Offenbar hat mich das süße Nichtstun zu Ostern überfordert.
Ich fühle mich nämlich nur mittelprächtig.
Vielleicht können mir ja einige Kindheits- und Jugenderinnerungen über mein kleines Tal hinweghelfen?
In meiner Kindheit waren wir mit Opa und Oma Mütterlicherseits und Väterlicherseits in den Spargeläckern unterwegs. – Das Erstaunliche daran, meine Eltern wirkten immer so, wie es wäre das selbstverständlichste auf der Welt hier mit anzupacken. … Ob ich nicht irgendwann dagegen aufbegehrt hätte? – Vorstellen könnte ich es mir.
Als Kind war es ein Spiel. Ein Schweißtreibendes.
Mama oder Vater schickten mich in ihrer Reihe voran, um in der Erde versteckter Spargel freizulegen. Zuvor gab es eine kleine Einführung, nicht dass ich die wertvollen Spargel entzweibräche. Was dennoch mir mehr als einmal passiert.
Meist war es heiß, staubig und was ich am meisten hasste, dass ich ein Talent hatte mich in den Brenneseln zu knien. Mehr als einmal schrie ich deswegen kurz auf und rieb mir Hände oder Beine. – Ich mochte auch nicht die schmutzigen Hände voller Ackererde.
Morgens und mittags wurde die Spargel gestochen.
Ob Hitze, Regen oder Wind. Dazu dieses ständige „rauf und runter", dann ging es einige cm weiter die Reihe entlang, es folgte dasselbe Spiel: „rauf und runter". Das über Stunden hinweg.
Wer sagt, das wäre keine Knochenarbeit der war nie auf einem Spargelacker selbst aktiv.
Mein Opa und Oma, die mit dem Bauernhof hatten drei Spargeläcker. Die Großeltern Väterlicherseits immerhin zwei.
Mama war zu 99 % überall dabei. Wie sie das gemacht hat? Das trotz eigener Familie, Haushalt und vielen weiteren Dingen, die dazugehören um ein Familienleben im regelmäßigen Takt zu halten.
Vater war ausnahmslos immer nach Feierabend dabei. Natürlich übers Wochenende bei jedem Spargel-Einsatz komplett.
Was für eine Einstellung und was für ein Zeichen der Zuneigung der Eltern zu ihren Müttern und Vätern. – Vorbildlich!
Natürlich wurde sogar ich älter. Irgendwann half ich dann richtig mit.War, so hoffe ich doch, eine Hilfe.
Stach wie auch mein Bruder in einer eigenen Reihe die Spargel. Wieder einmal bewahrheitete sich hier die alte Weisheit: „Viele Hände, schnelle(re)s Ende.
Je älter ich wurde, desto weniger konnte ich dem Spargelstechen etwas abgewinnen. Selbst damals hätte ich das nicht laut ausgesprochen. War doch auch jedem von Uns – der Familie – klar. Wie sehr die Großeltern mit dem Bauernhof auf die Erträge des Spargelstechens u.a angewiesen waren.
Mit dem Spargelstechen alleine war es jedoch noch längst nicht getan.
Wir fuhren dann zu den Großeltern auf den Hof, wo die frisch gestochenen Spargel zuerst gewaschen und dann fein säuberlich ihrer Sorte entsprechend sortiert wurden. Die Schmackhaften aber nicht vorzeigbaren, wurden innerhalb der Familie aufgeteilt und endete als Beilage zu Kartoffeln und Co oder in einer vorzüglichen Suppe.
Mit Opa ging es im Anschluss zur „Gemüseannahmestelle".
Wo wir – ich war oft genug dabei – die Spargel, die in einer oder mehreren Schüsseln lagen oder in eingewickelten feuchten Geschirrhandtüchern abgaben. Opa erhielt dann pro kg abgelieferter Spargelsorte einen Geldbetrag.
Meine Eltern übernahmen irgendwann Anfang der 90er auch selbst einmal für ein oder zwei Jahre die Spargeläcker von Vaters Eltern. – Auch hier schlugen sie sich großartig. Erst wie die aufgebrachte Zeit den Aufwand in keiner Weise mehr rechtfertigte, wurden die Äcker an die Großeltern zurückgegeben. Diese konnte sich jedoch aus Altersgründen nicht mehr eine Rückkehr auf den Spargelacker vorstellen. – Deshalb wurden die Spargeläcker verpachtet. Nur unwesentlich später, die Äcker von den „Bauernhof-Großeltern" auch.
Wenn ich mich richtig entsinne, stehen heut auf dem Ehemaligen Spargelacker, Äpfel und Kirschbäume.
Ich wüsste nicht, dass meine Eltern je auch nur eine müde Mark für ihre Hilfe über viele, viele Jahren hinweg bekommen hätten?
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie je danach gefragt oder sie gefordert hatten? – Aber das nennt man wohl auch Familie, immer füreinander da sein?! – Ich will es mir für immer merken.
„Guten Morgen! – Wer immer ihr auch seid?"

Ich weiß noch , wir mußten als Schulkinder in den Ferien auf den Kartoffelfelder, die Kartoffeln sammeln und für die Kippe bekommen wir auch Geld, was aber uns damals als Start diente für Klassenfahrten. Heute werden die Eltern gebeten so und so viel dazu zu geben. Wir mußten uns das selbst erschaffen , ganzen Tage und viele Tage , haben wir fleissig Klassenweise gesammelt. War auch nicht angenehm, aber wir wollten ja auch feiern und was unternehmen.;)
Landwirtschaft hat sich früher auch rentiert, aber mit den Jahren, ergibt es am Ende nichts , in der heutigen Zeit.:(:(