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Blossems Trip

Fizzy Lemon
4. Juni 2021(bearbeitet)
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Endlich war der Arbeitstag geschafft und Blossem schlurfte die letzten Meter vom Bahnsteig aus nach Hause. Kaum hatte sie die Wohnungstür hinter sich ins Schloss fallen lassen, machte sich auch schon ihr Bauch bemerkbar, der vor Hunger nur so grollte. Sie hing ihre Maske an die Garderobe, schlüpfte aus ihrer Jacke und den Schuhen und ging schurstracks in die Küche, wo sie einen Topf mit Wasser auf den Herd stellte und erhitzte. Sobald das kochte, gab sie eine Handvoll Spaghetti dazu und kochte sie al Dente. In der Zwischenzeit, ließ sie auch schon das Badewasser einlaufen. Kaum abgeschöpft gab sie begierig einen großen Klecks Nutella auf die Nudeln, streute noch etwas weiße Schokolade drüber und aß die Leckerei mit großem Appetit. Den leeren Teller stellte sie achtlos auf die Spüle und ging ins Bad, das bereits mit dem Duft ihres Bademittels erfüllt war. Sie schloss die Türe, zog sich aus und verschwand fast vollständig in dem Berg aus Badeschaum. Das warme Wasser empfing ihren Körper, umschmeichelte ihn und die angenehme Temperatur durchdrang ihn in einer wohltuenden Weise. Mit einem Seufzer der Zufriedenheit schloss sie die Augen.


„He da! He Sie! Was machen Sie denn?", rief von irgendwo eine ihr unbekannte Stimme und sie öffnete die Augen.

Verwundert schaute sie sich um. Blossem schwamm inmitten von Booten und Schiffen. Irgendwo an einer Kaimauer. War das ein Hafen? Sie war völlig verwirrt.

„Na nun kommen Sie schon da raus! Wird's bald? Sie können doch nicht einfach hier im Hafenbecken schwimmen!", rief diese Stimme wieder.

Blossem schaute sich um und versuchte die Herkunft der Stimme zu lokalisieren. Dann weiteten sich erst recht ihre dunklen Augen voller Verwunderung. An der Kaimauer stand ein merkwürdig gekleideter Polizist, der ihr winkte und zurief. Langsam erkannte Blossem immer mehr um sich herum. Ihr Blick glitt vom Hafen weiter zu den Gebäuden dahinter, die immer weiter anstiegen, bis sie auf dem höchsten Punkt ein ihr gut bekanntes Gebäude entdeckte. Den Geldspeicher von Dagobert Duck. Sie schwamm im Hafenbecken von Entenhausen und der Polizist war kein Geringerer als Inspektor Hunter. Das Wasser war kalt und Blossem fing an zu frieren, also schwamm sie zu der eisernen Leiter, die an der Kaimauer angebracht war und stieg aus dem Hafenbecken.

„So, nun kommen Sie erst mal mit mir mit!", sagte Inspektor Hunter zu Blossem und nahm sie am Arm. „Wir werden mal auf der Wache ein Wörtchen miteinander reden."

„Wie..? Also...? Wo...?", stammelte Blossem nur, während sie klitschnass dem Polizisten hinterhertrippelte.



Erst auf dem Polizeirevier gelang es Blossem wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Sie war wahrhaftig in Entenhausen gelandet. Wie konnte das nur passieren? Freundlicherweise gab man ihr einen Trainingsanzug der Polizeischüler und machte ihr einen warmen Kakao, damit sie sich nicht den Tod holen würde. Aber ging das überhaupt in einer Welt wie dieser? Sie konnte sich nicht daran erinnern jemals eine Person sterben gesehen zu haben. Krank ja, aber dann auch meist auf wundersame Weise geheilt. Gab es in Entenhausen überhaupt einen Friedhof?

„Name und Anschrift?", schnauzte sie ein Polizeibeamter an.

„Ich bin nicht von hier. Meine Name ist Blossem und ich komme aus der Schweiz.", sagte sie mit fester Stimme.

„Schweiz? Wo soll das denn sein? Nie davon gehört. Wollen Sie mich veräppeln? Also... Name ... ach, den haben wir ja schon.... und Anschrift. Aber dalli!", raunzte der unfreundliche Mann die zierliche Schweizerin an.

„Wenn es die Schweiz nicht gibt, dann habe ich auch keine Anschrift.", sagte Blossem achselzuckend.

„Soso... aha.... ‚Landstreicherin ohne Wohnsitz', also...", murmelte der Kerl.

„Na hören Sie mal.... ich...", ereiferte sich Blossem.

Da wurde sie plötzlich unterbrochen, als sich ihr eine Hand in einem weißen Handschuh hinstreckte.

„Sie sind Blossem, richtig? Ich bin Mickey Mouse. Inspektor Hunter war so freundlich mich auf Sie aufmerksam zu machen.", sagte Mickey zur Begrüßung.

Blossem blieb der Mund offen stehen. Das war leibhaftig Mickey Mouse. In seiner roten Hose.

„Hunter meinte, ich solle mich Ihnen annehmen, da Sie offensichtlich Hilfe brauchen. Kommen Sie, wir gehen zu mir nach Hause und dann essen wir erst einmal was Leckeres. Sie sehen aus, als könnten Sie es gebrauchen."

Mickey Mouse half Blossem auf, hielt eine Tüte hoch, in der ihre noch feuchten Klamotten waren und führte sie in Richtung des Ausgangs. Blossem ging wie in Trance mit. Sie starrte nur auf die großen runden Ohren dieser Maus, deren Abenteuer sie förmlich verschlang.



Minnie Mouse begrüßte Blossem ebenfalls überaus freundlich und hieß sie willkommen im trauten Heim. Der Zufall wollte es, dass ausgerechnet an diesem Tage Gäste geladen waren und es so auf einen Gast mehr auch nicht ankam. An dem Esstisch saßen neben Donald Duck auch Daisy, daneben Goofy und Tick, Trick und Track. Es kam Blossem so surreal vor und doch war sie wirklich hier. Sie hatte auch wirklich Hunger und wartete schon gespannt auf das Essen, das Minnie Mouse zauberte. Bestimmt mit Hilfe von Klara, dachte Blossem bei sich. Man saß beisammen, aß und tratsche, lachte über dies und das und wie im Fluge verging die Zeit. Draußen dämmerte es schon und die Nacht legte sich über Entenhausen. Blossem durfte sich ins Gästezimmer der Mouse's legen und staunte, wie unglaublich weich man in diesem Bett lag. Wie auf einer Wolke.



Gleich am nächsten Morgen kamen alle wieder zu Besuch. Zu neugierig war man auf diesen fremdartigen Gast. Während Donalds Neffen anhand ihres ‚Schlauen Büchleins' versuchten herauszufinden, wo denn die Schweiz sei, gluckste Goofy vergnügt mit Blossem herum und rang ihr auch das eine oder andere Lachen ab. Doch ausgerechnet Donald spürte die tiefe Betrübnis, die im Inneren von Blossem herrschte. Er war es, der die Sprache darauf brachte und wodurch auch Mickey immer weiter insistierte, was Blossem denn auf dem Herzen läge.

„Ach, wisst ihr... ich weiß von einem besonderen Schatz, den ich nur nie mein Eigen nennen werde...", sagte Blossem mit niedergeschlagenen Augen.

Nichts ahnend, dass dieser Satz Gundel Gaukeley aufhorchen ließ. Sie beobachtete schon lange durch ihre Kristallkugel das Anwesen von Mickey und natürlich fiel auch ihr dieser seltsame Gast auf. Was sagte sie eben? Einen besonderen Schatz? Das soll meiner sein! Gundel kramte den ollen Besen aus der Kammer, stellte sich vor den Spiegel, richtete sich das schwarze Haar mit den blauen Strähnen und düste davon.

In der Zwischenzeit sagte Blossem im Garten von Mickey Mouse zu den Umstehenden: „Es bräuchte viel Glück, wenn ich diesen Schatz in meinen Händen halten könnte. Doch Glück ist mir nie besonders hold."

„Wem sagst Du das?", quakte Donald und hob die Schultern an. „Aber ich habe eine Idee! Die gefällt mir zwar nicht, aber sie könnte helfen. Gustav Gans hat doch immer Glück! Vielleicht kann er Dir helfen?"

„Ja, warum nicht? Versuchen wir es.", gluckste Goofy.

Donald schickte seine Neffen los, Gustav Gans zu holen und in der Zwischenzeit wollte man sich mit Kaffee und Kuchen die Zeit vertreiben.

Als Tick, Trick und Track mit Gustav Gans um die Ecke kamen und eben in den Garten wollten, sauste ein Schatten durch die Lüfte. Gundel Gaukeley kreiste über dem Anwesen und Blitze schoßen aus ihren Fingerspitzen hinab auf Blossem. Die wurde aus ihrem Gartenstuhl gehoben und nach oben gezogen, wo sie auf dem Besen von Gundel zu sitzen kam. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie ihr ins Gesicht, doch da flog sie auch schon in rasantem Tempo ab. Blossem krallte sich an den Stiel des Besens und war zu keiner Regung mehr fähig. Auch im Garten schauten alle verdutzt und mit offenen Mündern der Entführung zu.



In den öden Gefilden der Gaukeley wurde Blossem in einen kargen Kerker gesperrt, der nur ein einziges vergittertes Fenster hatte, durch das der feucht-kalte Wind pfiff.

„So, meine Hübsche, nun verrat mal, wo der Schatz sein soll?!", grinste Gundel sie an. „Du kommst hier nicht eher raus, als dass Du es mir verraten hast und dann ist es MEINER!"

„Nein, nie werde ich Dir verraten, wo mein Schatz ist!", trotzte Blossem und dachte bei sich selbst, dass Gundel hoffentlich nicht erkannte, dass sie es selbst gar nicht wusste.

„Wir werden ja sehen. Entweder Du verrätst es mir oder Du verrottest in diesem Loch!", sagte sie voller Boshaftigkeit und ging lachend davon.



Durch die guten Kontakte von Mickey Mouse wurde der Vorfall schnell an Darkwing Duck herangetragen, der sich der Sache annehmen wollte. Insofern er überhaupt wusste, wo Gundel Gaukeleys Einöde sein würde. Er fragte hier und fragte da und bekam vage Hinweise, denen er nachgehen wollte. Bereit zur Rettung der Schönen wurde er plötzlich am Umhang festgehalten.

„Dageblieben!", sagte eine Stimme hinter Darkwing Duck.

„SuperFreundchen?! Was machst Du denn hier?", verwunderte sich Darkwing stark.

„Na, was wohl? Frauen retten!", sagte SuperFreundchen bestimmt und biss herzhaft in ein Knoppers.

Dann flog er los, wie ein Adler über Entenhausen Kreise ziehend, bis er die öde Welt der Gaukeley entdeckte.



Im Sturzflug ließ er sich nieder und trat das Tor zu Gundels Heim ein. Krachend splitterte das Holz und SuperFreundchen durchquerte sämtliche Gemächer.

„Blossem?", rief er in jeden Raum und ging schnurstracks weiter.

„Was soll das?", grollte Gundel Gaukeley, als sie SuperFreundchen gegenüber stand.

„Wo ist Blossem?", forderte SuperFreundchen Gundel auf.

„Warum sollte ich es Dir sagen? Du willst den Schatz doch nur für Dich alleine!", schrie Gaukeley dem Superhelden entgegen.

„Äh... welcher Schatz?", sagte SuperFreudchen sichtlich überrascht.

„Ups... nix, nix.... ich... ähm... hehe.... will nur ein paar Törtchen von ihr gebacken haben.", redete sich Gundel Gaukeley plötzlich heraus und sah dabei aus Versehen auf die Tür, hinter der Blossem eingekerkert war.

Das erkannte SuperFreundchen natürlich sofort und trat auch diese Türe mit Wucht ein. Freilich sah er mit seinem SuperBlick, dass Blossem weit genug weg von der Türe war, so dass für sie keinerlei Gefahr bestünde. Ihre dunklen Augen gingen freudig auf, als sie SuperFreundchen sah und ihr Gesichtsausdruck war plötzlich von einer unbeschreiblichen Niedlichkeit.

„SuperFreundchen!", rief sie ihm strahlend entgegen und warf sich ihm um den Hals, küsste ihn und klammerte sich regelrecht an ihn.

„Ich bin gekommen um Dich zu retten!", sagte SuperFreundchen heldenhaft und sah dabei Blossem tief in die Augen.

Gundel Gaukeley hingegen war wie in Schockstarre. Zu keiner Regung fähig. Erst als SuperFreundchen die Gitter aus dem Fenster brach und mit Blossem im Arm durch diese grobe Öffnung verschwand, geiferte sie in unbändigem Zorn los: „Mein Schatz! Das ist MEIN Schatz! Ich werde nicht eher ruhen, bis ich ihn habe!"

Doch das Gezeter der ollen Hex' verlor sich in der Entfernung, die schnell größer wurde. Blossem schaute ihrem Retter verliebt ins Gesicht und SuperFreundchen sputete sich, zügig nach Entenhausen zu kommen, da die Knoppersenergie schon wieder nachzulassen drohte. Leider schafften es die Beiden doch nicht so ganz und mit einem -Plopp- wurde aus SuperFreundchen einfach nur wieder Freundchen. Der blaue Strampler mit dem schwarzen F auf weißem Grund, das SuperFreundchen so unverkennbar machte, wich einer weißen mit roten Herzchen bedruckten Boxershorts.

„Auweia...", stammelte Freundchen noch kurz, bevor es abwärts ging.

Panisch schrie Blossem bei dem Fall auf und Beide klatschten ins Hafenbecken von Entenhausen.



Dann schrak Blossem auf. Ihre dunklen, mystisch wirkenden Augen wanderten wild umher und erblickten als Erstes nur Schaum. Badeschaum! Alles war nur ein Traum und sie lag in ihrer Wanne, wo sie wohl eingenickt sein musste und von dieser bunten Comicwelt träumte. Doch als sie aus der Wanne stieg und sich abtrocknen wollte, sah sie unter dem Badetuch eine weiße mit roten Herzchen bedruckte Boxershorts über dem Handtuchhalter.



Kommentare (3)

Jenny
04. Juni 2021, 14:53
Super geile Geschichte,bis ja bis Super Freundchen erschien :o,sowas wäre ein Fall für die keline Hexe Jen gewesen.Und überhaupt was sucht der Kerl bei Blossem :o.
Hasal
04. Juni 2021, 16:53
Sehr schöne Geschichte , ja Einfälle muss man nur haben und Sie dann auch nieder schreiben. ;)
blossem
04. Juni 2021, 18:39
Danke danke danke?????? du hast es mal wieder auf den Punkt gebracht eine typische blossem Geschichte. Ich freu mich schon auf das nächste Kapitel ??? nun hast du dir eine Menge Arbeit aufgebrummt nur das du das weisst
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