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Donaldson Toussaint L'Ouverture Byrd II (* 9. Dezember 1932 in Detroit, Michigan; † 4. Februar 2013 in Dover...
Donaldson Toussaint L'Ouverture Byrd II (* 9. Dezember 1932 in Detroit, Michigan; † 4. Februar 2013 in Dover (Delaware]) war ein US-amerikanischer Trompeter (gelegentlich auch Sänger) des Modern Jazz. Er war der meistverkaufte Musiker des Labels Blue Note; sein 1973 erschienenes Jazz-Funk-Album Black Byrd gilt als größter Verkaufserfolg des Labels. Später erreichte er als vielfach gesampleter Künstler über Hip-Hopper wie Nas, The Pharcyde und Jazzmatazz ein neues Publikum.

Donald Byrd war der Sohn eines Methodistenpfarrers und Musikers. 1951/52 spielte er während seines Wehrdienstes in einer Air Force Band. Dann studierte er bis 1954 an der Wayne State University, danach an der Manhattan School of Music Musikpädagogik; 1971 promovierte er an der University of Colorado School of Education. Mit den Detroiter Musikern Yusef Lateef und Bernard McKinney nahm er im August 1955 sein Debütalbum für Delmark auf (First Flight).
Er trat mit George Wallington, Max Roach (1956), Art Blakey (1955, als Mitglied der Jazz Messengers), Sonny Rollins, Jackie McLean, André Hodeir, Red Garland (1957), John Coltrane, Gigi Gryce (mit dem er 1957 gemeinsam eine Formation leitete) und Thelonious Monk auf, leitete von 1958 bis 1961 eine Jazzband mit dem ebenfalls aus Detroit stammenden Pepper Adams und ging auf Europareise.
Mit dem Album Off to the Races begann 1958 seine Zusammenarbeit mit dem Blue-Note-Label; seine dort eingespielten Alben der 1960er Jahre umfassen z. B. Cat Walk (1961) und A New Perspective (1963) mit dem populären, von Chor begleitetem Christo Redentor, das seine Nähe zur Gospelmusik zeigt. Anfang der 1960er Jahre wendete er sich dem Soul Jazz zu und hatte ein eigenes Quintett, u. a mit McCoy Tyner, Herbie Hancock, Butch Warren, Billy Higgins, Hank Mobley, Sonny Red, Walter Booker und Freddie Waits. Daneben unterrichtete er Anfang der 1960er Jahre an der Music and Art High School in New York. 1962 und 1963 studierte er am Amerikanischen Konservatorium in Fontainebleau bei Nadia Boulanger Komposition. In Paris trat er 1964 mit Dexter Gordon und auch mit Eric Dolphy auf (Last Recordings); im selben Jahr spielte er auf den Ruhrfestspielen in einer Bigband-Produktion mit Musikern wie Albert Mangelsdorff, Rolf Kühn, Klaus Doldinger und Sahib Shihab. 1965/66 arrangierte er für das norwegische Radioorchester und wandte sich um diese Zeit auch wieder verstärkt der Lehre an der Music and Art High School in New York zu. Außerdem gab er Privatunterricht und Clinic-Workshops für die National Stage Band Camps. 1968 studierte er bei einem Afrika-Aufenthalt afrikanische Musik.

Sein von Fonce und Larry Mizell produziertes Album Black Byrd wurde 1973 zum Bestseller in der bisherigen Firmengeschichte von Blue Note. Nachdem er in den 1980er Jahren hauptsächlich funkorientierte Musik gespielt hatte, kehrte er in den späten 1980er Jahren zum Jazz zurück und trat mit Musikern wie Joe Henderson, Bobby Hutcherson, Kenny Garrett und Mulgrew Miller auf. Seit den 1950er Jahren spielte er mehr als fünfzig Alben ein.

Von 1971 bis 1975 unterrichtete er an der Howard University, wo er Chef des Black Music Departments war; 1974 gründete er mit seinen Studenten die Band The Blackbyrds, deren erfolgreichen Song Walking In Rhythm er produzierte. Weiterhin lehrte er an der Hampton University, der Rutgers University, der North Texas State, und nach einem Abschluss in Jura (1976) an der North Carolina Central University und der Delaware State University.

Quelle : Wikipedia
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Sophisticated Lady - Pepper Adams

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All Star Swing Festival

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Thad Jones & Mel Lewis Big Band 1970

Das Thad Jones/Mel Lewis Orchestra war eine US-amerikanische Bigband unter Leitung von Thad Jones und Mel Lewis, die...
Das Thad Jones/Mel Lewis Orchestra war eine US-amerikanische Bigband unter Leitung von Thad Jones und Mel Lewis, die von 1965 bis 1978 bestand. Sie gilt nach Ted Gioia als eine der berühmtesten und glänzendsten Bigbands ihrer Zeit. Joachim Ernst Berendt zufolge war sie in den 1970er-Jahren „das musikalisch am meisten überzeugende Orchester unter allen neueren Big Bands.“
The Thad Jones/Mel Lewis Orchestra wurde 1965 zunächst von Studiomusikern als Probenband gegründet. Sein Debüt hatte die Bigband am 7. Februar 1966 im New Yorker Jazzclub Village Vanguard. Mit diesem Konzert begann die über vierzig Jahre währende Tradition der montäglichen Auftritte des Thad Jones/Mel Lewis Jazz Orchestra, aus dem nach Thad Jones’ Ausscheiden 1978 das Mel Lewis Jazz Orchestra und schließlich das Vanguard Jazz Orchestra hervorging. Thad Jones und Bob Brookmeyer (der im Orchester Ventilposaune spielte) waren verantwortlich für die meisten Arrangements, die Thad Jones' Eigenkompositionen Mean What You Say und Don't Ever Leave Me bekannte Jazzstandards wie Polka Dots and Moonbeams, Lover Man und Willow Weep for Me arrangierten. In der Band waren in der Gründungsbesetzung Thads Bruder Hank Jones, Jerome Richardson, Pepper Adams, Snooky Young, Jerry Dodgion und Eddie Daniels die Solisten. Nach Ansicht von Dee Dee Bridgewater, die vier Jahre im Orchester sang, war vor allem Thad Jones für „den kreativen Aspekt“ verantwortlich, während Co-Leader Mel Lewis für das Geschäftliche zuständig war. Als Arrangeure fungierten auch die beteiligten Musiker Garnett Brown und Tom McIntosh.
Billy Harper (2007)

1966 trat die Bigband auf dem Newport Jazz Festival auf. In der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre folgten eine Reihe von Aufnahmen für das Label Solid State Records, bei denen auch die Gastvokalisten Joe Williams und Ruth Brown mitwirkten. Anfang 1970 spielten bei dem von Sonny Lester produzierten Album Consummation, Richard Cook/Brian Morton zufolge „eines der besten Bigbandalben seiner Zeit“, u. a. auch Richard Davis, Jimmy Buffington, Julius Watkins, Roland Hanna, Joe Farrell, Richie Kamuca, Billy Harper, Benny Powell, Eddie Bert, Jimmy Knepper, Al Porcino, Marvin Stamm und Howard Johnson in dem Orchester.

Anfang der 1970er-Jahre unternahm das Orchester zahlreiche nationale und internationale Tourneen, jährlich in Europa, mehrmals in Japan und 1972 auch in die Sowjetunion. 1976 entstand ein Livealbum mit der Organistin Rhoda Scott; 1977 folgten Aufnahmen mit der Sängerin Monica Zetterlund. In einer der letzten Besetzungen 1978 spielten auch Musiker wie Steve Coleman, Charles Davis, Jesper Lundgaard, Jim McNeely, Dick Oatts und Bob Rockwell in der Band. Zu Beginn des Jahres 1979 zog Thad Jones nach Skandinavien; Mel Lewis führte das Orchester unter seinem Namen weiter; er verpflichtete Bob Brookmeyer als Hauptarrangeur und „gab den Bläsergruppen durch Hinzunahme eines Frenchhorns und der Bassklarinette neue Farben.“ Nach Mel Lewis’ Tod 1990 wurde dessen Bigband als das Vanguard Jazz Orchestra weitergeführt; anfangs agierte Pianist Jim McNeely (ein Veteran aus der Jones/Lewis-Band) als Composer in Residence. Gegenwärtig (2013) wird das Vanguard Jazz Orchestra von John Mosca geleitet.

J. E. Berendt zufolge „machen [sie] keine Zugeständnisse an den Rock-Geist des Tages und haben es gleichwohl verstanden, einen großorchestralen Jazz zu schaffen, dem niemand das Attribut 'zeitgenössisch' versagen wird. Die Erfahrungen des Jazz aller Epochen, einschließlich des Jazz der sechziger Jahre und der Musik John Coltranes und der Post-Coltrane-Ära sind in die Arrangements geflossen. [...]“. Thad Jones und Mel Lewis sei es „gelungen, ihrem Orchester nun schon über Jahre hinweg unter Verzicht auf Instrumentations-Tricks und modische Mätzchen einen leicht identifizierbaren sound zu geben.“ Gary Giddins verglich das Orchester mit der Bigband von Gil Evans (The Monday Night Orchestra) und den verschiedenen Ensembles von Charles Mingus.

Nach Ansicht von Martin Kunzler hat die Thad Jones/Mel Lewis-Band „dem großorchestralen Jazz, als ihm keine Chance mehr zu bleiben schien, neue Wege gewiesen.“

Das Orchester wurde mehrmals für den Grammy nominiert; 1967 in der Kategorie beste Jazz- Instrumental-Darbietung – Big Band (Live at the Village Vanguard), 1969 (Central Park North), 1970 (Consummation), 1975 (Potpourri) und 1976 (New Life). 1975 erhielt es die Auszeichnung für das beste Instrumental-Arrangement für Living for the City (aus dem Album Potpourri) und 1978 für die beste Jazz-Instrumental-Darbietung – Big Band (Album Live in Munich). Des Weiteren war die Bigband von 1972 bis 1977 mehrmals Gewinner sowohl des Critics' Poll als auch des Readers' Poll des Down Beat.

Quelle : Wikipedia
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The Legendary Miles Davis

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Chet Baker - Last Interview

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Chet Baker Live At Ronnie Scott´s

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Walkin´/ The Theme - John Coltrane

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Jorjana # 2

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Keith Jarrett Trio Standards 2

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Joe Henderson Quartet in München 1994

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Live from Emmet´s Place

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Veronica Swift Quartet

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Sax No End

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Clark-Boland Big Band - Faces 1968

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Clark-Boland Big Band in Prag 1967

Die Kenny Clarke/Francy Boland Big Band (CBBB) war eine Big Band des Modern Jazz. Sie entstand 1961 auf Initiative...
Die Kenny Clarke/Francy Boland Big Band (CBBB) war eine Big Band des Modern Jazz. Sie entstand 1961 auf Initiative von Gigi Campi um den US-amerikanischen Schlagzeuger Kenny Clarke und den belgischen Pianisten und Arrangeur Francy Boland zunächst als reine Studio-Formation in Köln und bestand bis 1972. Zunächst umfasste die Bigband 13 Musiker, später 21. International rekrutiert gehörte sie zu den innovativen Big Bands der 1960er Jahre, gab 221 Konzerte und ist auf mehr als 20 Alben zu hören.
Namensgebender Kern der Big Band waren Kenny Clarke und Francy Boland. Clarke war einer der Mitbegründer des Modern Jazz Quartet, mit dem er am 6. November 1957 im Kölner Gürzenich auftrat. In Köln traf er nach dem Konzert durch Vermittlung des Jazzproduzenten und Impresarios Gigi Campi auf Boland, der zu jener Zeit für das Orchester Kurt Edelhagen arrangierte.

Bereits 1959 engagierte Campi eine Jazz-Combo um Kenny Clarke und Francy Boland für einen Karnevalsabend in seinem Eiscafé auf der Kölner Hohe Straße.Campi produzierte dieses Francy-Boland-Ensemble auch, als es im April 1961 mit Tonmeister Wolfgang Hirschmann im Elektrola-Studio seine ersten Aufnahmen machte, bei denen beide Musiker genannt wurden („Kenny Clarke, Francy Boland and Company - The Golden 8“). Beteiligt waren neben Boland und Clarke die Musiker Carl Drewo, Dusko Goykovich, Derek Humble, Christian Kellens, Raymond Droz und Jimmy Woode. Nicht Electrola veröffentlichte die LP, sondern Alfred Lions Blue Note Records. 1961 entstanden noch weitere Aufnahmen in Oktett-Besetzung.
Studioproduktionen

Im Dezember 1961 wollte Campi ein von Francy Boland arrangiertes Bigband-Album mit Billie Poole machen, da die Sängerin ohnehin in Köln ein Club-Gastspiel mit Kenny Clarke, Lou Bennett und Jimmy Gourley hatte. Campi formierte die Band; die Schlüsselpositionen als Satzführer übernahmen Benny Bailey (Trompete), Derek Humble (Saxophon) und Åke Persson (Posaune). Doch vor dem anberaumten Studiotermin musste Poole unerwartet abreisen. Boland schrieb die Arrangements in reine Instrumentalstücke um, und Campi nahm mit den Musikern, die neben Poole spielten sollte, die sieben Stücke in nur 4 Stunden auf; er konnte das Album als Jazz Is Universal bei Atlantic Records veröffentlichten.

Am 25./26. Januar 1963 war man für die LPs Handle With Care und Now Hear Our Meanin’ wieder im Studio.[6] Das Team Clarke und Boland unterstützte in den folgenden Jahren auch andere Formationen, so das Johnny Griffin-Quartet (LP Night Lady; 13. Februar 1964) oder Sahib Shihab (LP Summer Dawn; 8. Mai 1964). Beide waren auch Mitglieder der Kenny Clarke/Francy Boland Big Band. Auch war es im Sextett aktiv. Im Februar 1966 traf sich die Bigband wieder, um für die Twen-Serie von Philips das Album Swing, Waltz, Swing einzuspielen, bei dem Carl Drewo herausgestellt wurde (diese Platte enthält auch Arrangements von Bora Roković).

Erst 1967 kam es vermehrt zu Produktionen: Am 15. April 1967 nahm die Band mit 16 Musikern die LP Jazz Convention Vol. II auf (in den Rhenus-Studios in Köln-Godorf). Nach Brüssel fuhr die Band für die Nachfolge-LP Flirt and Dream (am 28. Mai 1967). Am 18. Juni 1967 folgte im Rhenus-Studio die LP Sax no End mit den beiden Tenorsaxophonisten Johnny Griffin und Eddie Lockjaw Davis. Am 31. Juli 1967 hatte man für die LP Out of the Folk Bag die Idee, Jazz-Arrangements für traditionelle Folkmusikstücke zu schreiben. Für die Aufnahmen zur LP Jazz-Convention Vol. I, die bei Keith Prose erschien, traf die Band am 26. August 1967 wieder in Köln zusammen.

Die Band hatte seit Sommer 1967 zwei Schlagzeuger, und zwar neben der afro-amerikanischen Bebop-Legende Kenny Clarke, der in den 1950er Jahren das Jazz-Schlagzeug revolutioniert hatte, den Briten Kenny Clare. Nach Ansicht von Joachim Ernst Berendt ergänzte er „die Musikalität und das Stilgefühl Clarkes in bestechender Weise durch professionelle Zuverlässigkeit.“ Boland schrieb für die Band Arrangements und Kompositionen, wobei er zwar den Solisten Freiräume ließ, aber die musikalischen Abläufe stärker festlegte als dies in der Bigband-Szene üblich war. Diese Arrangements galten damals als die „traditionellsten zeitgenössischen Big Band-Arrangements“.

Viele bekannte US-Jazzmusiker der Bebop-Generation spielten in der Formation, z. B. die Saxophonisten Johnny Griffin, Herb Geller und Sahib Shihab oder der Bassist Jimmy Woode. Sie wurden durch bekannte europäische Musiker wie den schwedischen Posaunisten Åke Persson, den türkischen Trompeter Maffy Falay, seinen deutschen Kollegen Manfred Schoof und die britischen Saxophonisten Ronnie Scott und Derek Humble ergänzt. Die Band zeigte sich dem Orchester Kurt Edelhagen, mit dem es zahlreiche personelle Überlappungen gab, „musikalisch deutlich überlegen.“

Die Sketches from the ›Faces‹ Suite wurden am 14. Dezember 1967 wieder bei Electrola eingepegelt wie auch die nächsten Selections From Guyson’s Session 1967 (15. Dezember 1967), die jedoch erst 1993 veröffentlicht wurden. Die LP All Smiles (13./14. Mai 1968). Faces „mit musikalischen Kurzporträts sämtlicher Band-Mitglieder“ hingegen entstand am 28./29. Juni 1968 in den Kölner Sonopress-Studios. Für die LP More mietete man Studios in Rom am 17. Juli 1968. Das Album Jazz-Convention Vol. III wurde wieder in Köln am 1. August 1968 aufgenommen. Lady Heavy Bottoms Waltz (27. August 1968) und Latin Caleidoscope (28./29. August 1968) folgten in kurzen Zeitabständen. Das Album Fellini 7 1/2 entstand am 2. und 3. Dezember 1968. Nach zwei Live-Alben folgte am 27. Mai 1969 in Köln die Studio-LP All Blues, einen Tag später standen sie für die LP More Smiles wieder vor den Mikrofonen. Nächste Studio-LP der Jazzformation war At Her Majesty’s Pleasure vom 5. September 1969 (Electrola-Studios). Hirschmann kam 1968 auf die Idee, die dänische Schlagersängerin Gitte Hænning mit Boland zusammenzubringen, um ihr den Wunsch nach Jazzaufnahmen zu erfüllen. Die LP My Kind of World (später veröffentlicht unter Out of this World) entstand am 13. August 1968 im Electrola-Studio, womit sie das Publikum als hervorragende Jazz-Vokalistin überraschte.

Am 30. September 1970 wurde in den Kölner Cornet-Studios die LP Off Limits eingespielt; nächstes Album aus diesem Studio war das Album Change of Scenes vom 14. Juni 1971 mit Gaststar Stan Getz, das bei Verve erschien. Am 14. Januar 1972 entstanden hier 2 Titel, die erst auf der CD Our Kinda Strauss (Juni 1998) erschienen. 1970 hatte Gigi Campi die Idee, die CBBB mit Carmen McRae zusammenzubringen. Am 3. November entstand in London in den Lansdowne Studios die Platte mit dem Titel "November Girl", die aber erst 1975 erschien.

Die intensive Aufnahmetätigkeit führte zu LP-Veröffentlichungen, die jedoch zunächst das einzige Medium blieben. Nach fünf Jahren reiner Studiotätigkeit lud Joachim Ernst Berendt die Band erstmals am 10. Juni 1966 ein, öffentlich in der Mainzer Liederhalle im Rahmen der SWF-Jazz-Session aufzutreten. Am 22. Oktober 1967 folgte ein Konzert in Prag, wo das begeisterte Publikum eine einstündige Verlängerung erzwang.Am 4. und 28. Februar 1968 war die Bigband erstmals im Ronnie Scott’s Jazz Club in London zu Gast. Zum Eröffnungskonzert in der Londoner Royal Festival Hall kamen im Februar 1969 trotz Schneesturms 3.000 Zuschauer, am 11. Februar 1969 folgten zwei weitere Konzerte im Ronnie Scott’s Jazz Club. Der Club gehörte dem Tenorsaxophonisten Ronnie Scott, der seit Januar 1963 zur ständigen Besetzung der Clarke/Boland Big Band zählte. Bei einem Fassungsvermögen von 384 Zuschauern drängten sich im Londoner Club 927 Fans; die Mitschnitte wurden aufgeteilt auf die Live-Alben Volcano und Rue Chaptal. die im selben Jahr veröffentlicht wurden.[8] Die Tourneen der Formation führten sie am 6. November 1970 auf die Berliner Jazztage. Am 5. Mai 1972 gaben sie in der Nürnberger Meistersingerhalle ihr letztes Konzert.

Lange Zeit hatte die einheimische Schallplattenindustrie an der Band kein Interesse. Zwar wurde meist in den Electrola-Studios aufgenommen, aber andere Plattenlabels übernahmen, oft kurzfristig wechselnd, den Vertrieb. Die Labels wechselten häufig: Atlantic Records, Columbia Records, Philips, Polydor, Verve, SABA, MPS oder Black Lion Records. Das Album Sax No End (Juni 1967) wurde durch Hans Georg Brunner-Schwers Label SABA vertrieben, das im Januar 1968 in MPS umbenannt wurde. Die Band konnte ab Mai 1968 drei weitere Alben bei MPS veröffentlichen, bei denen der Schwerpunkt auf Wunsch Brunner-Schwers wiederum auf dem Saxophonsatz lag, als erstes das am 13./14. Mai 1968 aufgenommene All Smiles. Doch MPS konnte in Europa nur langsam ein Vertriebsnetz organisieren, in den USA gar nicht. Nach Donald Clarke war das der Grund, warum die Clarke/Boland Big Band in den USA trotz ihres hervorragenden Images beinahe unbekannt war; andererseits gab jedoch das amerikanische Fachblatt Down Beat schon 1966 bei Mike Hennessey ein Porträt der Band in Auftrag. Im CD-Zeitalter gab Campi zahlreiche Aufnahmen des Orchesters neu oder erstmals in einer eigenen Edition heraus

Altsaxophonist Derek Humble war von Beginn an dabei, wurde jedoch nach August 1968 bei einer Schlägerei in Köln so schwer verletzt, dass er seinen Part in der Band nicht mehr vollständig wahrnehmen konnte. Er wirkte zwar noch bei Aufnahmen und Auftritten mit, doch waren die Aufnahmen zur LP November Girl (London, 3. November 1970) seine letzten für die Band. Seinen letzten Auftritt nahm der gesundheitlich angeschlagene Humble mit der Band am 6. November 1970 bei den Berliner Jazztagen wahr. Tony Coe, der für den österreichischen Tenorsaxophonisten Carl Drewo in die Band gekommen war, übernahm Humbles Platz als Satzführer.

Nach zwölf Jahren produktiver Studiotätigkeit mit 24 Alben löste sich die Clarke-Boland Big Band im Mai 1972 auf: Eigentlich war eine US-Tournee durch 55 Städte geplant; doch die beiden Leiter weigerten sich wegen finanzieller Risiken die Verträge zu unterschreiben. Campi war über ihre Unentschlossenheit so genervt, dass er aufgab. Das geschah jedoch gerade dann, als das Orchester „bei einem größeren Publikum ›anzukommen‹ begann“und sogar Verhandlungen mit Miles Davis geführt wurden, mit dem Orchester aufzutreten.

Quelle : Wikipedia
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Call it Anything - Miles Davis

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Carrera

Max Greger (* 2. April 1926 in München; † 15. August 2015 ebenda) war ein deutscher Jazz-Musiker, Saxophonist,...
Max Greger (* 2. April 1926 in München; † 15. August 2015 ebenda) war ein deutscher Jazz-Musiker, Saxophonist, Big-Band-Leader und Dirigent. Er nahm mehr als 150 Schallplatten auf, trat in hunderten Konzerthallen unter anderem mit Louis Armstrong, Duke Ellington und Ella Fitzgerald auf und produzierte rund 3000 Musikstücke. Zu Gregers musikalischen Begleitern zählten Paul Kuhn, Hugo Strasser und James Last.

Max Greger sollte ursprünglich das elterliche Metzgereigeschäft übernehmen. 1936 schenkte ihm sein Großvater jedoch ein Akkordeon und legte damit den Grundstein zur musikalischen Entwicklung des damals Zehnjährigen. Neben dem Besuch einer Aufbauschule absolvierte Greger ein Studium der Klarinette und des Saxophons am Münchner Konservatorium.
Single B.-R. Boogie, 1957

Als 18-Jähriger wurde Max Greger 1944/45 gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zum Kriegsdienst eingezogen. Bereits kurz nach Kriegsende spielte er als einer der ersten Deutschen vor allem in amerikanischen Offizierscasinos und wurde somit, gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Hugo Strasser, zu einem Pionier der deutschen Swing- und Jazzszene der Nachkriegszeit. 1948 gründete er sein erstes eigenes Ensemble, welches später zu einem Oktett erweitert wurde. Schon früh schaffte er es, mit Jazz-Größen wie Woody Herman, Stan Kenton und Lionel Hampton zu spielen. Er musizierte tagsüber mit dem Enzian-Sextett hauptsächlich Schlager und Volkstümliches für den Bayerischen Rundfunk und abends als Max-Greger-Sextett Swing und Jazz in den amerikanischen Clubs. Später trat er in der Band des Trompeters Charly Tabor auf und stand unter anderem mit Louis Armstrong und Duke Ellington auf der Bühne.

Erste Schallplattenaufnahmen mit eigenen Tanz- und Schlagerkompositionen wie Auf Bergeshöhen, Rock’n’Roll Boogie, Verliebte Trompeten, Max & Sax, Looping Blues, Keiner küßt wie Du, Teenager Cha Cha und Rock Twist folgten, ebenso wie ausgedehnte Tourneen durch Deutschland und Europa. Als erste westliche Band seit 35 Jahren durfte Max Greger 1959 eine fünfwöchige Tournee in die Sowjetunion starten, wo er mit Maria Hellwig und Udo Jürgens auftrat. Insgesamt gab es 36 ausverkaufte Konzerte. Danach gelang ihm der kommerzielle Durchbruch.

Eine Bandmitgliedschaft in einer der großen Big-Bands lehnte er stets ab, um eigenständig bleiben zu können. Zur Gründung des Zweiten Deutschen Fernsehens erklärte er sich jedoch 1963 bereit, einen Vertrag als Leiter einer Big-Band zu unterzeichnen. Bis 1977 besaß der Bandleader einen festen Vertrag mit dem ZDF. Greger war in dieser Zeit ständiger Gast bei großen ZDF-Liveshows wie Vergißmeinnicht, Der goldene Schuß, 3 mal 9 oder Musik ist Trumpf. Die Thomas-Reich-Komposition Up to Date, aufgeführt von seinem Orchester, wird vom samstäglichen Aktuellen Sportstudio des ZDF bis heute als Titelmelodie verwendet.

1970 spielte seine Band als einziges deutsches Orchester beim Deutschlandtag auf der Weltausstellung im japanischen Osaka. 1971 war er neben Beppo Brem, Joachim Fuchsberger und Helga Anders in Kurt Wilhelms TV-Komödie Olympia-Olympia zu sehen.

1986 feierte Greger beim ZDF seinen 60. Geburtstag mit einer „Super-Band“, zu der sich ihm zu Ehren berühmte Kollegen wie Hazy Osterwald, Paul Kuhn, Hugo Strasser und James Last zusammenfanden. Ab 1992 fungierte er als Gastdirigent bei öffentlichen Veranstaltungen und Studioproduktionen der SWR Big Band, von 2002 bis einen Monat vor seinem Tod trat er noch in Deutschland-Tourneen auf, zusammen mit seinem Sohn Max (* 1951), Hugo Strasser (1922–2016), Paul Kuhn (1928–2013) und seinem Enkel Max in wechselnden Besetzungen.

Seinen 80. Geburtstag feierte Max Greger nicht zu Hause im Grünwalder Ortsteil Geiselgasteig, sondern im Rahmen einer Geburtstagstournee durch Deutschland, die am 2. April 2006 in der Münchener Philharmonie begann.

In der Nacht zum 15. August 2015 starb Max Greger in München an einer Krebserkrankung. Noch gut einen Monat zuvor, am 13. Juli 2015, hatte Max Greger sein letztes Konzert im Münchner Brunnenhof gegeben. Dort stand er noch einmal zusammen mit seinem Sohn Max Greger junior, seinem Enkel Max Greger jr. jr. und seinem ältesten Freund Hugo Strasser auf der Bühne.

Am 21. August 2015 wurde Max Greger auf dem Waldfriedhof Grünwald beigesetzt. Auf der Trauerfeier spielte sein langjähriger Wegbegleiter und Freund, Hugo Strasser, am geschlossenen Sarg den Beatles-Klassiker Yesterday, bevor sein Enkel Maxi Greger eine Ansprache für seinen Großvater hielt. Während der Beisetzung intonierte der Trompeter Felice Civitareale das Il Silenzio.

Quelle : Wikipedia
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Kurt Edelhagen - Präzision mit Seele

Kurt Ludwig Edelhagen (* 5. Juni 1920 in Börnig (jetzt Herne); † 8. Februar 1982 in Köln) war einer der führenden...
Kurt Ludwig Edelhagen (* 5. Juni 1920 in Börnig (jetzt Herne); † 8. Februar 1982 in Köln) war einer der führenden deutschen Bigband-Leader der 1950er und 1960er Jahre.

Edelhagen studierte seit 1937 an der Folkwangschule in Essen Klavier und Klarinette, besuchte hier auch die Dirigentenklasse und schloss 1941 das Studium mit Auszeichnung ab. Pläne, die Dirigentenausbildung in Wien fortzusetzen, um Leiter eines Sinfonieorchesters zu werden, ließen sich kriegsbedingt nicht realisieren. Edelhagen wurde eingezogen und kam als Klarinettist in ein Musikkorps der Wehrmacht, das in Frankreich eingesetzt wurde. In Frankreich lernte er, der schon als Folkwang-Schüler mit Klassenkameraden heimlich Jazz gehört und gespielt hatte, erstmals professionelle Jazzmusiker kennen.

Nach Kriegsende gründete er im Sommer 1945 in Herne eine Combo, die er mit Hilfe seines langjährigen Schlagzeugers Bobby Schmidt bald zur Bigband erweiterte. Die Band spielte zunächst nur in britischen Soldatenclubs und trat erstmals am 25. März 1946 in der Herner Schauburg vor einem deutschen Publikum auf. Im Mai wechselte das Orchester in die amerikanische Besatzungszone, wurde für Soldatenclubs in Bad Kissingen und Heidelberg verpflichtet, spielte 1947 im Münchner Haus der Kunst (damals amerikanisches Offizierskasino), danach im Heidelberger Stardust Club. Schon zu jener Zeit hatte Edelhagen „durch intensive Probenarbeit […] einen Klangkörper geschaffen, der aus dem Gros der zu jener Zeit recht zahlreichen Club-Bands herausragte und die Aufmerksamkeit der Fachleute auf sich zog.“ Einer von ihnen, der AFN-Diskjockey und spätere Programmdirektor Johnny Vrotsos, begeisterte sich für die junge Edelhagen-Band und verschaffte ihr ein Engagement in Frankfurt am Main beim europäischen Hauptquartier der US-Streitkräfte. Im I.G.-Casino des I.G-Farben-Hauses trat das Edelhagen-Orchester seit Mai 1948 jeden Abend auf, von den Amerikanern enthusiastisch als „best Band of the European Command“ gepriesen. Beim AFN nahm Edelhagen 1948 erste Rundfunkaufnahmen auf. Regelmäßig war die Band 1948/49 über AFN München und Frankfurt zu hören, im BFN Hamburg oder bei BBC London, auch über deutsche Sender wie Radio München (hier in der legendären Sendereihe „Mitternacht in München“), Stuttgart, Baden-Baden oder Frankfurt.

Als im Dezember 1948 Joe Wick nach einem Gastspiel in Frankfurt sein Orchester auflösen musste, konnte Edelhagen die besten Wick-Musiker für sein Orchester gewinnen: Die Trompeter Fred Bunge und Hanne Wilfert, die Saxophonisten Bubi Aderhold und Paul Biste, die Posaunisten Otto Bredl und Erich Well. Sie trugen in den kommenden Jahren wesentlich zum Klangprofil des Orchesters bei, das die Zuhörer durch seinen ausdrucksstarken Sound und vor allem durch sein präzises Zusammenspiel beeindruckte. Die amerikanischen Muster blieben jedoch unüberhörbar. Neben den Orchestern von Ellington und Dizzy Gillespie war Edelhagens großes Vorbild Ende der 40er Jahre der großorchestrale Stil Stan Kentons und dessen kompromissloser, innovativer Umgang mit dem Klangkörper Big Band. „Stan Kenton“, so Joachim Ernst Berendt, „war damals das letzte Wort im Big Band Jazz. Und Kurt Edelhagen erschien uns von Anfang an als die deutsche Antwort auf die amerikanische Herausforderung durch Kenton, – wie sich denn auch, als Kenton nach Deutschland kam, eine gute Beziehung zwischen den beiden Band-Leadern ergab.“ So arrangierten und schrieben einige Edelhagen-Musiker für das Orchester Stücke, die – teilweise vom Bebop beflügelt – durchgehend einen starken Kenton-Einschlag verraten: Edelhagens damaliger Pianist und Hauptarrangeur Erich Becht etwa mit seinen Kompositionen Unison Bop oder Percussion in Bop, Paul Biste mit Infection oder Too Late, der Trompeter Fred Bunge, als Solist Star des Orchesters, mit seiner Progressiven Studie. Damit hatte Edelhagen früh begonnen, alternativ zu den amerikanischen Vorbildern ein eigenes Jazz-Repertoire aufzubauen. Auch Kentons Vorstellung von „Progressive Jazz“ passte in Edelhagens musikalisches Konzept, der schon 1949 unterstrich, „daß man den Jazz unbedingt in die Kategorie der 'neuen Musik' einreihen müsse“. Bis in die 50er Jahre eilte Edelhagen daher der Ruf eines „deutsche(n) Stan Kenton“voraus.

Das Engagement im Frankfurter I.G.-Casino und die Tanz-Club-Ära des Orchesters in alliierten Soldatenclubs endete kurz nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Zum 1. Juli 1949 wurde Edelhagens Band, zu dem nun auch die Saxophonisten Franz von Klenck und Paul Martin gehörten, für den Bayerischen Rundfunk beim Sender Radio Nürnberg als Jazz- und Unterhaltungsorchester verpflichtet. Dort wurden bis 1951 auch einige Schallplatten mit Jazz für Austrophon eingespielt; zugleich entstanden Aufnahmen mit Tanzmusik, die über das Label Philips vertrieben wurden.
Kurt Edelhagen (rechts) bei den Donaueschinger Musiktagen, 1954

Edelhagen wechselte mit seinem Orchester am 1. Januar 1952 zum Südwestfunk Baden-Baden. Neben der Produktion von Tanz- und Unterhaltungsmusik stand auch hier Jazzmusik im Mittelpunkt. Um die hohen Anforderungen für modernen Bigband-Jazz erfüllen zu können, tauschte Edelhagen Musiker oft aus, so dass die enorme Fluktuation (151 Musiker in sieben Jahren) sogar in einem Teil der Presse moniert wurde. Der Auftritt des Orchesters 1954 beim Salon du Jazz in Paris sorgte für internationales Aufsehen. Edelhagen nahm mit seiner Band ab März 1954 an der wöchentlichen Sendereihe Jazztime Baden-Baden von Joachim-Ernst Berendt teil, die das Orchester weit über den südwestdeutschen Raum bekannt machte. Hier spielte er mit zahlreichen Stars der internationalen Jazz-Szene zusammen, so mit Lionel Hampton, Mary Lou Williams oder Chet Baker, anlässlich der 1000. Jazz-Sendung des SWF 1956 mit dem Modern Jazz Quartet und Miles Davis. Auf der Suche nach einer Sängerin für seine Bigband entdeckte Edelhagen 1953 in Baden-Baden Caterina Valente, mit der er Anfang Juni 1954 beim 3. Salon du Jazz in Paris, dem damals führenden europäischen Jazz-Festival, auftrat, und kurz darauf beim 2. Deutschen Jazzfestival in Frankfurt a. M., wo Edelhagen mit seinem Orchester mehrfach zu Gast war. Große Beachtung im zeitgenössischen Musikleben fand Edelhagens Auftritt bei den Donaueschinger Musiktagen im Oktober 1954. Hier dirigierte er Igor Strawinskis Ebony Concerto, das Strawinski 1945 für die Band von Woody Herman komponiert hatte, und wirkte mit seinem Orchester an der Uraufführung von Rolf Liebermanns Concerto for Jazzband and Symphony Orchestra mit, einer damals neuartigen Verbindung von Jazz und symphonischer Musik auf Grundlage der Zwölftontechnik. Die vom Publikum begeistert aufgenommene Uraufführung, vor allem das Zusammenspiel der Edelhagen-Band mit dem Sinfonieorchester des Südwestfunks unter der Leitung von Hans Rosbaud wurde zur Sensation der Donaueschinger Musiktage. Zahlreiche Kritiker bescheinigten Edelhagen, den Jazz in Deutschland „salonfähig“ gemacht und erfolgreich für die wachsende Akzeptanz von Jazzmusik unter Hörern klassischer oder Neuer Musik geworben zu haben. Schon am Vorabend der Musiktage hatte er mit seinem Orchester vor einem geladenen Publikum gespielt und hier Heinz Kiesslings Scales, „das erste streng zwölftönige, swingende Werk für Jazz Big Band“ vorgestellt, mit „spektakulärem“ Echo, wie Joachim-Ernst Berendt betont. 1955 folgte die Uraufführung von Bill Russos Ballettmusik The World of Alcina durch das Edelhagen-Orchester.

Am 1. April 1957 ging er zum WDR nach Köln, wo er – ein Novum im europäischen Jazz – eine internationale Bigband zusammenstellte, die keine Tanzmusik-Verpflichtungen hatte, sondern sich auf den Jazz konzentrieren konnte. Neue Arrangements von Francy Boland, Jimmy Deuchar oder Ernie Wilkins führten zu einem neuen Sound. Edelhagen nahm in den kommenden Jahren auch weiter konzertant wirkende Musik, ambitionierte Kompositionen aus dem Bereich von Third Stream oder gelegentlich auch Free Jazz in sein Repertoire auf, so etwa Kompositionen von Pavel Blatný (gespielt 1966 bei den Berliner Jazztagen), von Carla Bley (Oni puladi, 1970) oder Manfred Schoof (mehrere Einspielungen 1971 und 1972).

In Köln blieb Edelhagen bis zur Auflösung seines Vertrags durch den WDR im Jahre 1972. Dort baute er auch 1958 die Jazzklasse der Musikhochschule Köln auf, die erste ihrer Art in Europa. Fünf Jahre lang war er hier als Dozent tätig.

1972 spielte Edelhagen mit seiner Bigband eines der längsten Medleys der Musikgeschichte: Den Einmarsch der Nationen zu den Olympischen Spielen in München. Für Idee, Durchführung und Gesamtleitung der Begleitmusik zur Olympiade erhielt er 1973 ebenso wie seine Arrangeure Dieter Reith, Jerry van Rooyen und Peter Herbolzheimer das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Die erschienene Langspielplatte mit dem Titel Olympia Parade stand vom 15. November 1972 bis zum 14. Januar 1973 zwei Monate an Nummer Eins der deutschen Album-Charts.

In Edelhagens Big Band spielten Musiker wie Charly Antolini, Benny Bailey, Fred Bunge, Bob Carter, Stuff Combe, Francis Coppieters, Jimmy Deuchar, Carl Drewo, Gerd Dudek, Maffy Falay, Horst Fischer, Johnny Fischer, Wilton Gaynair, Dusko Goykovich, Tubby Hayes, Derek Humble, Tony Inzalaco, Christian Kellens, Shake Keane, Rick Kiefer, Heinz Kretzschmar, Günter Lenz, Palle Mikkelborg, Ferdinand Povel, Rob Pronk, Bora Roković, Dieter Reith, Rolf Schneebiegl, Ronnie Stephenson, Joe Sydow, Peter Trunk, Werner Twardy, Heinz "Mecky" Schäning, Heiner Wiberny und Jiggs Whigham. Zu den Arrangeuren gehörten neben Heinz Kiessling, Heinz Gietz, Werner Twardy, Francy Boland, Claus Ogerman und Bora Roković auch zahlreiche amerikanische Musiker wie etwa Bill Russo, Bill Holman oder Quincy Jones, der 1971 die Schallplatte Kurt Edelhagen plays Jim Webb arrangierte. In den 1970er Jahren beschäftigte Edelhagen für sein Jazz-Repertoire als Komponisten und Arrangeure neben Herbolzheimer und Rooyen auch Michael Gibbs, Kenny Napper, Fritz Pauer, Hans Salomon und John Warren.

Edelhagen trat auf zahlreichen europäischen Jazzfestivals auf, unternahm viele Tourneen (darunter 1964 eine viel beachtete Tournee durch die UdSSR und die DDR, 1965/1966 durch Nordafrika) und begleitete zahllose Unterhaltungskünstler wie Peter Alexander, Alice Babs, Bill Haley, Bibi Johns, Hildegard Knef, Evelyn Künnecke, Paul Kuhn, Gitta Lind, Angelina Monti, Freddy Quinn und Caterina Valente.

Kurt Edelhagen verstarb nach langer schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren in Köln.Beigesetzt wurde Edelhagen, neben seiner Frau Helga, auf dem neuen Friedhof in Köln-Weiden.Er war in erster Ehe mit Helga (geb. Folkenborn, * 1922; † 1976) verheiratet. Die Opern- und Musicalsängerin Marina Edelhagen ist seine Tochter.

Quelle : Wikipedia
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