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„Spürst du auch für bestimmte Menschen dieses Glücksgefühl im Bauch?“

John Baker Sander
16. August 2021(bearbeitet)
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Vater saß bereits die gesamte vergangene Woche intensiv am Bildervortrag.
Scannte Fotos ausdauernd ein, damit wir sie für den Hochzeitsbeitrag verwenden konnten.

Am Freitagabend gegen 23 Uhr 43, nachdem wir auch von den Junggesellenabschieden der Braut und des Bräutigams endlich letzte Bilder per Mail enthalten und eingefügt hatten, konnten wir endlich die Bilder für den 27 Minuten und 29 Sekunden andauernden Vortrag mit Musik unterlegen.

Da wir von Songs teilweise nur Bruchstücke brauchten, Mal 15 Sekunden und manchmal eben auch zwei Minuten. Bis wir die Lieder ausgewählt und eingefügt hatten, war es bereits nach fünf Uhr morgens.

Meinen Bruder reichte es. Da er (völlig zurecht) unleidlich war, schickten wir ihn fürsorglich nachhause.

Verdammte Spracherkennung!
Erst funktionierte das Mikro nicht wie gewollt, dann waren wir mit unseren gereimten Texten nicht zufrieden, dann blieb das Programm zwischendurch hängen und die Übergänge von Bild zu Musik hatten sich verschoben.

Vater und ich meinten, okay; dann eben diesmal ohne Sprache.
Vielleicht wenn wir wirklich Zeit finden würden, würden wir nochmals einen kleinen Versuch um Sprachaufnahmen vorzunehmen am frühen Samstagvormittag unternehmen. Ansonsten, bleit der Vortag wie er ist. Mit Musik und Bild.

Um 6 Uhr 47 lag ich im Bett.
Vater hingegen blieb fleißig und backte Brötchen für das Frühstück auf. – Mama schimpfte ihren Gatten, da er die gesamte Nacht durchgemacht hatte.

Etwas mehr wie eine Stunde fiel ich in Schlaf.
Dann war es schon Zeit den Test in Worms einzuholen, dass Bruder und ich nicht vom Coronavirus befallen sind und somit zur Teilnahme an der Hochzeit berechtigt wären. Der Test dauerte insgesamt keine zwei Minuten. – Bis wir Zuhause waren, hatten wir auch schon das Testergebnis per Mail. Man teilte uns mit, dass kein Virus feststellbar sei.

Vater und ich setzten uns nochmal vor den Vortrag.
Mit himmlischer Hilfe (und Vaters Know-how), anders ist es nicht zu erklären, schafften wir es alle Sprachkommentare doch noch einzufügen.
Die Müdigkeit war wie weggeblasen.
Wir standen vor der Kirche. Der Platz war äußerst belebt.
Ich freute mich neben einem Haufen Fremder Menschen auch viele Bekannte Gesichter auszumachen. Von Familie, Bekannten und Menschen die ich von den unterschiedlichsten Veranstaltungen – wo ich im Auftrag fotografiert hatte – kannte. Das ich der Cousin der Braut bin, wussten, das war mir nicht so unrecht, nur die allerwenigsten.

Für die Kirche hatten Cousine und Bräutigam einen anderen Fotografen bestellt. – Für die Feier war ich dann unter anderem eingeplant.

In der Kirche durften wir sogar die Masken absetzen. Nur zum Singen musste der Mund-Nasenschutz laut der Pfarrerin zum Schutze aller aufgesetzt werden.

Der Trauungsgottesdienst verging schnell. Da ein Haufen Kleinkinder zwischen einem und vier Jahren anwesend war, kann man durchaus von „lebendiger Kirche" sprechen. Die Pfarrerin wirkte dennoch gechillt. Sprach einfach etwas lauter und war so dennoch ausreichend in der gesamten Kirche zu hören.

Auch der Fotograf bekam keine göttliche Abreibung. … obwohl ich ihm die durchaus in der Kirche gewünscht hätte.… Ich merkte, dass ich ihm den Auftrag nicht gönnte. Aus ganzem Herzen nicht.

Verfolgte jede seiner Bewegungen genau. – Meckerte innerlich welche Winkel er wählte, dass er alle fünf Minuten aus der Kirche lief, dann wieder erschien, war unzufrieden das er nicht durch den Sucher, sondern durch das Display das Paar ablichtete. … Tausend andere Kleinigkeiten störten mich. … das war nur eines … Neid!

In meinem Alter sollte man keinen Neid verspüren!
Dennoch ich war neidig und gönnte es ihm nicht, dass der Auftragsfotograf die Trauungsfotos schoss.

Der Fotograf so stellte ich später auf der Feier fest, ist ein netter.
Der durchaus viel von seinem Handwerk zu verstehen scheint. … hoffen wir, dass das die Trauungsbilder widerspiegeln …


Meine Cousine und ihr Ehemann, waren und sind fürwahr das Ideale Paar. Ich liebte es zu sehen, wie die zwei in die Kirche einzogen.
Lächelnd und erwartungsvoll aber mit einer klar erkennenden Anspannung im Gesicht. Dennoch spiegelt sie in ihren Mienen alles Glück der Welt und die Liebe füreinander wider. – Herrlich!
Meine Cousine trug ein Rücken- und schulterfreies langes weißes figurbetontes Kleid. Für das sie Millionen Komplimente als auch für ihren kompletten Hochzeitslook zurecht einheimste

Der Bräutigam trug eine schwarze Anzughose, ein weißes Hemd, eine graue Weste darüber und eine pinke Fliege.


Wann hatte ich mich zuletzt so aufrichtig für Menschen (so sehr) gefreut? – Fragte ich mich gleich mehrmals im Gotteshaus.; Ich gelobe nicht nur hier sondern auch in Sachen Neid – ab sofort - Besserung!

Ich mochte es Teil – wenn auch nur als Zuschauer – dieser Trauungszeremonie zu sein. Die beiden wurden ökumenisch getraut.
Fast während des gesamten Gottesdienstes hielten die zwei Händchen oder einfach nur einen oder mehrere Finger sanft ineinander verhakt.

Die Geschwister sprachen freundliche Fürbitten, die, die Pfarrerin gekonnt mit einem Segen abrundete.

Eine Hochzeitssängerin sang zwei Lieder. Das erste war schrecklich anzuhören, da das Mikrofon hallte, die Sängerin dadurch fühlbar außer Takt kam und hörbar sich bei dieser Darbietung nicht wohlfühlte.

Später folgte voller Emotion und wunderbar präsentiert und gesungen: „In all deinen Farben" von „Vanessa Mai".

Das brüchige aber feste „Ja, ich will" der beiden, der dreifache Brautkuss nach der Ringübergabe, erst sanft, dann intensiver und zum Schluss liebevoll leidenschaftlich ließ die gesamte Kirche hörbar gleich mehrfach tief aufseufzen.

Atmosphärischer hätte es nicht sein können!

Beim verlassen der Kirche merkte man, dass die beiden erleichtert waren die Trauungszeremonie ohne irgendwelche Komplikationen – so wunderschön es auch war - hinter sich gebracht zu haben.
Alle Anspannung war nun von ihren Gesichtern gewichen.

Kaum hatte das Brautpaar die Kirche verlassen strömten aus allen Richtungen Verwandte, Bekannte, Gönner, Schaulustige und Familie herbei und gratulierten den Frischvermählten.

Die Hochzeiter wurden zurecht geherzt, intensiv umarmt.
Frauen und auch Männern liefen Tränen beim Gratulieren von den Wangen herunter. Die Braut einfühlsam wie sie ist, brach auch immer wieder aufs Neue in Glückstränen aus.

So ergriffen, unglaublich berührt und die Freude groß war das Mitgefühl und die Liebe für die beliebte Cousine und ihren nicht minder beliebten Ehemann.

Selbst ich, der Umarmungen normalerweise eher ausweicht konnte nicht anders, wie bei den Gratulationen Beide Herzlichst in die Arme zu schließen.

Man konnte nicht nur Fühlen, sondern sogar sehen, dass Braut und Bräutigam diese besondere echte Glückgefühl im Bauch, Herz und Seele verspürten.

Vom Kirchenvorplatz ging es direkt und ohne Umschweife zur Hochzeits-Sommerfeier! - Von der ich im nächsten Blog berichten möchte!




„Guten Morgen! – Wer immer Ihr auch seid!"



Kommentare (2)

Hasal
17. Aug. 2021, 08:38
Ja Hochzeiten können was sehr schönes sein , leider gehen aber immer noch viele Ehen nach kurzer Zeit wieder entzwei. Was ich natürlich , bei Euch nicht hoffe, aber man weiß so was leider nie vorher. Die Hauptsache ist, dass alles super gelungen war, Eure ganze Planung.
Jenny
19. Aug. 2021, 22:19
Man hat beim lesen das Gefühl, das man selbst dabei gewesen sei. Ich liebe Deine Blogs und freue mich immer wenn es was Neues gibt. Was den Neid betrifft kann ich Dich da schon ein bissi verstehen, wenn man selbst Fotograf ist, dann möchte man auch gerne die Trauung festhalten. Ich hätte einfach auch Bilder gemacht und nachher verglichen, welche denn nun die besseren sind. :D
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