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Für sechs Milliarden zum Mars, um dort zu sterben

G
Gelöschter User
30. Mai 2019(bearbeitet)
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 In zehn Jahren sollen vier Astronauten zum Mars starten. Kosten: sechs Milliarden Dollar. Sie leben dort bis zu ihrem Tod bei Temperaturen von -133 bis +27 Grad. Auch ein Deutscher will da hin.

In zehn Jahren soll es losgehen. Die Reise von der Erde zum Planeten Mars würde 210 Tage dauern. Für die vier Besatzungsmitglieder wäre es aber ein Flug durch den Weltraum ohne Wiederkehr. Alle zwei Jahre sollen dann weitere Crews von der Erde auf dem Mars ankommen und dort weiterleben.

Für diesen abenteuerlichen Plan der privaten niederländischen Stiftung Mars One hatten in einer ersten Ausschreibung über 200.000 Menschen ihr Interesse bekundet. Die meisten Bewerbungen kamen aus den USA, Indien und China. Jetzt wurde eine erste Auswahl getroffen.

Zunächst wurden die ernsthafteren Bewerbungen und Kandidaten herausgefischt, die physisch und mental dem Trip gewachsen sein könnten. Es blieben 1058 potenzielle Kandidaten übrig, teilte Mars One jetzt mit. „Wir hatten sogar einige Bewerber, die ein Nacktvideo einreichten", erklärte Mars-One-Chef Bas Lansdorp.

Bis 2015 sollen sechs oder zehn Teams mit je vier Astronauten ausgewählt werden, die ein siebenjähriges Training beginnen sollen. Zur Gruppe der gut 1000 Erstausgewählten zählt auch der 45-jährige Deutsche Stephan Günther – obwohl nur ein Prozent der Bewerbungen aus Deutschland kam.

Der 36-jährige Mars-One-Chef Lansdorp ist vom Gelingen der Gesamtmission überzeugt. Der Unternehmer und Ingenieur war einige Jahre an der niederländischen Technischen Universität von Delft tätig und hat die Windenergiefirma Ampyx Power gegründet.

Sechs-Milliarden-Dollar-Trip

Die Mission soll über Spenden, Sponsoren und vor allem den Verkauf von Fernsehrechten finanziert werden. Der Transport der ersten vier Menschen auf den Mars würde schätzungsweise sechs Milliarden Dollar kosten. Jeder weitere bemannte Flug zum Mars weitere vier Milliarden Dollar. Doch die Kosten schrecken den Unternehmer nicht ab. Die niederländische Stiftung, die nicht auf Gewinn ausgelegt ist, rechnet vor, dass beispielsweise bei den Olympischen Spielen im Zeitraum 2009 bis 2012 mit je drei Wochen Sommer-Olympia und Winter-Olympia über acht Milliarden Dollar eingenommen wurden. Der Großteil entfiel mit 3,9 Milliarden Dollar auf die Fernsehrechte. Wenn die Menschen auf dem Mars landen, hätten vermutlich über vier Milliarden Menschen Zugang zu Livebildern – das verspreche immense Einnahmen.



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