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„Eine Auflösung wie Brause“

John Baker Sander
11. Juli 2026(bearbeitet)
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Das Biowetter zwang mich, meine Trainingseinheiten abzusagen. Schade.

Mal sehen, ob meine Sportfamilien das alle verstanden haben. Dass auch diesmal keine Lustlosigkeit von meiner Seite aus vorlag, sondern das Biowetter warnte: Heute nicht! Das bringt niemandem etwas – im Gegenteil: Für die Trainingsteilnehmer wäre es gesundheitlich riskant gewesen.

Ungewohnterweise fielen inzwischen schon drei oder vier Trainingseinheiten aufgrund des Biowetters aus. Das ist bei mir mehr als in manch anderem Jahr.



Ich verkrümelte mich stattdessen nach Worms, besorgte ein T-Shirt und genoss die Sommerhitze. Das klingt ein wenig seltsam, wenn man zuvor schreibt, dass man wegen der Bioeinflüsse Einheiten absagte – und dennoch war es genau so.

Beim Stadtgang brannte mir die Sonne auf die Waden. Zumindest spürte ich dort die Wärme am stärksten. Dieses leichte Wadenbrennen tat mir gut.
Möglicherweise war meinem Inneren-Ich aber schon da klar, welche frostige Veranstaltung diese Hochzeit im Beisein meines Bruders für mich werden könnte. Vielleicht nahm ich deshalb jede Form von Wärme besonders dankbar auf.


Zwischendurch liebäugelte ich sogar mit einem Abstecher ins Kino.
Doch genauso schnell, wie der Gedanke aufgetaucht war, ließ ich ihn wieder fallen. Wie hätte ich mich auch auf einen Film konzentrieren sollen, bevor ich diese Hochzeit hinter mich gebracht habe?


Meine Mitnehmflasche, die mich vor überteuerten Getränken bewahren sollte, hatte ich erstaunlich schnell geleert. Bei den Temperaturen war das allerdings kaum verwunderlich.


Also kam mir die Idee, Wasser – ob still oder aus einem Trinkwasserhahn – zu besorgen und mit Brause zu mischen.


Ja, Brause war sogar erschwinglich.
Sechs bis acht kleine Päckchen für 89 Cent. Das Problem war nur, dass es ausschließlich gemischte Sorten waren. Höchstens zwei Päckchen derselben Geschmacksrichtung befanden sich in einer Packung.

Auf der Verpackung stand: Ein Päckchen in 0,2 Liter Wasser auflösen und genießen.


Das bedeutete für einen Liter Wasser – zumindest, wenn der Geschmack kräftig sein sollte - dass ich fünf Päckchen derselben Sorte gebraucht hätte. Ja, ich weiß, ich hätte auch einfach immer wieder kleinere Mengen Brause neu auflösen können. Doch dafür ständig zum Trinkwasserhahn zurückzulaufen, um die Flasche erneut aufzufüllen, reizte mich ebenso wenig wie schwere Wasserflaschen in meiner Tasche mit mir herumzutragen.

Um die Hochzeit selbst mache ich mir erstaunlich wenige Gedanken.
Um das Verhalten meines Bruders dagegen schon eher. Ich hoffe, es wird wie mit der Brause, dass sich am Ende alles in Wohlgefallen auflöst.


Ganz ehrlich, wer meine Blogs regelmäßig liest – vielleicht mit Ausnahme der letzten ein oder zwei Ausgaben – nimmt mich hoffentlich als einen positiven Menschen wahr.


Trotzdem bin ich nicht restlos davon überzeugt, dass diese Veranstaltung mit meinem Bruder völlig ohne Schlamassel verlaufen wird.




Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?

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