Die Leute
atmeten erleichtert auf. Noch nie habe ich so oft das Wort „Abkühlung“
innerhalb weniger Sekunden gehört, wie in dem Moment, als ich ziemlich genau
auf Höhe des „TEDI“ nahe des Wormser Hauptbahnhofes stand und es begann zu
tropfen.
Ja, es regnete ungefähr 29 wunderschöne Regentropfen auf die Köpfe der Stadtgänger und auf meinen herunter.
In den
Wormser Vororten hatte es wohl zumindest etwas mehr heruntergemacht – die
Straßen waren nass. Ich konnte sogar zwei größere Regenpfützen beim wachsamen
Blick durch die Busfensterscheibe deutlich ausmachen.
Nun ist 2 Uhr 42. Von Abkühlung nichts zu spüren.
Im Schlafzimmer 30 C und draußen stolze 22 C.
Der Samstag hatte 38 C, möglicherweise sogar mehr.
Ich war auch froh, um Punkt 19 Uhr wieder zu Hause zu sein.
Nachbarn hatten Besuch, und der Besuch betitelte mich als „Der Fotograf (vom
Verein)“. Was der neue Nachbar, der seit rund sechs Wochen neben uns lebt,
verneinte – weil er es einfach nicht besser wusste.
Mit dieser
Nachbarsfamilie habe ich jetzt schon mehr gesprochen als mit dem vorherigen
Nachbarn und seiner Lebensgefährtin in mehreren Jahren.
Vater war am Abend mit Leuten zum Essen verabredet in einem Dorf in der Nähe.
Er aß Zwiebeln und Leber. Alleine mit dem Geruch könnte man mich auf einen
anderen Kontinent vertreiben.
Er traf sich mit Leuten, mit denen er weit über 30 Jahre ein Fest in der Heimatgemeinde stemmte.
Das Fest, das weit über die Grenzen hinaus beliebt war, bis man es kurz vor dem Erreichen eines Jubiläumsjahres einstampfte.
Was niemand
damals so recht nachvollziehen konnte. Zu gerne hätten die Leute, die dieser
dreitägigen Party, bei der von jung bis alt allen etwas geboten wurde, Leben
einhauchten, diesen Meilenstein damals noch erreicht.
So erinnerte
man sich am Abend im kleinen Kreis an das Geschaffene, an das Gute und Rechte.
Vater hat der
Abend Spaß gemacht.
Man hat bereits beschlossen, sich auch im nächsten Jahr wieder zu treffen, um
bei einem schönen Essen in Nostalgie zu schwelgen.
Mit Mama sah
ich Sport und noch mehr Sport.
Schwimm-EM und Leichtathletik-EM.
Beides mit Höhen und Tiefen für deutsche Sportler.
Was mir
jedoch viel mehr gefiel als die Erfolge – darunter im Schwimmen sogar ein
Weltrekord – war, wie sympathisch unsere Sportler sich vor dem Mikrofon des
übertragenden TV-Senders gaben.
Ob Männlein oder Weiblein.
Ob beim Schwimmen oder bei der Leichtathletik.
Das war gut.
So feuert man auch gerne Leute an, die möglicherweise auf die vorderen Plätze
gewettet werden, dann aber einen blöden Tag erwischt haben und eher in den
unteren Plätzen der Starterliste anstatt in den erhofften Medaillenrängen
auftauchen.
Weil
irgendwann wird man im Sport und für den eingebrachten Fleiß belohnt – ob im
Kleinen mit einer persönlichen Bestleistung oder mit einem Platz auf dem
Treppchen bei einer Siegerehrung.
Auch scheinen die TV-Sportmoderatoren und Analysten dazugelernt zu haben. - Dass manchmal eben bei einem Wettkampf nicht alles glattläuft.
Mehrmals hatte man das Gefühl, hey, wir müssen jetzt vielleicht auch sagen, das war nicht das Optimale, aber wir lassen euch auch spüren, wir stehen hinter euch. - Das fand ich geil.
Ich habe so
richtig schön mitgefiebert: Kekse, Cola, Wörteraustausch mit Mama und Sport im
TV mit Charakteren, die man aus dem Herzen heraus anfeuern will – Hammer!
Passt auf euch auf, wer immer ihr auch seid!?
