Am Samstagmorgen um 7 Uhr 50 fand ich mich – noch immer müde - im Schreibtischsessel bei laufendem Computer wieder. Was im Umkehrschluss heißt, dass ich ungefähr sechs Stunden im Sitzen geschlafen hatte.
Die letzten Olympianächte vor dem TV-Gerät hatten mich wohl mehr beansprucht wie gedacht?
Computer aus und ich für weitere vier Stunden ins Bett.
Wo es sich nachweislich besser schlafen lässt. Vor allem sich der vom Sitzen spürbar gebeutelte Rücken herrlich erholt.
Ich lief die Wormser Fußgängerzone auf und ab.
Traf dort zuerst auf einen alten Bekannten. Denn ich damals bei ersten Fotoversuchen im Alber-Schulte-Park kennenlernte. So um das Jahr 2005.
Wo ich für erste Fotograf- und Terminliche-Shooting-Versuche unterwegs war. Er hingegen stets mit seiner Gruppe joggte oder Fußball mit einer Gruppe spielte.
Heutzutage unverständlich, dass ich mich damals überhaupt in den Albert-Schulte-Park wagte, der sich damals nicht der sicherste Ort war und trotz vieler Säuberungsaktionen durch die Polizei auch sicher heute noch nicht ist. – Ja, im Alter wird man vorsichtiger und wie man sieht Gott-sei-dank auch vernünftiger.
Über die Jahre begegneten wir uns immer wieder und tauschten uns über den Sport und andere aktuelle Schlagzeilen-Themen aus.
So auch diesmal. Eigentlich hatte ich anfangs keine Lust mit Begleitung durch Worms zu stromern. Überlegte, wie werde ich ihn ohne zu ablehnend zu agieren wieder los? – Nahm jedoch sein Angebot dann doch an.
Wir liefen zusammen im Austausch alter Fußball-Weltmeisterschafts-Erinnerungen aus der Stadt heraus bis zur Wormser Liebfrauenkirche, streiften dabei Parks, liefen über unebenen Weg und zu fast jedem Standort hatte der Bekannte eine kleine Anekdote bereit.
Er zeigte mir, wo er früher wohnte. Nur wenig Häuser entfernt von der mittlerweile durch die Polizei gesperrte Shisha-Bar „Babos" des Deutschen Rappers „Haftbefehl". Dessen Name mir durchaus ein Begriff ist, jedoch würde ich schon daran scheitern irgendein Werk des Künstlers aufzuzählen.
Bei der Eröffnung der Shisha-Bar, so der Bekannte wären sämtliche Größen der deutschen Rap-Szene anwesend gewesen, aufgelegt hätte der DJ „Olexgesh", der mit dem Song: „Magisch Magisch" vor einigen Jahren einen Deutschlandweiten Hit landen konnte.
Auch zeigte er mir, wo das Bekannte Logistikunternehmen „Rhenania" seine Waren verlädt. – Alleine dafür lohnte sich die Wanderung durch Worms.
Mit zunehmender Dauer des Spazierganges schnappte mein Mitgänger heftiger. Woraufhin ich ihn darauf ansprach. Er meinte, die Verletzung hätte er sich beim Fußball zugezogen, Schmerzen verspüre er aber nur manchmal in geschlossenen Schuhen. …
… bald darauf trennten sich unsere Wege.
Ich kam auf meinen ursprünglichen Plan zurück, ein wenig „Blickschulung" zu betreiben. Schließlich stehen demnächst ein Abiball und einige lustige Fotoshootings an für die ich gebucht wurde. … gebucht klingt gut, ne? ?
Im Außenbereich des Cafés „Pinel" saß entspannt rauchend „Tati".
Sie rauchte länge dünne braune Zigarette. Die doch für mich sehr „Ladylike" wirkten.
Zuerst dachte ich daran, sie zu ignorieren. Aber das war dann selbst mir zu albern. Ihr ging es offenbar nicht anders?
Sie winkte mir freundlich zu. Einen Augenblick hatte ich das Gefühl, sie hätte echt sich gefreut, wenn ich mich zu ihr gesetzt hätte.
Wir tauschten einen längeren intensiven Blick miteinander aus.
Ich winkte ihr – wie ich erstaunt feststellte sogar gerne zurück; „Alles Gute, Tati für die Zukunft"; drehte mich um und setzte dann lächelnd und belustigt kopfschüttelnd meinen Weg fort.
„Gutem Morgen! – Wer immer Ihr auch seid?!"
