Hamburg lehnt Olympia ab. Oder: Hamburg macht Olympia 2036 platt.
Ganz ehrlich, ich hätte nicht damit gerechnet, dass man auf so viel Widerstand trifft. Die Mehrheit mit „Nein" entscheidet.
Der Erste Bürgermeister der Stadt Hamburg konnte seine Enttäuschung kaum verbergen. Seinen (vernünftigen) Kommentar zur Ablehnung von Olympia hätte es eigentlich nicht gebraucht. Umso bemerkenswerter fand ich es, dass er trotz des „Nein" der Bürger sagte, es sei richtig gewesen, die Entscheidung den Bürgern zu überlassen.
Spiele in Deutschland – Olympische Spiele – hätte ich gerne gesehen.
Als Nicht-Nordlicht und Nicht-Hamburger hatte ich allerdings ohnehin keine Stimme. Das Konzept dagegen, die Spiele 2036 mit vielen kurzen Wegen zu den Sportstätten zu gestalten, hätte mir gut gefallen.
Aber vielleicht war es einfach nicht der richtige Zeitpunkt für „Olympi(j)a".
Alles andere als Ablehnung erfuhr die deutsche Fußball-Herren-Nationalmannschaft beim Testspiel in Mainz gegen Finnland. 4:0 gewannen Deutschlands Elitekicker.
Mir hat vieles an dem Spiel gefallen.
Mehr als alles andere, Vater und Mama neben mir auf dem Sofa und mit ihnen das Länderspiel zu schauen – und dabei die zuvor in den Magen gewanderten Baguettes zu verdauen.
Am Samstag biss oder stach mich irgendein Sauding in den rechten Zeigefinger. Ich konnte nicht sehen, ob es ein Käfer, eine Biene, eine Hummel oder eine wandernde Mücke war – ein Tierchen mit Tücke jedenfalls.
Friedlich hatte ich auf einer Sitzbank Platz genommen, über mir ein grünes Blätterdach, nahe der Wormser Kaiserpassage, meine Tasche abgestellt.
Plötzlich spürte ich einen Schmerz im Zeigefinger. und kurz darauf im ganzen Körper.
Mir wurde heiß, als würde ich innerlich brennen. Ich würde behaupten, dass ich eine geschlagene Minute meinen Schmerz herausgeschrien habe. Wahrscheinlich dachten die Leute auf dem Platz, mich hätte der wilde Affe gebissen. Ich hätte es verstanden.
Als ich die Kontrolle wieder über mich gewann, pochte der Zeigefinger noch stark, und mir war weiterhin heiß.
Erst dachte ich daran, in der Apotheke etwas gegen „Biss oder Stich" zu holen, ließ es aber bleiben. Stattdessen ging ich im Eiltempo zum nächsten Wasserhahn und kühlte den Schmerz mit kaltem Wasser.
Wie gerne hätte ich dem Sauding den Mittelfinger gezeigt.
Doch der Mittelfinger blieb stecken – der Zeigefinger dafür noch eine Weile in der Luft.
Ein unfreiwilliges E.T.-Cosplay inklusive Gedanken an: „Nach Hause".
Das Jahr rennt. Schon ist Montag, der 1. Juni 2026.
Der Mittelfinger bleibt auch heute fest stecken – versprochen. Wobei ich, wenn ich derzeit die Nachrichten sehe, manchmal durchaus Lust hätte, ihn doch gelegentlich zu benutzen.
So bleibt es beim Hoffen, dass irgendwann nicht nur ein bisschen alles besser wird, sondern wirklich gut.
Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander. wer immer ihr auch seid!?