Mit der Familie ging es zum Wahllokal.
Wollten doch auch wir unsere Stimmen für die Landtagswahlen abgeben. Das taten wir in der Turnhalle, die zum Wahllokal umfunktioniert wurde. – Warum auch nicht? – Sport in der Halle ist schließlich nach wie vor ausdrücklich verboten!
Viel Trubel war glücklicherweise nicht.
Außer Uns, nur Menschen in der Turnhalle, die, die verschiedenen Wahlbezirke betreuten, penibel darauf achteten, dass die Wahl Vorschriftsmäßig ablief.
Die Turnhalle roch Hauptsächlich nach Desinfektionsmittel, abgestandenen Muff und einen Hauch von Moder. Wahrscheinlich wurde nur geringfügig in den vergangenen Monaten gelüftet?
Atmosphärisch lag knisternde Wahlspannung in der Luft. Man merkt auch in der Halle, dass es um etwas geht. Nie hatte ich ernstere Mienen bei Wahlhelfern gesehen. Auch fiel das ganz große „Hallo" – da man sich in der Umgebung kennt, den einen besser, denn anderen etwas weniger gut – Aus.
Ich hatte mittelschweres Herzklopfen als ich die Turnhalle nach vielen Monaten erstmals wieder betrat. Zurück in „meinem Wohnzimmer".
Leider nur zum Wählen und nicht um mit meinen Sportgruppen eine Übungsstunde abzuhalten. … aber auch das wird wieder!
Wir, Eltern, Bruder und ich hatten mit 13 Uhr 30 eine hervorragende Zeit erwischt, um unsere Kreuzchen zu setzten. Wir erfuhren, später in einer Wahlsendung, das in Rheinland-Pfalz ungefähr 50% per Briefwahl ihre Stimme abgaben, die andere Hälfte waren Urnengänger, wie wir.
Normalerweise gibt man nur seine Stimme ab. Bekommt dafür nichts. Außer, wenn man Pech hat, einige ungeduldige Blicke, dass man sich bitte doch beeilen möge.
Den ausgeteilten Filzstift - um seine Stimmkreuze auf dem Wahlzettel zu hinterlassen, durfte man, sehr wahrscheinlich aus Hygienegründen, behalten?
Corona-Verordnung bedingt, verließen wir die Turnhalle durch einen der Notausgänge.
Aufgrund meiner Hüfte wurde das Auto zum Wahllokal benutzt. Der Sonntägliche Spaziergang fiel aus.
Vater spendierte seiner Familie dafür ein Eis. Aus dem neuen Eisgeschäft.
Ich war stark verwundert als man mir Eis in der Waffel überreichte.
Ich mag eigentlich kein Eis in der Waffel. Schon als Kind nicht. Erinnert mich der Geschmack der Waffel stets an nassen Schuhkarton.
Das Eis hingegen Megalecker.
Mit Eltern hörte ich mir Experten-Meinungen zur Wahl an.
Wie nicht anders vermutet, mir nicht unrecht, blieb „Manu Dreyer (SPD)" Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz.
Das offizielle Parteiergebnis folgt erst noch.
Wobei sich ablesen lässt. Das sich die CDU mit der Maskenaffäre einen Bärendienst erwiesen hat, das auch wohl ein Stolperstein war, um kein besseres Ergebnis zu erzielen?
Wobei die „Christlich Demokratische Union" wahrscheinlich sogar Glück hatten, das so viele Stimmberechtigte wie nie zuvor auf Briefwahl setzten?
Auch die anderen großen Parteien ließen Federn. Ich freute mich, besonders, dass so manche Alternative zwar noch immer viel zu viele Stimme bekam, jedoch weitaus weniger Simmen als bei vergangenen Wahlen.
Was mir gut gefiel, nach der übertriebenen Medienschelte, die das Handball-Nationalteam bei der WM – trotz verdünnten Kaders - bekam.
Das es Deutschlands beste Handballer schafften, sich mit einem unentschieden gegen Schweden und klaren Siegen gegen Slowenien und Algerien für die Olympischen Sommerspiele in Tokio zu Qualifizieren.
K und ich tauschten Endlich wieder Neuigkeiten über das Mobilphone miteinander aus.
Die vergangene Woche war uns Kontakt doch ungewohnt sporadisch gewesen.
Wir schauten Parallel währenddessen, dabei ein Wohlfühlfilmchen aus der Reihe „Herzkino" an. Woran – aufgrund der schönen Vorhersehbarkeit der Handlung, toll eingefangenen Naturbildern – wir eindeutig unseren Spaß hatten.
Montag. Eine neue Woche steht vor der Tür.
Es heißt in allen Wettervorsehersagen *, der Winter wird in dieser Woche nochmals ein ordentliches Comeback schaffen. Bin gespannt, ob die kalte Eminenz das hinbekommt; so kurz vor Frühlingsbeginn?
Würde ich heute Menschen interviewen würde ich sie fragen: „Worauf freuen sie sich besonders, in dieser letzten Winterwoche?"
„Guten Morgen! – Wer immer ihr auch seid?"
*Erst beim Durchlesen gemerkt, dass mir eine unbeabsichtigte Wortverdrehung lief: "Wettervorsehersagen" (Wettervorhersagen, sollte dies natürlich heißen), dass ich das Wort aber mag, bleibt es dem Blogeintrag erhalten. *
