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Meine Herrin

G
Gelöschter User
11. Juni 2021(bearbeitet)
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Wir reden nie darüber wo oder bei wem ich war. Sie lässt mich frei schalten und walten in allem, was ich tue. Mal schlafe ich hier, mal verführe ich da, mal verzauber ich diese oder jene. Sie fragt nie nach. Solange sie sieht, dass es mir nicht schadet. Was immer ich tue, ich bin frei mich und meine Lust zu entfalten. Ihre Augen sind wie ein warmes Sonnenbad. Darin ich, treibend in einem wohligen Gewässer. Ihre Berührungen elektrisieren. Sie umgarnt mich nicht. Das muss sie auch gar nicht. Ich komme immer wieder zu ihr zurück.

Ihr Haar fällt auf meine Haut hinab, es ist wie ein sanfter Hauch, entlang gleitend auf einer massiven Gänsehaut, noch bevor etwas passiert. Ihr Mund, ein einziges nie endendes Gedicht geformt von liebkosenden klaren Ansagen, geschnitzt aus ihrem Leben und ihrer Erfahrung heraus. Eine Mimik durch dingend wie die sehnlichst erwartete Welle die mich hinab ins Kontrolllose tief des Meeresrauschens drückt. Aber nur, halte ich mich an ungeschriebene für mich schon fast mittlerweile selbstverständliche Gesetze. Gesetze definiert aus einer langsam entstandenen facettenreichen Vertrauensbasis, ohne das sie je nieder geschrieben wurden. Eine Vertrauensbasis die mich immer weiter in Realisierung meiner intimsten Fantasien trieb.

Weiterhin sprechen wir nichts, ihre Fingerspitzen rinnen wie Wassertropfen in scheinbar unendlicher Zeitlupe meine Gesichtskonturen entlang. Mir fallen die Augen dabei zu, mein Atem wird ruhig und flach. Sie schaltet die Welt aus, legt mir mein Halsband um und zieht mich an ihrer Leine hinein in ihre Macht. Kurz vor ihre Lippen, wenige Millimeter vor ihr Gesicht holt sie mich. Ein Schleier zieht sich hinweg über meine Haut, streichelt mir die Wangen, es ist ihr Atem, der mir jegliche Gedanken aus dem Geist bläst. Nochmal schaut sie kurz haargenau mein Antlitz und meine Silhouette auf ihrem Schoss an, ehe der langersehnte Kuss folgt und sie mich wieder umher Streunern lässt. Ohne zu fragen, wo ich war, wen ich berührt habe und mit Argusaugen gerichtet auf mich. Und darauf das ich gut mit mir, ihrem größten begehren umgehe.



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