Um 8 Uhr 10 fand ich mich im Landesimpfzentrum Alzey ein.
Mit der Erwartung genauso schnell das Impfzentrum wie nach der ersten Impfung Mitte Juli verlassen zu können.
Dem war nicht ganz so.
Nach elektronischen Fiebermessen und dem Abhaken von einer Namensliste, dass ich zur Impfung Termingerecht erschienen bin, musste ich knapp Zehn Minuten in einem Restlos gefüllten Wartebereich für Impflinge mir die Zeit vertreiben.
Was mir ausreichend die Chance gab, Gesichter zu studieren. Ein Lächeln war nirgendwo auszumachen. Was mich demonstrativ dazu veranlasste sofort ein Lächeln aufzusetzen. Mit sogar kleinerer Wirkung.
Links ein älterer Mann zwei Sitzreihen von mir entfernt, schräg gegenüber, eine Frau fingen meine Blicke (und Lächeln) auf und nickten mir freundlich zu. … Geht doch!
Im Gegensatz zur ersten Impfung wurden wir Impflinge nicht Einzel aufgerufen, sondern stets in Gruppen von einer Position zur anderen als Herde getrieben.
So verließ meine Gruppe den einen Wartebereich, um in den folgenden zu wechseln.
Nach weiteren langen Minuten bat man mich in ein kleines Zimmer und versprach: „Gleich kommt jemand, der sie aufklärt."
Nach fünf Minuten war noch immer keiner bei mir. Nach zehn auch noch nicht, um mich für die anstehende Impfung zu belehren.
Ab Minute fünfzehn wurde mir doch arg langweilig. Also zog ich mein Mobilphone, war gerade dabei ein Erinnerungs-Selfie von mir im Impfräumchen zu knipsen.
Genau beim Abdrücken für das Bild kam der Aufklärer im grünen Kittel, Behandschuht und mit Nickelbrille auf der Nase in dem Impf-Raum hinein.
Beim besten Willen, wer von uns überraschter war, Aufklärer oder ich mit Mobilphone in der Hand vermochte ich nicht festzustellen?
Sofort merkte man dem Mann die Überraschung an, dass da jemand tatsächlich sich traut im Impfzentrum ein Selfie zu knipsen.
Der Aufklärer raste mit einer Hasst durch die Belehrungen und Fragen (nach Vorerkrankungen etc.) die ihresgleichen suchte.
Der eigentliche Impfprozess war weitaus schmerzhafter als bei der ersten Impfung.
Ich spürte im Gegensatz zur ersten Impfung diesmal deutlich die Nadel im Fleisch.
Danach hieß es erneut eine Viertelstunde warten, dass man bei einem Impfschock unter ärztlicher Aufsicht stünde und das Personal gleich eingreifen könnte.
Ich fühlte mich nach Verlassen des Impfzentrums gut. Mit Vater zusammen suchte ich sogar noch den „Tchibo-Prozente" in Alzey auf.
Durch den wir gelegentlich gerne durch Schlendern aufgrund seines großen Angebotes.
Auch die Trainingsstunden abhalten fiel mir am frühen Montagabend nicht schwer.
Erst montagabends gegen 23 Uhr befiel mich eine unerwartet tiefe Müdigkeit.
Die mich sofort ins Bett zwang. Eine Müdigkeit die mich fast einundzwanzig Stunden lang traumlos ausknockte.
Zwischendurch wachte ich immer wieder auf. Meinte, meine Nase wäre komplett zugeschwollen.
Jetzt um 21 Uhr 37 fühle ich drei Dinge, zu einem meinen linken Arm an dem die Impfung vorgenommen wurde, zum zweiten mich „hellwach" und zum dritten eine große Erleichterung nun mit vollem Impfschutz ausgestattet zu sein.
„Guten Abend! – Wer immer Ihr auch seid?!"
