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2 Minuten Lesezeit (434 Worte)

„Ein Dienstag zum Abkühlen und Wohlfühlen“

Bis gegen 15 Uhr 30 waren es noch um die 29 °C.
Während ich in der Turnhalle für meine jüngste Sportgruppe Übungen aufbaute – Geräte und Langbänke durch die Halle schob – setzte der Regen ein.

Innerhalb weniger Minuten hatte sich die Stimmung verändert.
Der Himmel schwarz, die Erde nass.Die Stimmung erinnerte an einen müden Herbstmittag, einen jener Tage, an denen es einfach nicht richtig hell werden will und man permanent das Gefühl hat, es wäre schon 17 Uhr.

Auch in der Übungsstunde war die Stimmung anders, fast ein wenig andächtig. Die Eltern redeten weniger miteinander, die Kinder hockten in den Pausen einfach nur friedlich zusammen, aßen aus ihren Brotboxen und tranken aus ihren Trinkflaschen.

Die Übungen wurden ohne großes Trara ausgeführt. Beim Abbau glänzten die Eltern mit besonderem Engagement. Wobei ich mich hier nicht beschweren kann, da gerade dieser Elternjahrgang meiner Jüngsten besonders hilfsbereit ist.

Am Abend fand ich in meinem E-Mail-Fach eine Nachricht, in der mir jemand anbot, Wettkampfkleidung oder andere Dinge für meine Abteilung zu sponsern.
Ich hätte zur Fastnachtszeit die Halle mit ihr und ihrer Gruppe bereitwillig geteilt. Ehemann und die Mailschreiberin hätten eine Stiftung gegründet und würden gerne helfen. Ich habe mich versucht zu erinnern, wie die Mailschreiberin aussieht – doch weder der Name noch ihr Gesicht sind in meinem Kopf verankert.

Der Inhalt war so detailverliebt vorgetragen, dass Schindluderei ausgeschlossen ist.
Dennoch werde ich sie vertrösten müssen, denn natürlich muss das erst mit Vorstand und Co. abgesprochen werden.

Gefreut und geehrt hat es mich dennoch, dass jemand überhaupt über so eine Unterstützung nachdenkt.


Mit meinem Vater war ich auf dem Wertstoffhof, wo zwei der Weihnachtsmänner (die Bärte sind schon wieder ein Stück länger) in ihrem Kabuff saßen und aus dem Fenster zuschauten, wie Papa und ich – während es weiter stark regnete – unseren Rasenschnitt abgeladen haben.

Ich musste so lachen, als Vater im Auto sagte, der eine sei früher ab und zu ein Riesen-Ars… gewesen.
Ich dachte aber auch: Wir waren sicher irgendwann schon mal alle, irgendwo, irgendwann, irgendwie – mit den legendären Ausnahmen, die es immer gibt – in irgendeiner Situation ein Riesen-Ars….

Letzter Stopp vor daheim war ein Discounter unseres Vertrauens, den wir für unsere Verhältnisse in Rekordtempo durchliefen.


Ich sitze hier mit ausgeschaltetem Licht am Schreibtischstuhl und finde die Stimmung gerade wieder sehr schön. Durch das offene Fenster kommt ein luftiges, aber angenehmes Windchen, bei den Nachbarn schräg gegenüber brennt ein Licht, das in der Dunkelheit warm wirkt.

Das war ein Dienstag – äußerlich zum Abkühlen und innerlich zum Wohlfühlen.




Passt gut auf euch auf und seid nett zueinander, wer immer ihr auch seid!?
„Immer dasselbe“
 

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