwicklung eines neuartigen Ionentriebwerks, das nicht nur die Raumfahrt revolutionieren, sondern die Grenzen der bekannten Wissenschaft sprengen sollte." Die Crew lauschte aufmerksam, jeder von ihnen tief beeindruckt von der historischen Bedeutung dieser Erfindung. Jane konnte sich nur schwer vorstellen, wie es gewesen sein musste, in einer Zeit zu leben, in der die Raumfahrt noch in den Kinderschuhen steckte, und doch klang Lunarias Stimme, als sei es gestern gewesen. „Sie entwickelten nicht nur das Triebwerk", fuhr Lunaria fort, „sondern auch andere revolutionäre Komponenten für die Rakete Galaxie II." Bob, der die technischen Details mit großem Interesse verfolgte, runzelte die Stirn. „Du sprichst von einer Rakete", bemerkte er, "das entspricht meiner Datenbank. Aber warum ist die Galaxie II ein Kugel-Raumschiff?" Lunaria lächelte sanft, ein Anflug von Nostalgie in ihren Augen. „Geduld, Bob", sagte sie. „Die Galaxie II begann als Rakete. Nachdem das Ionentriebwerk die Galaxie II uns in den Hyperraum katapultiert hatte, begann unsere wahre Odyssee." Die Crew beugte sich gespannt vor, jeder einzelne von ihnen gebannt von den Worten, die aus Lunarias Mund kamen. „Wir strandeten in einem unbekannten Sektor", erzählte sie weiter, „einem Teil des Universums, den kein Mensch zuvor gesehen hatte. In dieser endlosen Leere wurde meine Restprogrammierung aktiviert, und ich wurde ein integraler Bestandteil der Crew. Zusammen erlebten wir unzählige Abenteuer, jedes mysteriöser und gefährlicher als das vorherige." Lunaria ließ ihre Worte wirken, bevor sie fortfuhr. „Eines Tages, nach ein Feuer an Bord, explodierte die Galaxie II. Wir fanden ein anderes Raumschiff – ein kugelförmiges Schiff, das uns erlaubte, unsere Reise fortzusetzen." Lunaria hielt inne, als ob sie in Erinnerungen schwelgte, bevor sie leise fortfuhr: „Als wir die Erde schließlich wiederentdeckten, entschied die Crew, dass unsere Technologie zu gefährlich war, um sie mit der Menschheit zu teilen. Sie beschlossen, dass die Menschheit noch nicht bereit war für das, was wir gefunden hatten. Ein Teil der Crew flog mit einem Shuttle zur Erde zurück, aber John, der Kater Paulchen und ich blieben auf der Galaxie II." Jane spürte, wie ihre Neugierde wuchs. „Warum haben John und Paulchen beschlossen, nicht zur Erde zurückzukehren?", fragte sie vorsichtig. Lunaria seufzte, ein seltener Ausdruck von Bedauern schwang in ihrer Stimme mit. „Das ist eine Geschichte für einen anderen Tag", sagte sie sanft. "Es gibt viele Gründe, und keiner von ihnen ist einfach. Aber was danach geschah, war ebenso tragisch wie unvermeidlich." Die Androidin fuhr fort, ihre Stimme nahm einen melancholischen Ton an, als sie die Ereignisse schilderte, die zu ihrem gegenwärtigen Zustand führten. „Unsere Navigations-Positronik versagte, und wir wurden direkt in ein Sonnenfünfeck geschleudert – einer Region des Weltraums, die bekannt ist für ihre zerstörerischen Kräfte. Und landeten in der Andromeda-Galaxie. Unser Hyperantrieb wurde unbrauchbar, und wir landeten schließlich auf diesem einsamen Planeten." Lunarias Augen verdunkelten sich, als sie an die Jahre erinnerte, die darauf folgten. „Nach dem Tod des Katers Paulchen", sagte sie leise, „vergingen 18 Jahre in Einsamkeit. John und ich waren allein, gestrandet und ohne Hoffnung, jemals gerettet zu werden. John kämpfte tapfer, aber auch er erlag schließlich seinem Alter. Danach ging ich in den Ruhemodus." Eine tiefe Stille legte sich über den Raum, während die Crew die Tragik und das Mysterium von Lunarias Geschichte auf sich wirken ließ. Diese Androidin hatte nicht nur unzählige Abenteuer erlebt, sondern auch ein tiefes Leid ertragen, das sie nun mit ihnen teilte. Die Crew der Hydra spürte, wie sich ein Band zwischen ihnen und der Androidin formte.
Nach dem intensiven Gespräch in der Kommandozentrale lag eine merkwürdige Ruhe über der Hydra. Die Crew hatte viel, worüber sie nachdenken musste. Doch für Alita war diese Stille unerträglich. „Hey, Lunaria", begann Alita, ihre Stimme leicht herausfordernd. "Wie wäre es, wenn wir in den Trainingsraum gehen und uns ein wenig die Zeit vertreiben? Ich möchte sehen, ob du nach all den Jahrhunderten nicht doch ein wenig eingerostet bist." Ein schelmisches Lächeln spielte um ihre Lippen, doch in ihren Augen lag ein ernster Ausdruck. Es war nicht nur eine Einladung zum Kampf, sondern auch ein Test – ein Test ihrer eigenen Fähigkeiten gegen die einer legendären Androidin. Lunaria drehte sich langsam zu ihr um, ihre Augen funkelten mit einem Hauch von Neugier und Entschlossenheit. „Das klingt nach einer guten Idee, Alita. Es ist lange her, seit ich das letzte Mal trainiert habe. Lass uns sehen, ob ich noch mithalten kann." Mit einem leichten Nicken machte sie sich auf den Weg zum Trainingsraum. Als die beiden Kämpferinnen den Trainingsraum betraten, wurden sie von der gesamten Besatzung erwartet. Es hatte sich schnell herumgesprochen, dass es zu einem besonderen Duell kommen würde, und niemand wollte sich dieses Ereignis entgehen lassen. Die Crew stand dicht gedrängt um den Rand der Trainingsfläche, ihre Gesichter gespannt und voller Erwartung. Jeder wusste, dass dies mehr als nur ein einfacher Übungskampf war – es war ein Moment, in dem zwei außergewöhnliche Kriegerinnen ihre Kräfte messen würden. Alita und Lunaria nahmen ihre Positionen ein, beide bewaffnet mit 80 Zentimeter langen Holzstäben. Ihre Bewegungen waren ruhig und konzentriert, als sie sich auf das bevorstehende Duell vorbereiteten. Die Luft knisterte vor Spannung, als sie sich zum ersten Mal gegenüberstanden. Ein kurzes Nicken von beiden war das einzige Zeichen, dass der Kampf beginnen konnte. Dann, wie auf ein unsichtbares Kommando hin, explodierten beide in Bewegung. Ihre Stäbe trafen in einem Wirbelwind aus schnellen, präzisen Schlägen aufeinander, die so schnell waren, dass die Augen der Zuschauer kaum folgen konnten. Die Geschwindigkeit und die Kraft, mit der Alita und Lunaria kämpften, waren atemberaubend. Jeder Schlag, jeder Block, jeder Ausweichschritt waren perfekt ausgeführt, als ob sie einen tödlichen Tanz aufführten. Die Crew konnte den Atem kaum anhalten, während die Minuten vergingen und der Kampf an Intensität zunahm. Beide Kämpferinnen schienen sich auf Augenhöhe zu befinden, keiner von ihnen gab nach. Der Raum war erfüllt von den dumpfen Geräuschen der aufeinanderprallenden Holzstäbe und den gelegentlichen keuchenden Atemzügen, wenn Alita einen Treffer einstecken musste. Nach zehn Minuten, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten, endete der Kampf so plötzlich, wie er begonnen hatte. Beide Kämpferinnen standen sich gegenüber, die Stäbe locker in den Händen, Alitas Brust hob und senkte sich schnell von der Anstrengung. Trotz der intensiven Auseinandersetzung waren ihre Gesichter von einem gemeinsamen Lächeln geprägt. Lunaria nickte anerkennend. „Du hast außergewöhnlich gut gekämpft, Alita", sagte sie, ihre Stimme voller Respekt. „Hätten wir mit echten Schwertern gekämpft, wäre das Ergebnis womöglich anders ausgefallen. Aber selbst mein robuster Körper hätte gegen deine Instinkte ernsthafte Probleme gehabt. Deine Fähigkeiten sind wirklich beeindruckend." Alita erwiderte das Lächeln und stieß leicht mit ihrem Stab auf den Boden. „Und es scheint, dass du doch nicht eingerostet bist, Lunaria", sagte sie, ihre Stimme leicht, aber voller Anerkennung. „Du bist eine gefährliche Gegnerin, und ich bin froh, dass wir auf derselben Seite stehen." Die Crew, die das Geschehen mit angehaltenem Atem verfolgt hatte, brach in spontanem Applaus aus. Sie waren nicht nur von der atemberaubenden Geschwindigkeit und Präzision des Kampfes beeindruckt, sondern auch von der offensichtlichen gegenseitigen Achtung und Anerkennung, die sich zwischen den beiden Kämpferinnen entwickelte. In diesem Moment verstanden sie, dass Alita und Lunaria nicht nur zwei furchtlose Kriegerinnen waren, sondern auch zwei Seelen, die sich im Feuer des Kampfes gegenseitig respektierten. Während die Crew den Raum verließ und ihre eigenen Gedanken und Gespräche führte, blieben Alita und Lunaria noch einen Moment zurück. „Ich freue mich auf die nächsten Herausforderungen mit dir an meiner Seite", sagte Alita schließlich, ihre Stimme ernst, aber auch voller Vorfreude. Lunaria nickte, ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen. „Und ich freue mich darauf, Seite an Seite mit einer so würdigen Kämpferin wie dir zu stehen. Zusammen werden wir alles überwinden, was uns erwartet."
Die Sonne neigte sich langsam dem Horizont entgegen, als die Crew der Hydra um ein loderndes Feuer am See versammelt war. Ein gelegentliches Lachen der Mädchen, die den Abend in vollen Zügen genossen. Der Duft von gegrilltem Fleisch und frischem Brot hing in der Luft, während der Himmel über ihnen in tiefem Violett und Blau erstrahlte. Es war ein seltener Moment der Ruhe und Entspannung für die Crew, die normalerweise von einem Abenteuer ins nächste stürzte. Doch heute Abend fühlten sie sich sicher und geborgen. Die Gespräche drehten sich um belanglose Dinge, Erinnerungen an vergangene Missionen und kleine Neckereien. Doch als die Nacht hereinbrach und die ersten Sterne am Himmel sichtbar wurden, nahm das Gespräch eine tiefere und faszinierende Wendung. „Es ist wirklich beeindruckend, wie weit die Galaxie II gekommen ist", begann Jane, als sie einen Schluck aus ihrem Becher nahm. Das Licht des Feuers tanzte auf ihrem Gesicht, und in ihren Augen lag ein Funkeln, das von Abenteuerlust zeugte. Lunaria sah Jane ernst an. „Nach dem Update, das ich von Bob erhalten habe, stimmt das. Die Menschheit hat noch keine Transmittertechnologien entwickelt, aber die Galaxie II... sie ist anders. Sie besitzt tatsächlich eine solche Technologie." Jane spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Die Möglichkeit, eine Transmittertechnologie in die Hydra zu integrieren, war gewaltig. „Also, was genau schlägst du vor, Lunaria?", fragte Jane, ihre Stimme fest und entschlossen. Sie spürte die Blicke ihrer Kameradinnen auf sich gerichtet, alle warteten auf die Antwort der Androidin. „Ich schlage vor, dass wir die Transmitter-Anlage aus der Galaxie II demontieren und in die Hydra integrieren. Es wird kein leichtes Unterfangen." „Wir haben noch nie vor harter Arbeit zurückgeschreckt", sagte Alita mit einem herausfordernden Lächeln. „Wenn du es für möglich hältst, Lunaria, dann sollten wir es versuchen." Mit einem entschlossenen Nicken stand Jane auf. „Gut, dann haben wir einen Plan. Ab morgen früh beginnen wir mit der Arbeit. Wir werden drei Tage hart daran arbeiten, die Transmitter-Anlage zu bergen und in die Hydra zu integrieren. Danach, wenn alles funktioniert, genießen wir noch ein paar Tage auf diesem Planeten, bevor wir uns wieder in den Weltraum aufmachen." Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Die Arbeiten an der Galaxie II waren anstrengend, und es gab Momente, in denen die Crew zweifelte, ob sie die Transmittertechnologie tatsächlich in die Hydra integrieren könnten. Doch Lunarias detailliertes Wissen und die unermüdliche Entschlossenheit der Crew führten schließlich zum Erfolg. Am Ende des dritten Tages war die Arbeit abgeschlossen. Die Transmittertechnologie war erfolgreich in die Hydra integriert worden. Die nächsten fünf Tage verbrachte die Crew mit wohlverdienter Erholung auf dem Planeten. Sie genossen die Natur, das Essen und die Gesellschaft voneinander, wissend, dass sie bald wieder in den kalten, unberechenbaren Raum aufbrechen würden.
Fortsetzung folgt
Anhang:
Lunaria ist eine beeindruckende Schöpfung, die als eine der fortschrittlichsten und technologisch anspruchsvollsten Androidinnen gilt. Ihr Aussehen ist sehr ansprechend, mit langen, rötlichen Haaren und einer athletischen Figur, die von einer leichten bräunlichen Färbung der Haut abgerundet wird. Tatsächlich ist sie äußerlich von einer echten Frau nicht zu unterscheiden. Aber es ist nicht nur ihr Aussehen, das Lunaria so faszinierend macht. Sie ist auch mit einigen erstaunlichen Fähigkeiten ausgestattet. Ihr Ano-Skelett aus Titan macht sie extrem widerstandsfähig gegen Schäden, und sie ist in der Lage, schnell und effizient Entscheidungen zu treffen, dank ihrer leistungsstarken Positronik. Dies ist ein fortschrittliches Computersystem, das ihr erlaubt, Informationen blitzschnell zu verarbeiten und zu analysieren. Aber was Lunaria wirklich so ungewöhnlich macht, ist ihre Fähigkeit, menschenähnliche Gefühle zu entwickeln und eine eigene Persönlichkeit zu haben. Ihr Gehirn besteht aus einer Plasma-Züchtung, die mit der Positronik verbunden ist, was es ihr ermöglicht, Gefühle wie Empathie, Freude oder sogar Trauer zu empfinden. Diese einzigartige Kombination aus Technologie und Biologie macht sie zu einer der faszinierendsten Schöpfungen ihrer Art. Obwohl sie aufgrund ihrer Fähigkeiten und ihres Aussehens als eine Art "Super-Androidin" angesehen werden könnte, hat Lunaria auch eine emotionale Seite. Sie kann sich weiterentwickeln und lernen, und ihre Vorliebe für den Nahkampf mit Schwertern deutet darauf hin, dass sie als Kämpferin oder Soldatin konzipiert sein könnte. Ihr Gerechtigkeitssinn und ihre ausgeprägte aggressive Ader machen sie auch zu einer idealen Wahl für Situationen, in denen es darum geht, Recht und Ordnung durchzusetzen. Insgesamt ist Lunaria ein faszinierendes Beispiel für die fortschrittliche Technologie und künstliche Intelligenz. Mit ihren einzigartigen Fähigkeiten und ihrer menschenähnlichen Persönlichkeit ist sie zweifellos eine der beeindruckendsten Schöpfungen ihrer Art.
