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Luftmatratze 6

Fizzy Lemon
8. Juli 2021(bearbeitet)
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Tim:

Der zärtliche Kuss, den sie mir gab, überraschte mich. Ich wusste gar nicht, wie ich darauf reagieren sollte. Zu keiner Regung fähig starrte ich Alissa hinterher, die durch ihre Wohnungstür schlüpfte und sie hinter sich schloss. Mit gerunzelter Stirn drehte ich mich um und ging wieder in mein Wohnzimmer, wo ich mich aufs Sofa setzte und einen Schluck trank. Das Taschenbuch, das ich vor einigen Tagen aus einem öffentlichen Bücherschrank mitnahm, lag vor mir auf dem Tisch und ich wusste nicht, ob ich es jetzt weiterlesen könnte oder wollte. Vielleicht hätte ich mich gar nicht auf die Geschichte konzentrieren können, denn in meinem Kopf war nur noch diese geheimnisumwitterte Frau. Erneut fragte ich mich, wer sie sei und wieso sie es hierher verschlagen hatte. Sie bewegte sich mit einer geschmeidigen Eleganz durch den Flur, wie man es von den Trampeln, die hier sonst verkehrten, nicht gewohnt war und die Art, wie sie den Ersatzschlüssel im Briefkasten deponierte, verwunderte mich zudem. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Naja, funktioniert hatte es nur bedingt, weil die Briefkästen hinter der Eingangstüre sind. Umso verwunderlicher, dass eine Frau, die sich solche Mühe macht, einen Schlüssel zu verstecken, diesen Punkt übersah. Körperlich fit war sie auf jeden Fall, das konnte man ihrem sportlichen Body ansehen. Auch, dass sie die Päckchen alleine bis hier in die Siedlung schleppte sprach für eine gute Kondition. Dabei wirkte sie nicht sehnig oder gar burschikos. Nein, sie hatte durchaus eine Weiblichkeit an sich, die von ihren sanften Bewegungen noch unterstrichen wurde. Ja, mea culpa, ich habe sie mir angesehen - ich bin auch nur ein Kerl. Aber ich sah sie nicht so an, wie ihr nun denkt, sondern aus reinem Interesse an ihrer Person, die für mich nebulös war.

Ich bekam Hunger und schaute im Kühlschrank, ob noch Reste essbar wären. Zum Glück konnte man den Käse wohl noch essen. Anders als das Brot, das im Brotkasten fröhlich in der Gluthitze dieses Sommers vor sich hin schimmelte. Kopfschüttelnd warf ich es in den Mülleimer und aß den Käse einfach pur. Ich sollte morgen ein paar Lebensmittel kaufen, sonst müsste ich glatt meine Nachbarin um Hilfe bitten, dachte ich süffisant und lächelte dabei ein wenig. Nun griff ich doch zum Taschenbuch und wollte weiterschmökern, als mir erst bewusst wurde, wie weit die Zeit vorangeschritten war und die Dunkelheit der beginnenden Nacht das Wohnzimmer verdusterte. Also wieder aufstehen und Licht machen. Und wenn ich es recht bedenke, kann ich nochmal in die Küche und mir eine neue Flasche Wasser holen. Die Alte ist nämlich leer, wie mir jetzt erst auffiel. Wo war ich mit meinen Gedanken nur? Die leere Flasche wurde durch eine Volle getauscht und mein Hintern parkte endlich auf dem durchgesessenen Sofa inmitten des erleuchteten Wohnzimmers, wo ich mein Buch lesen wollte. Ich versank in der fantastischen Science-Fiction-Geschichte und träumte mich in diese Welt voller Abenteuer hinein...

...dann gellte ein Schrei durch das Haus! Ich fuhr erschrocken hoch und starrte zur Wohnungstür, da schrillte schon ein weiterer Schrei durch die Nacht. Ich war sicher, dass der von Alissa kam und rannte auf den Flur hinaus. An Alissas Wohnungstür pochte ich mit den Fäusten und rief laut ihren Namen durch die Tür. Da kam Frau Kozlowski aus ihrer Wohnung und maulte mich an, ob ich nicht wissen würde wie spät es sei und ob ich nicht bald Ruhe geben könnte. Die aufgedunsene Mittfünfzigerin stand ganz ungeniert in einem dünnen Nachthemd da und präsentierte ihre schlaffen Hängebrüste durch den verschwitzten Stoff. Ich warf ihr nur einen zornigen Blick zu und Frau Kozlowski zog das Genick ein. Sie winkte mit einer Handbewegung ab und verschwand verärgert wieder in ihrer Wohnung, während ich weiter gegen Alissas Tür hämmerte.

Dann ging die Tür einen Spalt weit auf und ich sah die tränennassen blauen Augen von Alissa. Sie schnaufte, als ob sie gerannt wäre und zitterte dabei, als ob sie nackt auf offener Straße im tiefsten Winter stehen würde.

„Alissa? Was war los?", fragte ich sie sofort.

„Ich ... ich habe ... äh... schlecht geträumt.", stammelte sie mich irgendwie geistesabwesend an. Dann blickte sie mir fest in die Augen und sagte deutlich aufgeräumter: „Mach Dir keine Sorgen und entschuldige die Störung. Gute Nacht!"

Damit drängte sie mich zurück in den Flur und warf mir regelrecht die Tür vor der Nase zu. Fragend stand ich da und rief mechanisch „Alissa?!", als die Tür von Frau Kozlowski erneut aufging und sie mich anherrschte: „Nu is aber gut, hören Sie. Es gibt Leute die schlafen und wenn Ihnen das nicht passt, dann rufe ich den Hausmeister! Haben Sie mich verstanden?"

„Ja, ja, ist ja gut....", murrte ich in ihre Richtung und verschwand wieder in meiner Wohnung.

...

Luftmatratze 5

Ich sitze hier auf der Treppe, weiss nicht ob das alles ein Fehler war die Tränen haben zugenommen ich weiss nicht wie lange ich schon hier sitze. Die Sonne ist immer noch stark und ich spüre wie sie mich von innen austrocknet. Mein Glück keiner komm
...

Luftmatratze 7

Ich liege schlaflos auf meiner Luftmatratze. Wälze mich von links nach rechts, finde trotzdem keinen Schlaf. Ich stehe auf und gehe mühevoll zum Kühlschrank einzig was da drin ist ist eine Zitrone und ein Stück Butter. Essbar ist das nicht wirklich,


Kommentare (5)

Jenny
08. Juli 2021, 20:56
Grins die olle Kozlowski kann ich mir bildlich vorstellen :D,wieder sehr gut weiter erzählt.
blossem
08. Juli 2021, 21:18
Haha alissa hat wohl ein Albtraum :p
Hasal
09. Juli 2021, 09:55
Ja ja , einer muß immer was zu meckern haben :D. Aber super geschrieben , warum sie wohl so schlecht träumt :(
Freundchen
10. Juli 2021, 09:21
Frau Kozlowski erinnert mich an Jenny...
Na was da wohl los war?
Marcus
12. Sept. 2021, 12:59
Muss auch echt ein krasser Albtraum gewesen sein^^:D
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