Tief im Wald

1 Monat 1 Woche her - 1 Monat 1 Woche her #5420
Tief im Wald wurde erstellt von Fizzy Lemon
Im Dickicht des Waldes verborgen findet sich ein Schuppen, von der Natur überwuchert.

 
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1 Monat 6 Tage her - 1 Monat 6 Tage her #5444
punktal antwortete auf Tief im Wald
Das ist meine Geschichte über Fizzy Lemon´s Bild mit seiner Vorgabe der Überschrift sowie seinem Satz. 
Die Namen sowie die Geschichte sind frei von mir erfunden.

Einleitung:
Die Figuren in der folgenden Geschichte heißen:
Igor ist ein nordischer Männername und bedeutet Held. (lt. google)
Sein voller Name: Igor Vito Marinori
Aurora bedeutet „Göttin der“ Morgenröte und stammt aus Mittelitalien/Nachbarn der Römer.  (lt. google sowie Wikipedia)
Ihr voller Name: Aurora Sabina Rieti
Tief im Wald 
Aurora und Igor waren schon seit ihrer Kindheit befreundet. Jetzt sind beide 18 Jahre alt. Es entwickelte sich über die Jahre aus der Freundschaft Liebe. Wie so oft saßen sie am Sonntag nach dem Mittagessen auf dem großen Steinfelsen. Er befindet sich auf der Südseite hinter ihrem Dorf, mittig zum Wald der 4 Wunder. Nur weiter waren sie noch nie.
Heute konnte Igor Aurora überreden einen Spaziergang in den Wald der 4 Wunder zu machen. Denn angeblich kommt man von dort zu einem magisch - schillernden See. Nur einmal schauen wie lange es dauert bevor es dunkel wird. Vielleicht braucht man ja Räder. Also ist es nur ein Erkundungsmarsch. Aurora hatte es bisher nämlich abgelehnt. Sie war viel zu ängstlich und es gruselte sie. Man konnte am Waldesrand gar nichts erkennen. Nur Gestrüpp, Bäume und Finsternis.
Aber da er nicht locker ließ, und es außer ihrer Angst nichts Negatives gab was beide abhalten hätte können, gab Aurora schließlich unter der Bedingung nach, dass er sie dafür nach diesem Ausflug am Abend zum Tanzen und zum Essen einladen muss.
Igor hatte so eine lebhafte, wilde Art, dass er sie hoch hob, sich mit ihr drehte und vor Freude lachte. Aurora fand das gar nicht prickelnd. Sie hämmerte sanft gegen seine Brust und fauchte ihn an: „Igor Vito Marinori, lass mich sofort hinunter!“
Immer noch lächelnd setzte er sie sanft ab, nahm ihre Hand und spazierte am schmalen Weg über die Lichtung zum Wald.Doch Aurora blieb kurz davor wie angewurzelt stehen und sah Igor ängstlich, fragend an.
Doch bevor sie etwas sagen konnte küsste er sie sanft auf den Mund, erwiderte liebevoll ihren Blick und nickte nur. Zuerst gingen sie langsam, immer den Blick umher schweifend. Doch es roch angenehm nach Moos, Pilzen und Holz. Es war eine angenehm kühle Luft, und man hörte nicht wirklich etwas. Ab und zu einen Vogel vielleicht, oder was auch immer das war. Es war absolut nichts bedrohlich und so beschleunigten sie ihr Tempo.
Doch plötzlich glaubte Aurora etwas gesehen zu haben. Igor schmunzelte, legte seinen Kopf leicht schräg und meinte liebevoll: „Echt jetzt?“
Ihr Blick war so ernst und ihre Haltung wirkte fast schon beleidigt, dass er nach gab und mit ihr seitlich zum Waldesrand ging.
Doch tatsächlich, einige Meter entfernt im Dickicht des Waldes verborgen findet sich ein Schuppen, von der Natur überwuchert.
Jetzt lachte Igor laut auf und Aurora reagierte indem sie ihn in die Seite stupste.„Was ist nun wieder sooo lustig?“, fragte sie ihn genervt. Igor sah sie ungläubig an und meinte: „Ja erinnert dich das hier gerade denn an gar nichts?“ Und wieder hatte er einen breiten Grinser im Gesicht. „Also ehrlich gesagt, Nein. Und ich find die Situation im Moment auch nicht lustig. Ganz im Gegenteil.“ Mit noch ernsterer Stimme fügte sie hinzu: „Lass uns umkehren, wir sind lange genug unterwegs.“
Igor konnte trotz der vielen gemeinsamen Jahre einfach nicht glauben wie ängstlich Aurora ist. „Was soll denn passieren? Es steht leer, das siehst du doch. Total verwildert ist es auch. Wir müssen ja nicht hinein gehen.“
Nun sprudelte es nur so aus Aurora heraus: „ Du wagehalsiger Egomane. Siehst du es nicht? Da hinten links lauert doch ein Puma. Und was ist in dem Brunnring wo die Äste drauf lagern? Und diese Schlingpflanzen am Boden? Und außerdem ist ein falscher Zaun da. Ich klettere weder zwischen den Brettern durch, noch klettere ich da  drüber!“
Igor zuckte mit den Achseln und resignierte. „Okay, wir drehen um. Aber das mit dem Puma erklärst du mir noch einmal.“ Da er eine Frohnatur war lachte er natürlich wieder. Sie fühlte sich nicht ernst genommen und schmollte etwas. Dann blieb sie abrupt stehen, sah ihn an und schleuderte ihm an den Kopf: „Du gibst ja eh keine Ruhe bevor du diesen verflixten Schuppen nicht von innen gesehen hast.  Kannst du ja gern machen, aber ohne mich.“ Dann setzte sie ihren Weg Richtung Dorf mit stampfenden, schnellen Schritten fort. Er wusste im ersten Moment nicht wie ihm geschieht oder wie er reagieren soll. Deshalb schüttelte er nur seinen Kopf und schmunzelte verlegen. Nun musste er sich aber sputen um sie noch einholen zu können. Nach einem kurzen Sprint ging er neben ihr und sagte ganz ruhig und beiläufig: “Werd ich auch.“  Dabei vermied Igor sie anzusehen. Aurora schwieg eine ganze Weile. Erst als sie aus dem Wald waren seufzte sie erleichtert auf, und nahm wieder seine Hand. So gingen sie bis zum Steinfelsen wo sich wieder wie gewohnt draufsetzten.
„Können wir jetzt in Ruhe noch einmal drüber reden?“, fragte Igor mit sanfter Stimme und liebevollem Blick. „Aurora, du darfst auch anfangen. Als Gentleman lass ich dir den Vortritt. Ladies first.“
„Man kann dir gar nicht lange böse sein. Igor, du lächelst ständig.“ Nun musste sie auch schmunzeln. „Was meintest du damit, ob mich der Schuppen an was erinnert?“ Nein, ich wüsste nicht woran.“
Er nickte nur, lächelte und sah sie mit diesem Blick an, wo ihr warm ums Herz wurde. „Liebste Aurora, ich war froh, dass ich es dir nicht sofort sagen musste. Jetzt fürchtest du dich ja nicht mehr. Ich dachte dabei an das Märchen von Hänsel und Gretel.“ Und wieder lachte er schallend.
„Stimmt, jetzt hab ich keine Angst mehr. Uuuund lustig find ich es noch immer nicht.“
Abermals strafte sie ihn mit diesem bösen Blick. Worauf er nur noch mehr lachte. Sie gab ihm mit den Worten: „Du bist unmöglich“, einen Klaps auf die Schulter.
Liebling sag mir doch: „Welchen Puma hast du gesehen? Und was soll in dem Brunnring sein?“ Er musste sich sehr bemühen um nicht wieder zu kichern.
„Du nimmst mich ja doch nicht ernst“, maulte sie wieder. „Ich hab eben links hinten beim Baum ein großes Katzengesicht gesehen. So groß ist aber keine Katze. Also muss es ein Puma sein.“ Und Was steckt man schon in einen Brunnring und/oder vergisst es da?“ Sie schaute ihn provokant, fragend an und fuhr fort. „Na, mein Liebster? Jetzt fällt dir wohl nichts mehr ein, oder?“ Nach einer kurzen Denkpause meinte er etwas patzig: „Stimmt, aber ich werd dem aufn Grund gehen. Geh ich eben in meiner Freizeit alleine hin. Du wirst schon sehen, dass da nix ist. Aber eins würd mich wirklich interessieren. Warum hat der Wald so einen eigenartigen Namen. Ist der Schuppen vielleicht das erste Wunder? Und der See das 4.te?“
Aurora wusste es hat keinen Sinn mit ihm darüber zu reden. Wenn sich Igor was in den Kopf gesetzt hat, zieht er das auch durch. „Ist mir im Moment ehrlich gesagt egal Igor. Mir ist kalt und ich bin hungrig. Lass uns gehen und du mein Lieber wirst dein Versprechen einhalten.“ Nun hüpfte sie vergnügt vom Stein und lief lachend in Richtung Dorf. Igor sah Aurora eine zeitlang nach. Sie ist noch so unschuldig unbekümmert, und er liebt sie von ganzem Herzen.
Nun rutschte auch er vom Stein und rannte wieder hinter ihr her.
Der Abend verlief harmonisch, denn Igor löste sein Versprechen ein.
In den nächsten Tagen wurde es still um das Paar. Doch sie telefonierten jeden Abend.
Igor erzählte Aurora, dass er schon einige Male bei dem Schuppen war, es aber keine ungewöhnlichen Vorkommnisse gab. Der vermeintliche Puma, war wirklich eine Katzenskulptur aus Holz. Nur eben von Gebüschen umringt. Und im Brunnenring war eine alte Turbine eines Schiffes. Aber Igor bewunderte ihren scharfen Blick. Er konnte das nämlich alles nicht erkennen.
Aurora fühlte sich langsam einsam, denn sie sah Igor jetzt schon eine ganze Weile nicht.
Und jedes Mal hatte er eine andere Ausrede. Nur ihre Eltern strahlten von Tag zu Tag mehr.
Sie fand es merkwürdig und je länger es dauerte umso ungeduldiger und sogar zorniger wurde sie.
Nach 4 Wochen des Verschiebens und Wartens fauchte Aurora beim abendlichen Telefonat Igor an: „Was glaubst du wie lange ich mich noch vertrösten lasse? Und welches Geheimnis hast du mit meinen Eltern? Ihr denkt wohl ich bin blöd, oder was?“
Jetzt erst fiel Igor auf, wie viel Zeit vergangen war. Er tröstete sie und versprach, dass er mit ihren Eltern gemeinsam in 3 Tagen das Geheimnis lüften wird.
Aurora war noch immer sehr verärgert, aber lenkte drohend ein: „Wehe wenn nicht! Dann siehst du mich nie wieder!“ Mit einem knappen „Gute Nacht bis in 3 Tagen“ beendete sie das Gespräch.
Natürlich verging Aurora die Zeit viel zu langsam. Sie konnte an nichts anderes mehr denken. Ständige überlegte sie was die 3 wohl ausbrüten. Sie hasste es nicht eingeweiht zu sein und kein Mitspracherecht zu haben. Und Geduld gehört auch nicht unbedingt zu ihren Stärken.
Endlich war es Wochenende und der Samstag da.
Frau Rieti klopfte an Auroras Zimmertür: „Komm, steh auf Aurora. Das Frühstück ist fertig. Zieh´ dir bequeme Schuhe an. Wir gehen in 45 Minuten los.“
Aurora war natürlich schon lange fertig. Nur die Schuhe musste sie austauschen. Sie lief die Treppe hinunter und begrüßte fröhlich, aber sehr aufgeregt ihre Eltern mit einem: „Guten Morgen Pap´s, guten Morgen Mama.“In drei Schlucke war das Häferl leer, und den Kuchen stopfte sie nur so in sich hinein. „Aurora!“, ermahnte sie ihre Mutter. Mit einem aufgesetzten Unschuldsblick und noch vollem Mund meinte Aurora: „Üch bün fertüch.“ Ihr Vater lächelte und gab ihr einen Klaps auf den Po: „Na dann los Süße.“
„Wo gehen wir denn hin? “, wollte sie jetzt dann doch wissen. „Wir treffen uns mit Igor am Steinfels“, kam es gelangweilt von ihrem Vater zurück.
Aurora hob verwundert die Augenbrauen, und sagte auch in diesem Tonfall: „Okay.“
Igor wartete schon mit einem wunderschönen Wiesenblumenstrauß.
Aurora überlegte kurz und meinte dann: „Ist irgend was? Ich hab´ mal fix nicht Geburtstag. Wir haben nicht Jahrestag. Warum die Geheimnisse und die Blumen?“
Igor begrüßte zuerst ihre Eltern, kniete sich dann vor Aurora und reichte ihr die Blumen. „Deinen Vater hab ich schon gefragt Aurora.“ Ihr schossen Tränen in die Augen. „Nun frag ich dich mein Liebling.“ Ein kurzes Aufflackern in seinen Augen und dieser schelmische Grinser. Aber von all dem bekam sie vor Aufregung nichts mit. Dann kam endlich seine Frage.  „Willst du mit mir jetzt und für alle Zeit ... schon einmal ... zusammen ziehen?“
Sie dachte, sie hat sich verhört. Am liebsten hätte sie ihm den Blumenstrauß am Kopf geknallt. Stattdessen kam ihr Teufelchen zum Vorschein. Sie lächelte ihn süffisant mit einem Lächeln an und sagte zu ihm: „ Oh welch brillante Idee. Warum bin ich nicht selbst darauf gekommen? Lasst uns das feiern gehen.“ Sie umarmten und küssten sich. Aurora wollte wieder ins Dorf, doch Igor hielt sie zurück. „Du gehst in die falsche Richtung“, meldete sich nun auch ihre Mutter zu Wort. Aurora stockte der Atem und sie stammelte: „Ihr, … also ihr, bzw. wir … wir gehen doch nicht in den Wald, oder? Nun lachte Igor und auch ihre Eltern stimmten mit ein.
„Doch, wir gehen zusammen in den Wald. Und du brauchst absolut keine Angst haben. Wir gehen alle gemeinsam, versprochen“, sagte Igor sanft aber bestimmt.Aurora dachte so bei sich: Jetzt sind wir bestimmt bald bei der Scheune. Und er zahlt es mir heim, dass ich damals nicht mitgegangen bin. Aber meine Mutter ist auch mit. Eigenartig.
Und tatsächlich, sie waren kurz davor. Nur noch eine Kurve entfernt. Aurora traute ihren Ohren nicht. Sie hörte leise Musik. Und dort wo es früher dunkel war, gab es einen Lichtschimmer. Jetzt war ihre Neugierde geweckt. Sie ließ Igors Hand los und ging auf das Licht zu.
„Iiiiigooooor, Mamaaa, Pap´s kommt her. So etwas habt ihr noch nicht gesehen.“, sie traute ihren Augen nicht. Statt dem Schuppen stand da ein wunderschönes kleines Haus mitten im Wald.
„In all der Zeit wo wir getrennt waren, habe ich es mit der Hilfe aller für uns gebaut. Aurora, all unsere Familienmitglieder und Freunde sind hier. Willst du meine Frau werden und hier mit mir wohnen?“ Nun brachen alle Emotionen aus ihr heraus. Sie sprang ihm förmlich an den Hals, küsste ihn und sagte sehr laut: „JA!“
Sie lebten bis an ihr Ende glücklich und furchtlos in dem Haus im Wald, ohne je hinter das Geheimnis über den Namen des Waldes der 4 Wunder gekommen zu sein.

  

(Houzz Magazine de, Modernes Farmhaus mitten im Wald. Seattle, USA
Experten: RW Anderson Homes )   
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1 Monat 6 Tage her #5445
Fizzy Lemon antwortete auf Tief im Wald
Eine schöne und märchenhafte Lovestory hast du da geschrieben, punktal. Habe ich sehr gerne gelesen.
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1 Monat 6 Tage her #5446
punktal antwortete auf Tief im Wald
Vielen Dank Fizzy Lemon für deine Meinung und das Lob, ich freue mich sehr darüber.
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1 Monat 5 Tage her #5447
Freundchen antwortete auf Tief im Wald
Da kann ich Fizzy Lemon nur zustimmen. Eine wirklich schöne und rührende Kurzgeschichte, passend zum Bild. Du hast einen tollen Schreibstil. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen!
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1 Monat 4 Tage her #5448
punktal antwortete auf Tief im Wald
Danke Freundchen für das viele Lob
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