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"Rotkehlchen Alarm"

John Baker Sander
21. August 2021(bearbeitet)
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Auf dem Weg zu meinem Schlafzimmer musste ich auch den obersten Flur und damit an der großen Schiebetüre die zum Balkon führt vorbei.
An der Schiebetür steht derzeit – warum auch immer? - ein Koffer mit Sportutensilien, die nur selten benötigt werden.

Genau hinter jedem Koffer tauchte ebenso plötzlich wie unerwartet ein kleiner unebener Kopf mit spitzem Schnabel auf. Danach gespreizte Flügel mit dem Rest des Vogelkörpers. Die Flügel und der Kopf rasten immer wieder im atemberaubenden Tempo gegen die Balkontür.
Was ungefähr so klang; grrrr grrrrrrritshc grrrr ratsch grrrrrrrrrrrr. Dazu ein aufgeregtes fiepen und piepen.

Ich öffnete einen Spalt die Balkontür.
In der Hoffnung das Vögelchen, das sich als Rotkehlchen herausstellte, fände den Weg von alleine in die Freiheit.
Ganz die Schiebetür aufzumachen war anfangs leider unmöglich, sonst hätte ich das zarte Tierchen mit einem „wums" zerquetscht.
Ich kam den aufgeregten Flieger zu nahe, der ergriff panisch die Flucht, leider nicht zurück in die Natur.
Sondern auf die Flurlampe.
Von dort flog das Vögelein gegen die Fensterscheibe des gegenüberliegenden kleineren Fensters.

Vater wurde offenbar durch mein Getrampel im Flur aufgeschreckt?
Kam dem Vogel und mir zur Hilfe.

Ich hätte ja einfach das kleinere Fenster im Flur auch aufgerissen. Vater – ausgewiesener Wald- Tier- und Wiesenfreund – meinte jedoch: „Lass den Rollladen herunter". Der kleine Vogel flog direkt ins Licht. Leider immer noch nicht durch die Schiebetür nach draußen.

Vater packte gekonnt das Rotkehlchen. Doch es flutschte ihm durch die Finger, flog erneut zitternd und panisch durch den Flur, nahm Platz an der Flurdecke. Flatterte dort unablässig mit den Flügeln, Vater nahm den bunten, weichen zotteligen Staubwedel und kam damit dem Rotkehlchen nahe.Das Rotkehlchen erhob sich in die Lüfte, flog auf die mittlerweile komplett geöffnete Schiebetür zu und flog ….

… wieder hinter den Koffer.

Erneut schlugen Flügel, Schnabel und Kopf bettelnd und ängstlich dumpf gegen die Fensterscheibe. Bevor wir den Vogel wieder packen konnten, flog das aufgebrachte Rotkehlchen noch einmal quer durch den Flur. Flog eine doppelte Schleife über unsere Köpfe. Hinterließ eine Erinnerungswürdige Portion seines Vogelkodes im Flur.
Verschwand dann majestätisch – wie ein Adler - durch die große Schiebetür Richtung Nachbars-Gärten mit schnellem Flügelschlag und wahrscheinlich auf Nimmerwiedersehen für immer aus unserem Blickfeld.

Das Rotkehlchen war sichtbar erleichtert und wir natürlich auch!


Danach machte ich erstmal ausführlich sauber.
Wenn auch bekanntlich Vogelschiss besonders Glück bringen soll, finde ich da Persönlich jetzt im Haus nicht so supertoll!


„Guten Morgen! – Wer immer Ihr auch seid?!"



Kommentare (3)

Hasal
21. Aug. 2021, 08:56
Sehr gut von Euch Beiden gehandhabt, ja das arme Tier versuchte in die Freiheit zu kommen und schaffte es dann , nur durch Hilfe von Euch.
Jenny
22. Aug. 2021, 10:24
Grins da war ja ganz schön was los bei Euch, gut das Dein Papa anscheinend von vielen Dingen Ahnung hat und immer Dir hilfreich zur Seite steht. Schön das der kleine gefiederte Freund dann doch den Weg in die Freiheit fand.:D
John Baker Sander
22. Aug. 2021, 21:13
Na eigentlich hat der uns an der Nase herumgeführt und durchs Haus laufen lassen, wie er keine Lust mehr hatte mit uns zu spielen flog er nach draußen.
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