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5 Minuten Lesezeit (996 Worte)

„Der 55. Geburtstag mit Bekanntschaft und Verwandtschaft oder das krümelige Dinner “

Der 60. Geburtstag entpuppte sich als ein 55. Geburtstag.
Wer kommt aber auch auf den Gedanken, dass jemand beschließt, den 55. zu feiern, anstatt einen wirklich runden?
Hintergrund ist – der Jubilar musste seinen 50. aufgrund von Corona absagen.

Wir – die Familie – waren auf einem wunderschönen Weingut eingeladen. Herrliches Ambiente. Sieht man mal von der A420 ab, wo die Autos und Motorräder doch des Öfteren Straßenlärm bis in unsere Ohren trugen.

Wir waren die ersten Gäste. Was daher rührte, dass Mama unbedingt früh losfahren wollte. Um 17 Uhr 30 waren wir geladen, wir standen jedoch bereits um 5 nach 5 geschniegelt und gebügelt vor dem Jubilar, um ihm unsere nachträgliche Gratulation auszusprechen.

Bald darauf hagelte es Gäste und Geburtstagswünsche auf den Gratulanten nieder. Der jedoch zeigte sich unbeeindruckt und fand für alle freundliche und offene (Dankes-)Worte. Mir wäre dieses Schlange stehen und Glückwünsche im Akkord abzuarbeiten wahrscheinlich schon zu stressig gewesen.

Irgendwann waren alle dann durch – und wir machten uns kurz mit den anderen „Party-People" bekannt oder frischten Bekanntschaften auf.

Auch lernten wir die Sprösslinge vom Spross unserer Mutters Cousin kennen.

Vater fragte – bevor ich ihn bremsen konnte – nach, ob ich denn einige Fotos von dem Fest machen sollte. Anstatt einfach „nein" zu sagen, wurde uns erklärt, dass eine Fotografin bestellt worden sei.

Eine Fotografin, die wir nicht zu Gesicht bekamen. Ich vermute ja, sie saß in einem der Bäume und fotografierte von dort, um natürliche und ungestellte Bilder vom Partyvolk zu erhalten.

Lediglich die Freundin des Gratulanten machte hier und da Bilder – wobei die Gäste einen goldenen Bilderrahmen festhalten sollten, hindurchblicken und nach Möglichkeit auch noch für das Party-Fotoalbum lächeln.

Der Jubilar bat darum, dass wir Platz nehmen sollten.
Wir wechselten in die Speisearea. Bekamen dort gute Tische. Insgesamt, fand ich, saßen die Leute für eine Geburtstagsfeier viel zu weit auseinander. So, dass dann die gewohnten Familienblocks zusammensaßen. Die Chance, neue Leute kennenzulernen – sieht man von der Buffetschlange oder der Tanzfläche ab – war eher gering.

Wir bekamen einen Sechsertisch. Dort saßen Vater, Mama, Mamas Bruder plus Ehefrau, Bruder und ich.
Mamas Schwester meinte, Bruder und ich sollten doch an den Tisch von unseren Cousins und Cousinen sowie deren Partner wechseln. Bruder nahm das Angebot an. Ich nicht.
Die Tante wechselte stattdessen zu uns an den Tisch.

Meine Cousins und Cousinen und auch deren Partner sind freundliche Zeitgenossen – doch mich zog es absolut nicht an ihren Tisch. Sie hielten es bei Familientreffen in den vergangenen Jahren ja auch nicht anders.

Zwei, drei blöde Sprüche durfte ich mir dennoch anhören:
„Der traut sich nicht zu uns an den Tisch" – war einer davon.
Woraufhin ich einmal sagte: „Stimmt genau. Wie manche in den vergangenen Jahren nicht zu mir."

Danach kam das Thema Platzwechsel nicht mehr zur Sprache.

Zu zynisch von mir? Definitiv ja.
Jedoch ungespielt und so gewollt.

Papa war in Höchstform. Mama freute sich einfach, ihre Cousinen, ihren Bruder und ihre Schwester um sich zu haben. Und Bruder plapperte hörbar und beherzt mit unseren Cousins, Cousinen und deren Partnern.

Der Jubilar erzählte von seinem Lebenslauf.
Beeindruckend. Vor allem der Teil, in dem er über seinen schon seit mehreren Jahren verstorbenen Vater sprach. Der eine harte Kindheit erlebt hatte, dies ihn oder seinen Bruder jedoch niemals spüren ließ.

Noch mehr schätzte ich allerdings seinen Appell gegen gewisse Parteien (die er nicht beim Namen nannte) und dass man auf deren Versuche, Demokratie, Freiheit und Menschenwürde zu untergraben, nicht hereinfallen solle.

Hätte er lange Haare gehabt, einen Bart, ein langes Gewand und Sandalen – er hätte mich mit seinem einnehmenden Predigerton glatt an jemanden aus längst vergangenen Zeiten erinnert.

Das Personal des Weingutes war schwer auf Zack.
Immer aufmerksam, höflich und vor allem sehr schnell und gastfreundlich orientiert.

Das Essen war interessant. Wenn auch ganz sicher nicht so unbedingt meines.
Es gab auf einem silbernen Ständer: einen dunklen, harten Nacho-Chip und zwei helle in den anderen vorgesehenen Fülllöchern. Dort wurde von der Weingut-Crew Vegetarisches eingefüllt. Mehrere Krautblätter, darin zu finden: Blaubeeren (die mich an Vogelbeeren erinnerten), Mais, Erbsen und Kleckse von einer orangenen Soße.

In die hellen, weichen Nachos kamen Hühnchen – und in den anderen Rind.

Schmeckte okay.
Und was mir gar keinen Spaß bereitete: wie die Nachos mit Inhalt krümelten.
Wir an unserem Tisch – und soweit ich sah, machten das 99 % der anderen Gäste auch so – benutzten die Hände ohne Besteck.

Pappig – wohlschmeckend, aber pappig.
Etwas, das man essen kann, ich jedoch wahrscheinlich nicht mehr brauche.

Später zum Nachtisch gab es Käseplatten, dazu Fleischwurst, Brötchen und jede Menge leckerer Pudding in kleinen Gläsern.

„Weck, Worscht un Woi – des muss aus Rhoihesse soi."
… und so war es natürlich auch.

Die Musik war anfangs ausgezeichnet. Ein Duo spielte auf – sie braunhäutig, schlank, mit langen Locken, in die sich immer mal wieder eine blonde Farbschattierung geschlichen hatte, er trainiert, großartig im Gesang und an der Gitarre.

Vor allem die Coverversionen von „My Love Is Your Love" und „Stand by Me" machten den Ohren besondere Freude.

So gedämpft und unaufdringlich die Musik während des Essens war, so gesprächsübertönend war sie später.

Ich verlebte einen lustigen Abend auf dem schönen Weingut.
Gebraucht hätte ich ihn nicht.

Doch die Stimmung an unserem Tisch war durchgehend gut.
Vater tat es gut, mal wieder herauszukommen und Mama noch viel mehr, auch wenn sie uns gegenüber zu oft wiederholt, dass sie dieses Ausgehen eigentlich nicht mehr braucht.

Doch Papa lässt nicht zu, dass sie sich zuhause einmummelt.
Das ist gut so.


Gegen 22 Uhr 30 waren wir wieder zuhause.
Bruder wäre gerne noch länger geblieben – wir anderen aus der engsten Familie nicht wirklich.

Umso schöner war es, mit Vater wie gewohnt „das aktuelle Sportstudio" zu sehen und alles aus der Woche – und besonders den kurz zuvor erlebten Festakt – auf der Wohnzimmercouch in milden und wilden Sprüchen und Wortspielchen durch den Kakao zu ziehen.




Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?

„Beein-DRUCKT“
 

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Sonntag, 03. Mai 2026

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