Lunaria-Galaxie
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Die fantastische Abenteuer des Raumschiffs Hydra Kapitel 9

G
Gelöschter User
9. März 2021(bearbeitet)
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Die Weltraum-Kneipe



Die Hydra schwebte lautlos durch das dunkle Gewirr des Alls, ein winziger Punkt in der unendlichen Leere, umgeben von Millionen funkelnder Sterne. Ihre lange Suche nach einem Weg zurück zur Erde hatte die Crew schon durch viele unerforschte Sonnen-Systeme geführt. Doch nichts hatte sie auf das vorbereitet, was sie nun vor sich sah: Ein geheimnisvolles Planetensystem, das in der Ferne glitzerte wie eine verborgene Schatztruhe. Gerade als sie sich auf eine der düsteren Planeten zu bewegten, drang eine ungewöhnliche Funknachricht in die Funkanlage. „Kommt vorbei, schaut herein, in der größten Weltraum-Bar von Andromeda, es ist für jeden etwas dabei", wiederholte die Nachricht monoton, als würde sie aus einer alten, abgenutzten Schallplatte stammen. Jane, die Kommandantin der Hydra, starrte gebannt auf den Panoramaschirm. „Was zum Teufel ist das?", entfuhr es ihr, während sie versuchte, die Quelle der Botschaft zu identifizieren. „Das sieht aus wie eine Mega-Kneipe im All, in der alle möglichen Wesen herumhängen und ihr Geld verprassen", kommentierte Finja, die Archäologin der Hydra, während ihre Augen sich vor Staunen weiteten. Am Rand der Ortung erschien ein silberner Schimmer, der eine monströse, scheibenförmige Weltraumstation von gewaltigen Ausmaßen anzeigte. Die Dimensionen waren so groß, dass die Hydra im Vergleich dazu wie ein winziges Staubkorn wirkte. „Ich stimme zu, mit 82,9 % Wahrscheinlichkeit ist das wohl eine gigantische Vergnügungsstätte für alle Spezies im Umkreis", bestätigte Bob, die KI der Hydra, mit seiner unverwechselbaren, nüchternen Stimme. Lunaria, die Androdin, die seit kurzem Mitglied der Crew war, lehnte sich nachdenklich in ihrem Sitz zurück und schlug vor: "Vielleicht sollten wir uns da einklinken, uns unter die Menge mischen. Wer weiß, welche Informationen wir dort auftreiben können, die uns weiterhelfen?" Jane nickte, ihre Stirn in tiefe Falten gelegt. „Klingt nach einem Plan, Lunaria", sagte sie, während sie einen Kurs zur Weltraumstation befahl. Langsam und behutsam näherte sich die Hydra den 37 verschiedenen Raumschiffen, die in der Nähe der Station verweilten, wie Motten um eine Flamme. „Vier von uns sollten reichen, um die Station zu erkunden. Finja, Nora, Lunaria und Alita, ihr werdet euch umsehen, aber seid unauffällig. Verstanden?", instruierte Jane, ihr Blick scharf und entschlossen. „Verstanden, Jane", erwiderte Alita. „Du hast das Kommando, Alita", bestimmte Jane und überreichte ihr einen 10-Gramm-Goldbarren, den sie aus einem sicheren Fach nahm. Das glänzende Metall funkelte im Licht der Instrumente. Gold, wertvoll in der Milchstraße und auch hier in Andromeda, war unersetzlich für die Herstellung spezieller Aggregatoren, die in den Raumschiff-Triebwerken benötigt wurden. Das Quartett machte sich auf den Weg zum Hangar, stiegen in das Shuttle, das sie zur Station bringen würde. Ihre Herzen pochten im Einklang mit dem leisen Brummen der Triebwerke, während sie sich auf das bevorstehende, unvorhersehbare Abenteuer in der größten Weltraum-Bar von Andromeda vorbereiteten.


Das Shuttle bewegte sich elegant und präzise auf die gigantische Station zu, die wie ein schwebender Koloss im All hing. Die mächtigen Stahlschotten des Hangartors begannen sich langsam zu öffnen, wie der Rachen eines uralten Weltraumwesens, das bereit war, die Besucher zu verschlingen. Das Innere der Schleuse wurde sichtbar, beleuchtet von einem unheimlichen, bläulichen Licht, das von den Wänden widerhallte. Mit einem sanften Zischen glitt das Shuttle in den Hangar hinein, als ob es durch eine unsichtbare Hand geführt wurde. Der Boden des Hangars war aus poliertem Metall, das das Licht in alle Richtungen reflektierte, und überall waren verschiedenste kleine Shuttles in allen erdenklichen Formen und Größen geparkt. Als das Shuttle sanft aufsetzte, und es drang eine Reihe von Geräuschen in die Stille der Kabine – das Summen von Robotern, die ihre Aufgaben erledigten, und das leise Klicken von Sicherheitsmechanismen, die aktiviert wurden. Die Schleuse des Shuttles öffnete sich mit einem leisen Zischen, und die vier Besatzungsmitglieder traten hinaus. Sofort wurden sie von einer Gruppe Sicherheitsdrohnen flankiert, deren rote Linsen sie kalt und unnachgiebig fixierten. „Willkommen auf der Station", erklang eine metallische Stimme aus einer der Drohnen, während ein Scanner über die Gruppe huschte. "Waffen werden hier nicht toleriert. Legen Sie bitte alle Waffen ab." Widerwillig gaben sie ihre Ausrüstung ab. Nora sah missmutig auf die Drohne, die ihr ihre Impuls-Pistole abnahm, aber sie wusste, dass Widerstand zwecklos war. Die Drohnen waren für solche Fälle bestens gerüstet. Nach der strengen Kontrolle öffnete sich eine weitere Tür, die in das Herz der Station führte. Als sie hindurchtraten, verschlug es ihnen fast den Atem. Die Station war ein gigantischer Schmelztiegel aus Kulturen, Lichtern und Geräuschen. Überall funkelten Neonreklamen in fremden Sprachen, die für allerlei Attraktionen und Vergnügungen warben. Die Luft war erfüllt von exotischen Düften, die aus den unzähligen Restaurants und Imbissen strömten, und über allem lag ein beständiges Summen, das von den Stimmen der verschiedenen Weltraumvölker erzeugt wurde. Unterschiedlichste Wesen bewegten sich durch die breiten Gänge – manche groß und mächtig, andere klein und flink, mit Schuppen, Fell oder leuchtenden Antennen. Es war ein unbeschreibliches Gewirr aus Farben und Formen, ein Panorama der Extravaganz. Finja ließ ihren Blick über die schier endlosen Angebote der Freizeitaktivitäten schweifen: Glücksspielhallen, Arenen für spektakuläre Kämpfe, interaktive Holografie-Shows und luxuriöse Bäder mit schimmernden Wassern, die aus den entferntesten Ecken des Universums stammten. „Das ist... unglaublich", murmelte sie und schüttelte ungläubig den Kopf. Nora, immer auf der Suche nach dem Wesentlichen, stellte die Frage, die allen auf der Zunge lag: „Und wo denkt ihr, finden wir die besten Informationen?" Alita, die in solchen Situationen nie um eine Antwort verlegen war, grinste. „In einer heruntergekommenen Kneipe, dort sind die Zungen am lockersten", sagte sie, ihre Augen funkelten vor Abenteuerlust. Die Gruppe setzte sich in Bewegung und tauchte in das Labyrinth der Station ein. Die Gänge waren labyrinthartig und voll von merkwürdigen Attraktionen, die jeden Moment neue Geheimnisse offenbarten. Überall lauerten Verlockungen. Doch sie blieben fokussiert. Nach einer Weile entdeckten sie, wonach sie suchten: eine düstere, unauffällige Kneipe, verborgen in einem der abgelegenen Winkel der Station. Die Beleuchtung war spärlich. Der Ort strahlte eine Mischung aus zwielichtiger Gemütlichkeit und verborgenen Gefahren aus, als wäre er ein Zufluchtsort für jene, die nicht gefunden werden wollten.

Ihnen schlug ein derart dichter Alkoholdunst entgegen, dass es sich anfühlte, als hätte jemand ein unsichtbares Netz über ihre Sinne geworfen. Das dunkle, schwach beleuchtete Etablissement war erfüllt von gedämpften Gesprächen, abgerissenen Lachen und dem gelegentlichen Klirren von Gläsern. Über fünfzig Gestalten drängten sich in dem schummrigen Raum, und obwohl die Wände wohl seit Jahren keine frische Farbe mehr gesehen hatten, strahlte der Ort einen eigenwilligen Charme aus, der schwer zu leugnen war. Der Barkeeper, ein schäbiger Kerl mit fettigen Haaren, das vor Tagen das letzte Mal Wasser gesehen hatte, lehnte gelangweilt am Tresen. Sein grimmiger Ausdruck passte perfekt zu der zwielichtigen Atmosphäre des Ortes. Als ihre Füße fast am Boden festklebten, überzogen von einer schmutzigen Schicht aus verschütteten Getränken und Unrat, tauschten die vier Frauen einen schnellen Blick aus. Trotz der düsteren Stimmung im Raum fielen sie auf wie bunte Vögel in einem Käfig voller Krähen. Sofort spürten sie die neugierigen, misstrauischen Blicke der Gäste auf sich, als sie eintraten. Alita, die Anführerin der Gruppe, nahm die Szene mit kühlem Blick auf. „Finja, Nora, setzt euch an den freien Tisch", wies sie die beiden Frauen an. „Lunaria und ich bleiben am Tresen. Aber kein Alkohol. Wir müssen einen klaren Kopf behalten." Ihre Stimme war ruhig, aber durchdrungen von einer Entschlossenheit, die keinen Widerspruch duldete. Während Finja und Nora sich langsam zu einem freien Tisch am Rand des Raumes bewegten, setzten sich Alita und Lunaria auf die Hocker am Tresen. Der Barkeeper wandte sich ihnen zu, sein Gesicht zu einem unfreundlichen Grinsen verzogen. Alita konnte den fauligen Geruch, der von ihm ausging, kaum ertragen. Es war, als stünde sie neben einem offenen Abfluss, gemischt mit einer Prise Verwesung und einer ordentlichen Ladung schlechten Atems. Lunaria hingegen schien völlig unbeeindruckt, als ob sie so etwas schon tausendmal erlebt hätte. Doch bevor Alita sich über den Gestank beschweren konnte, wurde ihre Aufmerksamkeit auf ein sich anbahnendes Problem am Tisch ihrer Freundinnen gelenkt. Lunarias Augen blitzten, als sie mit einem kaum merklichen Kopfnicken auf den Nebentisch deutete. „Sieh mal, Alita, es sieht so aus, als würden unsere Mädels Ärger bekommen." Am Nebentisch hatten sich vier Männer, jeder ein Abbild von Ärger und schlechten Absichten, auf Finja und Nora fixiert. Ihre Gesten wurden immer aggressiver, die Worte schriller. Alita konnte förmlich spüren, wie die Luft vor Spannung knisterte. Ohne Vorwarnung holte Finja aus und ihre Faust landete mit einem befriedigenden Knall im Gesicht eines der Männer. Sein Kopf ruckte nach hinten, und ein Schwall Blut spritzte in die Luft, als sein Nasenbein brach. Die Kneipe erstarrte für den Bruchteil einer Sekunde, bevor das Chaos ausbrach. Tische wurden umgestoßen, Stühle krachten zu Boden, und überall flogen Fäuste. Finja und Nora wehrten sich mit einer Wildheit, die zeigte, dass sie solche Situationen nicht zum ersten Mal erlebten. Alita blieb ruhig und beobachtete die Szene mit kühlen Augen, während Lunaria besorgt zu ihr hinübersah. „Sollen wir eingreifen?" „Nein, sie schaffen das schon. Sie kennen die Tricks, die ich ihnen beigebracht habe. Lass sie ein bisschen Dampf ablassen", antwortete Alita, ihre Stimme durchzogen von einer leichten, fast amüsierten Gelassenheit. Doch das Chaos eskalierte schneller, als Alita erwartet hatte. Immer mehr Gäste mischten sich ein, und bald war die gesamte Kneipe in eine wilde Prügelei verwickelt. Flaschen und Gläser flogen durch die Luft, manche zerschmetterten krachend an den Wänden. Alita und Lunaria mussten sich immer wieder ducken, um den umherfliegenden Flaschen und Gläsern zu entgehen. Es dauerte nicht lange, bis zehn Sicherheitsbeamte der Station eintrafen und sich mit wuchtigen Schritten durch das Chaos kämpften. Nach einer brutalen, schweißtreibenden Rauferei gelang es ihnen schließlich, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Die Szenerie beruhigte sich, doch die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten. Auf den Überwachungsaufnahmen war deutlich zu sehen, wie Finja den ersten Schlag ausgeführt hatte, und trotz ihrer erklärenden Versuche gab es keinen Zweifel: Die vier Frauen wurden in eine Zelle geführt, die kalte, harte Realität des Gesetzes vor Augen.


Kurze Zeit später auf der Hydra:

Jane war tief in ihre Arbeit vertieft, als das vertraute Summen der Kommunikationskonsole ihr aus den Gedanken riss. „Jane, der Besitzer der Station möchte mit dir sprechen", meldete sich Josie mit einer leicht angespannten Stimme über die Com. Jane schloss kurz die Augen, ahnend, dass dieser Anruf nichts Gutes bedeutete. „Auf meinen Bildschirm, Josie," befahl sie und richtete sich in ihrem Stuhl auf. Ihre Finger strichen unbewusst über die Kante ihres Schreibtischs, während sie sich innerlich auf das kommende Gespräch vorbereitete. Der Bildschirm flackerte kurz und zeigte dann das ernste Gesicht von Pago, dem Besitzer der Raumstation. Sein Blick war kalt und durchdringend, als würde er direkt in ihre Gedanken sehen. „Jane, hier spricht Pago. Eines deiner Crewmitglieder hat in einer unserer Kneipen eine Schlägerei angezettelt", begann er ohne Umschweife. Seine Stimme war von einer unnachgiebigen Härte, die Jane nur allzu gut kannte. „Der entstandene Schaden ist beträchtlich. Aktuell befinden sich die vier Damen in meiner Obhut. Sobald der Schaden beglichen ist, könnt ihr sie wiederhaben. Bis dahin bleiben sie in Haft, und ihr bekommt Hausverbot. Ich schicke dir das Beweisvideo", fügte er mit einer Betonung hinzu, die keinen Widerspruch duldete. Jane spürte, wie sich ihre Nackenmuskeln anspannten. Sie war sich bewusst, dass sie in dieser Situation nur wenig Spielraum hatte. „Es tut mir leid für das Verhalten meiner Crew. Ich werde selbstverständlich für den Schaden aufkommen", erwiderte sie mit so viel Ruhe und Entgegenkommen, wie sie aufbringen konnte. Doch bevor sie noch etwas hinzufügen konnte, wurde die Verbindung abrupt unterbrochen. Der Bildschirm flackerte kurz und wurde schwarz, als ob Pagos Präsenz das Licht mit sich genommen hätte. Einen Moment lang starrte Jane auf den leeren Bildschirm, die kühle Stille des Raums lastete schwer auf ihr. Dann ließ sie die Schultern sinken und atmete tief durch. Sie klickte auf das Beweisvideo, das Pago ihr geschickt hatte. Das Bild flimmerte kurz, bevor es die grobkörnige Aufnahme der Kneipe zeigte. Sie sah, wie Finja, begleitet von Nora, am Tisch saß, umringt von den vier zwielichtigen Gestalten. Die Situation eskalierte, und ohne Vorwarnung war es Finjas Faust, die den ersten Schlag führte. Jane sah zu, wie das Chaos in Sekunden losbrach – Tische kippten um, Stühle flogen, und Gläser zerschellten auf dem Boden. Es war unverkennbar: Finja hatte die Schlägerei begonnen. Ein bitterer Geschmack breitete sich in Janes Mund aus, und sie konnte ein sarkastisches Lächeln nicht unterdrücken. (Das nennen sie also unauffälliges Nachforschen), dachte sie bei sich, während sie das Video noch einmal durch spulte, um sicherzugehen, dass sie nichts übersehen hatte. Doch es war klar. Finja hatte das Ganze mit einem Schlag begonnen. Jane strich sich durch das Haar und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück. Sie musste schnell handeln. Die Situation war delikat, und jede Verzögerung könnte die Lage verschlimmern. Sie drückte auf die interne Kommunikationsschaltfläche und sprach mit fester Stimme: „Eva, ich habe gerade erfahren, dass unsere Damen in einer Schlägerei verwickelt waren. Der Schaden ist beträchtlich, und sie sind jetzt in Haft." Eva, die gerade in der Nähe des Maschinenraums war, antwortete prompt: „Verstanden, Jane. Was sind meine Befehle?" „Fliege mit einem Shuttle hinüber und begleiche den Schaden", befahl Jane. „Sorge dafür, dass unsere Damen aus der Haft entlassen werden. Und halte dich bereit für alles Weitere. Wir müssen sicherstellen, dass dies keine weiteren Komplikationen nach sich zieht." „Alles klar, ich mache mich sofort auf den Weg", bestätigte Eva, bevor die Verbindung unterbrochen wurde. Jane saß noch einen Moment lang in ihrem Stuhl und ließ die Geschehnisse Revue passieren. Der Ärger über das Verhalten ihrer Crew mischte sich mit der Sorge über die Konsequenzen, die diese Eskalation nach sich ziehen könnte. Doch sie war fest entschlossen, die Sache in den Griff zu bekommen.


Als die vier Frauen endlich zurück auf der Hydra waren, schien die Luft in der Kommandozentrale förmlich zu knistern vor Spannung." Jane erwartet euch in ihrem Arbeitszimmer", sagte Bob, und seine Stimme ließ keinen Zweifel daran, dass die Situation ernst war. Finja, die sich ihrer Verantwortung mehr als bewusst war, hielt kurz inne und fragte zögerlich: „Wie ist Jane drauf?" „Um es vorsichtig auszudrücken, sie ist ziemlich gereizt." Das klang fast wie eine Warnung. Mit jedem Schritt, den sie dem Arbeitszimmer näher kamen, schien die Atmosphäre dichter zu werden, als ob sich eine unsichtbare Schlinge langsam um ihre Hälse legte. Nora, die die Anspannung nicht länger ertrug, betätigte schließlich den Türsummer. Ein scharfer, unfreundlicher Ton erklang: „Hereinkommen." Die Tür glitt zur Seite, und die vier Frauen traten ein, um sich in einer geraden Linie vor Jane aufzustellen. Ihre Haltung war steif, ihre Gesichter ausdruckslos, doch innerlich tobten widersprüchliche Gefühle – Angst, Trotz, Reue. Jane jedoch, völlig in ihre Logbucheinträge vertieft, schenkte ihnen keine Beachtung. Die Stille im Raum war drückend, sie lastete schwer auf ihnen und machte jede Sekunde zu einer kleinen Ewigkeit. Nach einigen endlosen, quälenden Minuten hob Jane endlich den Kopf. Ihr Blick war scharf wie eine Klinge, und als sie Finja und Nora fixierte, erkannten beide den gefährlichen Glanz in ihren Augen. Das war keine Jane, mit der man leichtsinnig diskutierte. Mit langsamen, bedachten Bewegungen erhob sich Jane und begann, in einem Kreis um die Frauen zu schreiten. Ihre Schritte waren leise, doch jeder Tritt schien wie ein donnerndes Echo in ihren Köpfen widerzuhallen. Ihre Blicke, die finsterer als der Weltraum selbst waren, durchbohrten sie wie glühende Nadeln. Niemand wagte, ein Wort zu sagen, als Jane sie so musterte, als wolle sie jeden Einzelnen von ihnen bis ins Mark analysieren. Nachdem sie die Runde beendet hatte, blieb sie abrupt stehen und ließ die Spannung im Raum ins Unermessliche steigen. Als sie schließlich sprach, war ihre Stimme gefährlich ruhig, fast ein Flüstern, doch jedes Wort schnitt wie ein Skalpell: „Eine Kneipenschlägerei, die habt ihr verursacht. Was habt ihr nicht verstanden an 'unauffällig umsehen'? War mein Befehl unklar?" Ihre Augen verengten sich zu Schlitzen, und die leise, gezügelte Wut in ihrer Stimme ließ keinen Raum für Ausflüchte. Lunaria, die versuchte, die Lage zu entschärfen, antwortete schnell: „Doch, du hast dich klar ausgedrückt." Ihre Stimme war fest, aber es lag eine Spur von Nervosität darin, die sie nicht verbergen konnte. Finja, die ihre Schultern leicht anspannte, als würde sie sich auf einen Schlag vorbereiten, trat einen Schritt vor und erklärte, was geschehen war. Sie schilderte die Provokation, die drohende Gefahr, und warum sie sich gezwungen sah, zu handeln. Doch Janes Blick wurde nur noch finsterer. „Das rechtfertigt nicht, dass du eine Schlägerei angefangen hast", schnitt Jane ihr scharf das Wort ab. „Es hätte anders gelöst werden können. Jetzt haben wir nicht nur ein Hausverbot, sondern auch den Zugang zu wertvollen Informationen verloren." Ihre Worte waren wie Peitschenhiebe, und jeder Schlag ließ Finja kleiner werden. „Ich dulde keine Missachtung meiner direkten Befehle. Die nächsten 48 Stunden verbringt Ihr in Arrest." Die vier Frauen nickten stumm, die Schwere der Situation lastete schwer auf ihnen. Als sie sich umdrehten, um den Raum zu verlassen, verharrte Jane kurz und fügte, in einem überraschend sanften Ton, der völlig im Gegensatz zu ihrer vorherigen Schärfe stand, hinzu: „Finja, Nora, habt ihr wenigstens gewonnen?" Finja, die einen Moment zögerte, antwortete schließlich mit einem leichten Lächeln: „Natürlich, Jane." Janes Gesichtszüge entspannten sich ein wenig, und ein kleines, anerkennendes Lächeln spielte um ihre Lippen. "Das höre ich gerne. Finja, wenn ich du wäre, hätte ich auch zugeschlagen." Ihr Tonfall war jetzt fast freundlich, eine unerwartete Wendung nach ihrer strengen Standpauke. Die Frauen verließen das Arbeitszimmer, die Spannung löste sich ein wenig, jedoch, akzeptierend und vielleicht ein wenig reumütig, begaben sich direkt zur Arrestzelle. Es war ihre Strafe, aber auch eine Lektion, die sie nicht so schnell vergessen würden.


Fortsetzung folgt


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