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Luftmatratze 20

Fizzy Lemon
24. Juli 2021(bearbeitet)
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Tim:

Boris Karamasow war ein älterer Mann mit kurzen graumelierten Haaren und einem kantigen Gesicht. Er stand auf der obersten Stufe der ausufernden Treppe, die zum Eingang seiner Villa führte. Die bauchigen weißen Sprossen des Geländers strahlten etwas mediterranes aus, wozu auch die Pflanzen wie Strelitzien passten. In einem taubenblauen Poloshirt und den Händen in seiner beigen Hose warf er einen undurchsichtigen Blick auf Alissa. Musterte er sie etwa? Spielte er mit dem Gedanken, sie in einem seiner Puffs anschaffen zu lassen? Sein kalter Blick richtete sich wieder auf mich und er winkte uns zu.

„Kommt rein. Hier lässt es sich nicht so gut reden.", sagte er und zeigte uns den Weg an.

„Komm Alissa. Jetzt sind wir schon mal da, jetzt ziehen wir es auch durch.", sagte ich zu ihr und nahm sie bei der Hand.

Gemeinsam gingen wir die Treppenstufen hinauf und an Karamasow vorbei in die Villa. Links und rechts des Eingangs saßen meine Peiniger und lächelten mich schief an, dann standen sie auf und wiesen uns den weiteren Weg in Karamasows Arbeitszimmer an. Hinter einem großen Schreibtisch aus Walnussholz, der inmitten des Arbeitszimmers stand, nahm Karamasow Platz und sagte wie ein perfekter Gastgeber: „Bitte, nehmt Platz."

Dabei zeigte er auf zwei Sessel, die dem Tisch gegenüber standen. Hinter Karamasow stellte sich ein ausgesprochen muskulöser Mann in Stellung, dessen Augen hinter einer dunklen Sonnenbrille verborgen waren. Die beiden Schläger hingegen stellten sich links und rechts der Eingangstür auf. Ich wartete bis Alissa saß, dann ließ auch ich mich in den Sessel nieder und schaute Boris Karamasow fest in die Augen.

„Zuerst...", fing dieser an, „...möchte ich wissen, was mit ihrer Hand passiert ist, schöne Frau?"

„Das habe ich ihren beiden Affen zu verdanken!", sagte Alissa sofort und beinahe trotzig.

„Aha.... Alexandr und Dimitri? Stimmt das?", fragte Karamasow die Beiden.

„Äh... naja.... ja... wir sollten doch Druck machen....", fing Alexandr, der Schlankere der Beiden, an zu erklären, „...und dann ..."

„...Ja, dann...", fiel ihm Dimitri ins Wort, „...sagte Alex ich sollte der Frau den Finger brechen."

„Halt die Fresse!", fauchte Alexandr den Dicken an.

„War doch so...", murmelte Dimitri.

„Was gibt es besseres als seine Freundin zu drangsalieren? Guck, er ist doch da!", strahlte Alexandr dann siegessicher.

Karamasow hörte sich das schweigend an. Sein eiskalter Blick lief von mir zu Alissa und zurück.

„Sie sind seine Freundin?", fragte Boris Karamasow.

„Ja... nein... also... eigentlich bin ich seine Nachbarin. Aber Nachbarn helfen sich und ich kann Tim helfen.", sagte Alissa.

„So?! Sehr edel von Ihnen, Frau... äh?", sagte Karamasow.

„Alissa. Einfach nur Alissa.", erwiderte Alissa, weil sie es für besser hielt, wenn man nicht zu viel über sie wusste.

„Alissa. Sie sind wirklich nur gute Nachbarn, ja?", wollte Karamasow wissen und Alissa und ich nickten.

Fast schwerfällig drehte sich Karamasow zu dem Kerl, der hinter ihm stand um, winkte ihm fast unmerklich mit dem Zeigefinger und als dieser näher trat und seinen Kopf senkte, flüsterte Boris Karamasow ihm etwas ins Ohr. Der Typ nickte nur und stellte sich wieder hinten an die Wand, ohne eine weitere Regung zu zeigen.

„Nun zum Geschäft. Tim, was ist mit dem Geld?", fragte Karamasow.

„Wir haben es hier. Die vollen 500.000.", sagte ich mit fester Stimme.

„Plus Zinsen. Oder hast Du den Aufwand vergessen, den ich wegen Dir hatte?", sagte Karamasow.

„Hier sind 600.000. Nehmen Sie sie und lassen Sie uns in Ruhe!", blaffte Alissa und stellte die Tasche, in der das Geld war, auf den Schreibtisch.

Boris Karamasow stand auf, öffnete die Tasche, entnahm ihr sämtliche Geldbündel und zählte sie mehr oder weniger sorgsam durch. Dann nickte er und begann, einige der Bündel zur Seite zu legen. Als er dies getan hatte, verstaute er sie wieder in der Tasche und sagte: „Die 40.000 Euro gehören nicht mir. Die dürfen Sie wiederhaben. Ich bin Geschäftsmann und nehme nur, was mir zusteht."

„Sind wir nun quitt?", fragte ich.

„Lassen Sie Tim nun in Ruhe?", fragte Alissa.

Karamasow öffnete eine Tür an seinem Schreibtisch, entnahm diesem Schränkchen drei kleine Gläser und goß aus einer Kristallkaraffe eine farblose Flüssigkeit ein.

„Lassen Sie uns auf das gelungene Geschäft einen Wodka trinken.", sagte er plötzlich gutgelaunt und reichte Alissa und mir ein Gläschen. „Sa nas!"

Wir dachten, es wäre besser ihm nicht zu widersprechen, griffen die Gläser und prosteten ihm zu. Dann kippten wir das Zeugs runter.

„Eins noch.", sagte Karamasow und winkte erneut dem Mann hinter ihm.

Der ging schnurstracks auf Alexandr und Dimitri zu, und bevor die Beiden überhaupt etwas kapierten, schnappte er ihre linken Hände und brach ihnen in Windeseile den kleinen Finger.

„Nun ist es getan.", nickte Boris Karamasow und schaute Tim an. „Wir sind quitt."

„Ich hoffe, Du verstehst das nicht falsch, Boris, aber ich würde Dir lieber nicht Auf Wiedersehen wünschen. Ich will Dich nie wieder sehen.", sagte ich zu ihm, stand auf, schnappte die Tasche und schob Alissa regelrecht zur Tür hinaus.

Den Weg fanden wir alleine, stiegen in das Auto und fuhren los. Sobald sich uns das große Tor öffnete und uns in die Freiheit entlassen hatte, atmete ich erleichtert auf. Mein Herz pochte noch immer wild in meiner Brust und ich sah hinüber zu dieser außergewöhnlichen Frau, die plötzlich locker das Auto steuerte, als ob wir auf Ausflugsfahrt wären.

„Alissa?", sagte ich zu ihr.

„Ja, Tim?", fragte sie mich und lächelte mich an.

„Danke.", sagte ich.

Nur ein einziges Wort, das aber voller Ehrlichkeit gesagt wurde und deshalb nichts weiter dazu gesprochen werden musste.

...

Luftmatratze 19

 Ich sitze hier in diesem Stuhl ohne was zu sagen, rechne in meinem Kopf aus wieviel ich auf den 3 verschiedenen Konten habe. Eigentlich mehr als seine gesamten Schulden aber zuerst müssen wir die bei dem komischen Karamasow loswerden, das ist d
...

Luftmatratze 21

Wir sind auf dem Weg nachhause, und er dankt mir. Ich frage mich für was er danke sagt. Und ich habe nicht wirklich das Gefühl das wir Boris das letzte mal gesehen haben. Aber dieses Gefühl verbannte ich aus meinen Gedanken und genoss die Zeit mit Ti


Kommentare (4)

blossem
24. Juli 2021, 14:00
Ich persönlich hätte mir noch eine schiesserei gewünscht :p
Fizzy Lemon
24. Juli 2021, 15:08
Kommt vielleicht noch.... Wer weiß, was die Zukunft bringt?
Hasal
24. Juli 2021, 17:40
Super, ja was Du dem einem tust --- kommt meist auch zurück. Bin jetzt echt gespannt, wie es weiter geht. BITTE NOCH MEHR
Jenny
26. Juli 2021, 10:47
:D Ja Mina und noch dazu eine ordentliche Prügelei ala Bud Spencer. Mal schauen, was da so alles noch kommt.
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