Prolog
Als ich 7 war, hatte ich einen Traum. Es war einer derer, die man nie vergisst. Morgens am Frühstückstisch erzählte ich meinen Eltern davon. "Da war ein großer Mann mit einer Stirnlampe und daneben eine Frau, sie hielten mich in ihren Händen unter ganz grellem Licht!". Vater las seine Zeitung und Mutter schaute besorgt zu ihm. Keine Reaktion. Sie stieß unterm Tisch gegen seinen Fuß, als ich fortfuhr:"Die sagten komische Sachen und haben mir dieses Zeichen aufgemalt!". Vater legte die Zeitung weg. Wir lebten in einem kleinen verschlafenen Dorf auf dem Land, ernst schaute er mich an. Diesen Blick kannte ich nicht, er schürte in mir Angst. "Darüber", er legte eine Pause ein und atmete tief durch,"Sprechen wir hier niemals! Hast du verstanden?". Schweigend beendete ich mein Frühstück. Ich verstand sofort. Zwar nicht die Tragweite, die mir erst heute bewusst ist, aber es fiel nie mehr ein Wort davon.
