Von John Baker Sander auf Samstag, 17. Januar 2026
Kategorie: Öffentlich

„Warum sieht man um 4 Uhr 11 keine Fliegen, weil die da vernünftigerweise schlafen“

Es ist genau 4 Uhr 11.
Bis vor fünfunddreißig Minuten saß ich an zu bearbeitenden Bildern.
Bilder, auf die manche Menschen seit fast zehn Monaten warten.
Wobei sie (die Menschen) wahrscheinlich gar nicht mehr daran denken, dass sie diese Veranstaltungsfotos noch nicht gesehen haben.

Wie kann das sein?

Bei uns – ich will nicht sagen: „starben geliebte Menschen wie Fliegen im letzten Jahr", so unhöflich bin ich dann doch nicht – doch hat sich unser Bekanntenkreis schon deutlich reduziert.
Wobei streng genommen ja eher die Bekannt- und Verwandtschaften meiner Eltern betroffen sind als meine.
Papas Schwester, Mamas Cousine, der Onkel, auch wenn der bereits seit Ende 2023 nicht mehr unter uns weilt, und zahlreiche Klassenkameraden – und Bekannte meiner Eltern.
Ich hatte einfach null Bock, mich mit diesen Bildern zu befassen.
Konnte mich auch nicht aufraffen, mich damit auseinanderzusetzen.
Was ich im Normalfall im Fall der Fälle gut kann. Diesmal nicht.

Alles andere, was zu bearbeiten war, wurde natürlich schnellstmöglich abgegeben, doch für diese Masse an Bildern konnte ich seit Frühling 2025 keine Begeisterung aufbringen.
So lagen die Bilder auf der Festplatte herum – weil ich es nicht fertigbrachte, mich konzentriert daran zu setzen.

Nun bin ich aber feuereifrig dabei und will sie bis Sonntag in einer Woche aus dem Haus haben.
Was kein unmögliches Ziel ist, aber doch ein forderndes – schließlich will auch ein Alltag durchgestanden sein, Trainingseinheiten vorbereitet und abgehalten werden und ein Leben innerhalb und außerhalb einer Familie gelebt werden.

Übrigens, Schweinemett um 3 Uhr 30 auf Brot ist eine Delikatesse.


Der Freitag war wie immer Groß-Trainingstag, an dem sämtliche Gruppen hintereinander weg trainiert wurden.
Das klingt nicht charmant, trifft aber den Kern der Sache, und ich mag das auch genauso.

Sieht man mal von der Einheit der jüngsten ab, war ich superzufrieden mit dem Trainingstag.
Bei den Kleinsten war ich (an diesem Freitag) leicht genervt, da flossen zu viele unnötige Tränen.
Weil Mama oder Papa mal nicht direkt einen Meter danebenstanden.
Völlig überzogen – und doch so menschlich und verständlich.
Lustig fand ich, dass sich Sportler aus dem älteren Jahrgang darum stritten, wer mir denn als Hilfstrainer bei den Jüngsten helfen dürfe.
Gleich mehrere meiner Trainingsteilnehmer waren früher aufgetaucht, um mich zu unterstützen.
Was so nett war, dass einige Mamas – und mir war ausgerechnet in diesem Moment eine Fliege ins Auge geflogen – fast auch ein Tränchen verdrückt hätten über so viel Allgemeinwohl.

Ich sitze den Samstag heute in einem Café ab! – Beschlossen und verkündet, genau wie, dass ich jetzt in mein Bett falle.


Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?
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