John Baker Sander saß mal wieder in der Küche vor seiner Sanduhr und las in einem Buch über die Venus. Mit großen Augen las er von üppigen Dschungeln und barbusigen Frauen, die die Oberfläche des Abendsterns bevölkern sollen. Er kicherte leise in sich hinein und überlegte, ob man als Mensch je zur Venus fliegen können würde. Seine Gedanken kreisten weiter und eine Idee jagte die nächste. Voller Tatendrang ging er in den Keller und bastelte sich aus einer alten Waschmaschine eine Venuslandesonde mit Möbelsprayantrieb. Stolz betrachtete er sein Werk und ließ einen Juchitzer los, weil er das ganz alleine und ohne Hilfe zustande brachte. Sodann packte er seinen Rucksack und überlegte, was er denn alles brauchen würde. Eines war John jedenfalls klar: Eine Strickweste muss mit. Er hat IMMER eine Strickweste in seinem Rucksack - egal wie warm es draußen auch sein würde! Dass auf der Venus im Schnitt eine Temperatur von ca. 460 Grad Celsius herrscht war ihm wurscht. Als er genug in seinem Rucksack verstaut hatte, also getrocknete Steaks, Schuhdeo und Shampoo, nahm er die Waschmaschine - pardon, seine Venuslandesonde - auf eine Sackkarre und brachte sie hinaus in den Garten. Dort zwängte er sich durch das Bullauhe, schloss es und drückte auf den Startknopf. Mit einem ungeheuren Zischen und dem Duft von Tannennadeln, die dieses Möbelspray ihr Zuhause olfaktorisch in einen Wald verwandelt^^, schoss die Polyboy 1 - wie John seine Sonde nannte (er nennt ja auch sein Bett Bettina oder seinen Christbaum Tannja) in die Stratosphäre. Noch ein beherzter Schuß Möbelspray und es ging geradewegs zu unserem Nachbarplaneten: Der Venus!
Doch zu Johns Bedauern gibt es auf der Venus keine Dschungel und keine barbusigen Frauen. Die toxische Atmosphäre stank nach faulen Eiern (EIER!!) und die schwefligen Stürme peitschten einem nur so um die Ohren. Die giftige Gashülle, die die Atmosphäre des Planeten bildet, drück mit dem 92-fachen Gewicht der Erdhülle auf einen. Noch bevor Johns Polyboy 1 landen konnte, wurde sie und damit auch er wie eine Energydrink-Büchse zerdrückt. Was als kleiner Metallknäuel auf dem felsigen Grund aufkam, wurde von der Atmosphäre binnen Minuten zu kleinen Semmelbröseln verwittert.
»Essen ist fertig"«, rief es aus der Küche und John schrak auf. Er ist doch tatsächlich am Küchentisch beim Lesen eingeschlafen und hatte alles nur geträumt. Erleichtert atmete er auf, jedoch schluckte er, als seine Mutter ihm Venusmuscheln servierte.