Ich sprinte durchs Leben. Die Tage sind so prallgefüllt und schön, dass sie entsprechend schnell vergehen.
Dennoch gelingt es mir besondere Momente fest in mir mit dem dazugehörigen Gefühl zu verwahren.
Wenn auch oftmals erst ganz bewusst, wenn ich abends im Bett liege und mit einem lächeln über den Tag nachsinne. Was ich schon früher jedoch nie in dieser ausführlichen Häufigkeit getan hatte.
"Tati" gibt meinen Tagen einen zusätzlichen Glanz.
Den Samstagvormittag waren wir gemeinsam auf Achse. Natürlich durfte auch Hund "Charlie" nicht fehlen.
Ich liebe unser Schneckentempo, mit dem wir uns immer mehr annähern und unaufhaltsam aufeinander zubewegen.
Wir können stundenlang miteinander reden (... und sogar schweigen), uns dabei in die Augen sehen, wobei ich besonders fasziniert bin von "Tatis" totalem Menschsein. Nicht weniger von ihren großen meergrünen Augen oder wenn ihre Hand so vertraut in meiner liegt. Wie das wäre das selbstverständlichste auf dieser Welt. Immer so bereits gewesen.
Dabei kennen wir uns eben doch erst verhältnismäßig kurz.
Das Beste dabei. Ich werde erinnert daran, wie intensiv schlichteste Dinge sein können.
Wie gemeinsames Eis-Essen. Wie nur nebeneinander zu sitzen.
Die Natur zu beobachten. Oder die Nähe eines anderen Menschen uneingeschränkt zu genießen. Man will Zuneigung geben und seine Liebe immer zu teilen. Den anderen seine Empfindungen spüren lassen.
Das Glück und das Strahlen des anderen zählt so viel mehr wie die eigenen Befindlichkeiten und Wehwehchen. Jede Form von Egoismus scheint fremd.
"Tati" und ich haben null Ahnung, wie unser gemeinsamer Weg aussehen wird oder könnte?
Wir wollen gar keine Pläne machen, außer das wir uns sehr regelmäßig sehen möchten und den jeweils anderen nicht in unserem Leben missen möchten.
Ich liebe es, wenn "Tati" bei mir ist!
Der Nachmittag gehörte meinem Bruder.
Vielleicht war ich doch manchmal zu hart mit ihm?
Ich würde behaupten wir sind seltenst so entspannt zusammen durch die Stadt und Geschäfte geschlendert wie an diesem Samstag, 26. Juni 2021.
Vielleicht weil mich vieles gerade überhaupt nicht juckt, ob er mit verschränkten Armen durch die Stadt läuft oder auch nicht.
Was mich manchmal, wenn er es tut, doch wie manch andere Geste zum innerlichen Rasen bringt (brachte?).
Jedochist für solch ein denken gerade gar kein Platz in meinem Leben.
Ich genieße unendlich die Welt, die Menschen und eine wundervolle Bandbreite an Emotionen und Ereignissen, die mich unfassbar glücklich machen.
