Das Biowetter
zwang mich, meine Trainingseinheiten abzusagen. Schade.
Mal sehen, ob
meine Sportfamilien das alle verstanden haben. Dass auch diesmal keine
Lustlosigkeit von meiner Seite aus vorlag, sondern das Biowetter warnte: Heute
nicht! Das bringt niemandem etwas – im Gegenteil: Für die
Trainingsteilnehmer wäre es gesundheitlich riskant gewesen.
Ungewohnterweise fielen inzwischen schon drei oder vier Trainingseinheiten aufgrund des Biowetters aus. Das ist bei mir mehr als in manch anderem Jahr.
Ich
verkrümelte mich stattdessen nach Worms, besorgte ein T-Shirt und genoss die
Sommerhitze. Das klingt ein wenig seltsam, wenn man zuvor schreibt, dass man
wegen der Bioeinflüsse Einheiten absagte – und dennoch war es genau so.
Beim
Stadtgang brannte mir die Sonne auf die Waden. Zumindest spürte ich dort die
Wärme am stärksten. Dieses leichte Wadenbrennen tat mir gut.
Möglicherweise war
meinem Inneren-Ich aber schon da klar, welche frostige Veranstaltung diese
Hochzeit im Beisein meines Bruders für mich werden könnte. Vielleicht nahm ich
deshalb jede Form von Wärme besonders dankbar auf.
Zwischendurch
liebäugelte ich sogar mit einem Abstecher ins Kino.
Doch genauso schnell, wie der Gedanke aufgetaucht war, ließ ich ihn wieder
fallen. Wie hätte ich mich auch auf einen Film konzentrieren sollen, bevor ich
diese Hochzeit hinter mich gebracht habe?
Meine
Mitnehmflasche, die mich vor überteuerten Getränken bewahren sollte, hatte ich
erstaunlich schnell geleert. Bei den Temperaturen war das allerdings kaum
verwunderlich.
Also kam mir
die Idee, Wasser – ob still oder aus einem Trinkwasserhahn – zu besorgen und
mit Brause zu mischen.
Ja, Brause
war sogar erschwinglich.
Sechs bis acht kleine Päckchen für 89 Cent. Das Problem war nur, dass es
ausschließlich gemischte Sorten waren. Höchstens zwei Päckchen derselben
Geschmacksrichtung befanden sich in einer Packung.
Auf der Verpackung stand: Ein Päckchen in 0,2 Liter Wasser auflösen und genießen.
Das bedeutete
für einen Liter Wasser – zumindest, wenn der Geschmack kräftig sein sollte -
dass ich fünf Päckchen derselben Sorte gebraucht hätte. Ja, ich weiß, ich hätte
auch einfach immer wieder kleinere Mengen Brause neu auflösen können. Doch
dafür ständig zum Trinkwasserhahn zurückzulaufen, um die Flasche erneut
aufzufüllen, reizte mich ebenso wenig wie schwere Wasserflaschen in meiner
Tasche mit mir herumzutragen.
Um die
Hochzeit selbst mache ich mir erstaunlich wenige Gedanken.
Um das Verhalten
meines Bruders dagegen schon eher. Ich hoffe, es wird wie mit der Brause, dass
sich am Ende alles in Wohlgefallen auflöst.
Ganz ehrlich,
wer meine Blogs regelmäßig liest – vielleicht mit Ausnahme der letzten ein oder
zwei Ausgaben – nimmt mich hoffentlich als einen positiven Menschen wahr.
Trotzdem bin ich nicht restlos davon überzeugt, dass
diese Veranstaltung mit meinem Bruder völlig ohne Schlamassel verlaufen wird.
Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?
