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„Die gewünschte Null“

John Baker Sander
16. Juli 2026(bearbeitet)
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Goodbye England! Schade – meine Engländer, denen ich neben der deutschen Nationalmannschaft die Daumen drückte, sind verdient raus. Sie verloren 2:1 gegen ein nicht aufgebendes Argentinien.

Es muss das letzte Mal 2006 gewesen sein, dass ein Spiel um Platz 3 bei einer Fußballweltmeisterschaft bei mir mehr Interesse hervorgerufen hat als die Partie um den Weltmeistertitel.

Mama, Papa und ich hatten einen unterhaltsamen Abend. Die erste Halbzeit war mehr etwas für Taktikfüchse als für Menschen, die sich gerne an großen und möglichst vielen packenden Torraumszenen erfreuen.

Ich muss dringend aufhören, mir an jedem WM-Fernsehabend mit meiner Familie gekühlte Gelee-Bananen in den Mund zu stopfen. In dieser Menge tut mir das nicht wirklich gut. Da es um Bananen geht, kann man wohl von einem krummen Ding sprechen.


Eine Trainingseinheit gab es zuvor. Ich öffnete das Training für alle Jahrgänge, und das war zu dieser Wochenmitte ein Fehler.

Zwei meiner Allerjüngsten mischten mit, brachten mich fast zur Weißglut und die anderen älteren Trainingsteilnehmer so richtig auf die Palme. Die jungen wilden  hatten schlicht null Bock auf die Einheit. Außerdem rannten sie in den Pausen immer wieder weg, spielten im Foyer Verstecken und liefen mit Essen durch die Turnhalle. Hätten das die Gemeindearbeiter gesehen, hätte das wesentlich mehr Mecker und Gezetter gegeben als von mir.

Ich sagte der abholenden Mama, dass speziell die beiden Trainingsteilnehmer noch ein wenig mehr Zeit brauchen. Wir werden sie nochmals ein Jahr zurück zu den Jüngsten schicken – wo sie vom Alter her eigentlich auch hingehören – um ihnen die Chance zu geben, sich im eigenen Schritttempo weiterzuentwickeln.

Daraufhin wurde mir erst einmal mitgeteilt, dass das schon gut und richtig wäre und man das genauso sehen würde.
Ich solle mir aber schon einmal vormerken, dass man ab September an einem der Trainingstage ohnehin wieder für mehrere Monate nicht zur Verfügung stehen werde, da man nun doch auch wieder am Schwimmtraining teilnehmen wolle.

Woraufhin ich sagte, dass das vollkommen okay sei. Allerdings werde ich sie erst in die nächste Gruppe wechseln lassen, wenn sie für die anderen Teilnehmer keine Gefahr mehr darstellen und die Grundtechniken für ihr Alter beherrschen.

So steckten die Sportfamilie und ich die Rahmenbedingungen klar ab.


Ich höre im Moment viel lieber Live-Performances von Künstlern als die Studioversionen ihrer Songs. Vor allem, wenn die Menge mitsingt – das catcht mich derzeit unglaublich und löst sogar das ein oder andere Mal angenehme Gänsehaut bei mir aus.

Ich schaute auf die linke untere Seite des aufgerufenen Word-Dokuments, und irgendwann stand dort: „Wörter: 809“.

Was mich, wieso auch immer, gerade tierisch triggerte – diese 809 Wörter und vor allem die Tatsache, dass hinter der 8 nicht direkt die Zahl 9 stand, sondern eine 0 dazwischen.

Irgendwie ist die 0 aber auch passend.
Ich hätte mir 0 Gegentore für die englische Nationalmannschaft gewünscht, dass ich 0 Bananen in mich hineingestopft hätte und 0 Trainingsteilnehmer oder Eltern als nervig empfunden hätte.

Und irgendwie sieht die 0, wenn man sie quer betrachtet, auch ein wenig wie ein Auge aus. Das erinnert mich daran, dass Vater gestern zum Lasern bei der Augendoktorin war und heute zur Kontrolle muss.

So, und ich lege mich jetzt noch einmal aufs Ohr, damit ich nicht mit 0 Schlaf in den Donnerstag eintauche.


Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?

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