Von John Baker Sander auf Sonntag, 05. April 2026
Kategorie: Öffentlich

„Dieser Ostersamstag ist für immer ein angenehmer Teil von mir“

Datum: Samstag, 4. April 2026
Zeit: 21 Uhr 12
Ort: Busbahnhof, Worms

Ich komme direkt aus dem Kino.
Bin so froh, dass ich meinem Gefühl getraut habe und keinen Abstecher in ein Lokal oder eine Bar oder ein Café gemacht hatte. Sonst wäre ich erst mit dem Bus um zwanzig vor elf gefahren oder sogar mit dem um Punkt Mitternacht.


Datum: Sonntag, 5. April 2026 (Ostersonntag)
Zeit: 21 Uhr 12
Ort: Busbahnhof, Worms

Zu mehr Gedanken ins Notizbuch kam ich am Busbahnhof nicht.
Drei Stimmen riefen plötzlich meinen Namen. Erst dachte ich, ich hätte mich verhört, als sie beinahe im Chor nach mir riefen. Das erregte sogar kurz die Aufmerksamkeit der wartenden Menschen.

Es waren drei jüngere Männer, gerade noch in ihren Zwanzigern, die ich seit Ewigkeiten von der Fastnacht kenne. Ihre Fastnachtsgruppe besteht fast noch immer in Originalbesetzung – was ich sehr bewundere.
Die drei waren ausgelassen und angeheitert, aber auf die angenehmste Art und Weise. Einer von ihnen ist frisch Papa geworden. Ein Sohn – gesund und munter. Ich gratulierte herzlich, und wir plauderten ein wenig über Fastnacht und das Leben, bis der Bus kam.

Es lief genauso, wie ich es mir vorgenommen hatte.
Ich stand gegen 18 Uhr in Worms, lief im Durchgang zum Kino die Filmplakate ein paar Mal auf und ab und entschied mich schließlich für den Film „Für immer ein Teil von dir".
Die Stunde bis zum Filmbeginn verbrachte ich begeistert in der „Kaiserpassage" – wie schon lange nicht mehr. Der ganze Abend war getragen von einem durchweg positiven Gefühl und einer fast absurden Vorfreude aufs Kino. Abgesehen vom „Pinguin meines Lebens" im Mai 2025 war ich ewig nicht mehr im Kino.

Das Wormser Kino hat einen neuen Betreiber und heißt jetzt „Arkaden Lichtspiele".
Das junge Personal war unglaublich aufmerksam und höflich. Ob die alle gerade erst 18 sind oder ob es ein Familienbetrieb ist – keine Ahnung. Ich fühlte mich sofort wohl.
Das lag vielleicht auch daran, dass ich erst meine M&M's und dann meine Cola hätte stehen lassen, wenn mich das Mädel an der Kasse nicht freundlich daran erinnert hätte, meine Sachen mitzunehmen.

Im Kinosaal war die Liebe sofort wieder da: dieser süßliche Geruch nach Polstern, Leinwand, Softdrinks und Naschwerk. Und ich mochte es sehr, dass im Saal keine zehn Leute saßen. Ich saß im Kinosaal 2, Reihe 10, Sitz 10 – in der letzten Reihe – mit perfektem Blick auf die Leinwand. Klein, aber fein.

Der Film „Immer ein Teil von dir" hat mir Freude gemacht und mich sogar ein- bis zweimal kalt erwischt – ich war wirklich nahe dran, ein Tränchen zu verdrücken. Dazu kamen diese wunderschönen Melodien und Songs, die nicht zufällig wohl auf die Szenen gelegt wurden. Den Soundtrack zum Film würde ich wahrscheinlich im Regal verstauben lassen, weil ich ihn mir so nicht anhören würde. So jedoch half er, die Stimmung des Films zu transportieren.

Es ist ein Film über zweite Chancen. Und darüber, dass man manchmal viel zu negativ über sich selbst denkt und einige Abbiegungen im Leben entweder nicht nimmt oder viel zu spät. Mehr möchte ich gar nicht verraten – vielleicht will jemand den Film ja noch sehen.

„Maika Monroe" und „Tyriq Withers" hatten eine richtig gute Chemie. Da prickelte es. Nicht nur in den angedeuteten Bettszenen, sondern immer, wenn sie gemeinsam auf der Leinwand standen. Ich habe den beiden gerne in ihren Rollen als „Kenna" und „Ledger" zugesehen. Auch der restliche Cast war eine Freude – vielfältig, überzeichnet, aber stimmig. Die Übergänge passten, und der Film war von Anfang bis Ende gut ins Licht gesetzt.

Fast zwei Stunden war mein Kopf aus. Ich sog das Geschehen einfach auf und merkte, dass meine Filmleidenschaft noch da ist – und dass ich wieder stillsitzen und einen Film genießen kann.

Ein Wort zum Publikum: Leute, ihr werdet das vermutlich nie lesen, aber ihr wart das ideale Kinopublikum. Keiner spielte am Handy, alle schauten den Film. Gelacht, getrauert, kurz, ehrlich und ohne Störung. Ich hatte daran fast genauso viel Freude wie am Film selbst.


Tagsüber waren meine Eltern bei einem Geburtstag und danach mit der Gesellschaft in einem griechischen Lokal essen. Das rundete die Woche irgendwie ab, denn Anfang der Woche wollten sie wegen ihres Hochzeitstages ebenfalls griechisch essen gehen, entschieden sich aber dann anders.

Als ich heimkam, waren Eltern schon da – was uns allen recht war.
Mit Vater schaute ich – natürlich – noch das „Aktuelle Sportstudio". Wie meist redeten wir dabei nicht nur über Sport, sondern auch über unsere Eindrücke des Tages.


Dieser Ostersamstag wird immer ein angenehmer Teil von mir sein.




Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?

Kommentare hinterlassen